Donnerstag, 23. Mai 2013

# 73 # Astrid Seehaus: Der Spielmann


Astrid Seehaus
Der Spielmann

Erschienen: 2005
Verlag: Undine Verlag
Ausgabeart: Softcover
Kategorien: Jugendroman
Seiten: 192
Preis: € 5,00
ISBN: 978-3-980915953

Klappentext: Eine Liebe in unserer Zeit zwischen Michaela und Adrian und eine (verbotene) Liebe im Mittelalter zwischen der 14-jährigen Johanna und dem Spielmann Laurenz. Spannend, amüsant, authentisch wird erzählt, wie Michaela versucht, den richtigen Jungen für ihr erstes Mal zu finden. Parallel dazu die Geschichte eines verliebten Mädchens im Mittelalter mit all den Einschränkungen der damaligen Zeit.

Meine Meinung: Michaela ist 17, groß, schlank und gutaussehend. Bei ihren Mitschülern scheint sie anerkannt zu sein, denn sie ist Klassensprecherin. Zusammen mit Bianca, Marlene, Sofie, Annette und Josef gehört sie einer Clique an und gemeinsam unternehmen sie viel. Doch lieber möchte Michaela mit Heimo allein sein, aber will Heimo das auch? Angeblich soll er Marlene und Bianca auch schon angebaggert haben, meint zumindest Annette.
Zu Hause läuft auch nicht alles rund. Nachdem Michaelas Eltern ihr eröffnet haben, dass sie bald Nachwuchs bekommen, und anstatt sie mit auf die Kreuzfahrt zu nehmen doch lieber die Ferien bei ihren Großeltern mütterlicherseits auf dem Dorf verbringen soll, bricht für die verwöhnte Tochter eine Welt zusammen.

Astrid Seehaus` schriftstellerische Ader habe ich bereits durch zwei spannende Regionalkrimis kennen lernen dürfen und jetzt hat sie mich mit einem Jugendroman überrascht, deren Herausforderung ich mich gern gestellt habe. „Der Spielmann“ handelt von der ersten ernsthaften Jugendliebe und von den möglichen Folgen, die bei einer fehlenden Aufklärung eintreten können.
Hauptfigur des Romans ist Michaela, die nach den ersten Beschreibungen ziemlich in sich selbstverliebt ist und sehr überheblich wirkt. Während sich in dem Alter alles um die erste Liebe dreht, ist auch Michaela von Heimo, einem 21jährigen jungen Mann, sehr angetan. Doch dieser nimmt es mit der Liebe nicht so genau und brüstet sich mit seinen Eroberungen, die nicht nur einen Keil in die Freundschaft der Mädchen bringt. Glücklicherweise merkt Michaela noch rechtzeitig, was Heimo´s Absichten wirklich sind und kann sich noch schnell genug aus seinen Fängen retten. Anders hingegen sieht es mit ihrer Ferienliebe aus. In Adrian scheint sie sich ernsthaft verliebt zu haben, was umgekehrt genauso erwidert wird. Beide sind so verliebt, dass sie ihr erstes Mal bewusst erleben wollen.
Die Autorin hat ihre Geschichte in zwei Handlungsstränge aufgebaut und lässt den Plot aus Sicht von Michaela in der ICH-Version erzählen. Während sich zum einen die gegenwärtige Handlung um die Jugendlichen dreht, dreht sich zum anderen einen fiktive, aus der Fantasie heraus gestaltete Geschichte, die im Mittelalter spielt, um eine dramatische Liebe von Johanna und Laurenz.
Die Geschichte von Johanna und Laurenz ist mehr oder weniger eine Flucht in gemeinsame Träume von Adrian und Michaela, um ihre Sehnsüchte zu verarbeiten und zu stillen und ihre Verliebtheit und vor allem Schüchternheit damit zu überspielen.
In ihrer Handlung geht die Autorin bewusst auf das Schicksal einer Jugendlichen ein, die ungewollt schwanger wird und vor der großen Entscheidung steht, wie es in der Zukunft mit einem Kind weiter gehen und aussehen könnte.
Überrascht war ich von Astrid Seehaus jugendlichen und vor allem witzigen Schreibstil. So manches Mal habe ich mich beim Lachen erwischt und war über die einfallsreichen und humoristischen Dialoge erstaunt.

Fazit: „Der Spielmann“ ist ein empfehlenswerter Jugendroman, der kleine Botschaften enthält und mit einem interessanten Nachwort versehen ist und schon für kleines Geld, auch mal als Geschenk, zu erstehen ist.

Die Autorin: Astrid Seehaus
Astrid Seehaus schreibt seit über zehn Jahren Kinder- und Jugendbücher, die sie seit 2003 erfolgreich in ihrem eigenen Verlag Undine veröffentlicht. Sie lebt mit ihrer Familie im Eichsfeld.



Meine Bewertung:


Quellen:
Cover: Undine Verlag
Klappentext: Undine Verlag
Autorenporträt: Sutton Verlag
Foto: © Natalie Hünger



An dieser Stelle möchte ich mich
ganz herzlich
bei Astrid Seehaus und dem Undine Verlag

für die Bereitstellung
dieses Rezensionsexemplars
 und natürlich für die Signierung des Buches

 
bedanken.

Mittwoch, 22. Mai 2013

# 72 # Guido Rohm: Untat


Guido Rohm
Untat

Erschienen: April 2013
Verlag: Conte
Ausgabeart: Paperback
Kategorien: Krimi
Seiten: 140
Preis € (D) 10,90
ISBN: 978-3-941657-78-6

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Klappentext: Wie wird man zum Verbrecher? Zwei Journalisten heuern bei Oscar, einem „bösen Buben“, an und werden Augenzeugen einer Kindesentführung. Doch statt zu einer packenden Reportage entwickelt sich dieses Abenteuer zu einem Albtraum: Sind die Journalisten selbst Opfer – oder doch Täter? Ist Oscar ein Psychopath oder ein Aufschneider? Aus der vermeintlichen Distanz des Beobachters wird man hineingezogen in ein beängstigendes und brutales Geschehen.

Meine Meinung: Oscar – ein kleiner, hässlicher Mann plant die Entführung eines Kindes und zwei Journalisten wollen diese, so wie Oscar es nennt, Unternehmung, als stille Beobachter mitverfolgen.
Guido Rohm hat hier einen Krimi abgeliefert, der sicherlich polarisieren wird. Wenn man sich dieses Werk ohne große Gedanken zu Gemüte führt, mag man kaum glauben, was man liest. Man fragt sich, ist der derjenige der als Psychopath bezeichnet wird der Verbrecher oder ganz und gar der Autor?
Wie kann man eine Kindesentführung planen, die von der Planung bis zur Durchführung von der Presse beobachtet und mit verfolgt wird ohne einzuschreiten? Sicherlich ist eine der Grundregeln des Pressekodexes die Recherche, die als eines der „unverzichtbaren Instrumente“ gilt, aber wie weit darf sie gehen?
Guido Rohm hat neben Oscar, dem Verbrecher, zwei Journalisten als Protagonisten gewählt, die in seinem Plot namenlos bleiben. Aus deren Sicht wird die Handlung in der WIR-Version erzählt. Komischerweise sind die Handlungen der Journalisten immer identisch als wären sie siamesische Zwillinge.
Das eigentliche Anliegen der Journalisten, die Kindesentführung live mit zu beobachten, scheitert schon daran, dass Oscar grundsätzlich alles im Alleingang durchführt und die Journalisten vor vollendete Tatsachen gestellt werden und sie durch Oscar wiederum aktiv in das Geschehen mit eingebunden werden. Verwirrende Aktionen von Oscar, die von den Journalisten nicht bestätigt werden konnten, lassen einem als Leser zu der Überzeugung kommen, dass es einen der Protagonisten wahrscheinlich nur als (Wahn)-Vorstellung gibt, da auch immer wieder von Träumen die Rede ist.

Guido Rohm lässt einen mit mehr Fragen zurück als er Antworten geben kann. Ehrlich gesagt, hat mich die Handlung nur wenig beeindruckt, sie war für Meindafürhalten zu Beginn viel zu langatmig und zum Ende hin viel zu kompakt, als das alles aufgearbeitet hätte werden können. Dafür hat mich der Autor umso mehr beeindruckt, der wahrscheinlich sein Potential noch nicht erkannt hat. Mit seinen verwirrenden Aussagen und überraschenden Wendungen könnte er bestimmt einen guten Psychothriller-Autor ala Fitzek abgeben. 



Der Autor: Guido Rohm
Guido Rohm über sich:
Am Anfang stand meine Geburt im Jahre 1970. Später ergaben sich Kindheit und Jugend, die ich irgendwann abschütteln konnte. Ich rauche und schreibe in Fulda. Der Tod scheint mir unvermeidlich. Bis es soweit ist, trinke ich Kaffee und genieße die Aussicht von meinem Balkon.



Quellen:
Cover: Conte Verlag
Klappentext: Conte Verlag
Autorenporträt: Conte Verlag
Fotograf: Harald Schröder




Meine Bewertung:
 


An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich
für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars
bei



und dem


bedanken.



Dienstag, 21. Mai 2013

# 17 # Neues im Bücherregal

Es gibt wieder neuen Lesestoff, den ich hier gerne zeigen möchte. Es ist wieder eine kleine Mischung aus spannenden und historischen Werken.

(75) Klappentext: Zwei Journalisten, durch Berichte aus Krisengebieten desillusioniert, wollen ausloten, was ein Verbrechen ausmacht. Oscar ist ein Verbrecher. Er plant die Entführung eines Mädchens. Die beiden Zyniker heuern bei ihm als Augenzeugen an. Doch statt zu einer reißerischen Reportage entwickelt sich die Angelegenheit schnell zum Albtraum für die Journalisten. Aus der Distanz der Beobachter werden sie hineingezogen in ein beängstigendes und brutales Geschehen. Nun sind sie mittendrin. Ist Oscar ein Psychopath oder nur ein Aufschneider? Sind die Journalisten selbst nur Opfer oder Täter? Guido Rohm, den Thor Kunkel zu Recht für einen der besten Stilisten der deutschen Kriminalliteratur hält, entwickelt ein bedrohliches Szenario von Verbrechen und Alltag, das in der Frage mündet, wer dabei die Biedermänner und wer die Brandstifter sind. Die Antwort ist beunruhigend, auch für die Leser. Ein konzentrierter Text wie ein Sog.

(76) Klappentext: An das grünliche Zwielicht in seinem engen Gefängnis hatte er sich längst gewöhnt. Anfangs hatte er noch rebelliert, gegen die kreisrunden Betonwände getrommelt und getreten. Doch inzwischen hatten die Wutausbrüche seine letzten Kraftreserven verbraucht. „Soll ich hier verrecken, oder was?“, murmelte er in Richtung des kleinen roten Lämpchens, das unter der Decke leuchtete. Und ihm kam ein letzter heller Gedanke, dass vielleicht genau das der Plan war …


(77) Klappentext: Eine junge Frau auf einer gefährlichen Reise von Prag nach Lissabon. An ihrer Seite: der Arzt Conrad. Ihr Gegner: geheime Mächte innerhalb der Kirche. Jana und Conrad sind die Hüter eines besonderen Schatzes; eines Manuskriptes mit brisantem Inhalt. Für die Kirche ist es das Sündenbuch. Noch fehlt ihnen der Schlüssel, um das Geheimnis des Buches zu enträtseln. Und sie sind nicht die Einzigen, die ihn suchen. Eine gefährliche Jagd quer durch das Europa des 17. Jahrhunderts beginnt.

Montag, 20. Mai 2013

# 71 # Tania Carver: Stirb, mein Prinz


Tania Carver
Stirb, mein Prinz

Erschienen am: 14.05.2013
Verlag: Ullstein
Ausgabeart: Klappenbroschur
Kategorien: Belletristik/Krimi/Thriller
Seiten: 576
Preis: € 14,99
ISBN: 978-3-471-28435078-2

Zur Leseprobe  Beim Verlag/Amazon kaufen

Klappentext: Ein altes Haus soll abgerissen werden. Da entdecken die Arbeiter etwas Grauenhaftes im Keller: einen Käfig aus Menschenknochen. Und darin ein verwahrlostes Kind. Wer ist dieser Junge? Wer hat ihm das angetan? Mit ihren Ermittlungen stören Kommissar Phil Brennan und Profilerin Marina Esposito einen kaltblütigen Menschensammler, der seit mehr als dreißig Jahren einem grausamen Ritual folgt. Und dieser Killer duldet keine Einmischung. Er will den Jungen zurück.

Meine Meinung: Cam und Gav sind Gelegenheitsarbeiter und derzeit bei einer Abrissfirma angestellt. Ihre Aufgabe ist es, die zum Abriss stehenden Häuser vorher zu inspizieren, um auszuschließen, dass sich jemand Fremdes dort aufhält. Doch in einem der baufälligen Häuser am Fuß des East Hill in Colchester machen sie eine ungeahnte Entdeckung. In einem, aus Knochen errichteten Käfig, befindet sich ein wildes und verwahrlostes Kind, das trotz seiner Gefangenschaft, Cam ziemlich gefährlich werden konnte. Doch Cam konnte sich Gott sei Dank von ihm los reißen, sodass jetzt die Kriminaltechnik die Untersuchungen übernehmen konnte. Als Detectiv Inspector Phil Brennan den Tatort betritt, überkommt ihn ein eigenartiges Gefühl, ein Gefühl, das ihn an Ähnliches erinnert.
Während DI Phil Brennan und sein Partner Detectiv Sergeant Mickey Philips sich der Sache annehmen, erfährt Detective Sergeant Rose Martin gerade, dass sie nach ihrer einjährigen Beurlaubung wieder in den aktiven Polizeidienst aufgenommen und zudem von DCI Glass noch befördert worden ist. Ihre Aufgabe soll es sein, den Unfalltod an der Prostituierten Faith Luscombe zu untersuchen.

Tania Carver lässt nun schon zum dritten Mal ihr professionelles Ermittlerteam, das sich zu Recht mit einer fast 100 %igen Aufklärungsquote schmücken kann, ermitteln. Detectiv Inspector Phil Brennan und sein Partner Detective Sergeant Mickey Philips von der Abteilung für Kapitalverbrechen der Polizei Essex  haben es im ersten Moment zwar nur mit einem vermutlichen Entführungsfall zu tun, doch die Umstände des Tatortes veranlassen sie zu weiteren Ermittlungen. Da es sich zudem um einen recht merkwürdigen Fall handelt, ziehen sie die Profilerin Dr. Marina Esposito gleich mit hinzu.
Nach den ersten Erkenntnissen der Profilerin steht fest, dass es sich bei dem Gefängnis des Jungen um einen Käfig aus Menschenknochen handelt und möglicherweise schon seit Jahren dort gemordet worden ist. Während ihrer Ermittlungen stoßen die Detectivs immer wieder auf Hürden und müssen dabei schmerzlich feststellen, dass ihr Weg mit weiteren Morden und Leichen gepflastert wird. Unterdessen geschehen mit DI Phil Brennan merkwürdige Dinge, die ihn in eine Zeit zurückversetzen, als er selbst Kind war.
In einem weiteren Handlungsstrang erfährt der Leser, dass der neue Vorgesetzte DCI Glass die etwas zu machtbesessene und ehrgeizige Detective Rose Martin wieder in den aktiven Polizeidienst aufgenommen hat. Obwohl die Profilerin Marina Esposito dringend davon abgeraten hatte, sie nach der fast einjährigen Zwangspause wieder in der Abteilung für Kapitalverbrechen einzusetzen, sieht DCI Glass in Rose Martin die ideale Ermittlerin in dem Unfalltod an der Prostituierten Faith Luscombe.
Zwei Handlungsstränge, die im ersten Moment nichts miteinander gemein haben, führen letztendlich zusammen, mit Erkenntnissen, die sich haarsträubend anfühlen, aber trotzdem authentisch wirken.
Es sind die altbekannten Protagonisten, die die Autorin in ihrem 3.Fall wieder aufleben lässt. Gleichzeitig erfährt man eine Menge über deren Privat- und Seelenleben. Im Mittelpunkt steht vor allem Phil Brennan, der dieses Mal nicht nur seine Erlebnisse als Kind aufzuarbeiten sondern auch zusammen mit Marina sich um ihre einjährige Tochter zu kümmern hat.
Mit seinem neuen Vorgesetzten DCI Glass verbindet Phil nicht mehr als Abscheu, dass ihm während der Ermittlungsarbeiten auch schnell zum Verhängnis wird.
Leider ist es so, dass der Leser schon frühzeitig anhand des Verhaltensmusters und des aktiven Eingreifens in die Ermittlungen durch eine ganz bestimmte Figur erkennt, wer sich hinter dem ganzen Fall verbirgt.
Natürlich ist die Handlung spannend und man ist auch absolut gefesselt und möchte seine Vermutungen auch bestätigt wissen. Allerdings finde ich die Handlung auch etwas zu überladen, denn sie greift viel zu viele Themen des Organisierten Verbrechens auf. Aber spätestens nach Marc Dutroux muss man zugeben, dass die Handlung gar nicht so abwegig, wie sie dargestellt worden ist, ist.

Die Autorin: Tania Carver
Tania Carver lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in Südengland. Entrissen, ihr erster Thriller mit der Profilerin Marina, war ein internationaler Bestseller

Reihenfolge der Phil Brennan und Marina Esposito-Reihe



Meine Bewertung:

Quellen:
Cover: Verlag Ullstein
Klappentext: Verlag Ullstein
Kurzbiografie: Verlag Ullstein
Foto: © Charlie Hopkins


An dieser Stelle möchte ich mich
recht herzlich beim
für die Bereitstellung dieses
Rezensionsexemplars bedanken



Sonntag, 19. Mai 2013

# 70 # Petra Schier: Die Stadt der Heiligen


Petra Schier
Die Stadt der Heiligen

Erschienen am: 02.03.2009
Verlag: Rowohlt
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik/Historischer Roman
Seiten: 352
Preis: € 8,99
ISBN: 978-3-499-24862-7

Klappentext: Ein Toter im Dom. Eine falsche Reliquie. Eine Frau auf der Suche nach der Wahrheit. Aachen, anno 1412: Der Geselle Klas liegt erschlagen im Dom. Verdächtigt wird sein Meister, der Reliquienhändler Reinold Markwardt. Dessen Frau Marysa glaubt an eine Verschwörung. Unterstützt von dem Mönch Christophorus stößt sie bei ihren Nachforschungen auf einen Handel mit gefälschten Reliquien. Doch ihre Feinde sind mächtig: Marysa wird der Ketzerei angeklagt und soll auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden. Und die Zeit arbeitet gegen Christophorus…

Meine Meinung: Die frisch vermählte Marysa Markwardt, Tochter des verstorbenen Reliquienhändlers in Aachen, lebt mit ihrem etwas eigensinnigen und introvertertierten Ehemann Reinold zusammen, der die gut laufende Werkstatt ihres Vaters übernommen hat. Als Schreinbauer hat er ein gutes Einkommen und beschäftigt sogar einen Lehrling. Als dieser jedoch im Dom ermordet wird, wird Reinold der Tat bezichtigt. Sofort gerät Reinold in Gefangenschaft, da er zudem des Handels mit gefälschten Reliquien verdächtigt wird. Während seiner Inhaftierung kommt ihm jedoch der Gedanke, dass er tatsächlich mit gefälschten Reliquien handeln könnte, denn diese würden ihm einen beträchtlichen Gewinn ermöglichen. Obwohl Marysa versucht, ihm diesen Wahnsinn auszureden und ihren Mann zur Vernunft zu bringen, lässt er von seinem Vorhaben nicht ab. Selbst Christophorus, ein Dominikanermönch und Ablasshändler und guter Freund von Marysas verstorbenen Bruder Aldo kann Marysa nicht helfen bis sie eines Tages der Ketzterei beschuldigt wird und, wenn es nach dem Domherren ginge, auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden sollte.

Petra Schier hat mit "Die Stadt der Heiligen" einen interessanten historischen Krimi in einer guten und leicht verständlichen Sprache präsentiert, der das Treiben einer mittelalterlichen Stadt atmosphärisch gut wieder gespiegelt hat.
Der Schwerpunkt der Handlung liegt vor allem in der Darstellung des Reliquien- und Ablasshandels sowie in der Heiltumsweisung Anfang des 15.Jahrhunderts sowie in der Suche nach dem Mörder von Klas, dem Gesellen und später auch auf eine weitere Mordermittlung. Der Leser erfährt, wie Fälscher vom Reliquienhandel lebten und wie der Brauchtum der Heiltumsweisung ausgelebt worden ist.  
In den Nebenhandlungen erfährt man einiges über die Familienverhältnisse von Marysa. Kleinere Liebeleien am Rande lockerten die etwas düstere Atmosphäre auf. Die Handlung als solches, was insbesondere die Ermittlungsarbeit von Reinold, Marysa und Christophorus zum Mord an den Gesellen Klas und dem falschen Reliquienhandel betrifft ist eher schleppend und zäh. Erst im letzten Drittel der Geschichte kommt die vermisste Spannung auf, als ein Unglück das Nächste ablöst.
Die Protagonisten erscheinen verhältnismäßig farblos, so wie Marysas Garderobe. Christophorus der Ablasshändler und Inquisitor stellt eher das Gegenstück zu der eigentlich ganz lustigen Marysa dar und offenbart zum Ende der Handlung gedanklich sein wahres ich. Die Antipathie, die Marysa gegen Christophorus angibt, zieht sich fast durch die gesamte Handlung, bis eine entscheidende Wendung ansteht.
Nichtsdestotrotz hat mich der Roman sehr gut unterhalten und ich freue mich auf die Fortsetzungen.

Die Autorin: Petra Schier
Petra Schier, Jahrgang 1978, lebt mit ihrem Mann und einem Schäferhund in einer kleinen Gemeinde in der Eifel. Sie studierte Geschichte und Literatur und arbeitet mittlerweile als freie Lektorin und Autorin. Schon in ihren ersten beiden Romanen «Tod im Beginenhaus» und «Mord im Dirnenhaus» löste die Apothekerin Adelina mit Scharfsinn und Dickköpfigkeit Kriminalfälle im mittelalterlichen Köln.Meine Bewertung:



Meine Bewertung: 
 

Quellen:
Cover: Verlag Rowohlt
Klappentext: Verlag Rowohlt
Kurzbiografie: Verlag Rowohlt
Foto: © by Uschi Blech

Freitag, 17. Mai 2013

# 69 # Eric Berg: Das Nebelhaus


Eric Berg
Das Nebelhaus

Erschienen am: 04.03.2013
Verlag: Limes
Ausgabeart: Klappenbroschur
Kategorien: Belletristik / Krimi & Thriller
Seiten: 416
Preis € (D) 14,99 | € (A) 15,50
ISBN: 978-3-8090-2615-0

Zur Leseprobe    Beim Verlag/Amazon kaufen

Klappentext: Seit Jahren haben sich die Studienfreunde Timo, Philipp, Yasmin und Leonie aus den Augen verloren. Als sie sich im Internet wiederbegegnen, verabreden sie sich für ein Wiedersehen auf Hiddensee. Doch das Treffen endet mit einem grauenvollen Verbrechen: In einer stürmischen Septembernacht werden drei Menschen erschossen, eine Frau wird schwer verletzt und fällt ins Koma.
Zwei Jahre nach dem Massaker beginnt die Journalistin Doro Kagel, den Fall neu aufzurollen. Nach und nach kommt sie den tatsächlichen Geschehnissen jener Nacht auf die Spur, und bald keimt in ihr ein schrecklicher Verdacht auf …

Meine Meinung: Zwei Jahre ist es hier, als die Blutnacht von Hiddensee Schlagzeile machte. Alles scheint der Beginn des Vergessens zu werden, bis die Journalistin Doro Kagel den Amoklauf wieder aufrollen will. Doch es ist nicht ihre Absicht über den Amoklauf zu berichten, sondern ihr geht es mehr um die Menschen, die ihm zum Opfer gefallen sind. Sie will ihren Lesern nahe bringen, wer die vier Freunde waren, die sich nach Jahren auf der Insel wieder treffen wollten, um ein gemeinsames Wochenende zu verbringen.
Die Begegnung mit den Hinterbliebenen, die zwar alle bereit sind, Doro Kagel ein Interview zu geben, allerdings nicht auf telefonischer Basis, rüttelt sie auf. Nach und nach kommt Doro dem Geheimnis der vier Freunde auf die Spur.

Mit „Das Nebelhaus“ hat Eric Berg gewagt, ein neues Terrain zu betreten. Als Eric Walz, der jetzt unter dem Pseudonym Eric Berg sein Debüt als Krimiautor gegeben hat, hat sich der Autor bereits auf dem historischen Bereich einen Namen gemacht. Nun versucht er es im Genre der Kriminalromane. Und auch hier zeigt er, dass es ihm nicht schwer fällt, ein Werk zu präsentieren, das spannend genug sein kann um seine Leser daran zu fesseln.
Seine Handlung hat der Autor auf mehreren Strängen aufgebaut, wobei diese abwechselnd in der Gegenwart und in der Vergangenheit spielen. Während der erste Erzählstrang in der Gegenwart und aus der Sicht der Journalistin Doro Kagel in der Ich-Perspektive erzählt wird, handelt der zweite Strang in der Vergangenheit und beschreibt die Mordnacht von vor zwei Jahren wieder, als der Amoklauf passierte. Hier wird aus der Sicht der Freunde Leonie, Philipp, Timo und Yasmin das Geschehen im Nebelhaus erzählt, von denen Drei der Freunde starben. Doch auch die vierte Person ist ein Opfer, sie liegt seit der Mordnacht im Koma.
Den Aufbau des Romans fand ich sehr interessant. Allein durch den Rückblick in die Mordnacht und die charakterliche Darstellung der Protagonisten sorgt der Autor für eine gewisse Spannung. Etwas ungewöhnlich und anders stellt sich der Verlauf der Handlung dar, denn hier wird nicht nach dem Mörder gesucht, sondern nach dem Warum. Warum wurden die Freunde Opfer des Mordanschlags? Mit dieser Frage lässt der Autor den Leser mit rätseln und so manches Mal bleibt er verwirrt und mit noch mehr Fragen zurück. 
Durch Doros Recherchen erfährt man schließlich, wer die vier Freunde waren und was sie miteinander verbunden hat bzw. weshalb sie sich Jahre lang aus dem Weg gegangen sind.
Einziges Manko was ich an dem Krimi zu bemängeln habe, ist der Sprachstil, der mir gar nicht gefiel. Diesen empfand ich teilweise als zu verwaschen und oberflächlich und hat mich ein wenig an den Stil von James Patterson erinnert. Auch fand ich so manche Dialoge umständlich formuliert oder ganz und gar so dahin getratscht. Aber alles in allem ist es ein solides Erstlingswerk mit großem Potential.

Der Autor: Eric Berg
Eric Berg ist das Pseudonym eines höchst erfolgreichen deutschen Autors, der sich mit historischen Romanen einen Namen gemacht hat. Mit Das Nebelhaus verwirklicht er einen langgehegten schriftstellerischen Traum: das Schreiben eines Kriminalromans. Vor der stimmungsvollen Kulisse der sturmumtosten Ostseeinsel Hiddensee entfaltet Eric Berg eine spannungsgeladene Geschichte, die den Leser mitten hinein führt in die Abgründe menschlichen Handelns.


Meine Bewertung:
 



An dieser Stelle möchte ich mich
recht herzlich beim
 

 
für die Bereitstellung dieses
Rezensionsexemplars bedanken.


Quellen:
Klappentext: Limes Verlag
Cover: Limes Verlag
Autorenporträt: Limes Verlag

Mittwoch, 15. Mai 2013

# 68 # Sabine Weigand: Die Seelen im Feuer



Sabine Weigand
Die Seelen im Feuer

Erschienen am: 11.03.2010
Verlag: Fischer Taschenbuch Verlag
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik/Historischer Roman
Seiten: 528
Preis: € 8,95
ISBN: 978-3-596-17164-4

Klappentext: Mit der jungen Apothekertochter Johanna schauen wir in eine Welt, in der der Hexenglaube Wirklichkeit ist. Wie viele andere wird sie verdächtigt, mit Zauberei zu tun zu haben. Sie schwebt in höchster Gefahr. Gelingt ihr die Flucht ins weltoffene Amsterdam? Bekommen die Bürger von Bamberg Hilfe bei Kaiser und Papst, um das Brennen zu beenden? Packend und historisch genau beschwört Sabine Weigand das Schicksal einer jungen Frau zur Zeit der Hexenverfolgung in Deutschland herauf.

Meine Meinung: Der junge Arzt Cornelius Weinemann hat sich auf dem Weg zurück in seine Heimatstadt Bamberg gemacht, um seinen Tot Sterbens kranken Vater ein letztes Mal zu sehen. Doch Cornelius kommt zu spät. Nur wenige Tage nach seines Vaters Ableben nimmt er das Erbe als Doktor in Bamberg an. Cornelius hat während seiner Studienzeit in Italien vieles gelernt und ist auch in der Lage Operationen durchzuführen, die sonst nur ein Bader oder Wundarzt durchführt. Sein fortschrittliches Wissen, Denken und unbekümmertes Handeln öffnet ihm die Türen bis zum Fürstbischof, den er von einem lästigen Leiden befreit. Im Gegensatz zu diesen kleineren Alltagsgebrechen wütet in Bamberg inzwischen die Hexerei und Zauberei. Immer mehr Frauen der angesehenen Bürger und Ratsherren werden der Hexerei bezichtigt, gefoltert und schließlich zum Tode durch Verbrennen verurteilt. Die Zahl der Verdächtigen wächst von Tag zu Tag, die Zahl der Unschuldigen nimmt genauso rasant zu und niemand scheint dagegen etwas unternehmen zu können.

Sabine Weigand beginnt ihre Handlung ganz gemächlich und steigert sich in dessen Verlauf Stück für Stück und bringt so immer mehr Schwung und Spannung hinein. Während sie ihre Protagonisten nacheinander einführt und ihnen ihre unverkennbaren Charaktere einhaucht, lernt der Leser auch eine Menge über Kräuter und deren Heilkunde kennen. Die Zusammensetzung verschiedener Mixturen und Rezepte sind so detailliert beschrieben, dass man selbst Hand anlegen könnte.
Ganz besonders gut kennt sich allerdings Johanna, die älteste Apothekertochter, damit aus. Obwohl Cornelius von ihr begeistert ist und auch einiges für sie empfindet, hält Johanna an das Eheversprechen mit ihrem Nachbarsfreund fest. Als jedoch auch Johanna der Hexerei bezichtigt wird, wendet sich ihr Verlobter von ihr ab und so scheint nur noch Cornelius für sie da zu sein.
Sabine Weigand erzählt auf ganz dramatische Weise, wie sich Anfang des 17. Jahrhunderts die Hexenverfolgung in Bamberg ereignete und welches Leid in viele Familien, durch ungerechtfertigte Beschuldigungen, zog. Der Wahn in jedem eine Hexe oder Zauberer zu sehen, verfolgte schließlich jeden Bürger. Es herrschte nur noch Angst und Verzweiflung.
Durch authentische Berichte und Dialoge hat es die Autorin verstanden, ihrer Handlung eine Menge Glaubwürdigkeit zu geben. Ihr Schreibstil ist der Zeit geschuldet, liest sich aber trotzdem flüssig und spannend. Auch wenn sich so manche Längen, gerade durch die Begutachtung und Befragungen der Hexen oder durch die Aufzählung der Anteile von Kräutern in verschiedenen Rezepturen, einschlichen, war der Roman sehr unterhaltsam. Der Ablauf der Befragungen und Verbrennungen von Hexen ist zwar aus anderen historischen Romanen bekannt, wurde aber durch die kleinen Nebenhandlungen interessant dargestellt.

Die Autorin: Sabine Weigand
Sabine Weigand stammt aus Franken. Sie ist Historikerin und arbeitet als Ausstellungsplanerin für Museen. Dokumente aus Nürnberg waren der Ausgangspunkt ihres Romans ›Das Perlenmedaillon‹, das wahre Schicksal einer Osmanin am Hof August des Starken liegt dem Roman ›Die Königsdame‹ zugrunde. In ›Die Seelen im Feuer‹ bilden die Hexenakten von Bamberg die historische Romanvorlage, bei ihrem ersten Roman ›Die Markgräfin‹ war es die reale Geschichte der Plassenburg bei Kulmbach, bei ›Die silberne Burg‹ die Bestallungsurkunde einer jüdischen Ärztin.



Meine Bewertung:
 

Quellen:
Cover: Fischer Taschenbuch Verlag
Klappentext: Fischer Taschenbuch Verlag
Kurzbiografie: Fischer Taschenbuch Verlag
Foto: © Thekla Ehling

Sonntag, 12. Mai 2013

# 67 # Astrid Seehaus: Loverboy


Astrid Seehaus
Loverboy

Erschienen: 2013
Verlag: Undine Verlag
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik/Krimi/Thriller
Seiten: 346
Preis: € 12,00
ISBN: 978-3-940002-11-2

Klappentext: Im Dün, unterhalb von Burg Scharfenstein, wird ein totes Mädchen gefunden. In ihrem aufreizenden Kleid wirkt die Tote im Eichsfeld völlig fehl am Platz. Die Spuren führen dann schließlich auch ins Erfurter Rotlichtmilieu. Während der Ermittlungen überschlagen sich die Ereignisse. Frank Rothe muss erkennen, dass seine Tochter Jessica in den Fall verwickelt ist. Nun gilt es zu entscheiden, ob er als Vater handeln soll und die Ermittlungen bremst oder als Polizist. Sven Krämer, seine hitziger Freund und Kollege in Erfurt, will mit dem Kopf durch die Wand, aber Rothe findet von unerwarteter Seite Unterstützung. - Nach "Tod im 'Eichsfeld" (Sutton Verlag), das den Thüringer Krimipreis gewann, setzt sich die Frank-Rothe-Reihe mit dem 2. Band "Loverboy" fort.

Meine Meinung: Frank Rothe ist inzwischen 42 Jahre und trägt nach wie vor einen Rucksack voller Probleme mit sich herum. Obwohl sich seine Tochter Jessi physisch und mental gefestigt zu haben scheint, läuft es bei ihm noch lange nicht rund. Seiner Eintagesbeziehung mit der Hauptmeisterin Simone Nolte trauert er noch immer nach. Selbst in seiner neuen Dienststelle ist er ebenfalls noch nicht heimisch geworden. Die täglichen Machtkämpfe mit seinem Kollegen Sture Becker treiben ihn nicht weniger zur Weißglut. Da wäre ein Tag Auszeit nicht schlecht. Kurzerhand entschließt er sich, sich dem geplanten Ausflug seiner Tochter Jessi mit ihrem Freund Matthias anzuschließen um seine alten Kollegen in Erfurt zu besuchen. Dass dieser Ausflug zu einem echten Malheuer werden würde, damit hätte er bei Antritt der Fahrt nicht gerechnet.

Loverboy ist die Bezeichnung für einen bestimmten Zuhältertyp, sie geben Mädchen und jungen Frauen die Aufmerksamkeit, die sie oft vermissen, Komplimente und Geschenke gehören dazu. *1Gleichzeitig machen sie die Opfer emotional abhängig und entfremden sie ihrem Verwandten- und Bekanntenkreis. Später verleiten oder zwingen sie sie zur Prostitution. Genau dieses Profil hat die Autorin für einen ihrer Protagonisten verwandt und ihren zweiten Fall mit Kommissar Frank Rothe darauf aufgebaut.
Denn sowohl die Erfurter Kommissare als auch die Kommissare im Eichsfeld haben es mit jeweils einem toten Mädchen mit osteuropäischer Herkunft zu tun, die möglicherweise durch einen Loverboy zur Prostitution angeworben worden sind. Die Spuren der beiden Fälle führen die Ermittler zwar in verschiedene Richtungen, finden aber dann doch noch ihren richtigen und gemeinsamen Weg. Dabei geraten die Teenager Jessi und Matthias während ihres Ausflugs ungewollt in eine Schießerei, die mit einem Toten und einem Schwerverletzten enden. Frank Rothe hingegen sieht sich wie einem Deja vu gegenüber. Vor 10 Jahren musste er bereits seine Frau zu Grabe tragen, die als Lehrerin während des Amoklaufs am Gutenberger Gymnasium in Erfurt ihr Leben lassen musste. Damals wurde seine Tochter so schwer verletzt, dass sie jetzt im Rollstuhl sitzt. Mit allen Mitteln versucht er nun hinter das Motiv des aktuellen Anschlags zu gelangen um auch seiner Tochter aus dem Trauma zu helfen.

Astrid Seehaus hat ihre Handlung auf mehreren Erzählsträngen aufgebaut. Die Anzahl der Erzählstränge konnte ich im ersten Moment kaum überblicken, so viele waren es. Von daher fand ich es eine Meisterleistung, wie die Autorin sie alle sicher auflösen konnte. Die Auflösung allerdings erfolgte ziemlich spät und war teilweise sehr verwirrend, sodass ich manches wiederholt lesen musste um die ganze Zusammenhänge zu verstehen. Figuren tauchten auf, die irgendwann zu Beginn der Handlung mal eine Rolle spielten und dann namentlich nicht mehr in Erscheinung traten. Den Schlussteil fand ich für Meindafürhalten viel zu überladen, weil sich ein Ereignis an das Andere anknüpfte.
Astrid Seehaus hat es zwar verstanden, ihrer Handlung immer wieder eine überraschende Wendung zu geben, doch ließ mich das Ganze an der Authentizität zweifeln.
Nichtsdestotrotz ist auch ihr zweiter Fall mit Frank Rothe sehr gut gelungen. Obwohl nicht so rasant und fließend wie der erste Fall, hat er mich dennoch von der ersten Seite an begeistert.

Die Autorin: Astrid Seehaus

Astrid Seehaus schreibt seit über zehn Jahren Kinder- und Jugendbücher, die sie seit 2003 erfolgreich in ihrem eigenen Verlag Undine veröffentlicht. Sie lebt mit ihrer Familie im Eichsfeld.



Meine Bewertung:


Quellen:
Cover: Undine Verlag
Klappentext: Undine Verlag
Autorenporträt: Sutton Verlag
Foto: © Natalie Hünger
*1 Zitat: Wikipedia


An dieser Stelle möchte ich mich
ganz herzlich
bei Astrid Seehaus und dem Undine Verlag



für die Bereitstellung
dieses Rezensionsexemplars
bedanken.


Samstag, 11. Mai 2013

# 66 # Petra Busch: Zeig mir den Tod


Petra Busch
Zeig mir den Tod

Erschienen am: 01.03.2013
Verlag: Knaur Taschenbuch Verlag
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik / Krimi & Thriller
Seiten: 432
Preis € (D) 9,99 | € (A)
ISBN: 978-3-426-51124-4

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Klappentext: Der Schauspieler Günther Assmann glaubt sich vor dem internationalen Durchbruch. Hinter den Kulissen hat er viel dafür getan: intrigiert, gelogen, betrogen. Als kurz vor der entscheidenden Premiere seine Kinder Marius und Rebecca verschwinden, zerbricht die schöne Welt von Schein und Sein – und ein perfides Spiel beginnt. Der Entführer will kein Geld, sondern stellt Rätselaufgaben. Die Lösung soll Assmann auf der Bühne darbieten, sonst sterben die Kinder. Viel Zeit bleibt ihm nicht: Rebecca benötigt lebenswichtige Medikamente. Um sie zu retten, muss Kommissar Ehrlinspiel den Fall so schnell wie möglich lösen ...

Meine Meinung: Günther Assmann steht kurz vor seinem Durchbruch als Schauspieler am Stadttheater von Freiburg. Er spielt Faust, nein, er ist Faust. Und danach? Danach sieht sich Assmann schon am Burgtheater von Wien. Doch erst muss er noch die Premiere überstehen, wäre da nicht dieses elende Missgeschick, das sich nach 20 Jahren zu wiederholen scheint. Noch immer hat Assmann den Verlust seiner damals 6jährigen Tochter Annika nicht überwunden und ausgerechnet jetzt verschwinden seine beiden Kinder Marius und Rebecca.
Kommissar Moritz Ehrlinspiel und sein Kollege Paul Freitag haben sich der Sache annehmen müssen. Das Verschwinden der Kinder, das nur kurze Zeit später zur Gewissheit wird, da sich offensichtlich der Entführer per SMS mit seinen Forderungen gemeldet hat.

Petra Busch hat auch mit ihrer dritten Folge aus der Kommissar Ehrlinspiel-Serie ihr schriftstellerisches Können wieder unter Beweis gestellt und wiederholt mit einem spannenden Fall überzeugt. Zunächst scheint nicht eindeutig zu sein, aus welchen Motiven heraus der 18jährige Marius und die 10jährige Rebecca entführt worden sind. Die Ermittlungen im Umfeld der Familie Assmann werden für die Kommissare zu einem Katz und Maus Spiel, da offensichtlich die Elternteile ihre Familienverhältnisse nicht offenlegen wollen. Nur Dank eines älteren Kollegen, der sich an einen ähnlich gelagerten Fall von vor 20 Jahren erinnert, kommt etwas Schwung in die Ermittlungen. Doch der aktuelle Fall scheint mehr als undurchsichtig zu sein. Insbesondere was Marius angeht, der kurz vor seinem Abitur steht, werden die Polizisten nicht schlau. Fest steht, dass dieser von seinen Mitschülern aufs Schärfste gemobbt worden ist und auch hier die Gründe der möglichen Entführung zu suchen sind. Je tiefer die Kommissare in das Familienleben dringen, desto abstruser werden die Tatsachen, die sie ans Licht holen. Die vorgetäuschte Bilderbuch-Ehe der Assmanns versteckt sich ebenso hinter einem riesigen Lügengestrüpp, wie alles andere, das durch die Kommissare zu entflechten gilt.
Dabei versteht es die Autorin, der Geschichte immer wieder eine überraschende und dramatische Wendung zu geben, sodass schließlich in fast jedem Protagonisten der Ansatz eines Entführers zu sehen ist. Wer und was sich schließlich hinter dem Verschwinden der Kinder verbirgt, das obendrein noch ziemlich dramatisch endet, bleibt lange unklar. Die Auflösung des Falls ist auch für den Leser recht spät erkennbar und bleibt bis zum Schluss spannend.
Petra Busch hat auch ihre Hauptakteure, die die Serie begleiten, nicht vergessen und so erfährt man wieder Neues und Überraschendes, was sich im Leben von Moritz Ehrlinspiel verändert hat. Doch allzu sehr haben sich ihre Kommissare nicht weiter entwickelt, was sich hoffentlich im nächsten Fall zum Positiven ändern wird.
Nichtsdestotrotz konnte mich Petra Busch auch mit ihrem dritten Fall, der für mich der bisher Spannendste ist, voll überzeugen.

Die Autorin: Petra Busch
Petra Busch, geboren 1967 in Meersburg, arbeitet als freie Texterin und Journalistin für internationale Kunden aus Wissenschaft, Technik und Kultur. Sie studierte Mathematik, Informatik, Literaturgeschichte und Musikwissenschaften und promovierte in Mediävistik. Für ihren Kriminalroman "Schweig still, mein Kind" erhielt sie den renommierten Friedrich-Glauser-Preis für das beste Debüt des Jahres 2010. Sie lebt im Nordschwarzwald.



Meine Bewertung:


Reihenfolge der Kommissar Ehrlinspiel-Serie


Quellen:
Klappentext: Knaur Taschenbuch Verlag
Cover: Knaur Taschenbuch Verlag
Autorenporträt: Knaur Taschenbuch Verlag
Foto: © Jana Kay



An dieser Stelle möchte ich mich beim

für die
Bereitstellung des
Rezensionsexemplars bedanken.
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