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Samstag, 30. Juni 2012

# 106 # Rezension zu "Das Verlies" von Andreas Franz - Band 7 der Julia Durant-Reihe


Andreas Franz

Das Verlies

Erschienen am: 01.08.2004
Verlag: Knaur Taschenbuch Verlag
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik / Krimi & Thriller
Seiten: 464
Preis € (D) 9,99 | € (A) 10,30 | SFR 14,90
ISBN: 978-3-426-62445-1

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Klappentext: Der reiche Autohändler Rolf Lura ist offenbar ein allseits beliebter und erfolgreicher Geschäftsmann. Als er eines Tages spurlos verschwindet, wird die Sache zu einem Fall für die Frankfurter Kommissarin Julia Durant und ihr Ermittlungsteam. Sie muss bald erkennen, dass in dieser wohlsituierten Welt der Reichen und Schönen nichts ist wie es scheint: Der skrupellose Erfolgsmensch Lura zeigte sich hinter den Kulissen nicht nur gegenüber seiner Frau Gabriele und seinem 12jährigen Sohn Markus als brutaler und gnadenloser Tyrann, sondern lebte seine Perversionen auch an Angestellten und “Freunden” aus. Doch was ist mit Lura geschehen? Wurde er entführt? Der Fall wird noch mysteriöser, als seine Frau und sein Anwalt ebenfalls verschwinden ...

Meine Meinung: Rolf Lura ist ein reicher Mann und Besitzer eines gut gehenden Autohauses. Sein Konto ist gut gefüllt. Nur deshalb wird vermutet, dass der angeblich sympathische Mann nicht verschwunden, sondern entführt worden ist. Verdächtigt wird seine Ehefrau Gabriele, denn sie wird wenig später zusammen mit dem Anwalt der Familie in eindeutigen Positionen beobachtet. Als auch diese Beiden nicht mehr auftauchen, glaubt die Frankfurter Polizei, dass sich Gabriele und ihr Liebhaber abgesetzt haben. Natürlich nicht, bevor sie den Leichnam von Rolf Lura beseitigt haben.

Wieder einmal ermittelt die Frankfurter Mordkommission unter der Leitung von Julia Durant in dem Fall des vermissten Autohändlers. Obwohl die Indizien für einen Mord nicht ausreichend sind, verlässt sich die Kommissarin Julia Durant wie so oft auf ihr Bauchgefühl. Die fehlenden Hinweise lassen die Kriminalisten in verschiedene Richtungen denken und ermitteln, sodass ein einziges Chaos entsteht. Trotzdem scheinen die wenigen erfolgversprechenden Ansätze das Team auf eine baldige Aufklärung des Falls hoffen.
Die Charaktere in Franz 7. Fall "Das Verlies" erscheinen für Meindafürhalten etwas zu flach und unausgereift. Von dem bekannten Ermittlerduo Julia Durant und Frank Hellmer erfährt man wenig Neues. Es scheint, als entwickeln sich diese im Verlauf der Zeit kein Stück weiter. Lebens- und Essensgewohnheiten sind noch die Gleichen wie in den ersten Folgen von Franz Serie.
Der Plot an sich ist spannend erzählt, man klebt förmlich an den Seiten. Auch überrascht der Autor des Öfteren mit seinen unerwarteten Wendungen.

Meine Bewertung:



Donnerstag, 31. Mai 2012

# 84 # Rezension zu "Kaltes Blut" von Andreas Franz - Band 6 der Julia Durant-Reihe

Andreas Franz

Kaltes Blut

Erschienen am: 01.10.2003
Verlag: KnaurTaschenbuch Verlag
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik / Krimi & Thriller
Seiten: 560
Preis € (D) 9,99
ISBN: 978-3-426-62173-8

Klappentext: In einem wohlhabenden Frankfurter Vorort herrschen Entsetzen und Fassungslosigkeit: Die 15jährige Selina ist aus dem Reitstall, in dem sie sich mit Vorliebe aufhielt, nicht nach Hause zurückgekehrt und wird kurz darauf ermordet aufgefunden. Kommissarin Julia Durant und ihre Kollegen stehen vor einem Rätsel, das noch undurchdringlicher wird, als sich herausstellt, dass Selina schwanger war...

Meine Meinung: Andreas Franz lässt in "Kaltes Blut" seine Ermittlerinnen Julia Durant und Frank Hellmer im Frankfurter High Society Viertel wieder in einem verstrickten Fall ermitteln. Nachdem die 15 jährige Selina, die nach einem Reittraining nicht nach Hause zurückgekehrt ist, tot aufgefunden wurde und sich bei der Obduktion herausstellte, dass sie schwanger war, stehen Durant und Hellmer vor einem Rätsel.
Wie in jedem "Franz" folgen auch hier in kurzen Abständen weitere Gewaltverbrechen mit Todesfolge. Mit den Ermittlungen treten die Kommissare lange Zeit auf der Stelle, da sie immer wieder mit der Verschwiegenheit der Anwohner und der Mitglieder des Reitvereines konfrontiert werden. Im Verlauf der Handlung wird dann allerdings schnell klar, bei wem es sich um den Täter handelt. Bis dieser jedoch endgültig entlarvt wird, vergeht eine Menge Zeit, die gekonnt durch verschieden eingebaute Schauplätze verkürzt wird.
Andreas Franz hat seinen Schreibstil im Vergleich zu den ersten 5 Bänden wesentlich verbessert. Seine gewohnten Formulierungen wie z.B. "die zu Schlitzen verengten Augen" u.ä. sind fast völlig verschwunden. Was geblieben ist, sind die flüssigen und fesselnden Momente seiner Krimis. Wie immer hat er auch dieses Mal wieder eine spannende Atmosphäre geschaffen, die es einem nicht ermöglicht, das Buch aus der Hand zu legen. Wenn auch hin und wieder einige Längen auftreten und man ab und an das Gefühl bekommt, der Sachverhalt sei zu konstruiert, wird man schnell eines Besseren belehrt. Seine detaillierten Recherchen zur Polizeiarbeit und die Beschreibung der Schauplätze holen einem schnell in die Realität zurück.

Fazit: Im Vergleich zu seinen bisherigen Büchern hat Andreas Franz in „Kaltes Blut“ ein klein wenig geschwächelt. Trotzdem hat er mir mit seinem Werk wieder sehr unterhaltsame und spannende Stunden verschafft.

Meine Bewertung:

Dienstag, 22. Mai 2012

# 80 # Rezension zu "Todesmelodie" von Andreas Franz/Daniel Holbe - Band 11 der Julia Durant-Reihe


Andreas Franz/Daniel Holbe

Todesmelodie

Erschienen am: 02.05.2012
Verlag: Knaur Taschenbuch Verlag
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik / Krimi & Thriller
Seiten: 432
Preis € (D) 9,99 | € (A) 10,30 | SFR 14,90
ISBN: 978-3-426-63944-3

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Klappentext: Gleich der erste Fall nach ihrer Rückkehr in den aktiven Dienst verlangt Julia Durant, die immer noch unter dem Trauma ihrer Entführung leidet, wieder alles ab: In einem WG-Zimmer wird eine Studentin aufgefunden. Sie wurde grausam gequält und schließlich getötet, am Tatort läuft der Song „Stairway to Heaven“. Verbissen ermittelt das K11 die mutmaßlichen Verdächtigen, und das Gericht verurteilt sie zu hohen Haftstrafen. Zwei Jahre lang wähnen sich alle in dem Glauben, dass der Gerechtigkeit Genüge getan wurde. Doch dann taucht ein weiterer toter Student auf, und wieder spielt dasselbe Lied …

Meine Meinung: Nach einer mehr als einjährigen Auszeit, die sich Julia Durant nach ihrer schrecklichen Entführung gegönnt hat, ist sie zurück in Frankfurt. 4 Wochen im Innendienst hat sie hinter sich gebracht und nun darf sie wieder Vorort ermitteln. Doch sie steht gleich einem schweren Fall gegenüber, der sie auch an ihr eigenes Martyrium vor einem Jahr erinnert.

Eine junge Studentin wurde nach einer Party tot aufgefunden, wahrscheinlich von mehreren Männern vergewaltigt und schließlich mit einem Schnitt durch die Kehle getötet.
Die Ermittlungen liefen in verschiedene Richtungen und enden ganz abrupt. Zwei Jahre später stehen Frank Hellmer und seine Kollegin Sabine Kaufmann vor einem ähnlichen Fall, nur dass dieses Mal die Leiche männlich ist.

Mit der „Todesmelodie“ habe ich die Fortsetzung der Julia Durant-Reihe, die aus der Feder von Andreas Franz entstand und durch Daniel Holbe nun vollendet worden ist, sehnsüchtig erwartet. Wie immer hat mich auch dieses Mal das Werk begeistert. Ein besonderes Lob möchte ich dem Autor Daniel Holbe widmen, denn es ist weder am Schreibstil noch an den Charakteren auszumachen, in welcher Form der Autor das Werk von dem viel zu früh verstorbenen Andreas Franz beendet hat.
Bekannter weise wurde der Plot wieder auf mehreren Handlungssträngen aufgebaut. Zum einen wird der Leser direkt in die Ermittlungsarbeiten der Frankfurter Mordkommission integriert und zum anderen in die Verhaltens- und Vorgehensweise des Mörders. Die Einblicke in das Gedankengut des Täters lässt einem im wahrsten Sinne des Wortes das Blut in den Adern gefrieren. Der Autor schildert, wie brutal und kaltblütig und ohne jegliche Gefühlsregung der Killer an sein Werk geht und seinen Alltag bestreitet als wäre nichts passiert. Im Gegenzug dazu zermürben sich die Kommissare ihre Köpfe um auf die Spur des Täters zu gelangen. Und ausgerechnet Julia Durant hat es am Schlimmsten erwischt, denn sie ist mal wieder am Schreibtisch gefesselt. Nichtsdestotrotz bleibt die Story spannend wie eh und je. Franz und sein Nachfolger Holbe haben das handwerkliche und schriftstellerische Geschick, die Spannung ganz allmählich aufzubauen und den Leser mitfiebern zu lassen.

Was mir bei „Todesmelodie“ jedoch besonders positiv aufgefallen ist, ist die Art und Weise, wie sich der Schreibstil des Autors im Verlauf der Jahre verändert hat. Langatmige und zu detaillierte Szenen bzw. seitenlange, ermüdende Spekulationen oder Brainstorming über den Täter und Tathergang sind so gut wie nicht mehr vorhanden. Auch auf die überaus beliebten Eigenheiten der Durant verzichtet der Autor inzwischen vollkommen. Tomatensuppe, Salamibrot, Gurken und Bier oder die geliebten Galouises fehlen gänzlich ohne sie zu vermissen.
Obwohl „Todesmelodie“ bereits die 11.Folge der Julia Durant-Reihe ist und man bereits viel über die einzelnen Figuren erfahren und kennen gelernt hat, lässt sich dieser Band ohne große Mühen auch als Einzelroman lesen. Die Autoren lassen durch kleine Episoden aus der Vergangenheit den Leser Einblick in das bisherige Geschehen nehmen, sodass auch neue Leser schnell den Einstieg in die beliebte Reihe finden.

Meine Bewertung:

An dieser Stelle möchte ich mich beim
für die
Bereitstellung des
Rezensionsexemplares bedanken.

Freitag, 18. Mai 2012

# 78 # Rezension zu "Das Syndikat der Spinne" von Andreas Franz - Band 5 der Julia Durant-Reihe


Andreas Franz

Das Syndikat der Spinne

Erschienen am: 01.09.2002
Verlag: Knaur Taschenbuch Verlag
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik / Krimi & Thriller
Seiten: 640
Preis € (D) 9,99 | € (A) 10,30 | SFR 14,90
ISBN: 978-3-426-61904-9

Klappentext: An einem heißen Juniwochenende werden in einer Frankfurter Wohnung die unbekleideten Leichen von Andreas Wiesner und der Edelprostituierten Irina gefunden. Offenbar hatte Wiesner erst sein Geliebte und dann sich selbst durch Kopfschuss umgebracht. Doch Kommissarin Julia Durant zweifelt an dieser Version des Tathergangs. Sie nimmt die Ermittlungen auf und gerät bald in den Dschungel des organisierten Verbrechens.

Meine Meinung: Andreas Franz hat sich in seiner 5. Folge der Julia Durant-Reihe mit einem sehr brisanten Thema auseinander gesetzt, dem Organisierten Verbrechen. Organisiertes Verbrechen ist nicht nur mal ein kleiner Diebstahl, sondern hier hat man es mit Menschenhandel, Waffenhandel, Organhandel, Drogenhandel, Prostitution, Geldwäsche und vielem mehr zu tun, selbst vor einem Mord schreckt man nicht zurück.
Wie sich diese mafiosen Strukturen in den oberen Ebenen der Wirtschaft und Politik ausgeweitet haben, schildert der Autor auf sehr erschreckende Art und Weise.
Scheint die Handlung von "Das Syndikat der Spinne" noch ziemlich harmlos mit einem Verdacht auf einem erweiterten Selbstmord zu beginnen, wird man schnell eines Besseren belehrt. Julia Durant, Hauptkommissarin der Frankfurter Mordkommission stößt bei ihren Ermittlungen schnell auf weitere Verbrechen, die eindeutig der organisierten Kriminalität zuzuschreiben sind. Zusammen mit ihren Kollegen beginnt sie den Kampf gegen diese Organisation aufzunehmen. Obwohl nur ein kleiner Kreis von Kollegen sich mit den Ausmaßen der Verbrechen beschäftigt und Berger ihr Chef den Kommissaren immer wieder den Rücken frei hält, begeben auch sie sich in höchste Gefahr. Kaum zu glauben, dass ihre Aktionen trotzdem von Erfolg gekrönt sind, auch wenn es nur ein minimaler Erfolg ist.
Beim Lesen der Story fragt man sich wirklich, wie viel davon ist Wahrheit, wie viel davon ist erfunden. Doch Andreas Franz war ja dafür bekannt, dass er seine Storys auf wahre Begebenheiten aufgebaut hat. Sein Insiderwissen hat er sich durch umfangreiche Recherchen und in Zusammenarbeit mit der Polizei angeeignet.

Fazit: Andreas Franz hat mit "Das Syndikat der Spinne" einen spannungsreichen Krimi präsentiert, der absolut unter die Haut geht.

Meine Bewertung:


Montag, 30. April 2012

# 67 # Rezension zu "Der Jäger" von Andreas Franz - Band 4 der Julia Durant-Serie


Andreas Franz

Der Jäger

Erschienen am: 01.10.2001
Verlag: Knaur Taschenbuch Verlag
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik / Krimi & Thriller
Seiten: 592
Preis € (D) 9,99 | € (A) 10,30 | SFR 14,90
ISBN: 978-3-426-61741-0

Klappentext: Wieder einmal steht Julia Durant von der Frankfurter Mordkommission vor einem Rätsel: Innerhalb weniger Tage geschehen im Oktober mehrere grausame Morde an Frauen unterschiedlichen Alters. Ausgesprochen mysteriös ist für die Kommissarin, dass keine der Frauen sexuell missbraucht wurde, dafür aber alle Verstümmelungen aufweisen und beim Auffinden vollständig bekleidet sind. Ein Merkmal, das den Beamten besonderes Kopfzerbrechen bereitet ist die seltsame Aufbahrung der Opfer, wobei eine goldene Nadel jeweils eine besondere Rolle spielt. Man dreht sich im Kreis, versucht Gemeinsamkeiten der Opfer herauszufinden, doch wen immer man auch fragt, die Opfer kannten sich ganz offensichtlich nicht. Bis Julia Durants Kollege Hellmer plötzlich bemerkt, dass alle Frauen im Sternzeichen des Skorpions geboren wurden. Man zieht eine Astrologin zu Rate, um von ihr Genaueres über dieses Sternzeichen zu erfahren, womit eigentlich erst jetzt für die Beamten einer der unheimlichsten Fälle beginnt, die sie je zu bearbeiten hatten...
Höchstspannung vom Feinsten von einem der renommiertesten deutschen Thrillerautoren!

Meine Meinung: Julia Durant ist wieder auf der Jagd nach einem Serienmörder und der Autor lässt sie lange mit ihrem Team im Dunkeln tappen. Keiner der Beamten findet auch nur einen Ansatz von einem Hinweis, dass sie auf die richtige Spur des Täters bringen könnte. Jeder scheint verdächtig zu sein und jeder der Verdächtigen besticht mit einem lückenlosen Alibi. Nur der Zufall will es wieder einmal, dass sich eine Verbindung zwischen den Opfern auftut. Schließlich findet Kommissar Hellmer heraus, was die toten Frauen miteinander verbindet.

Andreas Franz hat es dieses Mal sehr gut verstanden, durch seine überraschenden Wendungen, den Plot spannend zu halten und einen guten Spannungsbogen aufzubauen. Mit einem ordentlichen Paukenschlag beginnt Franz seine Story und obwohl sich die Ermittlungen zu Beginn der Handlung noch ins Uferlose und Unendliche bewegen, kommt beim Lesen keine Langeweile auf. Auch die von ihm in seiner Story immer wieder eingebauten und bekannten Klischees sowie seine altbekannten Wortwendungen und Wortspiele stören bei Weitem nicht mehr so wie noch zu Beginn seiner Serie. Man hat sich inzwischen mit Julia Durant und ihren Eigenheiten angefreundet, freut sich über die Entwicklungen im Privatleben von Hellmer und leidet mit den Krankheitssymptomen und den Schicksalsschlägen von Berger, Julias Chef, mit. Völlig nebensächlich, wenn auch immer wieder beschrieben, erscheinen inzwischen die Tages- bzw. Abendabläufe der alleinstehenden Durant. Sicherlich hätte man die Anzahl der Seiten bei Nichterwähnung drastisch reduzieren können, aber es gehört nun mal dazu und man fragt sich inzwischen, wann die Kommissarin an ihrem Leben etwas ändern will.
Etwas utopisch und nicht nachvollziehbar sind für mich immer die große Anzahl der Opfer, die wie immer aus der Frankfurter High Society stammen.
In jeden seiner Romane verarbeitet Franz ein bestimmtes Thema. Dieses Mal hat er sich ausgiebig mit der Astrologie beschäftigt und lässt den Leser an seinem Wissen teilhaben. Dass die Opfer alle im Zeichen des Skorpions geboren worden sind und auch noch der dazu gehörige Aszendent bei allen Opfern stimmig ist, lässt Durant in dem Moment stutzig werden, als ihr einfällt, dass auch sie zu dem Opferkreis gehören könnte. Denn sie ist wie alle Opfer eine im Sternzeichen des Skorpions Geborene.
Die Auflösung des Falls erscheint schließlich ziemlich unspektakulär und für Meindafürhalten zu abrupt.
Der Schreibstil des Autors hat sich im Vergleich zu seinem ersten Werk wesentlich gesteigert. Auch seine Charaktere sind nicht mehr so farblos wie früher. Inzwischen legt er mehr Emotionen in seine Figuren.

Fazit: Der nächste Franz wartet schon. 

Meine Bewertung:

Sonntag, 15. April 2012

# 57 # Rezension zu "Letale Dosis" von Andreas Franz - Band 3 der Julia-Durant-Reihe

Andreas Franz

Letale Dosis

Erschienen am: 14.09.2000
Verlag: Knaur Taschenbuch Verlag
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik / Krimi & Thriller
Seiten: 528
Preis € (D) 9,99 | € (A) 10,30 | SFR 14,90
ISBN: 978-3-426-61713-7

Klappentext: Hart, psychologisch, abgrundtief! Rätselhafte Mordfälle mit exotischen Giften! Innerhalb kürzester Zeit werden drei angesehene Mitglieder der Religionsgemeinschaft "Kirche des Elohim" ermordet aufgefunden. Als Hauptkommissarin Julia Durant und ihre Kollegen Nachforschungen über die Toten anstellen, erfahren sie, dass sich hinter deren Maske der Wohlanständigkeit Machtmissbrauch und Demütigungen, Misshandlungen und Lügengebäude verbargen. Mit eigenwilligen Methoden verfolgt die Kommissarin eine Spur, an deren Ende ein tragisches Schicksal und eine völlig überraschende Lösung stehen.

Meine Meinung: Andreas Franz lässt in Frankfurt seine Hauptkommissarin Julia Durant in einer Mordserie ermitteln und erzeugt mit seinem dritten Band der Serie wieder eine Menge Spannung. Obwohl er immer wieder alt bekannte Klischees bedient, fand ich diesen Krimi zu keinem Zeitpunkt langweilig. Etwas nervig fand ich zwar die wieder kehrenden Wortwendungen, wie „zu Schlitzen verengte Augen“ oder beispielsweise auch „ sie setzte sich und steckte eine Gauloise an“. Dagegen fand ich es ganz amüsant, dass sich Julia Durant am Abend fast ausschließlich von Salamibrot, Tomatensuppe, Gurke und natürlich Bier ernährt. Dass seine Protagonisten fast immer aus dem Milieu der Reichen und Schönen stammen, ist ja nun auch nichts Neues und dass die meisten irgendwo eine „Leiche im Keller“ zu liegen haben, kann man ebenso daraus schlussfolgern. Trotzdem mag ich die Bücher von Andreas Franz, sein Schreibstil ist flüssig und spannend. Aber dennoch frage ich mich, warum er seine Figuren so unterschiedlich nennt. Die einen kennt man nur mit Nachnamen und Julia ist eben Julia Durant. Zugegeben es klingt gut, aber wenn man es liest, kommt es einem schon eigenartig vor.
Nichtsdestotrotz ist der Plot in „Letale Dosis“ klar aufgebaut. Der Mörder hat es wieder auf eine bestimmte Zielgruppe abgesehen, die exotischen Giften ausgesetzt werden. Erschreckend fand ich, welche Beweggründe hinter den Morden stehen. Dabei muss man aufpassen, dass man nicht zu viel Sympathie für den Mörder entwickelt, denn man kann nachvollziehen, warum er so handeln musste.

Fazit: Ein gut durchdachter und gut recherchierter Krimi mit großem Spannungseffekt.

Meine Bewertung:

Dienstag, 10. April 2012

# 54 # Rezension zu "Das achte Opfer" von Andreas Franz - Band 2 der Julia-Durant-Reihe

Andreas Franz

Das achte Opfer

Erschienen am: 10.04.2000
Verlag: Knaur Taschenbuch Verlag
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik / Krimi & Thriller
Seiten: 512
Preis € (D) 9,99 | € (A) 10,30 | SFR 14,90
ISBN: 978-3-426-61789-2

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Klappentext: Ein Unbekannter schickt der Frankfurter Kripo obskure Bibelzitate. Ein geschmackloser Scherz? Die Kriminalpsychologen glauben an einen Zusammenhang mit einer Mordserie, die die Handschrift eines religiösen Fanatikers trägt. Doch Hauptkommissarin Durant ist da mal wieder anderer Meinung.

Meine Meinung: Ein Serienmörder ist in Frankfurt unterwegs und mordet fast täglich. Namhafte und hochrangige Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik fallen dem Mörder zum Opfer. Es handelt sich fast ausschließlich um Männer. Alle werden vergiftet und die Genitalien abgeschnitten. Mit dem Blut der Opfer verziert der Mörder die Stirn mit der Zahl 666, die Zahl des Teufels.
Zudem erhält Julia Durant, die Kommissarin der Frankfurter Mordkommission, vor jedem Mord ein Bibelzitat zugeschickt, das eindeutig vom Mörder ist. Ihre Ermittlungen laufen zunächst ins Leere. Die Zeit scheint ihr davon zu rennen bis der entscheidende Hinweis sie erreicht.

Das achte Opfer von Andreas Franz, das 2. Buch seiner Julia-Durant-Reihe habe ich nicht zum ersten Mal gelesen. Nach so vielen Jahren erscheint einem die Story wie eine Mordgeschichte am Fließband. Ein Mord nach dem anderen geschieht, zum Luftholen bleibt keine Zeit. Ein Motiv ist erst einmal nicht erkennbar. Viel zu abrupt erfährt der Leser von den Beweggründen des Mörders, der aber namentlich noch verhüllt bleibt. Wie schon im ersten Band spielt auch hier die Story wieder in der High Society von Frankfurt. Und auch dieses Mal sind die altbekannten Klischees auf der Tagesordnung, zerrüttete Ehen, Affären ohne Ende, alkoholkranke Mitarbeiter im Polizeidienst, alles ist ein bisschen vorhersehbar.

Ich habe bereits alle Bücher von Andreas Franz gelesen und war immer ein großer Fan von ihm. Doch ein zweites Mal ein und dasselbe Buch zu lesen, empfindet man etwas anders. Man liest es mit "anderen Augen". Vielleicht hängt es auch damit zusammen, dass der Anspruch an einem Buch gestiegen ist. Ich kann mich noch erinnern, dass ich beim Lesen des "Achten Opfers" tatsächlich mit dem Mörder sympathisiert habe, weil ich einfach wollte, dass diese perversen Geschöpfe alle ihre gerechte Strafe erhalten. Natürlich ist die Art, wie es passiert ist, nicht legal. Doch der Mörder wusste auch, dass aufgrund des korrupten Regimes die Verbrecher ihrer Strafe entkommen würden. Auch wenn Selbstjustiz nicht der richtige Weg ist, sah der Mörder in diesen Fällen keinen anderen Ausweg.

Nun muss ich auch zugeben, dass mir der Schreibstil von Andreas Franz mittlerweile etwas unbeholfen vorkommt, teilweise empfand ich ihn als abgehakt und hölzern. Die Story beginnt zwar sehr rasant, lässt aber keine Überraschungen mehr zu, da der Verlauf der Mordserien eigentlich immer der Gleiche ist.
Nun möchte ich aber auch nicht ungerecht erscheinen, denn Andreas Franz war immer mein Schriftsteller Nr. 1 und ich werde auch seine übrigen Bücher im "Andenken" an ihn nochmals lesen. Wer das Buch zum ersten Mal liest, wird garantiert nicht enttäuscht sein, denn Langeweile kommt hier nicht auf.

Meine Bewertung:

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