Mittwoch, 31. Oktober 2012

# 169 # Rezension zu "Leichenraub" von Tess Gerritsen



Tess Gerritsen

Leichenraub

Erschienen: Juli 2008
Verlag:
Limes
Ausgabeart:
Gebundene Ausgabe
Kategorien:
Belletristik / Krimi & Thriller
Seiten: 448
Preis € (D) 19,95 | € (A) 20,60
ISBN: 978-3-442-37226-3


Klappentext: Julia Hamill gräbt gerade den Garten ihres kürzlich erworbenen Hauses um, als sie einen grausigen Fund macht: den skelettierten Schädel eines Menschen. Mit den Mitteln der modernen Gerichtsmedizin kann Dr. Maura Isles die harten Fakten schnell bestimmen: Die Leiche ist knapp zweihundert Jahre alt – eine Frau, die ganz offensichtlich einem Mord zum Opfer fiel. Doch wer ist die unbekannte Tote? Und wer hat sie im Garten des alten Hauses verscharrt? Diese Fragen lassen Julia Hamill keine Ruhe, und sie beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln. Eine alte Kassette voller Dokumente führt sie dabei in die Vergangenheit Bostons – zu den ersten Versuchen, mithilfe von Forensik, Pathologie und Autopsien einen Kriminalfall zu lösen. Und zu dem Medizinstudenten Norris Marshall, der hofft, einen gefährlichen Frauenmörder zu stellen – und, vom Ehrgeiz verblendet, seine einzige Zeugin in höchste Gefahr bringt …

Meine Meinung: Alles fängt mit dem Garten an. Julia, die frisch gebackene Hausbesitzerin will ihrem Garten einen neuen Wind verpassen. Doch beim Graben stößt sie auf ein Skelett, das schon mehr als 150 Jahre liegen muss. Um hinter das Geheimnis der Toten und dem Grundstück zu kommen, gräbt sie tiefer. Allerdings nicht in der Erde, sondern in der Historie. Sie stößt auf einen Neffen, der erst vor kurzem das Haus ausgeräumt hat und sie mit offenen Armen empfängt, was das Suchen in der Vergangenheit betrifft. Dutzende unberührte Kartons werden zum Leben erweckt, deren Inhalt aus Schriften und Briefen besteht.

„Leichenraub“ verspricht laut Klappentext eine Begegnung mit Dr. Maura Isles, der Pathologin, die hauptsächlich zusammen mit Jane Rizzoli gearbeitet hat. Doch für Maura Isles gibt es nur eine kurze und kleine Gastrolle, die kaum erwähnenswert ist. Der auf der Gegenwart aufgebaute Roman driftet allerdings recht schnell in die Vergangenheit ab, was ich ausgesprochen aufregend und spannend empfand. Der gelegentliche Wechsel zurück in die Gegenwart wirkte hingegen nur noch störend.
Die Geschichte um das Mädchen Rose Connolly, die im Jahr 1830 sich der Tochter ihrer während der Geburt verstorbenen Schwester annahm und vor Fremden zu schützen versucht hat, hat einen  traurigen und beeindruckenden Hintergrund zugleich.
Während Rose das Neugeborene bei einer Amme unterbringt und ihr mageres Einkommen, das sie als Näherin verdient, zur Hälfte dort abgeben muss, lebt sie unter menschenunwürdigen Bedingungen. Zudem muss sie sich vor Übergriffen ihres ehemaligen Schwagers schützen. Nicht zuletzt sind auch weitere Unbekannte hinter ihr her, die es allerdings mehr auf das Kind als auf sie abgesehen haben. Immer wieder werden Menschen, die mit Rose eine Verbindung oder in irgendeiner Weise eine Begegnung mit ihr hatten, bestialisch ermordet.
Zudem landen viele Leichen, die sowohl aus den Gräbern geraubt oder vorsätzlich umgebracht werden, zu Lehrzwecken auf den Seziertischen der Bostoner Universität.
Norris Marshall der Medizinstudent von einfacher Herkunft, den Rose während des Krankenhausaufenthaltes ihrer Schwester kurz kennen gelernt hat, hatte ebenfalls wie sie, die Begegnung mit dem Sensenmann, dem Killer von Westend. Norris wird verdächtigt, der Killer selbst zu sein und Rose versucht ihm zu helfen, indem sie den wahren Killer ausfindig machen will. Als Irin, die aus ärmlichen Verhältnissen stammt und in Boston in der untersten Bevölkerungsschicht lebt, hat sie jedoch wenig Chancen. Obwohl alles ziemlich aussichtslos erscheint, bekommt sie Hilfe, mit der sie nie gerechnet hätte; ihr und Norris aber zum Verhängnis wird.

Tess Gerritsen hat mit „Leichenraub“ wieder einmal bewiesen, dass sie nicht nur flüssig und spannend sondern auch fesselnd schreiben kann. Obwohl dieser Roman von ihrem üblichen Schema abweicht, hat sie auch hier wieder ihre medizinischen Kenntnisse einfließen lassen. Die Geschichte, die sich vorwiegend um das Jahr 1830 dreht, zeigt vor allem auch, wie sich die Medizin entwickelt hat, wie die Studenten an ihren Forschungsobjekten arbeiteten und welchen Stand die Menschen, bedingt durch ihre Herkunft hatten.

Fazit: Wer Romane mit historischem Hintergrund mag, landet mit „Leichenraub“ einen Volltreffer.

Die Autorin: Tess Gerritsen
Sie schreibt knallharte Thriller, unter die Haut gehende Krimis und gilt international als Meisterin der Spannung. Dabei hat die in San Diego aufgewachsene Tess Gerritsen gar nicht vorgehabt, Schriftstellerin zu werden. Nach einem Medizinstudium und anschließender Tätigkeit als Internistin in Honolulu, Hawaii, schien ihre Laufbahn festgelegt. Während ihres Mutterschaftsurlaubs schrieb sie dann eine Kurzgeschichte, die sofort prämiert wurde. Damit stellten sich die Weichen ihres Lebens neu. Ihre Karriere als Medizinerin hat sie mittlerweile an den Nagel gehängt und ist "Vollzeitautorin". Privat liebt sie es eher friedlich: Nach ihren Hobbys befragt, nennt sie Gartenarbeit und Musik. Gerritsen lebt mit ihrem Mann und ihren Söhnen in Camden, Maine.

Quellen:
Cover: Limes Verlag
Klappentext: Limes Verlag
Autorenporträt: Tess Gerritsen
Foto: Limes Verlag  

Meine Bewertung:



Kommentare:

  1. Bei mir ist es schon eine Weile her, aber ich fand es nicht so prickelnd.

    LG
    Sabine

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    1. Am Anfang habe ich auch nicht geglaubt, dass mich das Buch noch so packen würde. Aber im Moment stehe ich auf den historischen Sachen.
      L.G.
      Sabine

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