Montag, 15. Oktober 2012

# 161 # Rezension zu "P.S. Ich liebe Dich" von Cecelia Ahern



Cecelia Ahern

P.S. Ich liebe Dich

Erschienen am: 13.05.2005
Verlag:
Krüger
Ausgabeart:
Hardcover
Kategorien:
Belletristik
Seiten: 414
Preis € (D) 16,95
ISBN: 978-3-596-16133-9

Klappentext: Der Plan war einfach: zusammenbleiben, ein Leben lang. Doch nun ist Gerry tot. Gehirntumor. Und Holly, erst 29, bleibt alleine zurück. Wie soll sie nun weitermachen? Alles scheint zu Ende. Da taucht ein Paket mit Briefen auf: von Gerry, geschrieben in seinen letzten Lebenstagen, für Holly, für die nächsten Monate. "Werde Karaoke-Queen, Holly! Suche Dir endlich einen interessanten Job, Holly! Greif nach den Sternen, Holly! Und PS: Ich liebe Dich!". Holly lacht, weint, und tut, was Gerry schreibt: sie lernt, wer ihre wahren Freunde sind. Sie lernt, sich ein wenig neu zu verlieben und macht mit jedem Brief einen Schritt in ein neues Leben und in neues Glück.

Meine Meinung: Es ist ein wütender Tumor im Gehirn von Gerry, der die Liebe zwischen Holly und ihm abrupt enden lässt. Doch Holly kann sich nicht von ihm lösen, noch immer ist er ihr allgegenwärtig. Der Tod kam viel zu früh und in ihrem Innersten scheint auch alles gestorben zu sein. Wohlweißlich hat Gerry sich darauf vorbereitet und hilft seiner Liebsten über die schreckliche Zeit zu kommen. Eine Liste, die schon zu Lebzeiten ironischerweise zwischen ihnen stand, soll Holly über die ersten 12 Monate helfen.

Nur selten verirre ich mich in das Genre der Romantik bzw. Liebesromane. Lange Zeit stand das Buch auch unangetastet in meinem Bücherregal, weil ich vorausahnte, was mich erwarten würde. Solche Bücher sollten tatsächlich nur mit einer Packung Taschentücher verkauft werden.
„P.S. Ich liebe dich“ ist eine ergreifende und traurige Liebesgeschichte zugleich. Kaum ein Mensch wird sich in die Gefühle von der jungen Witwe Holly hinein versetzen können, denn ihr wurde das Liebste genommen, was sie besaß – ihren Ehemann.
Es ist kein anspruchsvolles Buch, eher etwas fürs Herz. Ich konnte das Buch nicht mal in einem Stück lesen, weil ich mich viel zu tief in die Situation von Holly hinein versetzt habe.
Mir fällt es auch schwer, das Buch zu bewerten. Es ist unterhaltsam, emotional, aber eben auch nicht gerade anspruchsvoll.


Meine Bewertung:


Samstag, 13. Oktober 2012

# 160 # Rezension zu "SchattenTod" von Nané Lénard - Band 4 der Wolf Hetzer und Peter Kruse Reihe



Nané Lénard

SchattenTod
Ein Weserbergland-Krimi

Erschienen am: 24.09.2012
Verlag:
CW Niemeyer
Ausgabeart:
Taschenbuch
Kategorien:
Belletristik / Krimi & Thriller
Seiten: 320
Preis € (D) 9,95 | € (A) 10,30 | SFR 14,90
ISBN: 978-3-8271-9415-2

Leseprobe  Beim Verlag/Amazon kaufen

Klappentext: Eine tote Frau hängt am Pranger der Petzer Kirche Sankt Cosmas und Damian. Ihr wurde die Kehle auf ganz besondere Art und Weise durchgeschnitten, aber es findet sich kein Blut. Doch zu ihren Füßen liegt etwas, das sich als Fortpflanzungsorgan entpuppt. Es zeigt den bekannten Kommissaren Wolf Hetzer und Peter Kruse, dass sie es hier mit einem besonders brutalen Mörder zu tun haben. Parallelen zu einem früheren Fall auf der Frankenburg könnten auf denselben, noch ungefassten Täter hindeuten, doch die Ermittlungen gestalten sich schwieriger als gedacht.
Dass eine Frau zeitgleich Drohbotschaften in einer Puppe erhält, erfahren die Kommissare Hetzer und Kruse viel zu spät. Dabei hätte dies eine wichtige Möglichkeit sein können, mehr über den Mörder und seine Beweggründe zu erfahren. Aber wer kann schon wissen, ob es sich um denselben Täter handelt, oder ob jemand die Gelegenheit nutzen will, sich einen unliebsamen Menschen vom Hals zu schaffen.

Meine Meinung: Den Rintelnern Kommissaren Wolf Hetzer und Peter Kruse bleibt doch nichts erspart. Obwohl sie für die in der Petzener Kirche gefundene Leiche nicht zuständig sind, wurden sie von den Kommissaren Bernhard Dickmann und Ulf Hofmann aus Bückeburg zum Tatort gerufen. Dort angekommen erwartet sie ein Bild des Grauens. Eine junge Frau wurde am Pranger aufgehängt und ausgeschlachtet wie ein Tier. Zu ihren Füßen liegen Gebärmutter und Eileiter. Wenig später stellt sich heraus, dass die Organe nicht zur Leiche gehören. Hetzer und Kruse sind sich im Klaren, dass dies wahrscheinlich nicht die letzte Leiche sein wird. Zudem erinnert sie dieser Fall an die vor einem Jahr gefundene weibliche Leiche in Frankenburg, die ähnliche Tötungsmerkmale aufwies. Für die Kommissare beginnt ein Wettlauf mit der Zeit und dem Mörder.

Nané Lénard baut ihre Geschichte auf mehreren Handlungssträngen auf, wobei sie nach und nach den Leser mit ihren Protagonisten bekannt macht. Obwohl zu Beginn der Story vieles verwirrend erscheint, fügen sich mit der Zeit die einzelnen Teile zu einem vollständigen Puzzle zusammen. Immer wieder springt die Autorin von einem Handlungsstrang zum nächsten und lässt sowohl den Kommissaren, als auch den übrigen Protagonisten, wie auch dem Mörder aus deren Sicht ihren Gedanken und Gefühlen freien Lauf. Schon ziemlich früh erkennt man, dass bei den Tatmotiven Macht und Sexualität und womöglich auch eine schreckliche Vergangenheit des Mörders eine große Rolle spielen.
Die Ermittlungsarbeit der Kommissare gestaltet sich indes etwas ungewöhnlich, denn hiervon bekommt der Leser anfangs kaum etwas mit, weil das Augenmerk vielmehr auf die Leichenfunde, denn bei einer Leiche bleibt es nicht, und den Obduktionen liegt. Was die Enthüllung des Mörders angeht, war mir zwar schon ab ungefähr der Hälfte des Buches halbwegs klar, um wen es sich handeln könnte. Trotzdem wurde ich im weiteren Verlauf hin und her gerissen, da überraschende Wendungen eintraten, auf die ich so nicht gefasst war, sodass ich bei Weitem nicht mehr sicher war, ob mein Gefühl richtig lag.
Das Finale der Story gestaltete sich hingegen sehr chaotisch, da sich die Ereignisse regelrecht überschlugen.
Was mir persönlich an dem Krimi auch sehr gut gefiel, ist, dass die Autorin den Leser auch am Privatleben der Ermittler teilhaben lässt. Obwohl dies erst mein zweiter Krimi von Nané Lénard ist (natürlich lese ich auch noch die ersten beiden Bände, auch wenn sie nicht der Reihenfolge entsprechen) erfährt man von einer Weiterentwicklung der Protagonisten.
Nané Lénard hat einen lockeren und flüssigen Schreibstil und fesselt einen ans Buch, sodass man wirklich erst mit der letzt gelesenen Seite in der Lage ist, dieses beiseite zu legen. 

Fazit: „SchattenTod“ ist auf alle Fälle ein empfehlenswerter und spannender Krimi mit viel Lokalkolorit und sympathischen Protagonisten.

Reihenfolge der Serie um die Kommissare Wolf Hetzer und Peter Kruse

  • SchattenHaut
  • SchattenWolf
  • SchattenGift
  • SchattenTod

Die Autorin: Nané Lénard
Nané Lénard wurde 1965 in Bückeburg geboren und ist Mutter von zwei erwachsenen Kindern. Nach dem Abitur und einer Ausbildung im medizinischen Bereich studierte sie später Rechts- und Sozialwissenschaften sowie Neue deutsche Literaturwissenschaften.
Von 1998 an war sie als Freie Journalistin für die regionale Presse tätig. Derzeit arbeitet sie im Bereich Marketing und Redaktion in einem Unternehmen, das im Bereich der erneuerbaren Energien tätig ist.




Meine Bewertung:



An dieser Stelle möchte ich mich
recht herzlich beim


für die Bereitstellung dieses
Rezensionsexemplars bedanken.

Freitag, 12. Oktober 2012

# 23 # Neues im Bücherregal

Ich danke den Verlagen für die wunderbare Buchpost, die ich heute freudestrahlend erhalten habe. Ein spannendes Lesewochenende steht mir also bevor.

Klappentext: Rechtsmediziner Paul Herzfeld findet im Kopf einer monströs zugerichteten Leiche die Telefonnummer seiner Tochter. Hannah wurde verschleppt – und für Herzfeld beginnt eine perverse Schnitzeljagd. Denn der psychopathische Entführer hat eine weitere Leiche auf Helgoland mit Hinweisen präpariert.
Herzfeld hat jedoch keine Chance, an die Informationen zu kommen. Die Hochseeinsel ist durch einen Orkan vom Festland abgeschnitten, die Bevölkerung bereits evakuiert. Unter den wenigen Menschen, die geblieben sind, ist die Comiczeichnerin Linda, die den Toten am Strand gefunden hat. Verzweifelt versucht Herzfeld sie zu überreden, die Obduktion nach seinen telefonischen Anweisungen durchzuführen. Doch Linda hat noch nie ein Skalpell berührt. Geschweige denn einen Menschen seziert … 


Klappentext. An einem heißen Tag im Juli wird die Leiche einer 16-Jährigen aus dem Main bei Eddersheim geborgen. Sie wurde misshandelt und ermordet, und niemand vermisst sie. Auch nach Wochen hat das K 11 keinen Hinweis auf ihre Identität. Die Spuren führen zu einem Kinderdorf im Taunus und zu einer Fernsehmoderatorin, die bei ihren Recherchen den falschen Leuten zu nahe gekommen ist. Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein graben tiefer und stoßen inmitten gepflegter Bürgerlichkeit auf einen Abgrund an Bösartigkeit und Brutalität. Und dann wird der Fall persönlich. 
Klappentext: »Ich hatte eine Spur. Und am Ende waren eine Menge Leute tot.«
Gerade zurück aus dem unfreiwilligen Abenteuerurlaub auf Mafia Island und noch vor Antritt des neuen Jobs als Leiterin einer Spezialeinheit für unaufgeklärte Verbrechen stürzt sich Katharina Klein, Frankfurts explosivste Kriminalpolizistin, in den drängendsten unerledigten Fall, den es für sie gibt: den Mord an ihrer eigenen Familie vor 16 Jahren.
Die Vergangenheit wirft unangenehme Fragen auf: nach der Rolle des Gerichtsmediziners Andreas Amendt, in den sich Katharina so gerne verlieben würde, und ihres Mentors Polanski, der den Fall damals untersucht hat. Und nach dem eigenen Vater, denn warum sollte jemand die Familie eines harmlosen Kunsthändlers so professionell auslöschen? Doch vor allem scheint die Vergangenheit höchst lebendig: Irgendjemand will Katharinas Ermittlungen mit allen Mitteln stoppen und geht dabei wortwörtlich über Leichen.


# 159 # Rezension zu "Die Bruderschaft" von John Grisham



John Grisham

Die Bruderschaft

Erschienen am: 01.09.2002
Verlag:
Heyne
Ausgabeart:
Taschenbuch
Kategorien:
Belletristik / Krimi & Thriller
Seiten: 448
Preis € (D) 9,95 | € (A) 10,30 | SFR 14,90
ISBN: 978-3-453-21069-7

Klappentext. Drei verurteilte Richter brüten im Gefängnis über einem genialen Coup. Wenn alles klappt, haben sie für die Zeit nach dem Knast ausgesorgt. Sie sind gerissen und haben die richtigen Kontakte, aber ist ihre Strategie wirklich wasserdicht? Ein raffiniertes Szenario entlang der Säulen der Macht.

Meine Meinung: Drei Richter glauben, in dem sie bekannte Persönlichkeiten erpressen, das große Geld zu machen. Dass sie gerade im Gefängnis sitzen, beruhigt sie nicht nur sondern verschafft ihnen auch das Alibi, das sie benötigen um solch ein Coup durchziehen zu können.

Ein für mich noch unbekanntes Werk von John Grisham, das mich nach den letzten beiden gelesenen Thrillern wieder ermuntern sollte. Doch auch "Die Bruderschaft" konnte mich leider wieder nicht überzeugen. Die fehlende Spannung, langweilige Figuren, wenig Überraschendes ließen mich regelrecht durch die Story quälen.
Ich war und bin absolut enttäuscht, habe mitunter einige Seiten nur quer gelesen und musste zu meinem Entsetzen feststellen, dass ich nichts Weltbewegendes verpasst habe.

Fazit: Jetzt brauche ich doch erst einmal eine John Grisham Pause.


Meine Bewertung:

Mittwoch, 10. Oktober 2012

# 22 # Neues im Bücherregal

Ich freue mich auf weiteren spannenden Bücherzuwachs, der aus 3 Rezensionsexemplaren und einem günstig erstandenen Buch besteht.

Klappentext: Eine tote Frau hängt am Pranger der Petzer Kirche Sankt Cosmas und Damian. Ihr wurde die Kehle auf ganz besondere  Art und Weise durchgeschnitten, aber es findet sich kein Blut. Doch zu ihren Füßen liegt etwas, das sich als Fortpflanzungsorgan entpuppt. Es zeigt den bekannten Kommissaren Wolf Hetzer und Peter Kruse, dass sie es hier mit einem besonders brutalen Mörder zu tun haben. Parallelen zu einem früheren Fall auf der Frankenburg könnten auf denselben, noch ungefassten Täter hindeuten, doch die Ermittlungen gestalten sich schwieriger als gedacht.  Dass eine Frau zeitgleich Drohbotschaften in einer Puppe erhält, erfahren die Kommissare Hetzer und Kruse viel zu spät. Dabei hätte dies eine wichtige Möglichkeit sein können, mehr über den Mörder und seine Beweggründe zu erfahren. Aber wer kann schon wissen, ob es sich um denselben Täter handelt, oder ob jemand die Gelegenheit nutzen will, sich einen unliebsamen Menschen vom Hals zu schaffen.

Klappentext: Sie ist beliebt, privilegiert und talentiert. Sie ist Teil eines Systems, das sie schützt und versorgt. Und sie hat eine glänzende Zukunft vor sich Rias Leben könnte nicht besser sein. Doch dann wendet sich das Blatt: Mit einem Mal sieht sich Ria einer ihr feindlich gesinnten Welt gegenüber und muss ums Überleben kämpfen. Es beginnt ein Versteckspiel und eine atemlose Flucht durch eine karge, verwaiste Landschaft. Verzweifelt sucht Ria nach einer Erklärung, warum ihre Existenz plötzlich in Trümmern liegt. Doch sie kann niemandem mehr vertrauen, sie ist ganz auf sich allein gestellt. Die Verratenen ist der erste Band einer Trilogie. 

Klappentext: »Das, was geschehen ist, war erst der anfang, es ist noch nicht vorbei - langsam beginnt es, spaß zu machen, ihr seid so lächerlich, so unglaublich dumm und ihr seid mir nicht gewachsen. ich bin noch nicht fertig. denkt das bloß nicht.«
Hauptkommissar Claudius Zorn und Hauptkommissar Schröder müssen sich mit einer Einbruchserie in der städtischen Kleingartenanlage herumschlagen. Der Fall ist schnell geklärt, eine Clique von Jugendlichen hat die Einbrüche aus Langeweile begangen. Doch dann ist ein Junge aus der Clique tot. Er war gerade einmal 18 und wurde kaltblütig ermordet. Als ein Freund des Opfers, auch er Teil der Clique, stirbt, ist Zorn genervt - ein Mord pro Woche hätte auch genügt! Aber genau wie Schröder ist ihm sofort klar, dass hier jemand gezielt und durchdacht vorgeht, seine Opfer ganz genau auswählt. Sie vielleicht sogar kennt.
Als es endlich eine erste vage Spur gibt, ist die Zeit bis zum nächsten Mord bereits abgelaufen. Und Zorn kann sich einfach keinen Reim darauf machen, weshalb Schröder sich plötzlich so merkwürdig verhält ...
Ein neuer Fall für das originellste Duo der deutschen Krimiszene: Hauptkommissar Claudius Zorn und den dicken Schröder.


Klappentext: Alexander Gerlach glaubt, mit seiner Beförderung zum Chef der Heidelberger Kriminalpolizei einen ruhigen Posten bekommen zu haben. Doch schon am ersten Tag wird die Leiche eines Chemiestudenten gefunden, der auf grausamste Weise ermordet wurde. Der Fall scheint rasch zu lösen zu sein, denn der junge Mann hatte synthetische Drogen hergestellt, um sein Budget aufzubessern. Doch bald kommt es zu einem weiteren Mord, der alle bisherigen Vermutungen über den Haufen wirft. Als Gerlach beginnt, das grausame Spiel zu durchschauen, ist es fast zu spät ...
Ein spannender Roman mit einem ungewöhnlich sympathischen Helden, der sich nicht nur ständig in die falschen Frauen verliebt, sondern zudem als allein erziehender Vater von seinen beiden Töchtern in Atem gehalten wird.

Dienstag, 9. Oktober 2012

# 158 # Rezension zu "Der Boss" von Moritz Netenjakob



Moritz Netenjakob

Der Boss

Erschienen am: 12.03.2012
Verlag:
Kiepenheuer & Witsch
Ausgabeart:
Klappenbroschur
Kategorien:
Belletristik / Humor
Seiten: 320
Preis € (D) 14,99 | € (A) | SFR
ISBN: 978-3-462-04387-0

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Klappentext: Daniel wurde von seinen 68er-Eltern zu extremer Toleranz gegenüber fremden Kulturen erzogen. Aber was tun, wenn einen die türkische Großfamilie seiner Traumfrau in den Wahnsinn treibt?
Aylin hat endlich Ja gesagt. Daniel ist am Ziel seiner Träume. Aber auf das, was jetzt passiert, hat ihn niemand vorbereitet: Plötzlich hat er 374 türkische Familienmitglieder. Und die melden sich vier Mal am Tag mit guten Tipps: Wohin die Hochzeitsreise gehen soll, wem er einen Job in seiner Firma verschaffen muss und warum er Tante X anlügen muss, damit Onkel Y nicht beleidigt ist. Seine Eltern sind so ausländerfreundlich, dass es schon wieder diskriminierend ist für sie wäre auch ein Schlag ins Gesicht noch eine interessante kulturelle Erfahrung. Andererseits fehlt ihnen jegliches Feingefühl für türkische Empfindlichkeiten: So wollen sie nicht nur ganz ungezwungen über Sexualität reden, sondern auch als Atheisten mit Aylins moslemischen Eltern zusammen Weihnachten feiern, griechische Oliven essen und moderne Theaterinszenierungen besuchen.Als der traditionsbewusste Onkel Abdullah anreist, Daniel für ihn den Moslem spielen soll und dann auch noch die Hochzeit verschoben werden muss, geht es ums Ganze: Kann eine große Liebe diesen orientalischdeutschen Wahnsinn überstehen?

 
Meine Meinung: Nur noch wenige Wochen und Daniel ist mit seiner Traumfrau verheiratet. Mit der Vorbereitung des großen Ereignisses sind nicht nur die unmittelbaren Familienmitglieder von Aylin, sondern die gesamte Verwandtschaft und Bekanntschaft der Familie Denizoglu beschäftigt. Das gegenseitige Kennenlernen der Familien von Daniel und Aylin gestaltet sich hingegen etwas schwierig, denn mit den Gepflogenheiten und Traditionen der türkischen Familie können sich Daniels Eltern nicht ganz so vereinbaren. Umgekehrt ist es natürlich genauso. Familie Denizoglu kann sich nur schwer mit der Freizügigkeit von Daniels Eltern abfinden. Und so wird Daniel immer klarer, dass er, wenn er Aylin heiratet, die Familie und die Angehörigen mit dazu heiratet.

Moritz Netenjakob hat es auch mit seinem Fortsetzungsroman "Der Boss" geschafft, ein überaus amüsantes Werk zu präsentieren. Die Kulturen, die hier aufeinander prallen, sorgen für genügend Zündstoff und für eine gut ausgereifte Story. Neben dem freizügigen, aber auch teilweise spießigen Verhalten der Deutschen steht im krassen Gegensatz dazu das familiäre und traditionsgebundene Verhalten der Türken. Dass das Ganze nicht ohne gewisse Komplikationen abgeht, versteht sich fast von selbst. Mit viel Witz und einer Spur von Ironie zeigt der Autor, zu welchen Missverständnissen es mit den Verständigungsproblemen kommen kann.
Moritz Netenjakob zeigt, wie aus dem schüchternen und steifen Daniel ein selbstbewusster Mann wird, dem es aber wiederum wegen mancher Verständigungsprobleme schwer gemacht wird, sich treu zu bleiben. Für die Familie tut man eben alles, vor allem, wenn es um die Familie von Aylin geht. Da greift man auch mal zur Notlüge, auch zu zwei oder mehr. Nur dass Daniel damit ein Problem hat, versteht Aylin nicht, sodass die Beziehung schließlich auf eine harte Probe gestellt wird.
Obwohl es zum Ende der Story um sehr viel Herz und Schmerz ging und auch das Auge nicht trocken blieb, ist für mich "Der Boss" wieder ein spritziges und witziges Machwerk, das unbedingt, aber erst nach Macho Man, gelesen werden muss. 

Reihenfolge:

Band 1 - Macho Man
Band 2 - Der Boss

Der Autor: Moritz Netenjakob
Moritz Netenjakob wurde 1970 in Köln geboren. Bevor er die Bühne für sich entdeckte, war er als Comedy-Autor und Gagschreiber tätig, beispielsweise 1992 für die satirische ARD-Show 'Hurra Deutschland', die "Dirk Bach Show", die "Wochenshow" und "Ladykracher". Er schrieb nicht allein Sketche für Kollegen wie Hella von Sinnen, Cordula Stratmann und Bastian Pastewka sondern auch Bücher für Sitcoms wie "Switch" und "Anke". Seit einigen Jahren tritt er selbst erfolgreich als Comedian auf. Er ist regelmäßiger Gast beim "Quatsch Comedy Club" (PRO 7), "Night Wash" (WDR) und geht ab 2006 mit eigenem Programm auf Tour.                                                                                           

Foto  © Marcus Wengenroth



Meine Bewertung:



An dieser Stelle möchte ich mich
recht herzlich beim


für die Bereitstellung dieses
Rezensionsexemplars bedanken.

Sonntag, 7. Oktober 2012

# 157 # Rezension zu "Hypnose" von Sina Beerwald



Sina Beerwald

Hypnose

Erschienen am: 13.08.2012
Verlag:
Heyne
Ausgabeart:
Taschenbuch
Kategorien:
Belletristik / Krimi & Thriller
Seiten: 400
Preis € (D) 8,99 | € (A) 9,30 | SFR 13,50
ISBN: 978-3-453-43636-7

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Klappentext: Ein eiskalter Mord im Freundeskreis. Die Journalistin Inka Mayer hat Zweifel am Geständnis ihrer Freundin Annabel. Inka hegt den Verdacht, dass Annabel das Opfer eines Klinikleiters ist, der unter Hypnose Experimente an ahnungslosen Patienten durchführt – und bei dem sie beide in Behandlung sind. Oder ist Hypnose so harmlos, wie er sie glauben machen will? Irgendwer hat es auch auf die Journalistin abgesehen. Ein Spiel um freien Willen, Wirklichkeit und Paranoia beginnt. Ein Spiel auf Leben und Tod.

Meine Meinung: Inka Mayer hat das schlimmste Erlebnis hinter sich, was sich eine Mutter nur vorstellen kann. Sie hat ihr Kind tot geboren. Für Inka bricht eine Welt zusammen, die sie sich nur mühsam und mithilfe ihres Mannes und Freunde wieder aufbauen kann. Sie hat sich entgegen dem Standpunkt ihres Mannes zu einer Hypnosetherapie entschieden um die Erlebnisse, die ihr wie ein Filmriss entglitten sind, aufarbeiten zu können. Ihr Hypnosearzt und Therapeut Professor Hagedorn ist gleichzeitig der Mann ihrer Frauenärztin Evelyn, die wiederum die Schwester ihrer allerbesten Freundin Annabell ist. Auch Annabell geht es schlecht, denn sie hat ihren über allen geliebten Freund und künftigen Ehemann Jannis ohne jeglichen ersichtlichen Grund bestialisch getötet. Während Inka versucht ihrer Freundin und deren Schwester beizustehen, trifft sie nach langer Zeit wieder auf deren Vater Doktor Brunner, der inzwischen wegen schizophrener Störungen in der psychiatrischen Abteilung lebt bzw. vor sich hin vegetiert. Eine Botschaft des gestörten Vaters lässt Inka aufhorchen und ihre Angst, dass sie jemand töten will, nimmt immer mehr Besitz von ihr.

Sina Beerwald hat mit „Hypnose“ einen verwirrenden und hochgradig spannenden Psychothriller präsentiert, der einen nicht nur fesselt sondern zugleich atemberaubend ist. Die Story ist bis ins Kleinste durchdacht und sehr stimmig. Obwohl sie ihren Plot ziemlich ruhig beginnt, ist schon auf den ersten Seiten eine gewisse Spannung vorhanden, die einen unvermeidlichen Nervenkitzel erzeugt.
Die Autorin scheint sehr aufwendige Recherchen zum Thema „Hypnose“ betrieben zu haben, denn ihre Darstellungen wirken sehr authentisch und lassen den Leser selbst in einen Zustand der Trance schweben, denn man kommt von dem Werk einfach nicht los.
Während Sina Beerwald noch zu Beginn der Handlung die Tragödie um den Tod des Neugeborenen in den Vordergrund stellt, ändert sich die Perspektive schnell, sodass der Mord an Jannis, Annabells künftigen Ehemann, die Oberhand übernimmt.
Die häufigen Perspektivwechsel schaffen zudem, wie es sich für einen Psychothriller gehört, ziemliche Verwirrung. Letztendlich ist dies den Protagonisten, die nicht ganz transparent dargestellt sind, geschuldet. Nicht Einer von ihnen wirkt koscher, im Gegenteil. In jeden Protagonisten vermutet man den potentiellen Mörder und Drahtzieher eines Komplotts, der sich vom Tod des Kindes bis hin zu dem Mord an Jannis zieht. Die zunächst als vertrauenswürdig dargestellten Figuren werden selbst von einem Schatten, der sich Hypnose nennt, begleitet. So ziemlich jede Figur scheint in einen gewissen Zustand der Trance geführt worden zu sein, wobei das Selbsterlernen des Hypnotisierens in diesem Werk, durch die Patientin Inka, etwas einfach demonstriert worden ist.
Es scheint, als seien alle Protagonisten in die Todesfälle verwickelt zu sein. Nach und nach löst sich jedoch der Strudel des Chaos auf und dem Leser erschließen sich die ganzen Zusammenhänge.
Sina Beerwald hat sich in ihrem Thriller nicht nur mit der Hypnose auseinander gesetzt, sondern auch mit weiteren Krankheitsbildern, wie Schizophrenie, Halluzination, Wahn, Sucht etc., wobei gerade hier die Hypnose als Mittel zur Heilung und Aufarbeitung von furchtbaren Erlebnissen dokumentiert worden ist. Dass aber gerade in dieser Story fast ausschließlich Missbrauch an dieser Therapieform betrieben worden ist, stellt sich als Fazit für die Realität als sehr beängstigend dar.

Die Autorin: Sina Beerwald
Sina Beerwald, 1977 in Stuttgart geboren, studierte Wissenschaftliches Bibliothekswesen. Nach ihren erfolgreichen Romanen „Die Goldschmiedin“, „Die Herrin der Zeit“ und „Das blutrote Parfüm“ liegt mit "Das Mädchen und der Leibarzt" nun ihr vierter historischer Roman vor.





 Foto © Sina Beerwald


Meine Bewertung:



An dieser Stelle möchte ich mich
recht herzlich beim


für die Bereitstellung dieses
Rezensionsexemplars bedanken.







Freitag, 5. Oktober 2012

# 156 # Rezension zu "Macho Man" von Moritz Netenjakob



Moritz Netenjakob

Macho Man

Erschienen am: 20.02.2009
Verlag:
Kiepenheuer & Witsch
Ausgabeart:
Klappenbroschur
Kategorien:
Belletristik / Humor
Seiten: 288
Preis € (D) 13,95 | € (A) 14,40 | SFR 19,50
ISBN: 978-3-462-04020-3

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Klappentext: Von den 68ern erzogen, lebte er dreißig Jahre als Weichei. Jetzt verliebt er sich in eine Türkin. Aber wie überlebt ein Frauenversteher in einer Welt voller Machos? Versteh einer die Frauen! Daniel, Anfang 30, ist gerade verlassen worden - und das, obwohl er alles gemacht hat, was seine Freundin wollte. Schließlich haben ihm seine 68er-Eltern beigebracht, Frauen zu achten und zu respektieren. Das hat ihm als Jugendlicher auf Partys sehr geholfen: Während die Mädchen mit den anderen Jungs in der Ecke knutschten, hat er sie geachtet und respektiert. Und einer musste schließlich die ganzen Nudelsalate essen. Um die Trennung zu verdauen, fliegt er in die Türkei, wo sein bester Freund Mark als Animateur arbeitet. Dort passiert ein Wunder: Die bezaubernde Aylin, in die der ganze Club verliebt ist, interessiert sich für ihn. Den Schattenparker. Daniel schwebt im siebten Himmel. Wird aber sehr schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, als er, zurück in Deutschland, Aylins türkische Großfamilie kennenlernt. Soll er nach dem Essen bei den Schwiegereltern in spe spülen helfen? Über Griechen-Witze lachen? Und was tun, als er ins Männercafé eingeladen wird und dann auch noch in die türkische Disco? Moritz Netenjakob zündet in seinem rasanten Comedyroman ein Gagfeuerwerk ohnegleichen - kein Wunder, das Thema ist ein Kracher: Was wollen Frauen wirklich? Beziehungsweise: Wie verhält man sich als Frauenversteher, wenn man sowohl seine Traumfrau respektvoll behandeln als auch vor der türkischen Großfamilie nicht wie ein Waschlappen dastehen will?

Meine Meinung: Daniel Hagenberger ist alles andere als ein Macho. Glück bei Frauen – Fehl am Platz.
Sein Urlaub in der Türkei am Mittelmeer scheint dagegen ganz vielversprechend zu beginnen. Ausgerechnet die hübsche Kinderanimateurin Aylin spricht ihn an; sie verabredet sich sogar mit ihm. Daniel weiß gar nicht, wie ihm geschieht und seine Versuche ein cooler Typ zu sein, schlagen immer wieder fehl. Doch das scheint Aylin überhaupt nicht zu stören. Sie findet ihn sympathisch und scheint sich sogar ein bisschen in ihn verliebt zu haben.
Zurück in Deutschland sehnt sich Daniel nur noch nach seiner Aylin, die aber schon nach wenigen Wochen ihren Job im Hotel kündigt und ebenfalls zurück nach Köln fliegt. Noch am Flughafen entscheidet Aylin, dass Daniel ihre Familie sofort kennen lernen soll. Daniel wird herzlich in die türkische Familie aufgenommen und man spricht sogar schon von Hochzeit. Bis es jedoch so weit kommt, müssen noch jede Menge Steine aus dem Weg gerollt werden.

Moritz Netenjakob hat mich zum Lachen gebracht. Es gab Szenen, da habe ich mich überhaupt nicht mehr richtig davon erholen können. Seine feine satirische, ironische und witzige Art zu schreiben schwappt ohne Probleme auf den Leser über, sodass man in den Sog des Witzes hinein und mitgerissen wird.
Die Protagonisten hat der Autor sehr überzeugend und authentisch dargestellt. Daniel, den man zunächst als sympathischen jungen Mann, aber auch ein klein wenig als Weichei kennen lernt, wandelt sich schließlich mithilfe seines künftigen Schwagers Cem zu einem fast unausstehlichen Macho. Doch Daniel erkennt noch rechtzeitig genug, dass er nur in eine Fassade gepresst worden ist.
Hingegen ist Cem, der Bruder von Daniels geliebter Aylin, die Selbstdarstellung eines echten Machos. Schnelles Auto, cooles Aussehen und von Frauen angehimmelt. Aber auch hier trügt der Schein.
Aylin, die absolut keine Machos ausstehen kann, hat sich in Daniel verliebt, weil er den etwas anderen Mann darstellt.
Dass es dann im Verlauf der Story noch zu einigen Turbulenzen kommt, versteht sich fast von selbst.
Moritz Netenjakob reißt einem beim Lesen einfach mit sich. Man kann das Buch nicht mehr aus der Hand legen, weil man immer wieder nach der nächsten komischen Szene giert. Gekonnt beschreibt er die Widersprüche zweier Kulturkreise, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Doch gerade darin liegt der Witz, in der Widersprüchlichkeit und den Verständigungsproblemen.
„Macho Man“ ist ein Buch zum Abschalten, sich Fallenlassen, einfach nur köstlich.

Der Autor: Moritz Netenjakob
Moritz Netenjakob, geboren 1970, ist einer der gefragtesten deutschen Comedy-Autoren. Er schreibt Fernsehserien wie »Anke«, »Dr. Psycho«, »Stromberg« und war Chefautor von »Wochenshow« und »Switch«. Grimme-Preis 2006. Außerdem lassen sich viele Stars von ihm für ihre Bühnenprogramme beliefern, darunter Cordula Stratmann, Hella von Sinnen und Rüdiger Hoffmann. Mit seinen Kabarettprogrammen »Multiple Sarkasmen« und »Meine dicke, freche türkische Familie« begeistert er Zuschauer und Kritik: »Bestes Solodebüt seit vielen Jahren« (Express). Sein erster Roman »Macho Man« stand monatelang auf der Spiegel-Bestsellerliste.

Foto  © Marcus Wengenroth


Meine Bewertung:

Mittwoch, 3. Oktober 2012

# 155 # Rezension zu "Alles muss versteckt sein" von Wiebke Lorenz



Wiebke Lorenz

Alles muss versteckt sein

Erschienen am: 03.09.2012
Verlag:
BLESSING
Ausgabeart:
Klappenbroschur
Kategorien:
Belletristik / Krimi & Thriller
Seiten: 352
Preis € (D) 15,95 | € (A) 16,40
ISBN: 978-3-89667-469-2

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Klappentext: Was tust du, wenn deine Mordfantasien Wirklichkeit werden?
Ihre Gedanken sind mörderisch, ihre eigene Angst davor unaussprechlich: Nach einem Schicksalsschlag erkrankt Marie an aggressiven Zwangsgedanken, betrachtet sich als Gefahr für sich selbst und andere. Monatelang kämpft sie gegen die grausamen Mordfantasien an, die wie Kobolde durch ihren Kopf spuken, ständig verbunden mit der Panik, sie könne diese furchtbar realen Fantasien eines Tages nicht mehr kontrollieren und in die Tat umsetzen. Und dieser Tag kommt, als Marie neben ihrem toten Freund erwacht, der mit einem Messer auf grausamste Weise niedergemetzelt wurde. Am Ende eines Gerichtsprozesses wird sie aufgrund ihrer Schuldunfähigkeit zum Maßregelvollzug in der forensischen Psychiatrie verurteilt. Dort sucht Marie verzweifelt nach Erinnerungen an die Mordnacht, denn für Marie selbst sind die Geschehnisse wie ausgelöscht. Nur ihr Arzt Jan scheint sie zu verstehen und ihr helfen zu wollen. Aber schon bald wächst in Marie der Verdacht, dass in Wahrheit vielleicht nichts so gewesen ist, wie es scheint …

Meine Meinung: Marie ist Erzieherin und leidet seit dem Unfalltod ihrer Tochter Celia und dem Vertrauensbruch ihres Ehemanns Christopher an Zwangsgedanken. Diese sind mitunter so schlimm, dass sie glaubt, sie könne diese Gedanken in Taten umsetzen. Auf der Suche nach Hilfe wird Marie abgewiesen, sowohl von ihrer Mutter als auch den Ärzten. In ihrer Not begibt sie sich im Internet auf Suche und findet schon bald in einem Forum Unterstützung. Sie lernt Elli kennen, die ebenfalls an Zwangsgedanken leidet und chattet regelmäßig mit ihr, bis sie sich eines Tages verabreden. Doch Elli erscheint nicht. Tief betroffen sucht Marie nach Erklärungen und Antworten. Kurze Zeit darauf beginnt jedoch für Marie wieder die Sonne zu scheinen. Denn durch einen unglücklichen Zusammenstoß mit einer Fahrradfahrerin und der anschließenden Einladung auf Wiedergutmachung lernt Marie den berühmten Schriftsteller Patrick Gerlach kennen. Als sie sich ineinander verlieben scheint für Marie das Leben wieder lebenswert zu sein. Doch der Schein trübt und es sieht so aus, als wolle Marie aus einem ewig dauernden Albtraum nie wieder aufwachen.

Wiebke Lorenz hat mit ihrem Buch "Alles muss versteckt sein" einen etwas anderen Thriller präsentiert, der nicht unbedingt in das Schema eines gewöhnlichen Thrilleraufbaus passt. Allein der Titel macht schon neugierig und man fragt sich, was sich wohl dahinter verbergen mag. Es ist Marie, die sich in einer psychiatrischen Abteilung aufhalten muss, weil sie ihre Zwangsgedanken in die Tat umgesetzt hat. Marie hat einen Menschen bestialisch getötet. Um sich ihrer Gedanken erwehren zu können, kommen ihr die Kinderreime zu Hilfe, die sie bei jeder Gelegenheit vor sich her singt.

„Alles muss versteckt sein“ ist ein Thriller mit psychologischem Hintergrund, der über die Gedankenwelt eines Menschen und dessen Abgründe handelt, der die Zwangsgedanken thematisiert und dem Leser verständlich näher bringt. Dass ausgerechnet die nette und liebenswerte Erzieherin Marie, die Kinder über alles liebt, derartige Gedanken hat, ist kaum vorstellbar. Ständig kämpft Marie gegen den Zwang an, Kindern etwas anzutun, sie zu töten. Beim kleinsten Konflikt kreisen die Gedanken wie ein Dämon um sie herum und versetzen sie in einen Zustand der Angst, dem sie völlig ausgeliefert ist.

Erst nachdem Marie einen Menschen getötet hat, sie für unzurechnungsfähig erklärt und in die geschlossene Abteilung der forensischen Psychiatrie eingewiesen wird, findet Marie sich erst einmal mit ihrem Schicksal ab und kommt etwas zur Ruhe.

Wiebke Lorenz beginnt ihre Handlung ziemlich ruhig, versteht es aber, den Spannungsbogen so aufzubauen und auf einem hohen Niveau zu halten, dass man nicht mehr in der Lage ist, mit dem Lesen aufzuhören. Nach nur wenigen Seiten ist man von der Story dermaßen gepackt, dass man sich in die Protagonisten und deren Tun gut hinein versetzen kann. Die ganze Handlung spielt sich ab, wie ein kleines Kopfkino, das von überraschenden Wendungen nur so gespickt ist.

Sehr interessant fand ich, dass die Autorin nicht nur das Krankheitsbild von Marie aufgezeigt hat, sondern sie lässt auch den Leser an einigen anderen Krankheitsbildern von weiteren psychisch kranken Insassinnen teilhaben. Ganz sympathisch kommt beispielsweise Maries Zimmergenossin, die über eine gespaltene Persönlichkeit verfügt, an.

In ihrer Geschichte zeigt die Autorin immer wieder auf, welch perfides Spiel mit Marie getrieben worden und wie sie durch Lügen und Intrigen in diese Situation gelangt ist. Die Auflösung des ganzen Falls stellt sich für mich zwar etwas unspektakulär, vorhersehbar und konstruiert dar, gab allerdings der Spannung absolut keinen Abbruch.

Fazit: Ein fesselnder und spannender Thriller mit einer raffiniert ausgedachten Story, die von überraschenden Wendungen durchzogen ist und auch nach dem Lesen noch lange begeistert.

Die Autorin: Wiebke Lorenz
Wiebke Lorenz, geboren 1972 in Düsseldorf, studierte in Trier Germanistik, Anglistik und Medienwissenschaft und lebt heute in Hamburg. Sie arbeitet journalistisch für Zeitschriften wie „Cosmopolitan“, schreibt Drehbücher für TV-Filme. Ihre Romane „Liebe, Lügen, Leitartikel“ (2000), „Was? Wäre? Wenn?“ (2003) und "Allerliebste Schwester" (Blessing 2010) waren bei Kritik und Publikum höchst erfolgreich.


Weitere empfehlenswerte Bücher der Autorin:



Meine Bewertung:

 
An dieser Stelle möchte ich mich
recht herzlich beim






für die Bereitstellung des
Rezensionsexemplars bedanken.

Dienstag, 2. Oktober 2012

# 21 # Neues im Bücherregal

Mit 4 neuen Büchern, darunter 3 Rezensionsexemplare beginnt mein Lesemonat September. Neben Krimis und Thriller haben dieses Mal auch 2 Bücher aus dem Genre "Humor" Einzug in mein Bücherregal gehalten. Muss mal wieder sein, allein schon wegen der Abwechslung.


Klappentext: Ihre Gedanken sind mörderisch, ihre eigene Angst davor unaussprechlich: Nach einem Schicksalsschlag erkrankt Marie an aggressiven Zwangsgedanken, betrachtet sich als Gefahr für sich selbst und andere. Monatelang kämpft sie gegen die grausamen Mordfantasien an, die wie Kobolde durch ihren Kopf spuken, ständig verbunden mit der Panik, sie könne diese furchtbar realen Fantasien eines Tages nicht mehr kontrollieren und in die Tat umsetzen. Und dieser Tag kommt, als Marie neben ihrem toten Freund erwacht, der mit einem Messer auf grausamste Weise niedergemetzelt wurde. Am Ende eines Gerichtsprozesses wird sie aufgrund ihrer Schuldunfähigkeit zum Maßregelvollzug in der forensischen Psychiatrie verurteilt. Dort sucht Marie verzweifelt nach Erinnerungen an die Mordnacht, denn für Marie selbst sind die Geschehnisse wie ausgelöscht. Nur ihr Arzt Jan scheint sie zu verstehen und ihr helfen zu wollen. Aber schon bald wächst in Marie der Verdacht, dass in Wahrheit vielleicht nichts so gewesen ist, wie es scheint …

Klappentext: Ein eiskalter Mord im Freundeskreis. Die Journalistin Inka Mayer hat Zweifel am Geständnis ihrer Freundin Annabel. Inka hegt den Verdacht, dass Annabel das Opfer eines Klinikleiters ist, der unter Hypnose Experimente an ahnungslosen Patienten durchführt – und bei dem sie beide in Behandlung sind. Oder ist Hypnose so harmlos, wie er sie glauben machen will? Irgendwer hat es auch auf die Journalistin abgesehen. Ein Spiel um freien Willen, Wirklichkeit und Paranoia beginnt. Ein Spiel auf Leben und Tod. 


Klappentext: Von den 68ern erzogen, lebte er dreißig Jahre als Weichei. Jetzt verliebt er sich in eine Türkin. Aber wie überlebt ein Frauenversteher in einer Welt voller Machos? Versteh einer die Frauen! Daniel, Anfang 30, ist gerade verlassen worden - und das, obwohl er alles gemacht hat, was seine Freundin wollte. Schließlich haben ihm seine 68er-Eltern beigebracht, Frauen zu achten und zu respektieren. Das hat ihm als Jugendlicher auf Partys sehr geholfen: Während die Mädchen mit den anderen Jungs in der Ecke knutschten, hat er sie geachtet und respektiert. Und einer musste schließlich die ganzen Nudelsalate essen. Um die Trennung zu verdauen, fliegt er in die Türkei, wo sein bester Freund Mark als Animateur arbeitet. Dort passiert ein Wunder: Die bezaubernde Aylin, in die der ganze Club verliebt ist, interessiert sich für ihn. Den Schattenparker. Daniel schwebt im siebten Himmel. Wird aber sehr schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, als er, zurück in Deutschland, Aylins türkische Großfamilie kennenlernt. Soll er nach dem Essen bei den Schwiegereltern in spe spülen helfen? Über Griechen-Witze lachen? Und was tun, als er ins Männercafé eingeladen wird und dann auch noch in die türkische Disco? Moritz Netenjakob zündet in seinem rasanten Comedyroman ein Gagfeuerwerk ohnegleichen - kein Wunder, das Thema ist ein Kracher: Was wollen Frauen wirklich? Beziehungsweise: Wie verhält man sich als Frauenversteher, wenn man sowohl seine Traumfrau respektvoll behandeln als auch vor der türkischen Großfamilie nicht wie ein Waschlappen dastehen will?

Klappentext: Ja, ich will den Kulturen-Clash!
Daniel wurde von seinen 68er-Eltern zu extremer Toleranz gegenüber fremden Kulturen erzogen. Aber was tun, wenn einen die türkische Großfamilie seiner Traumfrau in den Wahnsinn treibt?
Aylin hat endlich Ja gesagt. Daniel ist am Ziel seiner Träume. Aber auf das, was jetzt passiert, hat ihn niemand vorbereitet: Plötzlich hat er 374 türkische Familienmitglieder. Und die melden sich vier Mal am Tag mit guten Tipps: Wohin die Hochzeitsreise gehen soll, wem er einen Job in seiner Firma verschaffen muss und warum er Tante X anlügen muss, damit Onkel Y nicht beleidigt ist. Seine Eltern sind so ausländerfreundlich, dass es schon wieder diskriminierend ist für sie wäre auch ein Schlag ins Gesicht noch eine interessante kulturelle Erfahrung. Andererseits fehlt ihnen jegliches Feingefühl für türkische Empfindlichkeiten: So wollen sie nicht nur ganz ungezwungen über Sexualität reden, sondern auch als Atheisten mit Aylins moslemischen Eltern zusammen Weihnachten feiern, griechische Oliven essen und moderne Theaterinszenierungen besuchen.Als der traditionsbewusste Onkel Abdullah anreist, Daniel für ihn den Moslem spielen soll und dann auch noch die Hochzeit verschoben werden muss, geht es ums Ganze: Kann eine große Liebe diesen orientalischdeutschen Wahnsinn überstehen?
Saukomische Situationen, Figuren zum Liebhaben und ohne Ende geniale Pointen Moritz Netenjakob erzählt so witzig und warmherzig vom deutsch-türkischen Kulturclash, dass man am Ende selbst eine türkische Familie haben möchte.



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