Montag, 15. April 2013

# 54 # Zoë Beck: Der frühe Tod


Zoë Beck
Der frühe Tod

Erschienen am: 22.07.2011
Verlag: Bastei Lübbe
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik/Krimi/Thriller
Seiten: 304
Preis: € 8,99
ISBN: 978-3-404-16309-0

Klappentext: Lauf weg!, ist ihr erster Gedanke. Caitlin will nicht glauben, was sie vor sich sieht. Zu ihren Füßen liegt ihr Exmann. Tot. An seinem Kopf eine klaffende Wunde, die keinen Zweifel zulässt: Er ist ermordet worden. Den Schock noch in allen Gliedern, ruft sie die Polizei. Auch wenn sie weiß, dass die ihr unbequeme Fragen stellen wird. Denn Caitlin ist nicht die, für die sie in dem idyllischen schottischen Dorf alle halten. Und für den Mord an ihrem Exmann hat sie das stärkste aller Motive: Rache.
Doch schon bald wird Caitlin klar: Die Polizei ist nicht ihr größtes Problem. Es gibt da noch jemanden, der über jeden ihrer Schritte genau informiert ist. Und der würde sie lieber tot als lebendig sehen…

Meine Meinung: Keiner weiß wer sie ist. Ihr Lebenslauf ist gefälscht und trotzdem wurde Caitlin Anderson, fernab ihrer Heimat, als PR-Managerin für das „We Help-Projekt“ eingestellt. Mit ihrem Lebenswandel scheint Caitlin ganz zufrieden. Jeden Morgen geht sie am Loch Katrine joggen, ohne dass irgendwelche Vorkommnisse auftreten. Bis zu jenem Zeitpunkt als sie auf eine Leiche trifft. Der Tote ist zudem kein Anderer als ihr Ex-Mann. Als Caitlin die Polizei ruft und sie wenig später vernommen wird, steht für den Inspector Reese fest, dass nur sie die Tatverdächtige sein kann. Bevor Caitlin klar wird, in was sie sich hinein manövriert hat, steckt sie auch schon tief in der Misere drin.
Zeitgleich ist der Journalist Ben Edwards wieder einmal auf Recherchetouren für seinen Chef Cedric Darney. Bei seinen Nachforschungen trifft er auf Jugendliche, die im Programm „We Help“ integriert sind, aber auch auf deren Mitarbeiter der Hilfsorganisation. Obwohl Ben sich mit Caitlin zu einem Interview verabreden will, kommt es nie dazu. Doch irgendwann kreuzen sich auch deren Wege.

Zoë Beck hat mich mit ihrem Thriller „Der frühe Tod“ wieder einmal fesseln können. Obwohl ich dieses Mal nur schwer in die Handlung einfinden konnte, wurde ich dennoch ab dem zweiten Drittel der Geschichte voll mitgerissen. Die Autorin begeistert mit einem außergewöhnlichen Plot und reißt die Missstände einer Gesellschaft zwischen Arm und Reich auf, unter denen besonders die Kinder zu leiden haben. Gerade was Bildung, Erziehung und vor allem Gesundheit angeht, sind sie die Benachteiligten dieser Schicht. Das sich diesen Umstand skrupellose, machtbesessene und geldgierige Betrüger zu Nutze machen, stellt die Autorin auf beeindruckender Weise dar. Die Story erzählt von Forschungen und Experimente an Kindern, bei denen die Eltern durch ein geringes Schweigegeld ruhig gestellt werden und sogar den Verlust des Kindes durch Tod hinnehmen.
Ben, der bei seinen Recherchen gerade auf diese mysteriösen Umstände im Hinblick auf mehrere Todesfälle von Kindern stößt, die zudem alle im Projekt „We Help“ integriert waren, will natürlich auch den Grund der Todesfälle in Erfahrung bringen.
Zoë Beck hat ihre Gesichte auf mehreren Handlungssträngen aufgebaut, wobei sie zwischen den einzelnen Handlungen auch auf die Vergangenheit zurück schaut, deren Zeitabstände immer kürzer werden, bis sich die einzelnen Handlungen miteinander verbinden.
Während der gesamten Zeit kann man nicht einschätzen, wohin die Handlung führen wird. Die Geschichte ist so rasant erzählt, dass kaum Zeit zum Nachdenken bleibt. Die Autorin jagt den Leser regelrecht von einem Ereignis zum Nächsten. Dabei bleibt es nicht aus, dass der Weg noch durch mehrere Opfer gepflastert wird.
„Der frühe Tod“ ist ein gut recherchierter und unterhaltsamer Thriller, der auf alle Fälle auf die Leseliste gehört.

Die Autorin: Henrike Heiland – alias Zoë Beck, geboren am 12. März 1975, lernte Klavier und studierte Neuere Englische Literatur in Gießen, Bonn und Durham. Ihre Magisterarbeit befasste sich mit dem Detektivteam in den Romane von Elizabeth George.
Bereits während des Studiums arbeitete sie für Rundfunk und Presse und sammelte Erfahrungen als Schauspieldramaturgin und Opernregieassistentin an verschiedenen Theater- und Opernhäusern. Es folgten diverse Tätigkeiten bei Theater und Film.
Henrike Heiland hat nicht nur Kriminalromane verfasst, sondern auch Kurzkrimis für eine Reihe von Krimi-Anthologien beigesteuert. 2010 wurde ihre Geschichte Draußen (in: München blutrot, hg. von Andreas Izquierdo und Angela Eßer, 2009) für den Friedrich-Glauser-Preis in der Sparte Kurzkrimi nominiert.
Mit dem Roman Von wegen Traummann wagte Henrike Heiland einen Abstecher ins Komödienfach.
Heute lebt sie als Autorin, Synchronredakteurin und Übersetzerin in Berlin; u.a. schreibt sie für Thomas Wörtches CrimeMag bei culturmag.de. Seit 2008 erscheinen ihre Bücher vor allem unter dem Pseudonym Zoë Beck.

Meine Bewertung:

 


Quellen:
Cover: Verlag Bastei Lübbe
Klappentext: Verlag Bastei Lübbe
Kurzbiografie: Krimi Couch
Foto: © privat Zoë Beck

Sonntag, 14. April 2013

# 53 # Ursula Neeb: Die Hurenkönigin


Ursula Neeb
Die Hurenkönigin

Erschienen am: 14.09.2012
Verlag: Ullstein
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik/Historischer Roman
Seiten: 400
Preis: € 8,99
ISBN: 978-3-548-28376-0

Klappentext: Frankfurt 1511: Am Gedenktag von Maria Magdalena wird die Leiche der Hübscherin Roswitha entdeckt. Ursel Zimmer, die Vorsteherin der städtischen Hurengilde, findet heraus, wer der letzte Freier war. Doch als man seiner habhaft wird, beteuert der verzweifelte Mann, er habe nur einen Auftrag erfüllt. Er erwähnt einen geheimnisvollen Ring, der die Hurenkönigin zwar auf eine heiße Spur bringt, sie aber auch höchster Gefahr aussetzt …

Meine Meinung: Eigentlich läuft im Frankfurter Frauenhaus alles gut, die Einnahmen können sich sehen lassen und die Hurenkönigin Ursel ist zufrieden mit ihren Mädchen – bis, ja bis bekannt wird, dass die Lustseuche ausgebrochen ist. Noch am selben Tag wird das Verschwinden der Hure Rosi bemerkt. Tage später wird sie in einem erbärmlichen Zustand tot aus dem Main gezogen. Während der Leichenschau, an der auch Ursel teilnimmt, muss sie mit ansehen, wie schlimm Rosi gefoltert worden ist. Gleichzeitig wird ihr eröffnet, dass auch Rosi an der Lustseuche erkrankt war und die Krankheit sich schon im fortgeschrittenen Stadium befand. Die sofortige Anordnung der Untersuchung sämtlicher Huren ist für Ursel noch das geringste Übel, sie will wissen, wer Rosi umgebracht hat. Um diesen Zustand besser zu ertragen, bedient sich Ursel wieder einem Opiat und bekommt von dem Ergebnis der anschließenden Untersuchung nichts mit. Am darauf folgenden Morgen wird ihr eröffnet, dass sowohl der Knecht als auch zwei weitere Huren an der Seuche erkrankt sind und sie des Hauses und der Stadt verwiesen werden.
Als dann auch noch die Gräfin, eine von den Huren, verschwindet, schlägt Ursel bei den städtischen Behörden Alarm und verlangt nach ihr zu suchen.
Wenig später wird das Frauenhaus geschlossen und Ursel sowie ihre Freundin Grid begeben sich auf eigene Ermittlungstour.

Es ist der zweite Roman von Ursula Neeb, in dem die Hurenkönigin Ursel Zimmer als Protagonistin auftritt. Während sie in „Das Geheimnis der Totenmagd“ mehr oder weniger nur eine kleine Gastrolle inne hatte, dreht sich dieses Mal alles um sie, den Huren und dem Frauenhaus.
Da Ursel Zimmer beim Bürgermeister und den Ratsmitgliedern wenig Erfolg hat, sie für die Aufklärung des Mordes an der Hure Rosi zu bewegen, setzt sie alles daran, es selbst zu tun, nicht ohne sich und ihre Freundin Grid in Gefahr zu bringen.
Während der hiesige Pfarrer Hasstiraden gegen das Frauenhaus, insbesondere gegen die Hurenkönigin schmiedet, muss sich Ursel und ihre Mädchen auch noch gegen die Rache und den Hass der Nonne und Siechenmagd Theodora wehren.
Ursula Neeb schildert immer wieder, wie sich die Huren am gesellschaftlichen Rand der Bevölkerung bewegten und sich durch ihre auffällige Kleidung als Huren bekennen mussten. Wie der Henker, der als Betreiber des Frauenhauses fungiert, wurden auch die Huren als unrein bezeichnet.
Ursula Neeb hat hier eine Geschichte präsentiert, die auf historischen Hintergrund aufgebaut worden ist. Den Sprachstil finde ich bei den historischen Romanen immer sehr amüsant, gerade dann, wenn das niedere Volk in der 3.Person angesprochen wird. Aber so war nun mal die Zeit. Auf jeden Fall bringt die Autorin dem Leser einen guten Einblick in das Leben und Treiben des 16. Jahrhunderts. Man spürt die allmählichen Fortschritte, insbesondere im medizinischen Bereich.
Die Handlung selbst war zwar nichts besonderes, aber sie war total spannend geschrieben und man konnte das Buch nicht aus der Hand legen.

Die Autorin: Ursula Neeb
Ursula Neeb hat Geschichte studiert. Aus der eigentlich geplanten Doktorarbeit entstand später ihr erster Roman Die Siechenmagd. Sie arbeitete beim Deutschen Filmmuseum und bei der FAZ. Heute lebt sie als Autorin mit ihren beiden Hunden in Seelenberg im Taunus.






Meine Bewertung:


Quellen:
Cover: Ullstein Verlag
Klappentext: Ullstein Verlag
Kurzbiografie: Ullstein Verlag
Foto: © Markus Wild

Samstag, 13. April 2013

# 52 # Tanja Weber: Oberland


Tanja Weber
Oberland
(Band 2 mit dem Postboten Johann Stifter)

Erschienen am: 18.02.2013
Ausgabeart: Klappenbroschur
Kategorien: Belletristik/Krimi/Thriller
Seiten: 313
Preis: € 16,99
ISBN: 978-3-351-03521-1

Zur Leseprobe         
Online bestellbar hier: Amazon/atv

Klappentext: Das gute Essen, die schöne Natur, die zufriedenen Menschen – Johannes Stifter fühlt sich wohl in seiner neuen Heimat. Als Postbote zieht er seine Kreise. Doch allmählich schwant ihm, dass hier etwas nicht stimmt. Hinter den hohen Hecken verwildern die Gärten, und der Putz bröckelt von den Villen. Die Bewohner meiden Stifter, allen voran Gudrun von Rechlin. Würde man es einer Dame von Welt zutrauen, eine Geisel in ihrem Keller gefangen zu halten? Würde man von einem Zahnarzt erwarten, dass er einen betrügerischen Finanzberater kidnappt? Würde man denken, dass der Tod mit scharfer Sense durchs Oberland geht? – Ein packender Krimi, der erzählt, wie Menschen nicht nur ihr Geld, sondern ihre Werte verlieren. Und ein Fall, den Stifter nur mit Hilfe des alten Kommissars Thalmeier lösen kann.

Meine Meinung: Johann Stifter ist mit Leib und Seele Postbote, allerdings kein gewöhnlicher Zusteller, wie man es glauben mag. Er macht sich nicht nur Gedanken um seine „Kundschaft“, er sorgt sich auch um sie. Obwohl die Mutter von Annette behauptet, dass es nichts Außergewöhnliches sei, wenn sich ihre Tochter mal kurz das Leben nehmen will, hat Johann das Bedürfnis helfen zu müssen. Trotz das er den Arzt nicht rufen darf, beginnt er, sich um Annettes Seelenheil zu kümmern. Auf seinen Touren fragt er nach ihrem Befinden, Annette freut es, dass sich endlich jemand für sie interessiert.
Währenddessen bahnt sich im Hause der Witwe von Rechlin eine größere Katastrophe an. Die Villa soll zwangsversteigert werden, sodass die stets verwöhnte und arbeitsscheue Tochter Annette und ihre verbiesterte Mutter Gudrun ohne Habe da ständen.
Doch was würde mit dem Gefangenen im Keller werden? Zusammen mit ihrer Urlaubsbekanntschaft hat sie den betrügerischen Finanzhai, der sie um ihre gesamten Vermögen gebracht hat, in Geiselhaft genommen. Da sich die Situation zu verschärfen droht, muss schnell gehandelt werden, doch der Zahnarzt aus Frankfurt lässt auf sich warten.

Tanja Weber hat mit dem Postboten Johann Stifter eine interessante und amüsante Figur geschaffen. Doch Johann hat es nicht einfach, denn mit Exkommissar Thalheim hat er einen anhänglichen Freund gefunden, der sich um sein Wohl sorgt und sich regelmäßig telefonisch nach ihm erkundigt. Stifter hat Thalheim während einer verhängnisvollen Situation kennen gelernt, als er damals als Hauptverdächtiger in einem prekären Fall galt.
Doch inzwischen hat sich alles aufgeklärt und Stifter hat seiner ehemaligen Heimat den Rücken gekehrt. Obwohl er nun glaubt zwischen all den Gutbetuchten und Pensionären es ruhiger zu haben, wird sein Leben wesentlich aufregender.
Stifter beginnt hinter die Kulissen und Mauern zu schauen und steht immer öfter einem Abgrund gegenüber. Hinter der Maskerade der Villenbesitzer finden sich oftmals sündige Charakterzüge wieder. Wäre hier nicht der Hass, Rache und die Gier am Werk, würde Stifter vielleicht an Langeweile zugrunde gehen.
Doch mithilfe des Exkommissars werden die kleinen zufällig aufgedeckten kriminellen Dinge weiter verfolgt. Obwohl ich anfangs dachte, dass eher Johann Stifter in die Ermittlungsarbeit abdriftet, war das nicht der Fall. Der sympathische, neugierige und kinderliebe Postbote ist ein bekennender Musikfan und man sollte es nicht glauben, bereitet er sich mal intensiv, mal weniger intensiv auf seine Promotion vor.
Die Autorin hat ihren Krimi auf mehreren Handlungssträngen aufgebaut und diese aus der Sicht ihrer Protagonisten erzählt. Auch wenn der Aufbau ihres Falls nicht unbedingt dem üblichen Muster entspricht, in dem der Leser auf die Spur eines Täters gelangt, fand ich ihren Stil nicht weniger unterhaltsam. Hier stand schon frühzeitig fest, wer sich hinter den Verbrechen verborgen hat. So musste man nur noch darauf hoffen, dass Exkommissar und Postbote sich bei ihren Ermittlungstätigkeiten nicht allzu schlimm anstellten. Trotzdem hätte man als Leser oftmals nachhelfen wollen.
Der Schreibstil von Tanja Weber ist spannend und fesselt einen an ihr Werk. Die Szenen der Alltäglichkeit aber auch die des Kopfschüttelns hat ihren Krimi zu etwas Besonderen gemacht.
Oberland ist zwar kein anspruchsvoller, dafür aber ein gelungener, spannender und amüsanter Regionalkrimi, der mir sehr unterhaltsame Stunden verschafft hat.

Die Autorin: Tanja Weber

Tanja Weber, Jahrgang 1966, war im ersten Beruf Theaterdramaturgin, u. a. in Wuppertal, Bochum, Berlin und Hildesheim. Im zweiten Beruf, nach der Geburt zweier Kinder, arbeitete sie als Drehbuchautorin fürs Fernsehen, u. a. für »Verliebt in Berlin« und »Türkisch für Anfänger«. 2011 hat sie den ersten Platz im Literaturwettbewerb ihrer Heimatgemeinde Gauting gewonnen. Ihr erster Kriminalroman »Sommersaat« war für den Glauser-Preis nominiert. Im Frühjahr 2013 erscheint der zweite Band »Oberland«. Tanja Weber ist mit dem Schauspieler und Autor Gregor Weber verheiratet.

Reihenfolge der Johann-Stifter-Serie

  • Band 1 – Sommersaat
  • Band 2 – Oberland

Meine Bewertung:
 

Quellen:
Cover: Aufbau Taschenbuch Verlag
Klappentext: Aufbau Taschenbuch Verlag
Autorenporträt: Aufbau Taschenbuch Verlag Verlag
Foto: privat Tanja Weber


An dieser Stelle möchte ich mich
recht herzlich beim
für die Bereitstellung dieses
Rezensionsexemplars bedanken.


Mittwoch, 10. April 2013

# 51 # Iny Lorentz: Die Tochter der Wanderhure


Iny Lorentz
Die Tochter der Wanderhure

Erschienen am: 22.12.2009
Verlag: Knaur
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik/Historischer Roman
Seiten: 720
Preis: € 10,99
ISBN: 978-3-426-63521-6

Klappentext: Mehr als zwölf Jahre sind vergangen, seit Marie, die ehemalige Wanderhure, ihre letzten Abenteuer bestehen musste. Nun lebt sie glücklich und zufrieden mit ihrem Mann Michel auf Burg Kibitzstein. Ihre Tochter Trudi ist der ganze Stolz der beiden und träumt bereits selbst von der großen Liebe. Doch dann passiert das Unfassbare, und Trudi muss sich einem Abenteuer stellen, das ihr ganzes Leben verändern wird …

Meine Meinung: Inzwischen ist Trudi, die Erstgeborene von Marie, im heiratsfähigen Alter und ihr Herz hängt an Junker Georg von Gressingen. Doch Marie ist von ihrer Wahl nicht allzu sehr begeistert, denn sie findet den Auserwählten nicht aufrichtig. Während Trudis  Vater verzweifelt versucht, Verbündete gegen die Machtherrschaft des Fürstentums von Würzburg zu finden, vergnügen sich Trudi und ihre Freundin Bona zusammen mit ihren Freunden Georg und Hardwin im nahegelegenen Wald. Damit diese Begegnung nicht ohne Folgen blieb, nahm zumindest Trudi Georg das Versprechen ab, sie zu heiraten. Vergebens hofft Trudi, dass Georg von Gressingen bei ihrem Vater um ihre Hand anhalten möge. Doch Georgs Pläne sind andere.
Nur kurze Zeit später sollte es zu einem weiteren Eklat kommen, als auf eine Gruppe von Weinlesern, in denen sich auch Trudi befand, ein Überfall erfolgte. Nur durch Trudis beherztes Vorgehen, entwand sie sich einer Vergewaltigung. Der Sünder, Graf Otto von Henneberg sollte jedoch für alle Zeiten gezeichnet sein.
Indessen spitzen sich gefährliche Intrigen zu, die ihren Höhepunkt auf der Hochzeit von Bona, mit verheerenden Folgen für die Kibitzsteiner, fanden.

„Die Tochter der Wanderhure“ ist inzwischen das 4.Buch der Wanderhuren-Serie, das von dem Autorenpaar Iny Lorentz präsentiert wurde. Anfangs war ich weniger von der Handlung begeistert. Es kam mir vor, als würde sich nur noch ein Ereignis an das Nächste reihen ohne größere Emotionen aufkommen zu lassen. Intrigen, Vergewaltigungen, Machtkämpfe dominierten die ersten Seiten und ich war schon fast geneigt, das Buch beiseite zu legen. Doch die Autoren fanden schnell den Wendepunkt und die Geschichte zog mich in ihren Bann.
Im Mittelpunkt der Handlung steht dieses Mal die älteste Tochter von Marie, Trudi, die zunächst als naiv, unreif und als verzogenes junges Mädchen geschildert wird, aber im Verlauf der Handlung durch ihre Taten erwachsener wird. Nachdem sie mit dem Verlust ihres geliebten Vaters fertig werden musste, stellt sich für Marie und ihre Kinder ein viel größeres Problem dar, denn man will an ihr Vermögen, an die Burg, Ländereien und an ihre Schätze, die sie während ihrer Jahre auf Kibitzstein angehäuft hat. Es beginnt ein Machtkampf, den Marie allein nicht meistern kann. Nachbarn, Freunde und liebe Bekannte wenden sich von ihr ab und begeben sich in die Machenschaften des Fürstentums von Würzburg. Ohne an die Folgen zu denken und ihre Mutter einzuweihen, begibt sich Trudi, zusammen mit ihrer Magd Uta und ihrem Knecht Lambert, auf den Weg nach Graz um den König Friedrich III. um Unterstützung und Hilfe bei der Verteidigung ihrer Burg und Ländereien zu bitten.

Wieder einmal haben die Autoren es geschafft, mich mit ihrem Werk bestens zu unterhalten. Auch wenn der Beginn der Handlung etwas flach erscheint, reißen sowohl der Mittelteil als auch das Ende alles wieder heraus. Der Spannungsbogen ist gut angelegt und erreicht seinen Höhepunkt kurz vor dem Ende des Buches. Die Figuren, die dieses Buch begleiten, sind durchweg überzeugend und authentisch dargestellt. Man fühlt, wer einem Sympathie entgegen bringt und wer nicht.
Obwohl es in fast jedem historischen Roman nur um eines geht und zwar Macht, Geld, Anhäufung von Vermögen und Vermehrung ihres Grundbesitzes aber auch Intrigen, Kriege, Machtkämpfe, Verrat und Vergewaltigungen haben mich die Autoren mit ihrem gut recherchierten Hintergrund überzeugen können.

Die Autoren: Iny Lorentz
Hinter dem Namen Iny Lorentz verbirgt sich ein Münchner Autorenpaar, dessen erster historischer Roman "Die Kastratin" die Leser auf Anhieb begeisterte. Mit "Die Wanderhure" gelang ihnen der Durchbruch; der Roman erreichte ein Millionenpublikum. Seither folgt Bestseller auf Bestseller. Die Romane von Iny Lorentz wurden in zahlreiche Länder verkauft.


Meine Bewertung:
 


Die Reihenfolge der Wanderhuren-Reihe:
Band 5: Töchter der Sünde

Quellen:
Cover: Knaur Taschenbuch Verlag
Klappentext: Knaur Taschenbuch Verlag
Kurzbiografie: Knaur Taschenbuch Verlag
Foto: ©FinePic / Helmut Henkensiefken

Montag, 8. April 2013

# 12 # Neues im Bücherregal

Es ist nun eindeutig, ich bin der Sucht verfallen - nach historischen Romanen. Und so habe ich mich in verschiedenen Gebrauchtbücherportalen nach diversen Mitteln umgesehen, die meine Sucht unterstützen könnten.

(55) Klappentext: Frankfurt 1511: Am Gedenktag von Maria Magdalena wird die Leiche der Hübscherin Roswitha entdeckt. Ursel Zimmer, die Vorsteherin der städtischen Hurengilde, findet heraus, wer der letzte Freier war. Doch als man seiner habhaft wird, beteuert der verzweifelte Mann, er habe nur einen Auftrag erfüllt. Er erwähnt einen geheimnisvollen Ring, der die Hurenkönigin zwar auf eine heiße Spur bringt, sie aber auch höchster Gefahr aussetzt …



(56) Klappentext: Mehr als zwölf Jahre sind vergangen, seit Marie, die ehemalige Wanderhure, ihre letzten Abenteuer bestehen musste. Nun lebt sie glücklich und zufrieden mit ihrem Mann Michel auf Burg Kibitzstein. Ihre Tochter Trudi ist der ganze Stolz der beiden und träumt bereits selbst von der großen Liebe. Doch dann passiert das Unfassbare, und Trudi muss sich einem Abenteuer stellen, das ihr ganzes Leben verändern wird … 



(57) Klappentext: Von der Eifel an den Rhein: Ein Frauenschicksal im Mittelalter. Luzia verbringt mit ihrer Herrschaft die Wintermonate in Koblenz. Die Bauerntochter ist überwältigt: Das Leben in der Stadt ist so aufregend! Ihr Glück scheint vollkommen, als der Gewürzhändler Martin Wied sie um ihre Mitarbeit bittet: Ingwerwurzeln, Safranfäden, Paradieskörner, Zitronenöl, Muskatnuss - Luzia entdeckt ihre Passion. Ihr Verkaufstalent, ebenso wie ihr hübsches Äußeres, bleibt auch anderen nicht verborgen. Ausgerechnet Siegfried Thal, der Sohn von Martins größtem Konkurrenten, will Luzia zur Frau. Noch bevor Martin ihr seine eigenen Gefühle offenbaren kann, wird er des Mordes angeklagt. Überzeugt von seiner Unschuld, beginnt Luzia nach dem wahren Täter zu suchen …

Sonntag, 7. April 2013

# 50 # Nika Lubitsch: Der 7. Tag


Nika Lubitsch
Der 7. Tag

Erschienen am: 17.12.2012
Verlag: mvg Verlag
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik/Krimi/Thriller
Seiten: 192
Preis: € 8,99
ISBN: 978-3-868-82447-6

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 322 KB
Preis: € 2,99

Klappentext: Sybille und Michael sind ein glückliches Paar. Jetzt erwarten sie endlich ihr erstes Kind. Da verschwindet Michael spurlos. Für Sybille beginnt ein Alptraum, aus dem es kein Erwachen gibt. Als Michael nach zwei Jahren tot in einem Hotelzimmer aufgefunden wird, wird Sybille blutbeschmiert mit der Tatwaffe verhaftet. An die Tat kann sie sich nicht erinnern. Kann sie oder will sie nicht? Während Sybille vor Gericht den Ausführungen der Zeugen zuhört, zieht ihr Leben mit Michael an ihr vorbei. Am 7. Prozesstag erkennt sie endlich die Wahrheit. Sie muss sie nur noch beweisen. Dieser hinterhältige Kriminalroman beleuchtet den Tod eines Rechtsanwalts aus verschiedenen Perspektiven, die immer neue Wendungen der Geschichte bringen. Nika Lubitsch weiß, wie man Leser in den Bann zieht.

Meine Meinung: Sie haben sich gesucht und gefunden und trotzdem ist Sybille jetzt allein, sitzt im Gericht und wird des Mordes angeklagt. Sie soll ihren Ehemann Michael getötet haben. In der Tat hat sie ihn, nachdem er sie vor zwei Jahren ohne ein Wort verlassen hat, in Gedanken mehrfach getötet. Doch an den Mord kann sie sich nicht erinnern.
Ulli, mit dem sie vor Michael zusammen war, hat ihre Verteidigung übernommen und versucht mit allen Mitteln das Urteil aus der vorsätzlichen Tötung in eine Tötung aus dem Affekt heraus, umzulenken. Doch dann geschieht das, womit keiner gerechnet hat. Sybille bekennt sich der Tat schuldig, obwohl sie es nicht getan hat.

Wenn man auf der Suche nach einem guten Krimi oder Thriller mit einer ausgezeichneten Bewertung ist, kommt man an Nika Lubitsch´ Roman „Der 7. Tag“ nicht vorbei. Einst im Selbstverlag als ebook verlegt, wird es nun auch als Taschenbuch angeboten. Meine Neugierde war groß genug, um mir dieses Buch zuzulegen.
Nika Lubitsch hat ihre Story in 3 Teile verarbeitet und beginnt mit der Verhandlung der des Mordes an ihren Ehemann angeklagten Sybille Thalheim. Aus der Sicht von Sybille wird der Ablauf der Verhandlung an 7 Tagen geschildert. Es erfolgt die Zeugenbefragung und die Erkenntnis von Sybille, wer sich hinter der ganzen Mordgeschichte verbirgt. In mehreren Rückblenden zieht das Leben der Sybille an dem Leser vorüber, man erfährt von ihrer Kindheit, ihrer besten Freundin Gabi, ihrem Elternhaus, ihrer Beziehung mit Ulli und später mit Michael. Man erlebt, wie Sybille und Michael systematisch ihre Karriere und ein gemeinsames Leben aufbauen und wie sie die Freundschaft zu Ulli und Gabi, trotz vieler Verpflichtungen, weiterhin pflegen und aufrecht erhalten.
Nach der Verurteilung von Sybille schreibt diese ihre Geschichte nieder. Eine Zeitung verspricht die unzensierte Veröffentlichung ihrer Story mit der Auflage, die Gründe für das Verschwinden und dem Mord an Michael gründlich zu recherchieren.

Nika Lubitsch hat mit ihren fast 200 Seiten starken Krimi ein recht unterhaltsames Werk präsentiert. Es liest sich spannend und man fiebert mit den Protagonisten, insbesondere Sybille, mit. Besonders gut haben mir immer wieder die zwischenzeitlichen Rückblenden gefallen, sodass man einen sehr guten Einblick in das Leben der Protagonisten erhält. Allerdings fehlte es mir ein bisschen an den entsprechenden Emotionen. Die starke Liebe, die zwischen Michael und Sybille geschildert wird, nahm ich zwar Sybille ab, nicht aber Michael.
Gestört haben mich u.a. die vielen Wiederholungen, die gerade bei der Schilderung des Gerichtsprozesses vermehrt auftraten.
Abgesehen davon, dass das Ende des Krimis etwas langatmig und auch ein wenig konstruiert erschien und der Täter eigentlich schon frühzeitig erkannt wurde; an dem Schreibstil der Autorin noch etwas gefeilt werden müsste, hat mich „Der 7.Tag“ sehr gut unterhalten.

Die Autorin: Nika Lubitsch
Ihre zweite Karriere begann im Sommer 2012: Unter dem Pseudonym Nika Lubitsch stellte die Berlinerin, bisher erfolgreiche Autorin von traditionell verlegten Sachbüchern, 27 Kurzgeschichten als E-Book ein, um die neuen Möglichkeiten von KDP einmal auszuprobieren. "Strandglut - 27 Short(s) Stories" war so erfolgreich, dass sie bereits einen Monat später einen Kriminalroman aus den dunkelsten Tiefen ihrer Festplatte zog, abstaubte und hochlud. Fünf Tage nach einer Gratisaktion hatte sie damit den Kindle-Olymp erklommen und die Jahresbestseller "Shades of Grey" auf die Plätze verwiesen. Über fünf Monate hielt sich "Der 7. Tag" ganz oben auf der Kindle-Bestsellerliste. Das Manuskript war von allen großen Verlagen abgelehnt worden. Mit "Das 5. Gebot" legt Nika Lubitsch ihren zweiten e-book-Krimi vor, während "Der 7. Tag" inzwischen auch als Taschenbuch im Buchhandel erhältlich ist.


Meine Bewertung:
 


Quellen:
Cover: mvg Verlag
Klappentext: mvg Verlag
Autorenporträt: amazon

Samstag, 6. April 2013

# 49 # Arno Strobel: Castello Christo


Arno Strobel
Castello Christo

Erschienen am: 01.09.2009
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik/Krimi/Thriller
Seiten: 320
Preis: € 8,95
ISBN: 978-3-423-21136-9

Klappentext: Eine grausige Mordserie schockiert Rom. Die Opfer: junge Männer, mit deren Leichen der Kreuzweg Christi nachgestellt wird. Eine Station an jedem neuen Tag.
Commissario Daniele Varotto wird vom Justizministerium ein wahrer Experte für religiös inspirierte Logen und Bruderschaften zur Seite gestellt: Der Deutsche, der sich Matthias nennt und in einem sizilianischen Kloster lebt, hat wenige Jahre zuvor die katholische Kirche vor dem sicheren Untergang bewahrt.
Gemeinsam mit der Journalistin Alicia stoßen die beiden auf eine Reihe ungeklärter Kindesentführungen, die über 20 Jahre zurückliegen. Und nicht nur das: Alle getöteten Männer scheinen am selben Tag geboren zu sein. An einem Tag, an dem dieselbe Sternenkonjunktion am Himmel stand, wie sie vermutlich während Jesu Geburt zu sehen war ...

Meine Meinung: An Arbeit mangelt es Commissario Daniele Varotto wirklich nicht. Täglich wird ihm eine neue Leiche präsentiert und die Spuren führen zur Kirche. Während der Commissario sich mit den vielen Mordfällen vertraut macht und nach bestem Wissen und Gewissen versucht, die Fälle aufzuklären, tappt er trotzdem lange im Dunkeln. Erst durch die Hilfe des Vatikans, der ihm den deutschen Matthias zur Seite stellt, kommen sie der Auflösung der Mordfälle näher, nicht ohne auf Geheimnisse zu stoßen, die für die Beteiligten besser verborgen geblieben wären.

Ich bin ein großer Fan von Arno Strobel und so war es für mich selbstverständlich, dass ich auch seine Vorgängerbücher, die er vor seinen hervorragenden Psychothrillern geschrieben hat, lese. Doch ich musste schon früh feststellen, dass Vatikanthriller nicht wirklich mein Ding sind. Obwohl sich der Thriller ganz gut lesen ließ, konnte ich mich mit der Handlung nicht anfreunden. Auch wenn man durch den Autor sofort mitten in das Geschehen eingeführt worden ist und er keine Schönfärberei betrieb, bleib das Aha-Erlebnis bei mir aus.
Von daher mag ich auch nicht mehr von meinen Leseeindrücken preis geben, da diese, aufgrund meiner Abneigung gegen die kirchlichen Vorkommnisse, das Bild verfälschen würden.

Der Autor: Arno Strobel
Arno Strobel, 1962 in Saarlouis geboren, studierte Informationstechnologie. Nach einigen Jahren Selbständigkeit als IT-Unternehmensberater ging er nach Luxemburg, wo er seitdem bei einer großen deutschen Bank mit der IT-Projektdurchführung betraut ist. Mit dem Schreiben begann er im Alter von fast vierzig Jahren. Arno Strobel lebt heute mit seiner Familie in der Nähe von Trier.


Meine Bewertung:

Quellen:
Cover: dtv
Klappentext: dtv
Autorenporträt: dtv
Foto: © HP Merten Fotodesign

Donnerstag, 4. April 2013

# 48 # Zoë Beck: Das alte Kind


Zoë Beck
Das alte Kind

Erschienen am: 29.05.2010
Verlag: Bastei Lübbe
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik/Krimi/Thriller
Seiten: 304
Preis: € 7,99
ISBN: 978-3-404-16443-1

Klappentext: Carla: Es sind nur wenige Tage, die Carla von ihrem Kind getrennt im Krankenhaus verbringt – Tage, die alles verändern. Als die Schwester ihr das Baby in die Arme legt, stellt Carla entsetzt fest: Das ist gar nicht ihr Kind! Doch niemand glaubt ihr …
Fiona: Fiona wacht in ihrer Badewanne auf. Kerzen stehen am Wannenrand, Blütenblätter schwimmen auf dem Wasser, das sich allmählich rot färbt – von ihrem Blut! Mit letzter Kraft schleppt sie sich zum Telefon. Im Krankenhaus behauptet sie, jemand hätte versucht, sie zu töten. Doch niemand glaubt ihr …

Meine Meinung: Der Albtraum jeder Mutter: Das eigene Kind ist verschwunden. Im Fall von Carla wurde es scheinbar ausgetauscht. Denn als sie sich während eines Klinikaufenthaltes in Berlin von einer Gürtelrose erholt und nach ihrem Kind verlangt, wird ihr nicht ihre Tochter gebracht, sondern ein fremdes Kind. Doch keiner glaubt ihr. Selbst ihr Mann Frederik zweifelt an Carla. Aber wie soll er es besser wissen. Frederik, der kaum zu Hause ist, immer auf Tournee, kennt ja seine Tochter nicht wirklich. Obwohl Carla mit dem fremden Kind nach Hause kommt, kann sie sich ihm nicht annehmen. Sie sieht in dem Kind nicht ihre 6 Monate alte Felicitas, die sie so schmerzlich vermisst. Wenig später stellt ihr Kindermädchen Sally größere Veränderungen an dem Mädchen fest. Nach einigen Untersuchungen wird Carla mit der Diagnose „Progerie“ konfrontiert, an der das Mädchen leidet. Carla muss mit ansehen, wie ihr untergeschobenes Kind schneller altert, regelrecht vergreist.
Jahre später ist Fiona auf der Suche nach ihrer wahren Identität. Wegen eines angeblichen Suizidversuches befand sich Fiona in einer Klinik von Edinburgh. Aufgrund des hohen Blutverlustes wurde bei ihr eine Blutgruppenbestimmung vorgenommen. Das Ergebnis schockt sie, denn es passt nicht zu den Blutgruppen ihrer Eltern. Nachdem sie ihren Vater zur Rede stellt, gesteht er, dass er nicht der biologische Vater sei. Ihre weiteren Recherchen bringen sie zwar auf die Spur ihrer wahren Eltern, nicht aber ohne in Lebensgefahr zu geraten.

Zoë Beck ist ein Pseudonym, unter dem Henrike Heiland eine Reihe von Romanen und Thriller geschrieben hat. Ihre Geschichte um das ausgetauschte Kind von Carla ist auf mehreren Handlungssträngen und in verschiedenen Zeitschienen aufgebaut. Während die Autorin zu Beginn ihrer Story von dem Schicksal Carlas schreibt, erzählt sie im weiteren Verlauf in verschiedenen Handlungssträngen von mehreren Ereignissen, die ziemliche Verwirrung bringen. Auch wenn man erst einmal gar nicht versteht, was die einzelnen Handlungen miteinander verbinden, ahnt man doch, dass eine gewisse Logik dahinter steckt. Nach und nach löst Zoë Beck ihre einzelnen Handlungsstränge auf, nicht ohne für entsprechende Überraschungen und Wendungen zu sorgen. Ihre Protagonisten sind sehr gut beschrieben, wobei jede Figur ihre charakterlichen Stärken besitzt. Dabei schafft sie es, eine klare Abgrenzung zwischen sympathischen und unsympathischen Charakteren zu erzeugen.
Zoë Beck hat einen klaren, flüssigen, spannenden und fesselnden Schreibstil. Ihren Spannungsbogen hat sie ganz allmählich aufgebaut und zu einem rasanten Finale gebracht. Während der gesamten Handlung spürte ich nicht einen Zeitpunkt der Langenweile; das Buch habe ich regelrecht verschlungen und ich freue mich natürlich auf weitere Bücher von Zoë Beck und Henrike Heiland.

Die Autorin: Henrike Heiland – alias Zoë Beck, geboren am 12. März 1975, lernte Klavier und studierte Neuere Englische Literatur in Gießen, Bonn und Durham. Ihre Magisterarbeit befasste sich mit dem Detektivteam in den Romane von Elizabeth George.
Bereits während des Studiums arbeitete sie für Rundfunk und Presse und sammelte Erfahrungen als Schauspieldramaturgin und Opernregieassistentin an verschiedenen Theater- und Opernhäusern. Es folgten diverse Tätigkeiten bei Theater und Film.
Henrike Heiland hat nicht nur Kriminalromane verfasst, sondern auch Kurzkrimis für eine Reihe von Krimi-Anthologien beigesteuert. 2010 wurde ihre Geschichte Draußen (in: München blutrot, hg. von Andreas Izquierdo und Angela Eßer, 2009) für den Friedrich-Glauser-Preis in der Sparte Kurzkrimi nominiert.
Mit dem Roman Von wegen Traummann wagte Henrike Heiland einen Abstecher ins Komödienfach.
Heute lebt sie als Autorin, Synchronredakteurin und Übersetzerin in Berlin; u.a. schreibt sie für Thomas Wörtches CrimeMag bei culturmag.de. Seit 2008 erscheinen ihre Bücher vor allem unter dem Pseudonym Zoë Beck.


Meine Bewertung:

Quellen:
Cover: Verlag Bastei Lübbe
Klappentext: Verlag Bastei Lübbe
Kurzbiografie: Krimi Couch
Foto: © Zoe Beck


Mittwoch, 3. April 2013

# 11 # Neues im Bücherregal

Da mir mein Lesestoff langsam wieder ausgeht, war ich auf der Suche nach neuem Material. Natürlich war es nicht schwer, fündig zu werden, denn meine Wunschliste ist ellenlang. Aber ich habe mich erst einmal zurück gehalten und nur 5 neue Bücher, die ich alle günstig ersteigern oder als Mängelexemplar erwerben konnte, bei mir "aufgenommen".


(49) Klappentext: Sybille und Michael sind ein glückliches Paar. Jetzt erwarten sie endlich ihr erstes Kind. Da verschwindet Michael spurlos. Für Sybille beginnt ein Alptraum, aus dem es kein Erwachen gibt. Als Michael nach zwei Jahren tot in einem Hotelzimmer aufgefunden wird, wird Sybille blutbeschmiert mit der Tatwaffe verhaftet. An die Tat kann sie sich nicht erinnern. Kann sie oder will sie nicht? Während Sybille vor Gericht den Ausführungen der Zeugen zuhört, zieht ihr Leben mit Michael an ihr vorbei. Am 7. Prozesstag erkennt sie endlich die Wahrheit. Sie muss sie nur noch beweisen. Dieser hinterhältige Kriminalroman beleuchtet den Tod eines Rechtsanwalts aus verschiedenen Perspektiven, die immer neue Wendungen der Geschichte bringen. Nika Lubitsch weiß, wie man Leser in den Bann zieht.

(50) Klappentext: Eine grausige Mordserie schockiert Rom. Die Opfer: junge Männer, mit deren Leichen der Kreuzweg Christi nachgestellt wird. Eine Station an jedem neuen Tag.
Commissario Daniele Varotto wird vom Justizministerium ein wahrer Experte für religiös inspirierte Logen und Bruderschaften zur Seite gestellt: Der Deutsche, der sich Matthias nennt und in einem sizilianischen Kloster lebt, hat wenige Jahre zuvor die katholische Kirche vor dem sicheren Untergang bewahrt.
Gemeinsam mit der Journalistin Alicia stoßen die beiden auf eine Reihe ungeklärter Kindesentführungen, die über 20 Jahre zurückliegen. Und nicht nur das: Alle getöteten Männer scheinen am selben Tag geboren zu sein. An einem Tag, an dem dieselbe Sternenkonjunktion am Himmel stand, wie sie vermutlich während Jesu Geburt zu sehen war ... 


(51) Klappentext: Carla Es sind nur wenige Tage, die Carla von ihrem Kind getrennt im Krankenhaus verbringt - Tage, die alles verändern. Als die Schwester ihr das Baby in die Arme legt, stellt Carla entsetzt fest: Das ist gar nicht ihr Kind! Doch niemand glaubt ihr - Fiona Fiona wacht in ihrer Badewanne auf. Kerzen stehen am Wannenrand, Blütenblätter schwimmen auf dem Wasser, das sich allmählich rot färbt - von ihrem Blut! Mit letzter Kraft schleppt sie sich zum Telefon. Im Krankenhaus behauptet sie, jemand hätte versucht, sie zu töten. Doch niemand glaubt ihr -

(52) Klappentext: Lauf weg!, ist ihr erster Gedanke. Caitlin will nicht glauben, was sie vor sich sieht. Zu ihren Füßen liegt ihr Exmann. Tot. An seinem Kopf eine klaffende Wunde, die keinen Zweifel zulässt: Er ist ermordet worden. Den Schock noch in allen Gliedern, ruft sie die Polizei. Auch wenn sie weiß, dass die ihr unbequeme Fragen stellen wird. Denn Caitlin ist nicht die, für die sie in dem idyllischen schottischen Dorf alle halten. Und für den Mord an ihrem Exmann hat sie das stärkste aller Motive: Rache.
Doch schon bald wird Caitlin klar: Die Polizei ist nicht ihr größtes Problem. Es gibt da noch jemanden, der über jeden ihrer Schritte genau informiert ist. Und der würde sie lieber tot als lebendig sehen…


(53) Klappentext: Joachim Vernau ist ganz oben in der Berliner Gesellschaft angekommen. Er steht kurz davor, in die wohlhabende und einflussreiche Familie der von Zernikows einzuheiraten, nicht ahnend, dass ihre Ehrbarkeit nicht viel mehr als Fassade ist. Als eine ukrainische Frau auftaucht und behauptet, die von Zernikows hätten im Zweiten Weltkrieg eine Zwangsarbeiterin beschäftigt, lässt das Familienoberhaupt sie kurzerhand hinaus werfen. Wenig später wird sie tot aus dem Landwehrkanal geborgen. Vernau beginnt unangenehme Fragen zu stellen und kommt nicht nur der Identität der Frau sondern auch dem lukrativen Geschäft mit enteigneter Kunst auf die Spur …

(54) Klappentext: Wien 1683. Die junge Hebamme Anna und ihre Tante Theresa helfen den Frauen der Stadt bei schwierigen Geburten. Dem Prediger Abraham a Santa Clara ist ihre Arbeit verdächtig: Kann es mit rechten Dingen zugehen, dass sie so oft Mutter und Kind retten können? Ist da Hexenwerk im Spiel? Doch ehe er die Hebammen auf den Scheiterhaufen bringen kann, überfallen die Türken die Stadt. Und es gibt einen Mann, der Anna liebt und die beiden Frauen unbedingt retten will.

Dienstag, 2. April 2013

# 47 # Sabine Martin: Die Tränen der Henkerin


Sabine Martin
Die Tränen der Henkerin

Erschienen am: 14.03.2013
Verlag: Bastei Lübbe
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik/Historischer Roman
Seiten: 512
Preis: € 9,99
ISBN: 978-3-404-16731-9

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Klappentext: Rottweil, 1332. Melisande und Wendel sind glücklich. Ihr Weinhandel läuft gut, und beide sind ganz vernarrt in ihre kleine Tochter. Doch über dem Glück liegen Schatten: Melisandes Schwiegervater setzt alles daran, die Ehe seines Sohns zu zerstören, und auf der Adlerburg lauert eine alte Feindin auf eine Gelegenheit, den Tod ihres Mannes zu rächen. Als Melisande auf einmal Gegenstände aus ihrer Vergangenheit findet, wird ihr dunkelstes Geheimnis offenbar: Sie war einst Henkerin. Ihr Mann wendet sich von ihr ab. Ihre Tochter wird entführt. Wer steckt dahinter? Um ihre Familie zu retten, muss Melisande es mit einem Gegner aufnehmen, der vor nichts zurückschreckt ...

Meine Meinung: Melissa Füger, alias Merten de Willms, Mechthild oder Melchior ist in Wirklichkeit Melisande Wilhelmis, die noch immer unter falschen Namen lebt, um der Rache von Ottmar de Bruce zu entgehen. Obwohl sie ihn vor mehr als zwei Jahren während eines Zweikampfes töten konnte, kann sie sich ihrer nach wie vor nicht sicher sein. In dem beschaulichen Städtchen Rottweil hat sie zusammen mit ihrem Mann Wendel einen gut gehenden Weinhandel aufgebaut. Ihre Ehe ist glücklich, die kleine Gertrud, Tochter von Melissa und Wendel inzwischen ein Jahr alt. Doch ihr Glück sollte nicht lange anhalten.
Nachdem man die sterblichen Überreste von Ottmar de Bruce in einer Bärenhöhle fand, begann ihr das Schicksal neu entgegen zu spielen. Versteckte Utensilien aus Melissas Vergangenheit tauchen wieder auf, das Henkersgewand, eine Schiefertafel, das alles lassen Melissa fürchten.
Ihr Geständnis gegenüber Wendel kommt zu spät. Zum Glück seines Vaters, wendet sich Wendel von Melissa ab und verweist sie des Hauses.

Nachdem Sabine Martin, hinter dessen Pseudonym das Autorenduo Martin Conrath und Sabine Klewe stecken, mich mit ihrem ersten historischen Roman „Die Henkerin“ begeistern konnten, habe ich schon sehnsüchtig auf die Fortsetzung gewartet. Und auch dieser Roman sollte mich nicht enttäuschen. Wenn auch der Beginn der Handlung etwas verhalten ist, verlaufen der Mittelteil und das Finale rasant und ereignisreich an einem vorüber. Melisandes Kartenhaus der Lügen, das inzwischen in sich zusammen gestürzt ist, begleitet die gesamte Geschichte und lässt den Leser immer wieder mitfiebern. Dennoch gibt es einige Passagen, die sehr an den Haaren herbeigezogen sind, wie z.B. der Fund der Utensilien aus Melisandes Vergangenheit. Obwohl sich der Fund nicht erklären lässt, tat das der Spannung trotzdem keinem Abbruch.
Melisandes Feinde treten fast alle zum gleichen Zeitpunkt auf den Plan und zwar genau zu dem Zeitpunkt, als die sterblichen Überreste von Ottmar de Bruce gefunden worden sind. Da ist zum einen Melisandes Schwiegervater Erhard Füger, der mit aller Macht seinen Sohn zurück gewinnen will, koste es was es wolle oder die Witwe von Ottmar de Bruce, die inzwischen heraus gefunden hat, wer hinter dem Tod ihres Gemahls steckt. Aber auch der Ratsherr Konrad Sempach aus Esslingen hat mit Melchior alias Melisande noch eine Rechnung offen, selbst Graf Ullrich und Ritter Eberhard von Säckingen sind auf der Suche nach ihr.
Die ständigen Perspektivwechsel und die verschiedenen Handlungsstränge lassen genügend Spannung aufkommen, um das Buch nicht aus der Hand legen zu können. Wer dieses Buch lesen möchte, sollte auf jeden Fall mit Band 1 „Die Henkerin“ beginnen.

Der Autoren: Sabine Martin

Hinter Sabine Martin verbirgt sich ein erfahrenes Autorenduo. Martin Conrath hat bereits einige Kriminalromane veröffentlicht, von denen einer als Tatort verfilmt wurde. Sabine Klewe verfasste mehrere, z. T. historische Kriminalromane und arbeitet als Übersetzerin und Dozentin. Die Autoren leben und schreiben in Düsseldorf.


Reihenfolge der Henkerin-Serie

Band 1 – Die Henkerin

Meine Bewertung:

Quellen:
Cover: Verlag Bastei Lübbe
Klappentext: Verlag Bastei Lübbe
Kurzbiografie: Verlag Bastei Lübbe
Foto: © Sabine Martin



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