Montag, 18. März 2013

# 9 # Neues im Bücherregal



Dieses Mal möchte ich auf ein ganz besonders Buch aufmerksam machen, dass letzte Woche bei mir eingezogen ist. Es handelt sich um den neuesten historischen Roman von Sabine Ebert "1813 - Kriegsfeuer". Eigentlich wollte ich nur kurz anlesen, doch nun stecke ich fest und mittendrin und es lässt mich nicht mehr los. 
Wer die "Hebammenbücher" von der Autorin kennt, wird auch dieses Buch lieben, auch wenn die Haupthandlung von den vielen Schlachten rund um Leipzig handelt. Doch auch wie bei den Hebammenbüchern gibt es hier eine sympathische Protagonistin, aus deren Sicht oftmals das Geschehen rund um die Kriege 1813 geschildert wird. 

(43) Klappentext: Frühjahr 1813: Europa stöhnt unter Napoleons Herrschaft. Nach der dramatischen Niederlage der Grande Armée gehen Preußen und das Zarenreich zum Gegenangriff über. Im ausgebluteten Sachsen müssen die Menschen Entscheidungen treffen, die ihr Leben unwiderruflich verändern werden: eine Mutter, die verzweifelt auf die Rückkehr ihrer Söhne hofft, ein General, der seinen Kopf riskiert, damit sich Sachsen den Alliierten anschließt, eine Gräfin, die aus Liebe zur Spionin Napoleons wird, zwei Studenten, die zu den Lützowern wollen, die junge Henriette auf der Flucht vor Plünderern. Die Menschen ersehnen den Frieden, während die Herrscher insgeheim Europa längst unter sich aufgeteilt haben und so eine gewaltige Schlacht heraufbeschwören …



Das Buch besticht schon allein mit seinem Cover, das noch einige Überraschungen beinhaltet. Denn wenn man den Schutzumschlag abzieht und es aufklappt, bekommt man noch eine Szene aus einer Schlacht zu sehen. 

Und das Innere zeigt dann auch noch einen Kartenausschnitt. 






Sabine Ebert - 1813 Kriegsfeuer - erschienen am 14.03.2013 als Gebundene Ausgabe für 24,99 € beim Knaur Droemer Verlag, das mit seinen 928 Seiten seinen Preis Wert ist. Hier stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis. 



Sonntag, 17. März 2013

# 40 # Oliver Pötzsch: Die Henkerstochter und der König der Bettler



Oliver Pötzsch
Die Henkerstochter und der König der Bettler

Erschienen am: 12.08.2010
Verlag: Ullstein
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik/Historischer Roman
Seiten: 592
Preis: € 9,95
ISBN: 978-3-548-28114-8


Klappentext: Der Schongauer Henker Jakob Kuisl ist in eine Falle getappt: Bei einem Besuch in Regensburg findet er seine Schwester und den Schwager tot in der Badestube.
Die Stadtwache verhaftet ihn als Verdächtigen und wirft ihn in den Kerker. Nun drohen ihm, dem Henker, selbst Folter und Hinrichtung. Fieberhaft suchen seine Tochter Magdalena und der Medicus Simon Fronwieser nach dem wahren Täter und stoßen dabei auf ein Komplott, bei dem die Zukunft des Kaiserreichs auf dem Spiel steht.


Meine Meinung: Ein Brief der jüngsten Schwester von Jakob Kuisl, lässt ihn, ohne dem Stadtschreiber Johann Lechner zu informieren, sofort nach Regensburg aufbrechen. Den Zeilen ist zu entnehmen, dass sie schwer krank ist. Jakob, der nicht nur der Henker von Schongau ist, sondern auch ein erfahrener Heilkundler, zu dem die Schongauer eher als zum Medicus gehen, will seiner Schwester helfen. Seine Fahrt auf dem Floß entlang des Lechs und der Donau verläuft nicht ganz ohne Hindernisse. Ein sich verdächtig verhaltender Mitfahrender erregt Kuisl Aufmerksamkeit. In Regensburg angekommen, wird Kuisl von den Stadtbütteln sofort in Gewahrsam genommen und nach kurzer Zeit wieder entlassen. Als Kuisl endlich das Haus seiner Schwester erreicht, findet er sie zusammen mit ihrem Ehemann, dem Bader, nur noch tot vor. Kaum dass er sie gefunden hat, stehen die Büttel schon wieder parat um ihn in den Kerker zu stecken. Die anschließende peinliche Befragung hinterlässt auch bei Jakob Kuisl entsprechende Spuren. Nur knapp entkommt er dem Tod, in dem er mithilfe eines Freundes aus dem Kerker flieht.
Währenddessen haben sich auch Magdalena, Jakobs Tochter und ihr Freund der Medicus Simon Fronwieser, auf dem Weg nach Regensburg gemacht um den Schongauern und ihren Anschuldigen zu entfliehen. Dort erfahren sie, dass Magdalenas Vater des Mordes bezichtigt wird. Dass sie ihrem Vater nicht dem Schicksal überlassen kann, steht für Magdalena sofort fest und sie begibt sich zusammen mit Simon auf die Spur des wahren Täters, nicht ohne auch selbst in Gefahr zu geraten.

Spannend und ereignisreich ist auch wieder der 3.Band der Saga um den Henker Jakob Kuisl und seiner Tochter Magdalena. In mehreren Handlungssträngen erzählt der Autor Oliver Pötzsch die Ereignisse um den Schongauer Henker, der dieses Mal selbst Opfer einer Verschwörung und auf bestialische Weise gefoltert wird. Während Kuisl sich den Folterungen seines eigenen Handwerks ausgesetzt sieht, versuchen seine Tochter und ihr Freund Licht hinter das Dunkel der Intrigen zu bringen. Beide finden Unterstützung in einer ganzen Heerschaft von Bettlern, aber auch in dem Flößer Karl Gessner, der der Anführer der sogenannten Freien in Regensburg ist. Die Unterstützung der Bettler ist vor allem Simon zu verdanken, der in einer atemberaubenden und öffentlichen Operation einen blinden Bettler vom grauen Star geheilt hat. Magdalena und Simon geraten in verschiedene gesellschaftliche Kreise, darunter auch in die Gesellschaft des venezianischen Gesandten Silvio Contarini, der so scheint es, den beiden seine volle Unterstützung, wie auch Karl Gessner, auf der Suche nach dem wahren Mörder von Magdalenas Tante und Onkel zusichert.
Oliver Pötzsch schildert auf beeindruckender Art und Weise das Leben in Regensburg und lässt seinen Leser an den historischen Schauplätzen teilhaben. Seine Schilderungen sind so detailgetreu, dass man glaubt und spürt, diese Orte selbst schon einmal gesehen zu haben. Ebenso beeindruckend fand ich, wie detailliert er die Folterungen sowie die Instrumente und Werkzeuge erläutert hat.
Sympathisch sind auch nach wie vor die Protagonisten der Henkersfamilie. Man kann sie einfach nur ins Herz schließen, obwohl sie ja als unrein und ehrlos gelten. Doch die Art und Weise wie sie mit den Gegebenheiten umgehen, wie unerschrocken und forsch sie sind und gegen Ungerechtigkeiten vorgehen, macht sie einfach nur liebenswert.
Nicht nur der Roman als Solches verdient die Höchstbewertung sondern auch das Nachwort des Autors. Meine Reise nach Regensburg ist nur noch eine Frage der Zeit.

Der Autor: Oliver Pötzsch
Oliver Pötzsch, Jahrgang 1970, arbeitet seit Jahren als Filmautor für den Bayerischen Rundfunk, vor allem für die Kultsendung "quer". Er ist selbst ein Nachfahre der Kuisls, die 300 Jahre lang die berühmteste Henker-Dynastie Bayerns waren.


Meine Bewertung:

Reihenfolge der Henkerstochter-Saga
Band 1 – Die Henkerstochter
Band 4 – Der Hexer und die Henkerstochter


Quellen:
Cover: Ullstein Verlag
Klappentext: Ullstein Verlag
Kurzbiografie: Ullstein Verlag
Foto: © Gerald von Foris

Freitag, 15. März 2013

# 39 # Edna Schuchardt: Friesentod


Edna Schuchardt
Friesentod

Erschienen am: 11.01.2013
Verlag: Klarant UG (ebook)
Verlag: Aaronis Collection (Print-Ausgabe)
Ausgabeart: Kindle Edition
Kategorien: Belletristik/Krimi/Thriller
Dateigröße: 389 KB
Seitenanzahl Print-Ausgabe: 158
Preis Ebook: € 6,99
Preis Paperback: € 13,80
ISBN: 978-3-936-52433-8
ASIN: B00B07AY8U

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Klappentext: Es sollte eine ganze normale Reise zur Hochzeit ihrer Freundin Pauline werden, doch stattdessen wird Jeanette schon kurz nach ihrer Ankunft in Norddeich in einen Mordfall verstrickt. Wer ist der Tote ohne Kopf, den Wurzel, Hund eines Urlaubers, im Watt findet? Und was hat es mit diesem geheimnisvollen ‚Tok‘ in der verfallenen Deichvilla auf sich? Geht dort wirklich der Geist eines kleinen Mädchens um, oder handelt es sich nur um einen Aberglauben der Einheimischen? Was weiß Onno Henken über die Vorgänge in der Deichvilla und warum will sein Vater, der Industrielle Tillmann Henken, sie unter allen Umständen kaufen?

Meine Meinung: Die alte Deichvilla beherbergt scheinbar ein fürchterliches Geheimnis. Ein kleines Mädchen sollte vor mehr als 120 Jahren dort den Tod gefunden haben. Seit dieser Zeit geschehen in dieser Villa immer wieder ominöse Todesfälle, die bis zum heutigen Tag anhielten. Ausgerechnet auf diesem Grundstück findet ein Spaziergänger mit seinem Hund die stark verweste Leiche eines Mannes, dem der Kopf fehlt. Es stellt sich heraus, dass die Überreste des Toten, die des seit 2 Wochen vermissten Mattes Kühneweiß sind.
Jeanette, die sich gerade bei ihrer Freundin Paulina aufhält um sie bei ihren Hochzeitsvorbereitungen zu unterstützen, interessiert sich für die alte Geschichte und sucht den Kontakt zu der Eigentümerin des Grundstücks. Fenna, die junge Fotografin, ist allerdings gar nicht darauf erpicht, über die Villa zu erzählen, da sie nun endlich einen Käufer für das verlassene Anwesen gefunden hat. Es sollte ihr Verhängnis werden, das Grundstück nicht an den reichen Bauunternehmer Tillmann Henken zu veräußern, sondern an ein fremdes Touristikunternehmen.

Wie schon in ihrem ersten Buch „Friesenfeuer“ beginnt Edna Schuchardt ihren Prolog wieder in der Vergangenheit und sehr poetisch um dann in mehreren Handlungssträngen ihre Geschichte aufzubauen. Im ersten Moment scheinen die Handlungen nichts miteinander gemein zu haben, denn es scheint jegliche Verbindung zu fehlen. In den kurzen Kapiteln werden nach und nach die Protagonisten eingeführt. Altbekannte Figuren wie der Hauptkommissar Daniel Beekmann und seine Verlobte Paulina, sowie Jeanette, die bereits vor zwei Jahren auf Norddeich war, fügen sich in die Geschichte harmonisch ein.
Schon wie in der voran gegangenen Folge dominiert nicht die Ermittlungsarbeit des Mordfalls sondern eher die Recherchen zu der alten Deichvilla von Jeanette und Paulina. Dass sich die beiden Frauen wieder in verhängnisvolle Situationen begeben, ist schon beinahe vorhersehbar. Zu ihren ungewöhnlichen Ermittlungen gesellt sich schließlich noch die Tante von Jeanette, Betty, die in ihrem Alter noch sehr unternehmungslustig und risikobereit erscheint. Wie nicht anders zu erwarten, lösen sich auch dieses Mal sowohl der Mordfall als auch alle weiteren kleineren Delikte völlig unspektakulär auf ohne dass die Polizei in irgendeiner Weise mitwirken konnte.
Der Schreibstil der Autorin hat sich nicht geändert. Er ist flüssig und spannend. Allerdings stören mich ein bisschen die vielen Handlungsstränge, die sich erst zum Ende der Story in nur einem kurzen Kapitel auflösen. Die Idee der Story finde ich sehr interessant, die mit Sicherheit mehr ausgebaut hätte werden können, alles ist viel zu kurz angerissen und stellt sich dadurch etwas konstruiert dar. Vermisst habe ich in dieser Folge die so besondere Darstellung der Schauplätze, die im Vorgängerbuch fast schon etwas mystisch und geheimnisvolles offenbarten.
Nichtsdestotrotz hat mich auch dieses Buch wieder gut unterhalten und ich würde mich freuen, auch weiterhin von Edna Schuchardt lesen zu dürfen.

Die Autorin: Edna Schuchardt
Edna Schuchardt ist ein Pseudonym von Ednor Mier. Ednor Mier wurde in Berlin geboren, lebt seit 34 Jahren als sogenannte Beutehessin im Taunus und genießt das unwahrscheinliche Privileg, ihr einstiges Hobby inzwischen als Beruf ausüben zu können.





Meine Bewertung:
 


Quellen:
Cover: Klarant Verlag
Klappentext: Klarant Verlag
Autorenporträt: Wikipedia
Foto: © Edna Schuchardt


Herzlichen Dank gilt dem
für die Bereitstellung des 
Rezensionsexemplars.


Donnerstag, 14. März 2013

# 38 # Janet Clark: Ich sehe dich


Janet Clark
Ich sehe dich

Erschienen am: 11.04.2011
Verlag: Heyne
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik/Krimi/Thriller
Seiten: 432
Preis: € 8,99
ISBN: 978-3-453-43592-6

Klappentext: Grausame Morde erschüttern München. Die Opfer: Männer, die ihre Frauen terrorisiert und gequält haben. Als Saras Schwester unter Mordverdacht gerät, beginnt ein erbarmungsloser Wettlauf mit der Zeit. Kann Sara die Unschuld ihrer Schwester beweisen, bevor der Täter seinen teuflischen Plan vollendet? Und welche Rolle spielt die Selbsthilfegruppe Frauenwehr und deren geheimnisvolle Leiterin Valeska? Zu spät bemerkt Sara, dass auch sie längst ins Visier des Mörders geraten ist…

Meine Meinung: Nachdem ich das Buch „Rachekind“ von der Autorin Janet Clark gelesen habe und sie mich von ihrem spannenden und fesselnden Schreibstil begeistern und überzeugen konnte, musste ich unbedingt auch ihren Debütroman „Ich sehe dich“, der eben so beigeisterungsfähig schien, lesen. Doch leider konnte sich meine Euphorie aus dem letzten Roman nicht auf diesen übertragen.
Von Beginn an hatte ich das Gefühl, nicht in die Geschichte einsteigen zu können. Da für Meindafürhalten auch der Spannungsbogen völlig fehlte, empfand ich das Buch auch als wenig unterhaltsam. Vielleicht lag es auch daran, dass ich meine Erwartungshaltung viel zu hoch geschraubt hatte.
Bedauerlicherweise konnten mich Janet Clarks Protagonisten auch überhaupt nicht überzeugen. Sie erschienen mir viel zu farblos und kaum charakterfest. Unterschiede gab es so gut wie keine. Die Geschwister Sara und Christine überzeugten mich dabei am allerwenigsten. Auch das Auftreten des Anwalts Michael Seitz fand ich sehr seltsam.
Eigentlich war die Handlung von Beginn an vorhersehbar gewesen. Deshalb dümpelte für mich die Handlung auch so dahin ohne dass ich sie richtig in mich verinnerlichen konnte.
Ich bin froh, dass ich das „Rachekind“ vor diesem Thriller gelesen habe und mich die Schriftstellerin von ihren Qualitäten überzeugen konnte, sodass ich auf jeden Fall kommende Werke auch von ihr lesen werde.

Die Autorin:  Janet Clark
Janet Clark arbeitete nach ihrem Studium als wissenschaftliche Assistentin, Universitätsdozentin, und Marketingleiterin in Belgien, England und Deutschland. Neben Beruf und Familie beschäftigte sie sich intensiv mit dem Schreiben, bevor sie sich an ihren ersten Roman wagte. Nach ihrem Debüt „Ich sehe dich“ und dem erfolgreichen Jugendthriller „Schweig still, süßer Mund“ ist „Rachekind“ ihr dritter Roman, in Kürze gefolgt von dem zweiten Jugendthriller „Sei lieb und büße“. Heute arbeitet Janet Clark hauptberuflich als Autorin und lebt mit ihrem Mann und drei Kindern in ihrer Geburtsstadt München.


Meine Bewertung:

Quellen:
Cover: Heyne Verlag
Klappentext: Heyne Verlag
Autorenporträt: Heyne Verlag
Foto: © privat Janet Clark

Dienstag, 12. März 2013

# 37 # Andrea Schacht: Mit falschem Stolz


Andrea Schacht
Mit falschem Stolz

Erschienen am: 18.02.2013
Verlag: Blanvalet
Ausgabeart: Taschenbuch Klappenbroschur
Kategorien: Belletristik/Historischer Roman
Seiten: 416
Preis: € 9,99
ISBN: 978-3-442-37847-0

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Online bestellbar hier: Amazon/Blanvalet

Klappentext: Ivo vom Spiegel hatte ihm die Rückkehr nach Köln untersagt – und doch kommt Arndt van Doorne wieder, um seine Beteiligung an einem Hurenhaus zu kassieren. Er bezahlt dafür mit dem Leben. Als neben seiner Leiche Mats Schlyffers mitsamt einem blutigen Messer gefunden wird, ist für den Schöffen Endres Overstoltz klar: Der Mörder ist der Messerschleifer. Doch der kann sich an nichts erinnern, und es gibt eine ganze Reihe weiterer Verdächtiger, die Arndt auf dem Gewissen haben könnten. Alyss beginnt zu ermitteln und bringt eine ungeheuerliche Wahrheit ans Licht …

Meine Meinung: Nach der Geburt der Tochter des Wollwebers, Meister Albrecht, begibt sich die Begine und Wehmutter Catrin erschöpft und müde auf den Heimweg. Um den herannahenden Morgen noch zu genießen, geht Catrin zur Entspannung und einer Eingebung zufolge in die herrlichen Weinberge. Dort, wo vor einigen Monaten noch Robert von Doorne erschlagen aufgefunden worden ist, trifft sie nun auf die Leiche seines Bruders Arndt von Doorne. Wenig später findet sich Catrin zusammen mit Mats Schlyffers, dem Messerschärfer, im Kerker wieder. Beiden wird der gemeinsame Mord an Arndt von Doorne vorgeworfen. Alyss, die Frau des Ermordeten glaubt jedoch nicht an der Schuld der Eingesperrten und versucht ihnen zu helfen.
Nur kurze Zeit darauf gerät ein weiterer Verdächtiger, ein verwahrloster Bettler, in die Fänge der Büttel, der ebenfalls in den Kerker gesperrt wird. Dabei stellt sich heraus, dass es bei dem vermeintlichen Bettler um einen Altbekannten und geliebtes Familienmitglied von Alyss handelt. John of Lynne, ein englischer Tuchhändler und Freund des Hauses von Alyss unternimmt alles, um auch ihn aus dem Kerker zu holen. Doch der Schöffe Endres Overstoltz ist von seiner Rache an der Familie vom Spiegel und Catrin so besessen dass er auch Alyss und die Tochter des Messerschleifers ins Verlies sperrt.

Dies ist der erste Roman aus Andrea Schachts „Alyss-Reihe“, den ich gelesen habe und ich glaube sagen zu können, dass man die Vorgängerbücher nicht unbedingt kennen muss, um in die Handlung einfinden zu können. Zwar werde ich mir, als bekennender Serienjunkie, auch noch die vorherigen Folgen zu Gemüte führen, obwohl ich nun weiß, wie sich alles entwickeln wird.
Den Beginn der Geschichte fand ich zunächst sehr beschwerlich, da viele Figuren und Namen auf mich einströmten, mit denen ich erst einmal schwer beschäftigt war. Hinzu kam noch der außergewöhnliche Sprachstil, den ich sehr gestelzt fand, sodass sich meine übliche Lesezeit um ein Vielfaches erhöhte. Nichtsdestotrotz fand ich aber den historischen Hintergrund der Geschichte sehr reizvoll. Auch wenn ich positiv überrascht war, dass sich die Verhältnisse im 15. Jahrhundert schon ziemlich fortschrittlich dargestellt haben, vor allem wie gleichberechtigt die dortigen Frauen, zumindest die in angesehenen Positionen, schon waren, gab es doch noch Szenen, die mich an ein tiefes Mittelalter mit ketzerischen Hintergedanken erinnerten.
Ihre Protagonisten hat die Autorin sehr gut dargestellt. Am besten hat mir allerdings die Figur des Notarius Magister Jakob gefallen, da dieser mit seinem juristischen Wissen und seinem Wortwitz der Sympathischste von allen war.
Die übrigen Protagonisten erschienen mir weniger beeindruckend, da sie nichts Außergewöhnliches an sich hatten. Die Schauplätze der Autorin gaben indes einen hervorragenden Eindruck und Einblick in das mittelalterliche Köln wieder.
Obwohl die Handlung immer wieder von Intrigen und Rachegelüsten einzelner Figuren durchzogen ist, fand ich sie recht unterhaltsam. Das Ende, wie vielleicht nicht anders bei einer Serie zu erwarten ist, endet mit einem Cliffhänger.


Die Autorin: Andrea Schacht war lange Jahre als Wirtschaftsingenieurin und Unternehmensberaterin tätig, hat dann jedoch ihren seit Jugendtagen gehegten Traum verwirklicht, Schriftstellerin zu werden. Ihre historischen Romane um die scharfzüngige Kölner Begine Almut Bossart gewannen auf Anhieb die Herzen von Lesern und Buchhändlern. Mit Die elfte Jungfrau kletterte Andrea Schacht erstmals auf die SPIEGEL-Bestsellerliste, die sie seither mit schöner Regelmäßigkeit immer neu erobert. Sie lebt mit ihrem Mann und zwei Katzen in der Nähe von Bonn.


Meine Bewertung:

Quellen:
Cover: Verlag Blanvalet
Klappentext: Verlag Blanvalet
Kurzbiografie: Verlag Blanvalet
Foto: © Barbara Frommann-Czernik

An dieser Stelle möchte ich mich
recht herzlich beim
Verlag: Blanvalet

 
für die Bereitstellung dieses
Rezensionsexemplars bedanken.

Montag, 11. März 2013

# 8 # Neues im Bücherregal

Es sind wieder einige spannende und historische Werke in mein Bücherregal eingezogen, darunter auch zwei Rezensionsexemplare. Besonders freue ich mich auf Elisabeth Herrmanns Schattengrund und Oliver Pötzsch seinem 3. Teil der Saga um die Henkerstochter Magdalena Kuisl.

(37) Klappentext: Eigentlich sollte der 12. November ein fröhlicher Tag für Kriminalkommissar Robert Marthaler werden, denn nach drei Jahren kehrtsoll Tereza aus Madrid nach Frankfurt zurück.kehren. Am Nachmittag will er sie am Flughafen abholen. Aber gleich morgens wird er an einen Tatort gerufen. Eine junge Frau ist ermordet worden. Der Anblick ihrer Leiche macht es offensichtlich: auf dem Weg zum Tod ist sie durch ein Martyrium gegangen. Marthaler und seine Kollegen sind fassungslos. Und sie ahnen, hier kommen sie mit der üblichen Ermittlungsroutine nicht weiter. Weil das nagelneue Polizeipräsidium in der Adickesallee gerade unter Wasser steht, zieht Marthalers verzieht sich das Team um Marthaler in ein altes Bürgerhaus um.eine Altbauvilla ein paar Straßen weiter. Zwischen Umzugskisten und fluchenden Möbelpackern müssen sie einen der schwierigsten Fälle der Frankfurter Kriminalgeschichte aufklären. 

(38) Klappentext: Es sollte eine ganze normale Reise zur Hochzeit ihrer Freundin Pauline werden, doch stattdessen wird Jeanette schon kurz nach ihrer Ankunft in Norddeich in einen Mordfall verstrickt. Wer ist der Tote ohne Kopf, den Wurzel, Hund eines Urlaubers, im Watt findet? Und was hat es mit diesem geheimnisvollen ‚Tok‘ in der verfallenen Deichvilla auf sich? Geht dort wirklich der Geist eines kleinen Mädchens um, oder handelt es sich nur um einen Aberglauben der Einheimischen? Was weiß Onno Henken über die Vorgänge in der Deichvilla und warum will sein Vater, der Industrielle Tillmann Henken, sie unter allen Umständen kaufen? Mit ‚Friesentod‘ ist der Schriftstellerin Edna Schuchardt ein spannender Kriminalroman gelungen, der an die Tradition von ‚Friesenfeuer‘ anknüpft.

(39) KlappentextDer Schongauer Henker Jakob Kuisl ist in eine Falle getappt: Bei einem Besuch in Regensburg findet er seine Schwester und den Schwager tot in der Badestube.
Die Stadtwache verhaftet ihn als Verdächtigen und wirft ihn in den Kerker. Nun drohen ihm, dem Henker, selbst Folter und Hinrichtung. Fieberhaft suchen seine Tochter Magdalena und der Medicus Simon Fronwieser nach dem wahren Täter und stoßen dabei auf ein Komplott, bei dem die Zukunft des Kaiserreichs auf dem Spiel steht. 



(40) Klappentext: In der Nacht von Allerseelen beobachtet der Totengräber ein dunkles Ritual. Am Morgen findet er im Beinhaus die Leiche einer jungen Frau. Der Verdacht fällt auf ihn, er soll gehenkt werden. Nur seine Tochter Katharina ist von seiner Unschuld überzeugt. Sie sucht den wahren Mörder und gerät dabei immer tiefer in den Sog einer Bruderschaft, die Meister Tod verehrt ... 




(41) Klappentext: Die Angst geht um beim Los Angeles Police Department. Wer von ihnen wird das nächste Opfer? Ein brutaler Mörder tötet Polizisten und formt aus ihren Körpern abscheuliche Figuren. Er versteht sich als Künstler. Und genau da setzen Profiler Robert Hunter und sein Partner Carlos Garcia mit ihren Ermittlungen an. Hunter weiß, wie Mörder denken. Und das könnte sein Todesurteil sein.




(42) Klappentext: Schattengrund. Als die 17-jährige Nicola das Haus ihrer verstorbenen Tante erbt, ahnt sie nicht, wie bedeutsam dieser Name für sie wird. Es ist ein einsames Haus in einem abgelegenen Dorf, in dem sie als Kind oft zu Gast war. Ein Haus, in dem die Vergangenheit schlummert. Und ein Haus, das Nicos Eltern auf keinen Fall annehmen wollen. Als die Eltern das Erbe stellvertretend für ihre Tochter ausschlagen, reißt Nico heimlich aus, um Schattengrund wiederzufinden. Und kaum hat sie die Schwelle übertreten, da scheint eine lange verdrängte Wahrheit nach ihr zu greifen. Wie konnte sie das alles bloß vergessen? Die knarrenden Treppen, den staubigen Dachboden – und das Mädchen, mit dem sie hier immer gespielt hat? Fili, ihre allerbeste Freundin. Ihre Seelenschwester. Ihre tote Freundin. Ein grauenhaftes Verbrechen hat die Mädchen damals auseinander gerissen. Aber Nico kann ihren eigenen Erinnerungen nicht trauen. Und der Täter von damals ist noch immer im Dorf.

Sonntag, 10. März 2013

# 1 # Zwischenstand zur Blanvalet-Challenge 2013

Ich bin ja dieses Jahr auch wieder bei der Blanvalet-Challenge mit dabei, die Kerry vom Lesenden Katzenpersonal schon das zweite Jahr in Folge veranstaltet. Die Aufgabe besteht darin, in der Zeit vom 01.01.2013 bis 31.12.2013 mindestens 20 Bücher aus dem Blanvalet-Verlag zu lesen und zu rezensieren. Und hier kommt mal mein Zwischenstand zum Stichtag 28.Februar 2013.

Von den 20 geforderten Büchern habe ich bereits 7 gelesen und rezensiert; damit kann ich nach zwei Monaten recht zufrieden sein.

Meine Leseliste zum Stichtag 28.02.2013
  1. Joel Tan - Die Frau des Ratsherrn - 672 Seiten 
  2. Joel Tan - Die Tochter des Ratsherrn - 608 Seiten  
  3. Andrea Schacht - Das Spiel des Sängers - 640 Seiten
  4. Spencer Quinn - Auf sie mit Gebell - 352 Seiten
  5. Oliver Geyer - Sommerhaus, jetzt! - 288 Seiten 
  6. Richard Hagen - Ihr unschuldiges Herz - 448 Seiten 
  7. Karin Slaughter - Tote Augen - 576 Seiten



# 36 # Chris Carter: Totenkünstler


Chris Carter
Totenkünstler
(Band 4 mit Robert Hunter und Carlos Garcia )

Erschienen am:08.03.2013
Verlag: Ullstein
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik/Krimi/Thriller
Seiten:448
Preis: € 9,99
ISBN: 978-3-548-28367-8

Zur Leseprobe         
Online bestellbar hier: Amazon/Ullstein

Klappentext: Die Angst geht um beim Los Angeles Police Department. Wer von ihnen wird das nächste Opfer? Ein brutaler Mörder tötet Polizisten und formt aus ihren Körpern abscheuliche Figuren. Er versteht sich als Künstler. Und genau da setzen Profiler Robert Hunter und sein Partner Carlos Garcia mit ihren Ermittlungen an. Hunter weiß, wie Mörder denken. Und das könnte sein Todesurteil sein.

Meine Meinung: Was wäre passiert, wenn die Krankenpflegerin Melinda Wallis doch das Licht angemacht hätte? Diese Frage stellt sich Gott sei Dank nicht mehr, denn dann hätten die Profiler Robert Hunter und sein Partner Carlos Garcia nicht nur eine Leiche, sondern zwei vorgefunden. So haben die beiden Detectivs „nur“ den Tatort des ermordeten Juristen Derek Nicholsen zu sichern und die Spuren des Massakers, das der Mörder hinterlassen hat, auszuwerten. Der ehemalige Staatsanwalt, der wegen einer unheilbaren Krankheit bereits ein Pflegefall war, wurde bestialisch gefoltert und getötet. Die Folterungen, die der 50 Jährige erdulden musste, waren unvorstellbar und grausam. Am lebendigen Leib wurden ihm nach und nach Körperteile amputiert, bis ihm das Leben vollständig ausgelöscht worden ist. Aus den amputierten Körperteilen wurde eine groteske Figur mit einem Drahtgebinde zusammengesetzt. Was der Mörder damit zum Ausdruck bringen wollte, sollte den Profilern noch lange ein Rätsel sein.

Brutal, blutrünstig, abartig – das ist die Handschrift des Autors Chris Carter. Mit seinem vierten Thriller bleibt er seinem gewohnten Stil treu, den Leser mit seinen brutal, bis ins kleinste Detail geschilderte Szenen zu schocken. Die Idee seines neuesten Thrillers ist zwar nicht neu und läuft im Prinzip nach dem gleichen Muster, wie die Vorherigen, ab. Ein ungewohnt grausamer Mord, der von weiteren Morden begleitet wird. Die Polizei, die lange im Dunkeln tappt bis einer der Profiler, nach Möglichkeit noch im Alleingang sich in Gefahr und in die Fänge des mutmaßlichen Täters begibt, bis in allerletzter Sekunde die Rettung naht. So auch dieses Mal.
Das Duo von Robert Hunter und Carlos Garcia wird allerdings im vierten Fall durch die selbstbewusste, selbstsichere und von sich überzeugte Alice Beaumont aufgestockt. Alice, die vom zuständigen Bezirksstaatsanwalt Breadley für die neue Mordsache abgeordnet worden ist, unterstützt die beiden Profiler in notwendigen Recherchearbeiten, auf deren Gebiet sie die Beste zu sein scheint.
Lange Zeit kann das Police Departement auf keine Resultate zurück blicken, während sich ein Mord nach dem Anderen ereignet. Erst nach 4 Morden, wobei einer nicht ganz in das Muster des Totenkünstlers passt, kommt Hunter der Auflösung der Mordfälle ein Stück näher. Von der Genialität des Profilers ist allerdings nur wenig zu spüren, wobei der Autor es dieses Mal auch vermieden hat, immer wieder auf den hohen Intelligenzquotienten seines Protagonisten hinzuweisen. Während der gesamten Handlung ereignet sich auch relativ wenig. Wie gewohnt wird eine Reihe von Verdächtiger abgecheckt um dann einer falschen Fährte zu folgen.
Chris Carter ist ein Autor, der wirklich sehr gut recherchiert und mit fundiertem Hintergrundwissen aufwarten kann. Seine exakten Beschreibungen der Misshandlungen, Amputationen aber auch die Auswertung der Pathologen sind einzigartig. Durch seine detaillierten Beschreibungen, die sich mitunter auch etwas in die Länge ziehen, wirkt der Plot aber schnell ermüdend. Spannung habe ich so gut wie keine gespürt. Abgesehen von einem schwachen Mittelteil der Geschichte, fand ich sein neuestes Werk zwar sehr unterhaltsam, allerdings nicht überragend.

Der Autor: Chris Carter wurde 1965 in Brasilien als Sohn italienischer Einwanderer geboren. Er studierte in Michigan forensische Psychologie und arbeitete sechs Jahre lang als Kriminalpsychologe für die Staatsanwaltschaft. Dann zog er nach Los Angeles, wo er als Musiker Karriere machte. Gegenwärtig lebt Chris Carter in London. Seine Thriller um Profiler Robert Hunter sind allesamt Bestseller.

Reihenfolge: Robert Hunter und Carlos Garcia Reihe



Meine Bewertung:

Quellen:
Cover: Ullstein Verlag
Klappentext: Ullstein Verlag
Autorenporträt: Ullstein Verlag
Foto: © Chris Carter (privat)


An dieser Stelle möchte ich mich beim
für die Bereitstellung des
Rezensionsexemplares bedanken.


Samstag, 9. März 2013

# 35 # Sabine Martin: Die Henkerin


Sabine Martin
Die Henkerin

Erschienen am: 23.10.2010
Verlag: Bastei Lübbe
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik/Historischer Roman
Seiten: 560
Preis: € 8,99
ISBN: 978-3-404-16632-9

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Online bestellbar bei Amazon

Klappentext: Esslingen, 1325: Melisande ist noch ein Kind, als ihre Familie in einem Hinterhalt brutal gemeuchelt wird. Dass sie überlebt, verdankt sie allein Raimund. Dem Henker. Er nimmt sie zu sich, gibt sie als seinen stummen Neffen aus, lehrt sie sogar sein Handwerk - das nicht nur entsetzliche Foltermethoden, sondern auch die Kunst des Heilens umfasst. Ihre verletzte Seele findet dennoch keine Ruhe, hat sie ihrer sterbenden Mutter doch eines versprochen: den Mörder zu finden und sie zu rächen.

Meine Meinung: Die 13 jährige Melisande Wilhelmis ist Zeugin der brutalen Ermordung ihrer Familie. Während ihr Vater und ihr Bruder noch verbissen um das Leben ihrer Familie kämpfen, kann Melisande gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester und ihrer hochschwangeren Mutter fliehen. Doch nach dem brutalen Mord an Vater und Bruder ist Ottmar de Bruce, der Anführer der Meuchelmörder, auch schon auf ihren Fersen und ersticht sowohl die Mutter als auch die Schwester von Melisande. Noch fast im gleichen Atemzug muss Melisande mit ansehen, wie de Bruce den Leib ihrer Mutter aufschlitzt und den Säugling, der am Leben schien, an einen Baum fest nagelt. In einem unachtsamen Moment von de Bruce kann sich Melisande von dem Anblick losreisen und flieht erneut. Bevor sie jedoch eine unüberlegte Handlung begeht und de Bruce mit ihrem Schwert ersticht, hält Raimund, der Henker von Esslingen, sie in letzter Sekunde zurück. Raimund nimmt sich ihrer an und versteckt sie in seinem Haus. Obwohl das Haus von sämtlichen Leuten gemieden wird, weil es als unrein gilt, fürchtet Raimund um das Leben von Melisande. Als stummer Lehrling Melchior nimmt Raimund schließlich Melisande in seine Lehre. Melisande alias Melchior lernt schnell, weiß mit dem Schwert umzugehen und kennt sich in den Folterungen und Folterwerkzeugen bestens aus. Wie es in der damaligen Zeit üblich war, bekommt man als Henker auch viel über die Kräuter und deren Anwendung gelehrt. Als Raimund schließlich nach einem Schlag nicht mehr arbeitsfähig ist, übernimmt Melchior vollständig die Geschäfte von Raimund, jedoch immer mit dem Gedanken, den Schwur gegenüber der Mutter, die Familie zu rächen, zu erfüllen. Als sich Melisande/Melchior dem Weinhändler Wendel Füger gegenüber sieht, der völlig zu unrecht beschuldigt wird, einen Mord begangen zu haben, hilft sie ihm aus dem Verlies zur Flucht. Zuvor musste sie sich allerdings schweren Herzens von Raimund verabschieden, der in der Nacht starb.

Hinter dem Pseudonym Sabine Martin verbergen sich die erfolgreichen Autoren Sabine Klewe und Martin Conrath. Zusammen haben sie einen historischen Roman präsentiert, der in der Zeit um 1325 das Leben in Esslingen, Reutlingen und naher Umgebung widerspiegelt.
Ihre Figuren, allen voran die rothaarige Melisande, die im Laufe der Jahre zu einer hübschen jungen Frau heran wächst, hat auch Träume, die sie nie glaubt, Wirklichkeit werden lassen zu können. Als der stumme Henker Melchior bleibt ihr nichts anderes übrig, das trostlose Leben, das Raimund führt, selbst einmal zu leben. Melisande, die sich ständig im Zweikampf mit ihrem ärgsten Feind Ottmar de Bruce befindet, bereitet sich jedoch allmählich auf diesen Moment vor. Obwohl sie als zarte Persönlichkeit beschrieben wird, beherrscht sie das Schwert besser als kein Anderer. Selbst de Bruce bittet sie, als Melchior, um eine Lehrstunde. Melisande, die in der Lage ist, mit nur einem Schwerthieb den Kopf eines Menschen abzutrennen, beeindruckt de Bruce von ihrer Kraft. Trotzdem sollte es noch eine Ewigkeit dauern, bis für Melisande der Moment der Rache kommen sollte.
De Bruce, der die reiche Kaufmannsfamilie Wilhelmis, nach einem verlorenen Zweikampf seines Sohnes mit dem Vater von Melisande, bestialisch ermordet hat, ist noch immer auf der Suche nach Melisande um auch das letzte Familienmitglied, die an dem Tod seines Sohnes Schuld trägt, auszuradieren. Der kaltherzige und unsympathische de Bruce, der, um an seine Ziele zu gelangen, vor allem an Macht und Geld, keine Rücksicht auf Andere nimmt, schreckt am allerwenigstens vor Mord zurück und übt sich ständig in Rache.
Doch auch ihn sollte seine Gier eines Tages zum Verhängnis werden.
Vom Aufbau dieses Romans war ich wirklich beeindruckt. Immer wieder kreuzen Figuren den Weg, die einem sehr vertraut erscheinen. Während sich noch eine kleine scheinbare Liebesbeziehung zwischen zwei wirklich sympathischen Figuren entwickelt, hofft man als Leser auch auf deren gegenseitige Erwiderung. Die Darstellung des mittelalterlichen Treibens in den Burgen und Städten ist dem Autorenpaar ebenso gut gelungen. Sehr anschaulich schildern sie das Leben der einzelnen Gruppen, von Henker bis Magd, von Kaufmann bis Graf oder Burgherr, alles wirkt sehr authentisch. Selbst von den Figuren, die sie beschreiben, entwickelt man eine gute Vorstellungskraft. Alles ist nah beieinander, sei es Armut oder Entbehrungen, Liebeskummer oder Glück. Lediglich das Ende des Buches wirkt etwas überladen, da sich die Ereignisse nur so überrollen.
Alles in allem hat mich "Die Henkerin" äußerst gut unterhalten und ich freue mich schon auf die Fortsetzung.

Der Autoren: Sabine Martin
Hinter Sabine Martin verbirgt sich ein erfahrenes Autorenduo. Martin Conrath hat bereits einige Kriminalromane veröffentlicht, von denen einer als Tatort verfilmt wurde. Sabine Klewe verfasste mehrere, z. T. historische Kriminalromane und arbeitet als Übersetzerin und Dozentin. Die Autoren leben und schreiben in Düsseldorf.Meine Bewertung:

Reihenfolge der Henkerin-Serie

Band 1 – Die Henkerin
Band 2 – Die Tränen der Henkerin

Meine Bewertung:
Quellen:
Cover: Verlag Bastei Lübbe
Klappentext: Verlag Bastei Lübbe
Kurzbiografie: Verlag Bastei Lübbe
Foto: © Sabine Martin


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