Samstag, 30. Juni 2012

Lesestatistik Monat Juni 2012

Diesen Monat habe ich mich mit dem Lesen wahrscheinlich selbst übertroffen. Es waren zu viele gute Bücher, die ich einfach nicht liegen lassen konnte. Ich kann noch nicht einmal wirklich sagen, welches Buch mein absolutes Highlight war. Sie waren alle richtig gut und jedes für sich etwas Besonderes.
Andreas Gruber schreibt super, aber auch Mara Laue hat mich begeistert, nicht zu vergessen die guten Debütanten-Bücher Mission Munroe und Friesensturm. Sündenkreis von Claudia Puhlfürst ist genauso zu empfehlen wie Joey Kellys Dokumentation - Hysterie des Körpers.
Und hier kommt meine Leseliste:
  1. Andreas Gruber - Schwarze Dame - 272 Seiten - Rezension
  2. Birgit Böckli - Friesensturm - 256 Seiten - Rezension
  3. Nane Lenard - SchattenGift - 352 Seiten - Rezension
  4. Andreas Gruber - Die Engelsmühle - 277 Seiten - Rezension
  5. Mara Laue - Schwarze Dame Tod - 237 Seiten - Rezension 
  6. Harry Kämmerer - Die schöne Münchnerin -  304 Seiten - Rezension
  7. Jürgen Rath - Nordhörn- 267 Seiten - Rezension
  8. Fredrika Gers - Die Holzhammermethode - 272 Seiten - Rezension
  9. Mara Laue - Smaragdjungfer - 269 Seiten - Rezension
  10. Monika Peetz - Die Dienstagsfrauen - 320 Seiten - Rezension
  11. Claudia Puhlfürst - Sündenkreis - 416 Seiten - Rezension
  12. Taylor Stevens - Mission Munroe - 448 Seiten - Rezension  
  13. Monika Peetz - Sieben Tage ohne ... - 336 Seiten - Rezension
  14. Jürgen Kummer - Die Wonne, die du liebst ... - 732 Seiten - Rezension 
  15. Laura Brodie - Stimmen in der Nacht - 336 Seiten - Rezension
  16. Tommy Jaud - Resturlaub - 256 Seiten - Rezension
  17. Joey Kelly - Hysterie des Körpers  - 224 - Seiten - Rezension
  18. Heather Graham - Rabentot - 320 Seiten - Rezension 
  19. Bettina Unger - Du rockst, ich roll - 256 Seiten - Rezension
  20. Wulf Dorn - Kalte Stille - 448 Seiten - Rezension 
  21. Tommy Jaud - Millionär - 298 Seiten - Rezension
  22. Andreas Franz - Das Verlies - 464 Seiten - Rezension 

Gelesene Bücher bisher: 84
gelesene Bücher im Juni: 22
gesamt 2012: 106
Gelesene Seiten bisher: 34.040
gelesene Seiten im Juni: 7.360
gesamt 2012: 41.400

durchschnittlich gelesene Seiten pro Buch bisher: 405 Seiten/84 Bücher
durchschnittlich gelesene Seiten pro Buch im Juni: 334 Seiten/22 Bücher
Gesamtdurchschnitt 2012: 390 Seiten pro Buch bei 106 Bücher
durchschnittlich gelesene Seiten pro Tag bisher: 223 Seiten/152 Tage
durchschnittlich gelesene Seiten pro Tag im Juni: 245 Seiten/30Tage
Gesamtdurchschnitt 2012:  227 Seiten pro Tag bei 182 Tage

Mein SuB am 31.12.2011: 57 Bücher + 4 RE 
hinzugekommene Bücher seit 01.01.2012: 45 (bis Mai) +  15 (im Juni)
Mein SuB am 31.05.2012: 27 Bücher + 2 RE
neuer SuB-Bestand am 30.06.2012: 22 Bücher + 0 RE

Challenge-Statistik

Langzeit-Challlenges:

Deutschsprachige Autoren: 62 Autoren mit 101 Bücher - Ende der Challenge - geschafft
Debüt 2011/2012:  22 von 25 Debütromane - Ende der Challenge - leider nicht geschafft
Mira-Verlags-Challenge: 18 von 15 Bücher 
Blanvalet-Challenge: 17 von 20 Bücher
2 von 12 Verlage-Challenge: bisher 20 Verlage mit 35 Bücher
Seiten-Zähl-Challenge: 40.000 Seiten geschafft
Wälzer-Challenge: 14 Bücher
ABC-Challenge: 24 von 26 Buchstaben
Serien-Challenge: 11 begonnene Serien - 4 Serien im Endstand
12 nochmal gelesen:  7 von 12 Bücher

Kurzzeit-Challenge

Ein Sommer in Deutschland-Challenge

# 106 # Rezension zu "Das Verlies" von Andreas Franz - Band 7 der Julia Durant-Reihe


Andreas Franz

Das Verlies

Erschienen am: 01.08.2004
Verlag: Knaur Taschenbuch Verlag
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik / Krimi & Thriller
Seiten: 464
Preis € (D) 9,99 | € (A) 10,30 | SFR 14,90
ISBN: 978-3-426-62445-1

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Klappentext: Der reiche Autohändler Rolf Lura ist offenbar ein allseits beliebter und erfolgreicher Geschäftsmann. Als er eines Tages spurlos verschwindet, wird die Sache zu einem Fall für die Frankfurter Kommissarin Julia Durant und ihr Ermittlungsteam. Sie muss bald erkennen, dass in dieser wohlsituierten Welt der Reichen und Schönen nichts ist wie es scheint: Der skrupellose Erfolgsmensch Lura zeigte sich hinter den Kulissen nicht nur gegenüber seiner Frau Gabriele und seinem 12jährigen Sohn Markus als brutaler und gnadenloser Tyrann, sondern lebte seine Perversionen auch an Angestellten und “Freunden” aus. Doch was ist mit Lura geschehen? Wurde er entführt? Der Fall wird noch mysteriöser, als seine Frau und sein Anwalt ebenfalls verschwinden ...

Meine Meinung: Rolf Lura ist ein reicher Mann und Besitzer eines gut gehenden Autohauses. Sein Konto ist gut gefüllt. Nur deshalb wird vermutet, dass der angeblich sympathische Mann nicht verschwunden, sondern entführt worden ist. Verdächtigt wird seine Ehefrau Gabriele, denn sie wird wenig später zusammen mit dem Anwalt der Familie in eindeutigen Positionen beobachtet. Als auch diese Beiden nicht mehr auftauchen, glaubt die Frankfurter Polizei, dass sich Gabriele und ihr Liebhaber abgesetzt haben. Natürlich nicht, bevor sie den Leichnam von Rolf Lura beseitigt haben.

Wieder einmal ermittelt die Frankfurter Mordkommission unter der Leitung von Julia Durant in dem Fall des vermissten Autohändlers. Obwohl die Indizien für einen Mord nicht ausreichend sind, verlässt sich die Kommissarin Julia Durant wie so oft auf ihr Bauchgefühl. Die fehlenden Hinweise lassen die Kriminalisten in verschiedene Richtungen denken und ermitteln, sodass ein einziges Chaos entsteht. Trotzdem scheinen die wenigen erfolgversprechenden Ansätze das Team auf eine baldige Aufklärung des Falls hoffen.
Die Charaktere in Franz 7. Fall "Das Verlies" erscheinen für Meindafürhalten etwas zu flach und unausgereift. Von dem bekannten Ermittlerduo Julia Durant und Frank Hellmer erfährt man wenig Neues. Es scheint, als entwickeln sich diese im Verlauf der Zeit kein Stück weiter. Lebens- und Essensgewohnheiten sind noch die Gleichen wie in den ersten Folgen von Franz Serie.
Der Plot an sich ist spannend erzählt, man klebt förmlich an den Seiten. Auch überrascht der Autor des Öfteren mit seinen unerwarteten Wendungen.

Meine Bewertung:



# 105 # Rezension zu "Millionär" von Tommy Jaud


Tommy Jaud

Millionär

Erschienen am: 07.11.2008
Verlag: Fischer Taschenbuch Verlag
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik / Humor
Seiten: 298
Preis € (D) 8,99 | € (A) 9,30 | SFR 13,50
ISBN: 978-3-596-17475-1

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Klappentext: »Ein Drittel der Menschheit ist bekloppt. Manchmal ist es auch die Hälfte, das hängt vom Wetter ab. Unsinn? Vielleicht erklärt mir dann ja mal jemand, warum fast alle Fußgänger bei den ersten Regentropfen sofort ein unfassbar blödes Gesicht machen und die Schultern hochziehen. Glauben sie im Ernst, sie würden durch eine dämliche Grimasse auch nur einen einzigen Tropfen weniger Regen abkriegen? Das ist eine rhetorische Frage mit einer sehr, sehr traurigen Antwort: Sie glauben es.«
Simon nörgelt, Simon nervt – aber Simon verbessert die Welt. Glaubt er. Außerdem braucht der inzwischen arbeitslose Vollidiot mal eben 1 Million Euro, um eine nervtötende Nachbarin loszuwerden. In seiner Not entwickelt Simon eine derart abgefahrene Geschäftsidee, dass die Chancen hierfür gar nicht so schlecht stehen.

Meine Meinung: Es geht weiter mit Simon Peters, den man bereits in "Vollidiot" kennen gelernt hat. Inzwischen ist der ehemalige T-Punkt Angestellte arbeitslos und bezieht Unterstützung vom Staat. Während seine Freunde die Karriereleitern nach oben steigen, dümpelt er vor sich hin und hält sich mit etwas unorthodoxen Geldbeschaffungsmaßnahmen auf einem einigermaßen akzeptablen Lebensstandard. Sein Alltag ist bestimmt von Beschwerde schreibenden Briefen, die er an verschiedene Unternehmen richtet und damit seinen Unmut an ihren Produkten bekundet. Dass dann hin und wieder einige Pakete bei ihm eintrudeln, die mit Versöhnungsprodukten gefüllt sind, kommt ihm sehr gelegen, denn diese lassen sich gut in Geld umsetzen.
Auch wenn die Ausbeute nur mager ist und Simon noch immer auf seinen Durchbruch oder die geniale Geschäftsidee wartet, hält die Hoffnung an. Schließlich löst sich wie durch ein Wunder und eher zufällig sein Problem auf recht seltsame Art und Weise.

Tommy Jaud präsentiert mit dem "Millionär" seine Fortsetzung des "Vollidioten" und stellt Simon Peters, wie schon in seinem ersten Band, wieder als eine recht aufgedrehte Figur dar. Wer Bücher von Tommy Jaud liest, kann mit einem hohen Spaßfaktor rechnen. Auch wenn er mit seiner Fortsetzung nicht ganz an das Niveau des "Vollidioten" heran reicht, erwarten den Leser wieder einige amüsante Stunden. Manches wirkt zwar ziemlich aufgesetzt, übertrieben und nicht nachvollziehbar, doch im Ganzen gesehen überwiegt der heitere Teil der Handlung.
Wichtig ist nur, dass sich der Leser fallen und sich von der Story in Besitz nehmen lässt, denn dann ist man auch vom „Millionär“ fasziniert.

Fazit: Ein amüsantes Spektakel um einen recht aufgedrehten jungen Mann, das viel Heiterkeit und gute Laune verspricht.

Der Autor: Tommy Jaud
"Vollidiot" - was für die meisten Menschen ein Schimpfwort ist, müsste in Tommy Jauds Ohren wie Musik klingen. Denn mit "Vollidiot" landete er 2004 seinen ersten Bestseller, dem weitere folgen sollten. Mit "Resturlaub", "Millionär" oder "Hummeldumm" vergrößerte er seine Fangemeinde stetig. Dass er schreiben kann und Witz hat, bewies Jaud, der 1970 in Schweinfurt geboren wurde und heute in Köln lebt, schon Ende der 1990er-Jahre. Damals arbeitete er als Headwriter der Sat.1-"Wochenshow" und Anfang der 2000er-Jahre war er Creative Producer von Anke Engelkes preisgekrönter Sendung "Ladykracher". Dann kam besagter "Vollidiot" und mit ihm der Durchbruch als Schriftsteller.

Meine Bewertung:

Donnerstag, 28. Juni 2012

# 104 # Rezension zu "Kalte Stille" von Wulf Dorn


Wulf Dorn

Kalte Stille

Erschienen am: 12.03.2012
Verlag: Heyne
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik / Krimi & Thriller
Seiten: 448
Preis € (D) 8,99 | € (A) 9,30 | SFR 13,50
ISBN: 978-3-453-26686-5

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Klappentext: Eine Tonbandaufzeichnung, die in abrupter Stille endet – unerträglicher Stille. Mehr ist Jan Forstner von seinem kleinen Bruder nicht geblieben. Vor dreiundzwanzig Jahren ist Sven spurlos verschwunden. In derselben Nacht verunglückte auch sein Vater unter rätselhaften Umständen. Beide Fälle konnten nie aufgeklärt werden. Als Jan gezwungen ist, an den Ort seiner Kindheit zurückzukehren, holt ihn die Vergangenheit wieder ein.

Meine Meinung: 23 Jahre ist es her, seit dem Jan seinen Bruder Sven vermisst. Jan und Sven befanden sich gerade im Stadtpark, als Sven hinter die Büsche verschwand und nie wieder auftauchte. Keine Spur führte nur annähernd in Svens Nähe. Nun ist Jan zurück in seiner alten Heimat und hat gerade seinen Vertrag als angestellter Psychiater in der Waldklinik in Fahlenberg unterschrieben. Hier will er versuchen, erneut auf Svens Spur zu gelangen. Doch was ihn erwartet, damit hätte er nie gerechnet.

Wulf Dorn begibt sich mit seinem zweiten Thriller erneut in die Waldklinik von Fahlenberg. Bereits in „Trigger“ hat man das Anwesen der Psychiatrischen Klinik kennen gelernt und Dank der bildhaften Beschreibung des Autors kann man sie sich ebenso gut vorstellen.
Mit dem Vorsatz, das Verschwinden seines Bruders Sven aufklären zu können, begibt sich Jan nicht nur in die Klinik sondern auch in die Fänge eines Psychopathen. Welchen Schmerz Jan während seiner rastlosen Suche nach Antworten ausgesetzt ist, erfährt der Leser auf sehr eigentümliche und verzwickte Art und Weise.
Unerklärliche Selbstmorde und Morde begleiten Jans Weg, der von der Journalistin Carla Weller unterstützt wird.
Obwohl ich mich in die Handlung nur schwer einfinden konnte, ergab das Finale des Buches einen logischen Schluss. Die Story an sich fand ich spannungsmäßig etwas durchwachsen und konnte mich leider nicht wirklich fesseln.

Fazit: Ein solider Thriller, der viele Rätsel in sich verbirgt und immer wieder mit überraschenden Wendungen aufwartet.

Der Autor: Wulf Dorn
Wulf Dorn, Jahrgang 1969, schreibt seit seinem zwölften Lebensjahr. Seine Kurzgeschichten erschienen in Anthologien und Zeitschriften und wurden mehrfach ausgezeichnet. Mit seinem Debütroman Trigger gelang ihm sofort ein Bestseller, die Verfilmung des Romans befindet sich in Vorbereitung. Inzwischen wurden seine Romane in zahlreiche Sprachen übersetzt.


Meine Bewertung

Mittwoch, 27. Juni 2012

# 103 # Rezension zu "Du rockst, ich roll" von Bettina Unger

Bettina Unger

Du rockst, ich roll

Erschienen am: 21.05.2012
Verlag: Diana
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik / Dokumentation
Seiten: 256
Preis € (D) 16,99 | € (A) 17,50 | SFR 24,50
ISBN: 978-3-453-28534-7

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Klappentext: Als Bettina Unger mit 23 Jahren erfährt, dass sie multiple Sklerose hat, taumelt sie zwischen Verzweiflung und Schockstarre. Doch irgendwann stellt sie sich der unheilbaren Krankheit, beendet ihr Studium, promoviert, lernt, mit dem Rollstuhl zu fahren, und verliebt sich. In ihrem Buch schreibt Bettina Unger voller Humor und messerscharf beobachtend über Höhen und Tiefen eines Lebens, dessen Herausforderung sie jeden Tag neu meistert.
Es beginnt mit einem Schleier auf dem linken Auge. Scheinbar harmlos. Doch die Sehnerventzündung ist nur ein Symptom und die Diagnose wird Bettina Ungers Leben von einem Tag auf den anderen aus den Angeln heben: multiple Sklerose, eine unheilbare Autoimmunerkrankung, Ursache bisher ungeklärt. Bettina ist zu jung, um aufzugeben, und doch bricht die Angst vor der Zukunft über sie herein. Bis sie versteht, dass nur ihr Lebenswille helfen kann. Natürlich hat sie immer wieder Einbrüche, der Rollstuhl, in dem sie mit dreißig sitzt, ist zunächst schrecklich. Aber plötzlich kann sie wieder überallhin fahren, und sie lernt Sandro kennen, den Mann aus Neapel, der sie liebt, egal, wohin sie rollt. Spannend und hoffnungsvoll schreibt die Autorin, wie sie ihr Schicksal annimmt und das Leben auch mit MS genießt.

Meine Meinung: Sie ist unheilbar krank. Sie hat Multiple Sklerose und trotzdem einen starken Lebenswillen. Bettina Unger hat gelernt, mit ihrer Krankheit umzugehen, auch wenn es ihr anfangs gar nicht leicht fiel.
Ihre Geschichte beginnt im Jahr 1991, als sich erste Anzeichen der Krankheit bemerkbar machten. Bettina und Kalle hatten es sich gerade vor dem Fernseher gemütlich gemacht als sie meinte, sie könne auf dem linken Auge nichts mehr sehen. Der darauf folgende Arztbesuch brachte keine großen Erkenntnisse. Erst durch die Unterhaltung mit ihrem Vater kamen Vermutungen auf, die sich in der Folge nach einer Odyssee von Arztbesuchen nach mehr als 2 Jahren bestätigen sollten. Doch bis dahin wurden die körperlichen Bewegungen von Tag zu Tag anstrengender. Schübe bestimmten in der Folge ihr Leben, die in immer kürzeren Abständen auftraten und Lähmungserscheinungen mit sich brachten. Die Einnahme von Medikamenten stabilisierte ihren Zustand kaum. Im Gegenteil, neben den körperlichen Einschränkungen musste sie nun auch mit einer enormen Gewichtszunahme fertig werden. 
Ihr Traum, in Paris studieren und arbeiten zu können, endete im Jahr 1995 abrupt, als die Krankheit sich zunehmends verschlimmerte. Zurück in Berlin begann sie eine Therapie und lernte ihr Leben auf MS ein- und umzustellen.

Bettina Unger hat in ihrem Buch „Du rockst, ich roll“ ihren Leidensweg vom Feststellen der ersten Symptome über das Erkennen der Krankheit und dem Leben damit sehr ausführlich dargestellt. Es ist wohl für einen gesunden Menschen schwer vorstellbar, was sich dahinter verbirgt. Genauso schwierig finde ich allerdings, mehr als 250 Seiten über diese Krankheit zu lesen. Eigentlich kam ich mir vor, als würde ich in einem Wartezimmer eines Arztes sitzen und mich von einem Patienten über die Historie seiner Krankheit berieseln lassen. Genauso waren meine Empfindungen, als ich die Geschichte von Bettina las. Sicherlich ist das eine schwer vorstellbare Last, die Bettina mit sich herum tragen muss, aber der AHA-Effekt, wie sie gelernt hat, mit der Krankheit umzugehen, kam mir einfach zu kurz. Ich fand es wirklich toll, dass Bettina trotz ihres Handicaps einen sympathischen Mann, der sie liebt, kennen gelernt hat und er ihr dadurch den Lebenswillen zurück gebracht hat. Aber was ist mit den Menschen, denen dieses Glück nicht begegnet? Was würde Bettina diesen Menschen mit auf den Weg geben?

Fazit: Eine Geschichte, die sich um die Aufarbeitung und dem Verlauf einer unheilbaren Krankheit dreht und einen objektiven Überblick über das Krankheitsbild bietet.
 
Bettina Unger
Die Autorin: Bettina Unger
1968 in einer süddeutschen Kleinstadt geboren, erkrankt 1991 an Multiple Sklerose. Noch während ihrer Promotion lernt sie 2001 den Italiener Sandro in Berlin kennen und zieht mit ihm zusammen. Zwei Jahre später ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin in Dortmund und pendelt, bis sie 2009 bei dem Bildungsträger LIFE e.V. eine Stelle erhält und Projekte zur Qualifizierung von Frauen betreut.

Meine Bewertung:

An dieser Stelle möchte ich mich
recht herzlich beim
Verlag: Diana


für die Bereitstellung dieses
Rezensionsexemplars bedanken.

Dienstag, 26. Juni 2012

# 102 # Rezension zu "Rabentot" von Heather Graham


Heather Graham

Rabentot

Erschienen am: 10.04.2012
Verlag: Mira Taschenbuch Verlag
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik / Krimi & Thriller
Seiten: 320
Preis € (D) 8,99 | € (A) 9,30 | SFR 13,50
ISBN: 978-3-86278-311-3

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Klappentext: Ein Serienkiller, der nach Edgar Allan Poes Geschichten mordet und ganz New York in Atem hält und Genevieve O Brien, die ihre Mutter retten will und selbst in tödliche Gefahr gerät."Sprach der Rabe: Stirb!"
New York: Ein Serienmörder hinterlässt bei seinen Opfern eine mysteriöse Botschaft. Genevieve O Brien ist besorgt: Hat er es auf die Mitglieder der Edgar-Allan-Poe-Gesellschaft abgesehen, die sich "Raben" nennen? Dann wäre auch ihre Mutter in höchster Gefahr. Genevieve engagiert den smarten Privatdetektiv Joe Connolly, ohne sich einzugestehen, dass sie noch etwas anderes von ihm will ...
Gemeinsam jagen sie den skrupellosen Killer, nicht ahnend, dass er jeden ihrer Schritte beobachtet. Da bekommt Joe auf einmal schreckliche Albträume und Hilfe von völlig unerwarteter Seite.

Meine Meinung: Joe Connolly ist sich absolut sicher, dass der Tote, den er aus dem verunfallten Wagen gezogen hat, gelebt und ihn gebeten hat, seine Tochter, die auf der Rückbank saß, zu retten. Dass alle an seinen Worten zweifeln, verunsichert ihn selbst auch. Hat er das nur geträumt?
Der Tote war Mitglied der Edgar-Allan-Poe-Gesellschaft und nicht der Erste, der aus dieser Gemeinschaft sterben musste. Genevieve O´Brien, die Joe als Privatdetektiven engagiert hat, soll sich um die mysteriösen Todesfälle kümmern, da sie um das Leben ihrer Mutter fürchtet, die ebenfalls Mitglied dieses Clubs ist.
Doch Joes Engagement richtet sich oftmals an die attraktive Tochter, dessen Gefühle sie sich nicht entgegen stellen kann.

Eigentlich lässt der Klappentext von „Rabentot“ auf einen spannenden und aufregenden Thriller hoffen. Was ich zu lesen bekam, war für Meindafürhalten ein Krimi, der von Geistern und Übernatürlichem dominiert wurde. Von daher hatte ich mit diesem Werk schon meine Probleme, da ich diesen übersinnlichen Aktivitäten nichts abgewinnen kann. Somit wurde „Rabentot“ für mich eine eher schwere Kost. Um richtig in den Plot einsteigen zu können, musste ich die ersten Seiten sogar zweimal lesen. Der Zusammenhang der Handlung erschloss sich mir nicht wirklich, bis ich feststellte, dass es sich bei diesem Thriller um die Fortsetzung von „Hastings House“ handelt, das ich leider nicht kenne. Von daher ist es wirklich ratsam, diesen Teil der Serie unbedingt vor Rabentot zu lesen.
Die Story an sich fand ich etwas langatmig erzählt, da sich die Anstrengungen des Privatdetektivs, dem Mörder auf die Spur zu kommen, doch in Grenzen hielten. Dafür wurde das Liebesleben ausführlicher dargestellt.
Der Plot wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, sowohl aus der Sicht von Joe, dem Privatdetektiv als auch aus der Sicht von Genevieve. So ist einem möglich, sich gut in das Privatleben der Protagonisten und deren Gefühlswelt hinein versetzen zu können.
Den Schreibstil von Heather Graham finde ich sehr gewöhnungsbedürftig, etwas zu eckig, schwafelig und oberflächlich.

Natürlich muss ich zugeben, dass ich mit meiner Wahl „Rabentot“ zu lesen, etwas daneben lag, da ich mich mit dem Übersinnlichen, Geistern etc. absolut schwer tue.
Es ist eine reine Geschmackssache und wie so oft eine subjektive Betrachtungsweise. Deshalb empfehle ich Euch eher die Rezensionen von Belles Leseinsel oder Sky´s Buchrezensionen zu lesen, die ich im Nachgang zu meiner Rezension gelesen habe, und des Leser Geschmack mit Interesse an Übernatürlichen besser trifft.

Die Autorin: Heather Graham
Heather Graham stammt aus Florida und bereiste Europa, Asien und Afrika, bevor sie sich der Schriftstellerei widmete. 1982 veröffentlichte sie ihren ersten Roman und hat seitdem zahlreiche Auszeichnungen für ihre Werke erhalten, die in 15 Sprachen übersetzt wurden. Ihre Romane erscheinen regelmäßig auf den amerikanischen Bestsellerlisten.


Meine Bewertung:


An dieser Stelle möchte ich mich
recht herzlich beim

 

für die Bereitstellung dieses
Rezensionsexemplars bedanken.

Sonntag, 24. Juni 2012

# 101 # Rezension zu "Hysterie des Körpers" von Joey Kelly


Joey Kelly

Hysterie des Körpers
Der Lauf meines Lebens

Erschienen am: 01.10.2011
Verlag: rororo
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Dokumentation
Seiten: 224
Preis € (D) 9,99 | € (A) 10,30 | SFR 14,90
ISBN: 978-3-499-62810-4

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Klappentext: Zu Fuß von Wilhelmshaven bis zur 2962 Meter hohen Zugspitze – mit diesem Ziel schlägt sich Joey Kelly durch die «Wildnis» Deutschlands: Er übernachtet draußen unter einer Plane, trinkt und isst nur, was die Natur ihm bietet, und marschiert pro Tag im Schnitt mehr als einen Marathon. Wetter und Einsamkeit sind seine stetigen Begleiter. Hunger und Durst treiben ihn an den Rand der Verzweiflung. Doch am Ende besiegt Joey Kelly die Hysterie seines Körpers und steht nach knapp drei Wochen und 900
Kilometern auf der Zugspitze. Der Lauf seines Lebens – ein einzigartiger Erlebnisbericht.

Meine Meinung: Der Name Joey Kelly als Mitglied der Band „Kelly Family“ hat sich nicht nur mit seiner Musik in die Köpfe seiner Fans gehämmert, sondern auch als Sportler. Doch er gilt nicht nur als einfacher Sportler, sondern er gehört zu der Riege der Extremsportler. Marathons, Ultra-Marathons, Ironmans, Wüstenläufe u.v.m. gehören zu seinem fast alltäglichen Repertoire. Sich neuen Herausforderungen zu stellen, dafür ist mittlerweile Joey Kelly bekannt. Und nicht selten lässt er sich von den Medien begleiten, die dann von seinen Qualen und großen Erfolgen berichten.
In seinem Buch „Hysterie des Körpers“ erzählt er von einer ganz anderen Herausforderung, die er im September 2010 startete. Seine Idee war es, ohne einen Cent in der Tasche und ohne Proviant Deutschland zu Fuß zu durchqueren. Seinen 900 km langen Fußmarsch, den er in Wilhelmshaven begann und nach knapp 18 Tagen auf der Zugspitze enden ließ, dokumentiert er, neben kleinen Geschichten aus seiner aktiven Musikerzeit, akribisch in seinem Buch. Das Restaurant, das er besuchte, war die Natur, denn er wollte sich nur von dem ernähren, was die Natur hergab.
Obwohl er schon während seiner Vorbereitungszeit, in der er sich einige Kilos angefuttert hatte – er nannte es sogar angefressen -, merkte, dass die Zeit, die er für seinen Trip gewählt hatte, nicht gerade die Beste war, ließ er vom seinem Plan nicht ab. Abgeerntete Felder und ordentliche Gärten und Straßenränder, die keine essbaren Güter hergaben, zehrten schon nach wenigen Stunden an seinen Kräften. Doch Joey Kelly, der das Wort AUFGEBEN nicht kennt, biss sich durch seinen Weg. Kartoffel, Kartoffeln und nochmals Kartoffeln, das war seine magere Ausbeute und sein tägliches Mahl. Seine Kräfte schwanden von Tag zu Tag. Sein Limit, mindestens 50 Kilometer am Tag zu laufen, fiel ihm von Anfang an schwer. Täglich trennte er sich von unnötigem Ballast, den er mit sich herum schleppte, sodass zum Schluss nur noch wenige Sachen übrig blieben. Er selbst zwang sich täglich von Neuem, seinen Weg weiter zu laufen und wurde schließlich am 18. Tag auf dem Gipfel der Zugspitze von seinen Qualen befreit, aber von einer Hysterie an Freude und Tränen belohnt.

Mit großer Begeisterung verfolge ich schon lange den Weg von Joey Kelly als Extremsportler und seine Motivation, die dahinter steckt. Als Bandmitglied der Kelly Family war mir Joeys Name bekannt, doch als Sportler ist Joey Kelly ebenfalls schon lange ein großer Name. In seinem Buch erzählt er nicht nur seinen beschwerlichen Weg von Wilhelmshaven bis zur Zugspitze sondern auch den gleichermaßen beschwerlichen Weg vom Straßenmusikanten bis hin zum Weltmusiker. Der Erfolg der Kelly Family lag buchstäblich auf der Straße, doch der Weg bis zum Weltruhm kostete viele Nerven und Erfahrungen.
Als würde mir Joey Kelly gegenübersitzen erzählt er seine Lebensgeschichte, die von vielen Erfolgen und einigen traurigen Anlässen begleitet worden ist. Sein Schreibstil ist relativ unverblümt und sehr direkt, was ihn mir sehr sympathisch macht. Als Leser erfährt man viel von den Höhen und Tiefen der Karriere sowohl als Musiker als auch Sportler.
„Hysterie des Körpers“ ist nicht nur eine interessante Dokumentation Joeys Lauf quer durch Deutschland sondern auch eine kleine Autobiografie, die mit einigen Fotos vervollkommnet worden ist.

Fazit: Eine interessante und sehr unterhaltsame, spannend geschriebene Dokumentation, die sogar einige humoristische Einlagen in sich birgt. Sehr empfehlenswert!

Der Autor: Joey Kelly
Joey Kelly, 1972 bei Toledo, Spanien, geboren, wurde zunächst als Bandmitglied der Kelly Family bekannt. Die Erfolge der irisch-amerikanischen Großfamilie, die als Straßenmusiker ihre Karriere begannen, sind legendär. Über zehn Jahre managte Joey Kelly als Geschäftsführer das Familienunternehmen. Heute tritt er als begeisterter Sportler in Erscheinung und reist in die exotischsten Ecken der Welt, um sich den härtesten Ultra-Wettkämpfen zu stellen: vom Ultraman auf Hawaii über den Badwater Run im Death Valley bis hin zum Bike-Rennen «Race Across America». Unzählige Rekorde hat er bereits dabei gebrochen, u. a. absolvierte er die acht größten Ironman innerhalb von zwölf Monaten.


Meine Bewertung:



Samstag, 23. Juni 2012

# 100 # Rezension zu "Resturlaub" von Tommy Jaud


Tommy Jaud

Resturlaub

Erschienen am: 03.12.2006
Verlag: Scherz
Ausgabeart: Broschur
Kategorien: Belletristik / Humor
Seiten: 256
Preis € (D) 12,90
ISBN: 978-3-502-11004-2

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Klappentext: Seine Eltern wollen, dass er endlich ein Haus baut.
Seine Freundin will endlich ein Kind.
Und seine Freunde wollen zum elften Mal nach Mallorca.
Doch Pitschi Greulich hat einen ganz anderen Plan.
Eine ziemlich komische Geschichte über einen 37-jährigen Braurei-Mananger, der ausgerechnet am Ende der Welt das sucht, was er zu Haus längst hatte.

Meine Meinung: Peter Greulich, von seinen Freunden auch "Pitschi" genannt, hat die Nase voll. Er soll immer das machen, was die Anderen wollen. Was er will, danach fragt keiner. Alle wollen nach Mallorca fliegen, er nicht. Noch im Flughafengebäude, als alles drunter und drüber geht bucht er seine eigene Urlaubsreise nach Argentinien, um es sich mal richtig gut gehen zu lassen. Schon immer mal wollte er in das schöne sonnige Urlaubsland. Das einzige was er nicht berechnet hat, ist, dass es auf der Südhalbkugel des Globus gerade Winter ist. Etwas zerknirscht beginnt Pitschis Urlaub im winterlichen Buenos Aires, der ihn in ein etwas herunter gekommenes Zimmer in einer WG führt. Ausgerechnet dort trifft Pitschi auf die Bamberger Studentin "Keks". Sein Plan, sich von der alten Heimat zu befreien, scheitert schon am Anfang. Ein Spanisch-Kurs soll ihm helfen, sein altes Leben abzuschütteln. Doch mit der hübschen Lehrerin Luna beginnt dann erst so richtig das Chaos.

Wer auf Bücher mit humoristischen und ironischen Einlagen steht, fährt mit "Resturlaub" absolut richtig. Dieses Buch hat mir wieder einige unterhaltsame Stunden beschert, die noch lange nachhallen sollten.
Figuren und Charaktere sind dem Autor einfach gut gelungen. Sein Schreibstil ist witzig und nur so mit Pointen durchsät.
Ohne viel verraten zu wollen, kann ich nur sagen, holt euch das Buch und lest es selber. Für mich war es ein absolutes Highlight aus dem Genre Humor.

Der Autor: Tommy Jaud
"Vollidiot" - was für die meisten Menschen ein Schimpfwort ist, müsste in Tommy Jauds Ohren wie Musik klingen. Denn mit "Vollidiot" landete er 2004 seinen ersten Bestseller, dem weitere folgen sollten. Mit "Resturlaub", "Millionär" oder "Hummeldumm" vergrößerte er seine Fangemeinde stetig. Dass er schreiben kann und Witz hat, bewies Jaud, der 1970 in Schweinfurt geboren wurde und heute in Köln lebt, schon Ende der 1990er-Jahre. Damals arbeitete er als Headwriter der Sat.1-"Wochenshow" und Anfang der 2000er-Jahre war er Creative Producer von Anke Engelkes preisgekrönter Sendung "Ladykracher". Dann kam besagter "Vollidiot" und mit ihm der Durchbruch als Schriftsteller.

Meine Bewertung:


Donnerstag, 21. Juni 2012

# 99 # Rezension zu "Die Wonne, die du liebst ..." von Jürgen Kummer


Jürgen Kummer

Die Wonne, die du liebst …

Erschienen am: 01.01.2011
Verlag: Massurgo
Ausgabeart: Gebundene Ausgabe
Kategorien: Fantasy & Science Fiction
Seiten: 732
Preis € (D) 21,90
ISBN: 978-3-939-92750-0

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Klappentext: Die Wonne, die Du liebst... ist eine turbulente Reise durch Zeit und Raum, voller skurriler und liebenswerter Gestalten mit grünem Fell und riesigen Nasen. Obwohl die tapferen Zeitreisenden ständig in abenteuerliche Situationen geraten, vergessen sie nie, angemessen und opulent zu speisen. Die Wonne, die Du liebst... ist ein phantastischer Roman, jenseits aller Klischees von SF und Fantasy. Er entführt den Leser auf den 258 Lichtjahre von uns entfernten Planeten Massurgo, in die Welt der Wonnewusel. Regiert von ihrem allzeit beliebten Wonnarchen, Kingsize XIV, führen die Bewohner Massurgos ein Dasein in Müßiggang und Zufriedenheit, bis zu jenem schicksalhaften Tag, als es dem Forscher Krai Oftschoi gelingt, in die Zeit zu reisen. Krais Tochter Song überredet den verliebten Catering-Novizen Wonnefried, sich ebenfalls in die Abgründe der Zeit zu stürzen, um ihren Vater zurück zu holen. Die Zeitreisenden landen in der hochtechnisierten Gesellschaft ihrer Ahnen. Sie geraten alsbald in die Fänge des Ministeriums für Planetare Angelegenheiten (MPA) und zwischen sämtliche Fronten. Dabei werden sie Zeugen des ersten Raumfluges ihrer Vorfahren, der mit einem sensationellen Fund endet. Doch wie sollen sie es schaffen, dieses dunkle Zeitalter wieder zu verlassen? In ihrer ausweglos scheinenden Situation kommt ihnen Vickerma, ein tapferer Pilot der Luftflotte Seiner Wonne zu Hilfe. Die Dämonen der Vergangenheit lassen sich jedoch nicht so leicht abschütteln... Begleiten Sie die Cateringkarawanen der Wonnewusel auf ihren Wanderungen durch die Wälder Massurgos. Erleben Sie gefährliche Groompfhatzen und rauschende Feste am Hof seiner Wonne, Kingsize XIV. Reisen Sie auf einem Chronohupf in die Abgründe der Zeit und vergessen Sie einfach für eine Weile die Welt, in der wir leben.

Meine Meinung: „Die Wonne, die du liebst …“ von Jürgen Kummer hat mich persönlich in eine völlig neue Genre-Welt versetzt. Für dieses Buch habe ich einige Zeit mehr zum Lesen gebraucht, als für mich üblich ist. Aber nicht weil das Buch schlecht, sondern weil das Genre wirklich für mich ungewohnt war. Ausgerechnet ich, die noch nie einen Fantasy-Roman gelesen hat, keine Zeile von „Harry Potter“ oder “Herr der Ringe“ kennt. Also habe ich mich in das Abenteuer der Wonnewusel gestürzt um das moderne Märchen für Erwachsene zu ergründen.
Die ersten Seiten habe ich gleich zweimal lesen müssen, da ich überhaupt nicht zu recht kam, da ich in eine Welt hinein katapultiert wurde, die einfach ganz neu für mich war. Um das besser verstehen zu können, musste ich mir dann auch, bitte nicht lachen, alles aufzeichnen, was ich gelesen habe. 
Und dann war alles viel einfacher. Taim Isonmaisaid und die vielen Anderen, die mich in ihr Geheimnis einweihten, wurden mir von Seite zu Seite vertrauter.
Nie hätte ich geglaubt, dass mich die ersten Seiten so mitreißen würden und trotzdem tat ich mich schwer mit der Handlung. Obwohl ich mich des Öfteren dabei ertappte schmunzeln zu müssen oder auch mal träumte, so frei und ungezwungen zu denken und zu leben, wie die Wusels, fiel es mir schwer, mich mit dem Buch zu identifizieren.
Was mir jedoch besonders gefiel, waren die vielen Sprüche, die den Plot begleiteten, wie beispielsweise ganz zum Anfang „Das große Fressen ist nun um, stell dich jetzt der Muschterung“.
Die Figuren sind alle Fantasieobjekte und nur vorstellbar wenn man selbst auch eine genügende Portion davon besitzt.
Der Schreibstil des Autors ist genauso phantasiebehaftet wie die ganze Handlung. Die vielen Bezeichnungen für irgendwelche Gegenstände und sonstige Dinge sind schon sehr gewöhnungsbedürftig.
Letztendlich muss ich aber zugeben, dass ich riesengroßen Respekt vor dem Autor und seinem Werk habe, denn er ist von seinem Schema nicht einmal abgedriftet. Durchweg hat er diesen Schreibstil beibehalten und den Leser in ein Reich der Fantasie eindringen lassen.

Der Autor: Jürgen Kummer
Jürgen Kummer, Jahrgang 1959 und nach dem Abitur 1980 etwas orientierungslos. Er studierte zunächst ein paar Semester Germanistik. Danach kam eine Ausbildung zum Buchhändler und Fachkaufmann für Marketing und dann, wie eine Keule, das Berufsleben als solches.
Da Filme zu drehen zu teuer und zu aufwendig erschien und man beim Schreiben nur einen Computer und Zeit braucht, um seine Fantasien auszuleben, hat sich Jürgen Kummer für Letzteres entschieden.
Das Ganze in einem eigenen Verlag zu machen war der beste Weg zu veröffentlichen, ohne vorher Klingeln putzen zu müssen.

Meine Bewertung:

An dieser Stelle möchte ich mich
recht herzlich beim
Verlag: Massurgo
und beim Autor: Jürgen Kummer
für die Bereitstellung dieses
Rezensionsexemplars bedanken.

Mittwoch, 20. Juni 2012

# 98 # Rezension zu "Stimmen in der Nacht" von Laura Brodie


Laura Brodie

Stimmen in der Nacht

Erschienen am: 01.06.2012
Verlag: dtv
Ausgabeart: Klappenbroschur
Kategorien: Belletristik / Roman
Seiten: 336
Preis € (D) 14,90 | € (A) 15,40
ISBN: 978-3-423-24912-9

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Klappentext: Eine harmlose Studentenparty in einer kleinen amerikanischen Universitätsstadt endet mit einem Ausbruch von Gewalt im Haus der Dozentin Emma. Ihre kleine Tochter Maggie hat alles mit angesehen.
Zehn Jahre später kommen die Erlebnisse von damals wieder hoch: Maggie, inzwischen fünfzehn, wird von alten Albträumen gequält, hat Probleme in der Schule, schwänzt den Unterricht. Sie selbst weiß nur, dass ihr ihre neue Mathelehrerin, die ihr nie ins Gesicht sieht, unheimlich ist. Warum löst Grace, die Lehrerin, die altbekannten Ängste in Maggie aus, die längst überwunden schienen? Und was ist vor zehn Jahren wirklich geschehen?

Meine Meinung: Unweit vom Haus der Professorin Emma Greene ist eine kleine Studentenparty in Gange. Sie endet mit dem Verlangen von Kyle, Jacob und Sandra, die Professorin im Haus aufzusuchen. Unter dem Vorwand, einem dringenden menschlichen Bedürfnis nachgehen zu wollen, verschaffen sich die drei Studenten gewaltsam den Zutritt. Während Kyle und Sandra in den Räumen von Emma schnüffeln und sich so manchen Dingen bedienen, versucht sich Emma den Handgriffen von Jacob zu erwehren. Es kommt zu einem blutigen Gerangel, das nur einer von ihnen überleben sollte.
Während Maggie, die 5jährige Tochter von Emma, Zeugin dieser Tat wird, verlassen die beiden anderen Studenten fluchtartig das Haus ohne Hilfe herbei gerufen zu haben.

Während ich zu Beginn der Handlung noch glaubte, es handle sich bei „Stimmen in der Nacht“ um einen Thriller, änderte sich meine Meinung schnell. Keine Anzeichen davon, dass sich Polizei oder FBI mit diesem Mord befassen sollte. Im Gegenteil, Laura Brodie erzählt über die Folgen, die aus der Nacht resultierten. Die Geschichte, die nach dem grandiosen Prologeinstieg beschrieben wird, handelt von Maggies Albträumen, die inzwischen als 15jährige Teenagerin eine Highschool besucht und in ihrer Mathelehrerin Grace Murdock eine Person erkennt, die ihr Leben in den vergangenen 9 Jahren maßgeblich mit verändert hat. Nicht nur dass Maggies Familie auseinander gerissen wurde, scheint ihr Vater mit der Erziehung von Maggie auch noch überfordert zu sein. Zudem wird sie immer noch von den Einwohnern des Ortes mit einem gewissen Blick der Schuldigkeit angesehen. Dass Maggie dadurch sehr in sich zurück gezogen ist, überrascht nicht wirklich.

Sehr einfühlsam beschreibt die Autorin das Leben von Maggie, ihre Gedanken und Gefühle und wie sie mit der Tat, die vor 9 Jahren geschah, umgeht. Mit einer fast vorhersehbaren aber trotzdem außergewöhnlichen Wendung der Story überrascht sie auch den Leser.

Obwohl hin und wieder Längen den Plot begleiten, ist die Handlung dennoch sehr interessant und dramatisch erzählt. In der Beschreibung ihrer Figuren hätte ich mir gern etwas mehr Details gewünscht, denn von so manchen Protagonisten konnte ich mir überhaupt keine Vorstellung machen. Zwar geht Brodie auf jede einzelne Figur, die an der blutigen Tat in gewisser Weise mit beteiligt war, charakterlich ein, jedoch fehlt es an bestimmten Hinweisen, die einem die Figur bildlich besser darstellen lassen könnte.

Der Schreibstil der Autorin ist teilweise etwas ruppig, aber dennoch angenehm zu lesen. Man kommt sehr gut voran und hofft von Seite zu Seite, dass noch etwas Überraschendes passiert. Das Buch endet eher mit einem etwas langweiligen Happy End.

Fazit: „Stimmen in der Nacht“ ist ein solider und ruhiger Roman mit einer Spur von Thrill zu Beginn der Handlung und einem bewegenden und feinfühligen Mittelteil, das leider in einem etwas einfallslosen Happy End endet.

Die Autorin: Laura Brodie
Laura Brodie studierte Englisch in Harvard und lebt mit ihrem Mann und ihren drei Töchtern in Lexington, Virginia. Sie ist Professorin für Englisch an der Washington and Lee University. ›Ich weiß, du bist hier‹ (dtv 24785 und dtv 21313), ihr erster Roman, wurde mit dem Faulkner Society Grant for Best Novel-in-Progress ausgezeichnet und war in Deutschland ein Bestseller.



Meine Bewertung:


An dieser Stelle möchte ich mich
recht herzlich beim
Verlag: dtv
für die Bereitstellung dieses
Rezensionsexemplars bedanken.

Montag, 18. Juni 2012

# 97 # Rezension zu "Sieben Tage ohne" von Monika Peetz


Monika Peetz

Sieben Tage ohne

Erschienen am: 14.05.2012
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik / Frauenroman
Seiten: 336
Preis € (D) 9,99 | € (A) 10,30 | SFR 14,90
ISBN: 978-3-462-04410-2

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Klappentext: Die Fortsetzung des Bestsellers "Die Dienstagsfrauen" Die Dienstagsfrauen gehen fasten. Fünf ungleiche Freundinnen, ein gemeinsames Ziel: Entschleunigen, entschlacken, abspecken, so lautet das Gebot der Stunde. Zu ihrem jährlichen Ausflug checken die Dienstagsfrauen im einsam gelegenen Burghotel Achenkirch zum Heilfasten ein. Sieben Tage ohne Ablenkung. Kein Telefon, kein Internet, keine Männer, keine familiären Anforderungen und beruflichen Verpflichtungen. Leider auch sieben Tage ohne Essen. Theoretisch jedenfalls. Quälender Heißhunger, starre Regeln und nachreisende Probleme führen zu immer neuen Heimlichkeiten und gefährden jeden Therapieerfolg. Statt Entspannung gibt es Missverständnisse, Streit und schlaflose Nächte. Die schwerste Prüfung jedoch steht Eva bevor. Hinter den dicken Burgmauern begibt sie sich auf die Suche nach ihrem unbekannten Vater. Sie entdeckt, dass man manche Familiengeheimnisse besser ruhen ließe…

Meine Meinung: Sie kennen sich nun schon 16 Jahre und treffen sich einmal monatlich jeden ersten Dienstag in ihrem Lieblingsrestaurant „Le Jardin“. Kiki, Judith, Caroline, Eva und Estelle – 5 Freundinnen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.
Das jetzt anstehende Treffen ist für alle etwas Besonderes, denn es geht um ihre anstehende Fahrt, die sie einmal im Jahr durchführen. Zum Erstaunen der übrigen 4 Frauen kommt Eva zum ersten Mal mit einem eigenen Vorschlag, der auch ziemlich bestimmt und nicht ganz selbstlos von ihr angekündigt wird. Denn Eva ist der Meinung, man müsste mal Entschlacken und Entschleunigen und da wäre eine Heilfastenkur genau das Richtige. Da sich Eva schon ausgiebig damit befasst hat, weiß sie auch, wo sie ihre Kölner Freundinnen hin führen wird. Das Altmühltal, im tiefsten Bayern, verspricht auf der Burg Achenkirch für Alle die körperliche und geistige Selbstfindung.
Ohne große Diskussionen willigen die Frauen ein, denn jede Einzelne hat ihre eigenen Gründe für die Fastenkur. Estelle, die sich endlich in ihren neuem Chanel-Kostüm sieht, Kiki, die nach der Geburt ihrer Tochter Greta noch einige Pfunde abzuspecken hat, Judith, die ihren Körper reinigen will, Caroline, die Zeit für sich braucht um in Erfahrung zu bringen, was sie wirklich will und Eva, die heraus finden will, wer ihr Vater ist.

Wer kennt sie nicht, die Dienstagsfrauen? 5 Frauen, die sich während eines Französischkurses vor mehr als 16 Jahren kennen gelernt haben und zu Freundinnen geworden sind. Jedes Jahr krönen sie ihre Freundschaft mit einem gemeinsamen Wochenendausflug. Die letzte Fahrt führte sie allerdings etwas weiter weg – denn ihr Ziel war es, einen Teil des Jakobsweges zu bepilgern. Während dieser 10 tägigen Reise wurde ihre Freundschaft auf eine der härtesten Proben gestellt. Und trotz aller Widrigkeiten sind sie heute noch immer Freundinnen. Während in Monika Peetz erstem Roman „Die Dienstagsfrauen“ vor allem Judith im Fokus der Story stand, ist es bei „Sieben Tage ohne“ Eva.
Eva, die schon seit Jahren heraus finden will, wer ihr leiblicher Vater ist, hat erste Anhaltspunkte auf dem Dachboden ihrer Großmutter gefunden. Da ihre eigene Mutter vehement schweigt und ihr kein Sterbenswörtchen von ihrem Erzeuger preis gibt, hat sie beschlossen, dies auf eigene Faust zu tun. Was läge nicht näher, als an den Ursprung der Liebelei ihrer Mutter zurück zu kehren, die mit nur 16 Jahren schwanger geworden ist. Damals hat sie gerade eine Hauswirtschaftslehre auf der Burg in Achenkirch begonnen, die jetzt zum Heilfasten wirbt.
In „Sieben Tage ohne“ lernt man eine völlig andere Eva kennen, die nach ihrer Pilgertour sich und ihr Leben etwas umgekrempelt hat. Aber auch Caroline zeigt sich von einer völlig neuen Seite. Ihr Sicherheitsdenken, was Job und Familie betrifft, hat sich wesentlich verändert. Kiki, die junge ausgeflippte Künstlerin, die inzwischen Tochter Greta zur Welt gebracht hat, ist mit ihrem, um einiges jüngeren Max, dem Sohn der reichen Familie Thalberg, in eine gemeinsame Wohnung gezogen. In Judith, die etwas ruhiger und in sich gekehrter geworden ist, gibt es einen inneren Gefühlswandel. Nur Estelle scheint wie immer, die aufgedrehte, witzige und immer mit Sprüchen parate, extravagante Apothekerfrau geblieben zu sein.

In einem kleinen Rückblick lässt die Autorin die Pilgertour, die vor mehr als einem Jahr statt fand, noch einmal Revue passieren und schildert, was sich alles im Leben der 5 Freundinnen getan und verändert hat, sodass sich auch Nichtkenner des ersten Bandes unbeschwert in die Handlung von „Sieben Tage ohne“ einfinden können.
Der Mittelteil des Buches dominiert von den Vorgängen und Abläufen des Heilfastens, das zum einen sehr aufschlussreich aber zum anderen auch etwas langatmig dargestellt ist. Das letzte Drittel des Buches überwiegt natürlich wieder von den ganzen Verstrickungen, in die sich die Frauen selbst hinein manipuliert haben und deren Auflösungen.

Monika Peetz schafft es mit ihrem ironischen und witzigen Schreibstil die Geschichte auf einem sehr amüsanten und heiteren Niveau zu halten, das wie auch schon in Teil 1 in einem Happy End für Alle endet. Die Darstellung ihrer Protagonisten ist so detailgetreu, dass man sich gut in sie hinein versetzen kann. Die Charaktere sind ausgereift und haben einen hohen Wiedererkennungswert.

Fazit: Eine kurzweilige Lektüre mit viel Spaß und Selbsterkenntnis, die unbedingt nach einer Fortsetzung verlangt.

Die Autorin: Monika Peetz
Monika Peetz, geboren 1963, Studium der Germanistik, Kommunikationswissenschaften und Philosophie an der Universität München. Nach Ausflügen in die Werbung und das Verlagswesen von 1990-98 Dramaturgin und Redakteurin beim Bayerischen Rundfunk, Redaktion Fernsehfilm. Dort u.a. zuständig für "Tatort", "Polizeiruf", Kino-Coproduktionen und Einzelfilme. Seit 1998 Autorin in Deutschland und in den Niederlanden. Tutorin im Nürnberger Autorenstipendium seit 1997/98.


Meine Bewertung:

An dieser Stelle möchte ich mich
recht herzlich beim

für die Bereitstellung dieses
Rezensionsexemplars bedanken.


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