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Freitag, 7. Juni 2013

# 80 # Sandra Brown: Unschuldiges Begehren


Sandra Brown
Unschuldiges Begehren

Erschienen am: 17.09.2012
Verlag: Blanvalet
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik
Seiten: 256
Preis: € 7,99
ISBN: 978-3-442-37958-3

Klappentext: Hailey Asthon ist eine attraktive und selbstbewusste junge Frau, die ihr Leben allein meistert – so scheint es zumindest, doch hinter der kühlen Fassade verstecken sich ein zartes Herz und eine romantische Seele. Bislang hat Hailey noch nicht den Richtigen getroffen, erst als sie ihrem neuen Chef Tyler Scott begegnet, erwacht in ihr der Wunsch, auch einmal als begehrenswerte Frau wahrgenommen zu werden. Sie gibt sich ihm hin, doch dann versucht ihre Schwester Tyler zu verführen …

Meine Meinung: Noch bevor die Handlung beginnt, widmet sich die Autorin Sandra Brown in einem Art Vorwort an ihre Leser um ihnen mitzuteilen, dass dieses Buch vor mehr als 20 Jahren das erste Mal veröffentlicht worden ist. Sie schreibt, dass die Geschichte die damals modernen Trends und Einstellungen widerspiegelt. Inwieweit es sich hierbei um eine Entschuldigung handeln soll, bleibt jedem wahrscheinlich selber überlassen, dies zu interpretieren. Sicherlich sind moderne Trends nach 20 Jahren nicht mehr modern, aber das, was sie mitzuteilen versucht, hat sich im Laufe von Jahrtausenden mit Sicherheit nicht geändert. Denn in ihrer Geschichte geht es um die Liebe zweier Menschen, die von einem Dritten manipuliert wird und somit unter einem nicht so günstigen Stern steht. Sie erzählt von Leidenschaft, von Zärtlichkeit und von Schmerz.
Allerdings ist die Autorin meines Erachtens nicht in der Lage, Gefühle und Emotionen so herüber zu bringen, dass sie den Leser erreichen, ganz zu Schweigen von Erotik. Man ist eigentlich von ständigen Wiederholungen und schlechten Dialogen genervt und gelangweilt. Schon der Beginn der Handlung braucht genügend Durchhaltevermögen, wenn man bedenkt, dass man mit den Folgen eines harmlosen Insektenstiches konfrontiert wird, der fast ¼ des Buches beansprucht.
Nur wenig später erfährt man in einer plumpen und machohaften Anmache des Vorgesetzten von Hailey, dass er sie verführen wird.
Ehrlich gesagt, musste ich mich zwingen, das Buch zu Ende zu lesen, habe sogar manche Seiten überflogen um dann festzustellen, dass ich weder etwas verpasst habe noch in irgendeiner weise ein Stück voran gekommen bin.
Mit Sandra Brown verbindet man eigentlich eine Autorin, die spannende Thriller schreibt. Auch wenn diese Romane ihre Anfangszeiten widerspiegeln, hätte ich es dabei beruhen lassen, und nicht noch schlechtes Material nach über 20 Jahren wieder aufgewärmt.


Die Autorin: Sandra Brown
Sandra Brown arbeitete mit großem Erfolg als Schauspielerin und TV-Journalistin, bevor sie mit ihrem Roman »Trügerischer Spiegel« auf Anhieb einen großen Erfolg landete. Inzwischen ist sie eine der erfolgreichsten internationalen Autorinnen, die mit jedem ihrer Bücher die Spitzenplätze der New-York-Times-Bestsellerliste erreicht! Ihren großen Durchbruch als Thrillerautorin feierte Sandra Brown mit dem Roman »Die Zeugin«, der auch in Deutschland auf die Bestsellerlisten kletterte – ein Erfolg, den sie mit jedem neuen Roman noch einmal übertreffen konnte. Sandra Brown lebt mit ihrer Familie abwechselnd in Texas und South Carolina.


Meine Bewertung:

Quellen:
Cover: Verlag Blanvalet
Klappentext: Verlag Blanvalet
Autorenporträt: Verlag Blanvalet
Foto: © Gregory Heisler Studios

Dieses Buch habe ich als Gewinn für meine Beteiligung an der Blanvalet-Verlags-Challenge 2012 von Kerry vom Lesenden Katzenpersonal erhalten. Auch wenn es inhaltlich nicht so toll war, habe ich mich gefreut, es lesen zu dürfen und ich danke Kerry und auch dem Blanvalet-Verlag für die Bereitstellung dieses Buches.

Mittwoch, 30. Januar 2013

# 14 # Oliver Geyer: Sommerhaus, jetzt!


Oliver Geyer
Sommerhaus, jetzt!

Erschienen am: 19.03.2012
Verlag: Blanvalet
Ausgabeart: Paperback
Kategorien: Belletristik/Roman
Seiten: 288
ISBN: 978-3-7645-0427-4
Preis € (D) 12,99 | € (A) 13,40 | SFR 18,90

Zur Leseprobe         
Online bestellbar hier: Amazon/Blanvalet

Klappentext: »Wir kaufen uns ein Haus am See«, beschließen die Berliner Freunde. Denn selbst der überzeugteste Städter braucht mal eine Zuflucht im Grünen – und zusammen lässt sich dieser Luxus sogar finanzieren. Soweit der geniale Plan, der 13 Kleinkredite später seine Tücken aufweist: Linke Hände müssen es mit geplatzten Abwasserrohren aufnehmen, gut gemeinte Initiativen enden mit einem rosafarbenen Hausanstrich. 13 Geschmäcker kollidieren. Es regnet, und die Kinder heulen. Als dann auch noch die Scheune umzukippen droht, wird das Projekt zu einer handfesten Belastungsprobe. Aber wenn man wochentags davon träumen darf, an einem lauen Sommerabend vom eigenen Steg in den See zu springen, klingt es doch wieder wie eine gute Idee ...

Meine Meinung: Mit seinen engsten Freunden gemeinsam unter einem Dach zu wohnen, wäre schon etwas Besonderes. Und so liegt es fast auf der Hand, nach der Kündigung ihres Sommerhauses durch den alten Vermieter sich um ein neues Haus zu kümmern. Gesucht wird überall und es wird sogar etwas Geeignetes gefunden. Doch der erste Anlauf der 13 Freunde schlägt fehl. Beim Zweiten wird alles besser, denkt man sich so. Aber 13 Meinungen, 13 verschiedene Ideen und ebenso viele Baustellen im neuen Haus zeugen nur noch von Chaos rundherum. Um das Ganze besser organisieren zu können, bedient man sich der demokratischen Entscheidungen. Aber ob damit Ruhe einkehrt?

Mit diesem Buch habe ich mir einige amüsante Lesestunden erhofft, denn der Klappentext versprach einiges. Wenn sich 13 Freunde zusammen tun um ihren gemeinsamen Traum nach einer Sommeridylle in Form eines Sommerhauses zu erfüllen, denkt man zumindest, dass die Freunde auch miteinander harmonieren und sich auf einer Wellenlänge befinden. Doch der Schein trügt. Die Figuren und ihre Charaktere konnten unterschiedlicher nicht sein. Jeder meinte dem anderen seine Meinung aufdrücken zu müssen und so manches Mal ging mir das oberflächliche Gerede ganz schön auf die Nerven. Diese Phrasendreschereien haben mich sogar hin und wieder dazu bewogen, einige Seiten zu überfliegen oder gar zu überspringen, ohne dass sich dabei wesentliche Dinge veränderten.
Bei einem guten Buch möchte ich einfach nur abschalten, abschalten vom Alltag und wenn ich einen Roman aus dem Genre Humor lese, möchte ich auch einmal lachen können. Entweder hat der Autor mit seinem überzogenen Sprachniveau die humoristischen Einlagen vergessen oder ich muss meinen Humor überdenken.

Der Autor: Oliver Geyer
Oliver Geyer wurde 1973 in Bielefeld geboren. In Münster, Berlin und London studierte er Publizistik, Psychologie und Politologie. Nach einigen Jahren als Texter in der Werbebranche wechselte er in den Journalismus und schreibt seither als freier Autor Reportagen für verschiedene Magazine und Zeitungen. Daneben gehört er zur Redaktion des unabhängigen Gesellschaftsmagazins DUMMY.


Meine Bewertung:


Quellen:
Cover: Verlag Blanvalet
Klappentext: Verlag Blanvalet
Autorenporträt: Verlag Blanvalet
Foto: © Simone Pappler


Und hier noch mal ein dickes Dankeschön an Kerry vom
LesendenKatzenpersonal und dem Blanvalet-Verlag
für das Gewinnbuch

Samstag, 12. Januar 2013

# 4 # Gaby Hauptmann: Ticket ins Paradies



Gaby Hauptmann

Ticket ins Paradies

Erschienen am: 01.04.2010
Verlag: Piper
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik
Seiten: 320
Preis € (D) 8,95 | € (A) 9,20 | SFR 13,90
ISBN: 978-3-492-25898-2







Klappentext: Clara Flockheimer und ihre kleine Tochter wollen ihr Leben auf Mallorca verbringen, zusammen mit Andrés, dem charmanten, leidenschaftlichen Spanier, dessen Restaurant Clara mit ihren Ideen zu neuer Blüte verhelfen soll. Doch Andrés scheint nur noch Augen für Maria José zu haben, die verführerische Köchin seines neuen Restaurants– das sieht Clara sich natürlich nicht lange mit an…

Meine Meinung: Mit dem „Ticket ins Paradies“ wollte ich der Autorin Gaby Hauptmann doch noch einmal eine Chance geben, mich von ihrer Schreibkunst zu überzeugen. Mit ihren ersten Romanen  wie beispielsweise „Suche impotenten Mann fürs Leben“ oder „Nur ein toter Mann ist ein guter Mann“ konnte sie mich begeistern. Doch was ich in der Vergangenheit von ihr gelesen habe, war einfach nur fürchterlich. Von ihrem einstigen mitreißenden und teilweise humorvollen Schreibstil ist nichts mehr geblieben. Vielmehr hat sie sich der Laufbandproduktion bedient und liefert einen schlechten Roman nach dem anderen.
Unvoreingenommen wollte ich mich der Geschichte von Clara und Andres hingeben, doch sie war nur einfallslos, langweilig und vorhersehbar. Szenen, die von Eifersucht und Hysterie geprägt waren, muss man nicht lesen.

Die Autorin: Gaby Hauptmann
Gaby Hauptmann, geboren 1957 in Trossingen, lebt als freie Journalistin und Autorin in Allensbach am Bodensee. Ihre Romane sind Bestseller, wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und erfolgreich verfilmt. Außerdem veröffentlichte sie mehrere Erzählungsbände, Kinder- und Jugendbücher. Nach »Das Glück mit den Männern« und »Ticket ins Paradies« und »Hängepartie« erschien zuletzt ihr Bestseller »Liebesnöter«. Weiteres zur Autorin: http://www.gaby-hauptmann.de/

Quellen:
Cover: Verlag Piper
Klappentext: Verlag Piper
Autorenprträt: Verlag Piper
Foto: Anne EickenbergTPeter von Felbert

 

Meine Bewertung:

Montag, 5. November 2012

# 172 # Rezension zu "Der Kater, meine Nachbarn und ich" von Maria Ernestam



Maria Ernestam

Der Kater, meine Nachbarn und ich

Erschienen am: 29.10.2012
Verlag:
btb
Ausgabeart:
Genundene Ausgabe
Kategorien:
Belletristik / Roman
Seiten: 128
Preis € (D) 12,99 | € (A) 13,40 | SFR 18,90
ISBN: 978-3-442-75385-7

Zur Leseprobe  Beim Verlag/Amazon kaufen

Klappentext: Mit dem Umzug aufs Land haben sich Sara und Björn einen Traum erfüllt. Endlich weg aus dem engen Mietshaus in der Stadt, endlich weg von den spießigen Nachbarn, die jeden ihrer Schritte beobachteten. Mit dabei: Ihre Katze Mischka, die bereits vorsichtig den märchenhaft verwilderten Garten ihres neuen Hauses in Südschweden auskundschaftet. Doch schnell legt sich ein Schatten über das anfängliche Idyll. Denn das so freundliche Ehepaar von nebenan mit dem akkurat gestutzten Rasen und dem eigensinnigen Kater, der Mischka partout nicht zu dulden scheint, entpuppt sich schon bald als ziemlich sonderlich ...

Meine Meinung: Das neueste Buch von Maria Ernestam „Der Kater, meine Nachbarn und ich“ besticht nicht nur mit seinem beeindruckenden Cover, das in die Romanserie „Das verborgene Haus“ und „Der geheime Brief“ der Autorin passt, sondern auch mit seinen gerade einmal 128 Seiten in gebundener Ausgabe und großem Schriftbild.
Erzählt wird eine recht einfache und normale Alltagsgeschichte, die von einem kleinen Dorf nahe Malmö in Schweden handelt.
Björn und Sara, die nun endlich aufs Land gezogen sind und versuchen dort heimisch zu werden, werden von ihren Nachbarn, Gott sei Dank, gut aufgenommen. Doch der Schein trübt, denn ihre Nachbarn entpuppen sich schnell als Diejenigen, die sie nicht vorgeben zu sein. Eifersüchteleien der Nachbarin machen das Leben von Sara schwer. Auch Mischka, die Katze, die sich anfangs recht wohl in ihrer neuen Umgebung gefühlt hat, kommt kaum noch aus ihrem Versteck unter dem Sofa hervor, denn der Nachbarskater macht ihr das neue Revier streitig.
Nach einem Einbruch in Saras und Björns Haus scheint die Lage mit den Nachbarn zu eskalieren, als sich ganz unverhofft die Situation und das ganze Dilemma auflösen.
Obwohl der Schreibstil der Autorin ziemlich hart und ruppig ist, lässt sich das schmale Buch in kurzer Zeit weg lesen und sorgt für eine gute Unterhaltung. Mit den Protagonisten bin ich zwar nicht ganz so warm geworden, da die Geschichte dafür etwas zu kurz ist und nur das ganz normale Alltagsleben widerspiegelt und somit nichts Besonderes darstellt.

Die Autorin: Maria Ernestam
Maria Ernestam, geboren 1959, begann ihre Laufbahn als Journalistin. Sie hat lange Jahre als Auslandskorrespondentin für verschiedene schwedische Zeitungen in Deutschland gelebt, daneben eine Ausbildung als Tänzerin, Sängerin und Schauspielerin absolviert. Mittlerweile sind fünf hoch gelobte Romane von ihr erschienen. Für "Die Röte der Jungfrau" erhielt sie den Französischen Buchhändlerpreis. "Der geheime Brief" und "Das verborgene Haus" waren in Skandinavien Bestseller und standen auch in Deutschland wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste. Maria Ernestam lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Stockholm.
© Richard Ryan


Quellen:
Klappentext: Verlag btb
Cover: Verlag btb
Autorenporträt: Verlag btb
Foto: Richard Ryan


Meine Bewertung:

 
An dieser Stelle möchte ich mich
recht herzlich beim
Verlag: btb

für die Bereitstellung dieses
Rezensionsexemplars bedanken.

Mittwoch, 31. Oktober 2012

# 169 # Rezension zu "Leichenraub" von Tess Gerritsen



Tess Gerritsen

Leichenraub

Erschienen: Juli 2008
Verlag:
Limes
Ausgabeart:
Gebundene Ausgabe
Kategorien:
Belletristik / Krimi & Thriller
Seiten: 448
Preis € (D) 19,95 | € (A) 20,60
ISBN: 978-3-442-37226-3


Klappentext: Julia Hamill gräbt gerade den Garten ihres kürzlich erworbenen Hauses um, als sie einen grausigen Fund macht: den skelettierten Schädel eines Menschen. Mit den Mitteln der modernen Gerichtsmedizin kann Dr. Maura Isles die harten Fakten schnell bestimmen: Die Leiche ist knapp zweihundert Jahre alt – eine Frau, die ganz offensichtlich einem Mord zum Opfer fiel. Doch wer ist die unbekannte Tote? Und wer hat sie im Garten des alten Hauses verscharrt? Diese Fragen lassen Julia Hamill keine Ruhe, und sie beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln. Eine alte Kassette voller Dokumente führt sie dabei in die Vergangenheit Bostons – zu den ersten Versuchen, mithilfe von Forensik, Pathologie und Autopsien einen Kriminalfall zu lösen. Und zu dem Medizinstudenten Norris Marshall, der hofft, einen gefährlichen Frauenmörder zu stellen – und, vom Ehrgeiz verblendet, seine einzige Zeugin in höchste Gefahr bringt …

Meine Meinung: Alles fängt mit dem Garten an. Julia, die frisch gebackene Hausbesitzerin will ihrem Garten einen neuen Wind verpassen. Doch beim Graben stößt sie auf ein Skelett, das schon mehr als 150 Jahre liegen muss. Um hinter das Geheimnis der Toten und dem Grundstück zu kommen, gräbt sie tiefer. Allerdings nicht in der Erde, sondern in der Historie. Sie stößt auf einen Neffen, der erst vor kurzem das Haus ausgeräumt hat und sie mit offenen Armen empfängt, was das Suchen in der Vergangenheit betrifft. Dutzende unberührte Kartons werden zum Leben erweckt, deren Inhalt aus Schriften und Briefen besteht.

„Leichenraub“ verspricht laut Klappentext eine Begegnung mit Dr. Maura Isles, der Pathologin, die hauptsächlich zusammen mit Jane Rizzoli gearbeitet hat. Doch für Maura Isles gibt es nur eine kurze und kleine Gastrolle, die kaum erwähnenswert ist. Der auf der Gegenwart aufgebaute Roman driftet allerdings recht schnell in die Vergangenheit ab, was ich ausgesprochen aufregend und spannend empfand. Der gelegentliche Wechsel zurück in die Gegenwart wirkte hingegen nur noch störend.
Die Geschichte um das Mädchen Rose Connolly, die im Jahr 1830 sich der Tochter ihrer während der Geburt verstorbenen Schwester annahm und vor Fremden zu schützen versucht hat, hat einen  traurigen und beeindruckenden Hintergrund zugleich.
Während Rose das Neugeborene bei einer Amme unterbringt und ihr mageres Einkommen, das sie als Näherin verdient, zur Hälfte dort abgeben muss, lebt sie unter menschenunwürdigen Bedingungen. Zudem muss sie sich vor Übergriffen ihres ehemaligen Schwagers schützen. Nicht zuletzt sind auch weitere Unbekannte hinter ihr her, die es allerdings mehr auf das Kind als auf sie abgesehen haben. Immer wieder werden Menschen, die mit Rose eine Verbindung oder in irgendeiner Weise eine Begegnung mit ihr hatten, bestialisch ermordet.
Zudem landen viele Leichen, die sowohl aus den Gräbern geraubt oder vorsätzlich umgebracht werden, zu Lehrzwecken auf den Seziertischen der Bostoner Universität.
Norris Marshall der Medizinstudent von einfacher Herkunft, den Rose während des Krankenhausaufenthaltes ihrer Schwester kurz kennen gelernt hat, hatte ebenfalls wie sie, die Begegnung mit dem Sensenmann, dem Killer von Westend. Norris wird verdächtigt, der Killer selbst zu sein und Rose versucht ihm zu helfen, indem sie den wahren Killer ausfindig machen will. Als Irin, die aus ärmlichen Verhältnissen stammt und in Boston in der untersten Bevölkerungsschicht lebt, hat sie jedoch wenig Chancen. Obwohl alles ziemlich aussichtslos erscheint, bekommt sie Hilfe, mit der sie nie gerechnet hätte; ihr und Norris aber zum Verhängnis wird.

Tess Gerritsen hat mit „Leichenraub“ wieder einmal bewiesen, dass sie nicht nur flüssig und spannend sondern auch fesselnd schreiben kann. Obwohl dieser Roman von ihrem üblichen Schema abweicht, hat sie auch hier wieder ihre medizinischen Kenntnisse einfließen lassen. Die Geschichte, die sich vorwiegend um das Jahr 1830 dreht, zeigt vor allem auch, wie sich die Medizin entwickelt hat, wie die Studenten an ihren Forschungsobjekten arbeiteten und welchen Stand die Menschen, bedingt durch ihre Herkunft hatten.

Fazit: Wer Romane mit historischem Hintergrund mag, landet mit „Leichenraub“ einen Volltreffer.

Die Autorin: Tess Gerritsen
Sie schreibt knallharte Thriller, unter die Haut gehende Krimis und gilt international als Meisterin der Spannung. Dabei hat die in San Diego aufgewachsene Tess Gerritsen gar nicht vorgehabt, Schriftstellerin zu werden. Nach einem Medizinstudium und anschließender Tätigkeit als Internistin in Honolulu, Hawaii, schien ihre Laufbahn festgelegt. Während ihres Mutterschaftsurlaubs schrieb sie dann eine Kurzgeschichte, die sofort prämiert wurde. Damit stellten sich die Weichen ihres Lebens neu. Ihre Karriere als Medizinerin hat sie mittlerweile an den Nagel gehängt und ist "Vollzeitautorin". Privat liebt sie es eher friedlich: Nach ihren Hobbys befragt, nennt sie Gartenarbeit und Musik. Gerritsen lebt mit ihrem Mann und ihren Söhnen in Camden, Maine.

Quellen:
Cover: Limes Verlag
Klappentext: Limes Verlag
Autorenporträt: Tess Gerritsen
Foto: Limes Verlag  

Meine Bewertung:



Montag, 15. Oktober 2012

# 161 # Rezension zu "P.S. Ich liebe Dich" von Cecelia Ahern



Cecelia Ahern

P.S. Ich liebe Dich

Erschienen am: 13.05.2005
Verlag:
Krüger
Ausgabeart:
Hardcover
Kategorien:
Belletristik
Seiten: 414
Preis € (D) 16,95
ISBN: 978-3-596-16133-9

Klappentext: Der Plan war einfach: zusammenbleiben, ein Leben lang. Doch nun ist Gerry tot. Gehirntumor. Und Holly, erst 29, bleibt alleine zurück. Wie soll sie nun weitermachen? Alles scheint zu Ende. Da taucht ein Paket mit Briefen auf: von Gerry, geschrieben in seinen letzten Lebenstagen, für Holly, für die nächsten Monate. "Werde Karaoke-Queen, Holly! Suche Dir endlich einen interessanten Job, Holly! Greif nach den Sternen, Holly! Und PS: Ich liebe Dich!". Holly lacht, weint, und tut, was Gerry schreibt: sie lernt, wer ihre wahren Freunde sind. Sie lernt, sich ein wenig neu zu verlieben und macht mit jedem Brief einen Schritt in ein neues Leben und in neues Glück.

Meine Meinung: Es ist ein wütender Tumor im Gehirn von Gerry, der die Liebe zwischen Holly und ihm abrupt enden lässt. Doch Holly kann sich nicht von ihm lösen, noch immer ist er ihr allgegenwärtig. Der Tod kam viel zu früh und in ihrem Innersten scheint auch alles gestorben zu sein. Wohlweißlich hat Gerry sich darauf vorbereitet und hilft seiner Liebsten über die schreckliche Zeit zu kommen. Eine Liste, die schon zu Lebzeiten ironischerweise zwischen ihnen stand, soll Holly über die ersten 12 Monate helfen.

Nur selten verirre ich mich in das Genre der Romantik bzw. Liebesromane. Lange Zeit stand das Buch auch unangetastet in meinem Bücherregal, weil ich vorausahnte, was mich erwarten würde. Solche Bücher sollten tatsächlich nur mit einer Packung Taschentücher verkauft werden.
„P.S. Ich liebe dich“ ist eine ergreifende und traurige Liebesgeschichte zugleich. Kaum ein Mensch wird sich in die Gefühle von der jungen Witwe Holly hinein versetzen können, denn ihr wurde das Liebste genommen, was sie besaß – ihren Ehemann.
Es ist kein anspruchsvolles Buch, eher etwas fürs Herz. Ich konnte das Buch nicht mal in einem Stück lesen, weil ich mich viel zu tief in die Situation von Holly hinein versetzt habe.
Mir fällt es auch schwer, das Buch zu bewerten. Es ist unterhaltsam, emotional, aber eben auch nicht gerade anspruchsvoll.


Meine Bewertung:


Freitag, 7. September 2012

# 142 # Rezension zu "Rachel im Wunderland" von Marian Keyes


Marian Keyes

Rachel im Wunderland

Erschienen am: 01.07.2000
Verlag: Heyne
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik /
Seiten: 592
Preis € (D) 8,95 | € (A) 9,20 | SFR 13,50
ISBN: 978-3-453-17163-2



Klappentext: Rachel ist begeistert - vom Partyleben ihrer Traumstadt New York und von Luke, ihrem neuen Freund. Bis zu der einen Nacht, in der alles schief läuft. Rachel erkennt, dass sie ein ernstes Problem lösen muss, um glücklich zu werden.

Meine Meinung: Rachel und ist 27 Jahre und lebt al gebürtige Irin seit 8 Jahren in New York. Ihr Alltag könnte eigentlich nur aus Männern, Partys, unbeschwerten Sex und Action bestehen. Zusammen mit ihrer Freundin Brigit teilt sie sich eine einfache Wohnung. Doch um richtig auf Touren zu kommen, braucht sie schon mal eine kleine Dosis an Drogen, Alkohol oder auch mal Valium. Ihr Freund Luke teilt ihre Ansichten nur gar nicht. Er hält nichts von Drogen und liegt ihr ständig in den Ohren davon loszukommen.
Rachel, die sich wenig attraktiv, viel zu fett und kaum anziehend findet, braucht aber diese Mischung, um bei den anderen mithalten zu können. Was sie nimmt, kann sie kaum noch abschätzen. Die letzte Mischung von Kokain und Schlaftabletten hätte beinahe ihr Leben gekostet, wenn Brigit sie nicht zufällig gefunden hätte. Nachdem ihr der Magen ausgepumpt wurde und sie gerade so dem Tod von der Schippe gesprungen ist, ist ihre Schwester Margaret zusammen mit ihrem Mann extra nach New York gekommen um sie nach Hause zu holen, damit sie eine Entziehungskur beginnen kann. Doch Rachel ist der Meinung, dass sie kein Drogen- oder Suchtproblem hat.

Marian Keyes hat hier einen Roman der Extraklasse präsentiert, der das Leben der 27 jährigen drogensüchtigen Rachel aufzeigt.
Rachel, die wenig Selbstbewusstsein besitzt und ständig an sich und ihrer Figur zweifelt, schafft sich ihre eigene Traumwelt mit Drogen, Alkohol und Tabletten. Nur so glaubt sie, in der Welt der Männer bestehen zu können. Dass sie ein Drogen- und Suchtproblem hat, streitet sie vehement ab, selbst als man ihr in der Entziehungsklinik darlegt, was sie alles an Rauschmitteln nimmt, ist sie noch immer der Meinung, dass das alles normal sei. Nur ganz allmählich erkennt sie durch ihre Therapeutin, was mit ihr passiert ist. Rachel beginnt langsam zu begreifen, was die Drogen in ihrem Leben bewirkt und kaputt gemacht haben.
Die Autorin beschreibt das Leben von Rachel in New York und der Entziehungsklinik so detailgetreu, dass man die Ansichten von Rachel teilt. Ihre Figuren und Charaktere hat Marian Keyes so bildhaft gut dargestellt, dass man sich ausgezeichnet in sie hinein versetzen kann. Das Problem von Rachel und dem fehlenden Selbstwertgefühl, sich als unbeliebt in der Familie zu sehen, immer hinter ihren Geschwistern anzustehen, wurde so gut dargestellt, dass mich das einfach nur beeindruckt hat. Auch der schwere Weg nach der Entziehungskur, die Einhaltung der vorgegebenen Grundsätze, wurden überzeugend dargestellt.
Die Story, die in der Ich-Perspektive mit vielen Rückblenden in Rachels Leben erzählt wird, besticht auch durch den flüssigen und spannenden Schreibstil der Autorin.

Fazit: Nachdem ich nun noch erfahren habe, dass das kein Einzelroman ist, sondern jedem der Geschwister ein Buch gewidmet worden ist, werde ich natürlich auch die weiteren Bücher um die Mädchen der Familie Walsh aus Irland lesen.

Die Autorin: Marian Keyes
Marian Keyes, 1963 in Limerick geboren, wuchs in Dublin auf und jobbte nach dem Abbruch ihres Jurastudiums einige Jahre in London, bevor sie mit ihrem Debütroman "Wassermelone" einen phänomenalen Erfolg landete. Alle folgenden Romane wurden zu internationalen Bestsellern.

Reihenfolge:

Wassermelone (1997)
Rachel im Wunderland (1999)
Auszeit für Engel (2003)
Erdbeermond (2005)

Meine Bewertung:


Mittwoch, 22. August 2012

# 132 # Rezension zu "Die Totengräberin" von Sabine Thiesler


Sabine Thiesler

Die Totengräberin

Erschienen am: 12.07.2010
Verlag: Heyne
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik / Krimi & Thriller
Seiten: 528
Preis € (D) 9,95 | € (A) 10,30 | SFR 14,90
ISBN: 978-3-453-43468-4



Klappentext: Wenn einer den anderen betrügt, ist das Leben zu Ende. Das hat sie schon als Kind gelernt. Und deshalb steht ihr Entschluss fest: Sie kann ohne ihn nicht leben, aber sie kann vor allem mit ihm nicht mehr leben. Es ist ein warmer Sommermorgen in der Toskana. Heute soll er sterben. Sie hat alles vorbereitet, er wird nichts spüren. Jedenfalls nicht in den ersten Minuten.

Meine Meinung: Es ist der dritte Roman von Sabine Thiesler dessen Schauplatz wieder die  Toskana Italiens ist. Nachdem mich die Autorin mit „Der Kindersammler“ und auch das „Hexenkind“ voll begeistert hat, habe ich mich auf den Folgeroman „Die Totengräberin“ sehr gefreut. Allerdings hielt meine Vorfreude nur kurz an. Die Story konnte mich dieses Mal so gar nicht überzeugen und so quälte ich mich Seite um Seite durch dieses Buch.
Während des Lesens wollte so gar keine Spannung aufkommen, denn die Handlung fand ich einfach nur flach.
Eine betrogene Frau, die ihren Mann töten will. Die Voraussetzungen findet Magda als Apothekerin ziemlich schnell und so erfolgt der Akt des Tötens relativ unspektakulär. Nachdem das Verschwinden ihres Mannes sich ganz unproblematisch darstellt, scheint Magda Lust am Töten gefunden zu haben. Und so bleibt es nicht aus, dass weitere Männer spurlos verschwinden.

Sabine Thiesler kann spannend erzählen, sie kann sogar Leser mit ihren Werken fesseln. Nicht so mit dem vorliegenden Buch. Dieses fand ich leider nur enttäuschend und viel zu langatmig.
Ihre Figuren erschienen recht farblos, charakterlich schwach dargestellt, gekünstelt und nicht überzeugend.
Da meine Enttäuschung um dieses Buch so tief sitzt, beabsichtige ich nicht weiter darauf einzugehen, denn das hat eigentlich kein Autor verdient.

Die Autorin: Sabine Thiesler
Sabine Thiesler, geboren und aufgewachsen in Berlin, studierte Germanistik und Theaterwissenschaften. Sie arbeitete einige Jahre als Schauspielerin im Fernsehen und auf der Bühne und schrieb außerdem erfolgreich Theaterstücke und zahlreiche Drehbücher fürs Fernsehen (u.a. Das Haus am Watt, Der Mörder und sein Kind, Stich ins Herz und mehrere Folgen für die Reihen Tatort und Polizeiruf 110). Bereits mit ihrem ersten Roman Der Kindersammler stand sie monatelang auf der Bestsellerliste. Ebenso mit den beiden folgenden Büchern Hexenkind und Die Totengräberin.


Meine Bewertung:

Sonntag, 22. Juli 2012

# 118 # Rezension zu "Hannes" von Rita Falk


Rita Falk

Hannes

Erschienen am: 19.03.2012
Verlag: dtv
Ausgabeart: Klappenbroschur
Kategorien: Belletristik
Seiten: 208
Preis € (D) 17,90| € (A) 18,40 | SFR 25,90
ISBN: 978-3-423-28001-3

Bei Amazon kaufen

Klappentext: Niemand weiß, ob Hannes nach dem schweren Unfall je wieder aus dem Koma erwachen wird. Doch einer glaubt ganz fest daran: sein bester Freund Uli. Und der versucht auf seine Art, Hannes zurück ins Leben zu holen ... Die traurig-schöne Geschichte vom Einbruch einer Tragödie in das Leben junger Menschen. Berührender kann man wohl kaum von Krankheit, Verlust und Tod und von der Großartigkeit, Kraft und Schönheit des Lebens erzählen.

Meine Meinung: Nach einem schweren Motorradunfall liegt Hannes im Koma. Sein Freund Uli besucht ihn täglich und liest ihm viel aus der Zeitung vor, vor allem aus dem Sportteil. Manchmal kommen auch Hannes Eltern und sitzen eigentlich nur herum. Sie können nicht miteinander reden. Hannes Mutter weint viel und Uli weiß nicht, was er tun soll.
Uli beginnt seine täglichen Eindrücke aufzuschreiben. Wie ein Tagebuch, doch es sind Briefe – alle an Hannes gerichtet.
Uli begleitet seinen Freund Hannes fast ein ganzes Jahr, fast täglich besucht er ihn, obwohl er nichts von dem mit bekommt, was um ihn herum passiert - bis eines Tages etwas Schicksalhaftes passiert.

Rita Falk hat in ihrem Buch aufgezeigt, wie Angehörige und Freunde mit einem schweren Schicksalsschlag umgehen. Man lernt zwei dicke Freunde kennen, die sich von Kindheit an kannten und immer für einander da waren. Selbst als Hannes im Koma lag, ließ Uli seinen Freund Hannes nicht im Stich. Er ließ ihn weiterhin an seinem Leben teilhaben, in dem er alles niederschrieb, was ihn bewegte. Völlig unverblümt wurde die Geschichte in Tagebuchform verfasst ohne sich in irgendeiner Weise für all die Gefühlsregungen zu schade zu sein. Rita Falk schafft es, einen in ihren Sog der Gefühle mit hinein zu ziehen obwohl der Schreibstil etwas ruppig und gekünstelt ist. Trotzdem faszinierte mich das Buch von der ersten Seite an und ich konnte es einfach nicht weg legen.

Fazit: „Hannes“ ist ein Buch, das man keinem Vergleich unterziehen kann, da es einfach einzigartig ist. Eine tief bewegende Geschichte, die vom Alltag gezeichnet ist.

Der Autorin: Rita Falk
Sie wurde durch ihre in dem erfundenen Ort Niederkaltenkirchen spielenden „Provinzkrimis“ um den Dorfpolizisten Franz Eberhofer bekannt. Bis zu ihrem Durchbruch als Bestsellerautorin war die Bürokauffrau arbeitslos. Nach drei, von der Erzählweise her stark dialektal und umgangssprachlich geprägten Provinzkrimi-Bänden legte sie 2012 mit "Hannes" ihren ersten Roman vor. Rita Falk lebt mit ihrem Mann, einem Polizisten, und drei Kindern in Landshut.

Meine Bewertung

Mittwoch, 20. Juni 2012

# 98 # Rezension zu "Stimmen in der Nacht" von Laura Brodie


Laura Brodie

Stimmen in der Nacht

Erschienen am: 01.06.2012
Verlag: dtv
Ausgabeart: Klappenbroschur
Kategorien: Belletristik / Roman
Seiten: 336
Preis € (D) 14,90 | € (A) 15,40
ISBN: 978-3-423-24912-9

Zur Leseprobe     Beim Verlag/Amazon kaufen


Klappentext: Eine harmlose Studentenparty in einer kleinen amerikanischen Universitätsstadt endet mit einem Ausbruch von Gewalt im Haus der Dozentin Emma. Ihre kleine Tochter Maggie hat alles mit angesehen.
Zehn Jahre später kommen die Erlebnisse von damals wieder hoch: Maggie, inzwischen fünfzehn, wird von alten Albträumen gequält, hat Probleme in der Schule, schwänzt den Unterricht. Sie selbst weiß nur, dass ihr ihre neue Mathelehrerin, die ihr nie ins Gesicht sieht, unheimlich ist. Warum löst Grace, die Lehrerin, die altbekannten Ängste in Maggie aus, die längst überwunden schienen? Und was ist vor zehn Jahren wirklich geschehen?

Meine Meinung: Unweit vom Haus der Professorin Emma Greene ist eine kleine Studentenparty in Gange. Sie endet mit dem Verlangen von Kyle, Jacob und Sandra, die Professorin im Haus aufzusuchen. Unter dem Vorwand, einem dringenden menschlichen Bedürfnis nachgehen zu wollen, verschaffen sich die drei Studenten gewaltsam den Zutritt. Während Kyle und Sandra in den Räumen von Emma schnüffeln und sich so manchen Dingen bedienen, versucht sich Emma den Handgriffen von Jacob zu erwehren. Es kommt zu einem blutigen Gerangel, das nur einer von ihnen überleben sollte.
Während Maggie, die 5jährige Tochter von Emma, Zeugin dieser Tat wird, verlassen die beiden anderen Studenten fluchtartig das Haus ohne Hilfe herbei gerufen zu haben.

Während ich zu Beginn der Handlung noch glaubte, es handle sich bei „Stimmen in der Nacht“ um einen Thriller, änderte sich meine Meinung schnell. Keine Anzeichen davon, dass sich Polizei oder FBI mit diesem Mord befassen sollte. Im Gegenteil, Laura Brodie erzählt über die Folgen, die aus der Nacht resultierten. Die Geschichte, die nach dem grandiosen Prologeinstieg beschrieben wird, handelt von Maggies Albträumen, die inzwischen als 15jährige Teenagerin eine Highschool besucht und in ihrer Mathelehrerin Grace Murdock eine Person erkennt, die ihr Leben in den vergangenen 9 Jahren maßgeblich mit verändert hat. Nicht nur dass Maggies Familie auseinander gerissen wurde, scheint ihr Vater mit der Erziehung von Maggie auch noch überfordert zu sein. Zudem wird sie immer noch von den Einwohnern des Ortes mit einem gewissen Blick der Schuldigkeit angesehen. Dass Maggie dadurch sehr in sich zurück gezogen ist, überrascht nicht wirklich.

Sehr einfühlsam beschreibt die Autorin das Leben von Maggie, ihre Gedanken und Gefühle und wie sie mit der Tat, die vor 9 Jahren geschah, umgeht. Mit einer fast vorhersehbaren aber trotzdem außergewöhnlichen Wendung der Story überrascht sie auch den Leser.

Obwohl hin und wieder Längen den Plot begleiten, ist die Handlung dennoch sehr interessant und dramatisch erzählt. In der Beschreibung ihrer Figuren hätte ich mir gern etwas mehr Details gewünscht, denn von so manchen Protagonisten konnte ich mir überhaupt keine Vorstellung machen. Zwar geht Brodie auf jede einzelne Figur, die an der blutigen Tat in gewisser Weise mit beteiligt war, charakterlich ein, jedoch fehlt es an bestimmten Hinweisen, die einem die Figur bildlich besser darstellen lassen könnte.

Der Schreibstil der Autorin ist teilweise etwas ruppig, aber dennoch angenehm zu lesen. Man kommt sehr gut voran und hofft von Seite zu Seite, dass noch etwas Überraschendes passiert. Das Buch endet eher mit einem etwas langweiligen Happy End.

Fazit: „Stimmen in der Nacht“ ist ein solider und ruhiger Roman mit einer Spur von Thrill zu Beginn der Handlung und einem bewegenden und feinfühligen Mittelteil, das leider in einem etwas einfallslosen Happy End endet.

Die Autorin: Laura Brodie
Laura Brodie studierte Englisch in Harvard und lebt mit ihrem Mann und ihren drei Töchtern in Lexington, Virginia. Sie ist Professorin für Englisch an der Washington and Lee University. ›Ich weiß, du bist hier‹ (dtv 24785 und dtv 21313), ihr erster Roman, wurde mit dem Faulkner Society Grant for Best Novel-in-Progress ausgezeichnet und war in Deutschland ein Bestseller.



Meine Bewertung:


An dieser Stelle möchte ich mich
recht herzlich beim
Verlag: dtv
für die Bereitstellung dieses
Rezensionsexemplars bedanken.
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