Sonntag, 9. September 2012

# 143 # Rezension zu "Nibelungenmord" von Judith Merchant - Band 1



Judith Merchant

Nibelungenmord

Erschienen am: 02.05.2011
Verlag:
Knaur Taschenbuch Verlag
Ausgabeart:
Taschenbuch
Kategorien:
Belletristik / Krimi & Thriller
Seiten: 384
Preis € (D) 9,99 | € (A) 10,30 | SFR 14,90
ISBN: 978-3-426-50863-3

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Klappentext: In einer der sagenumwobenen Höhlen des Siebengebirges, wo Siegfried einst den Drachen tötete, wird eine Frauenleiche gefunden. Noch am selben Tag wird in Königswinter die Ehefrau des Notars vermisst. Hat die Geliebte des Notars, die exzentrische Künstlerin Romina, ihre Widersacherin kaltblütig aus dem Weg geräumt? Als sich Kriminalhauptkommissar Jan Seidel die Bilder der Künst-lerin anschaut, sieht er das Mordmotiv förmlich vor sich: Verzerrte Frauenfratzen kämpfen um einen strahlenden Helden. Aber nicht nur Jan Seidel, sondern auch seine eigenwillige Großmutter Edith erkennt, dass die Lösung des Falles weitaus komplizierter ist ...

Meine Meinung: Kriminalhauptkommissar Jan Seidel begibt sich nur widerwillig zum Tatort. Einem Tatort, an dem eine unbekannte weibliche Leiche gefunden worden ist. Allem Anschein nach wurde sie mit einem harten Gegenstand erschlagen. Schnell ist für Jan und seiner Partnerin Elena Vogt klar, dass es sich dabei um die vermisste Frau des beliebten Notars Michael Sippmeyer handeln muss, denn die äußerlichen Merkmale sind geradezu auffällig mit der der Leiche. Doch während der Identifizierung stellt sich heraus, dass es sich nicht um Sippmeyers Frau handelt. Zwischenzeitlich versucht die Polizei über die Presse die Identität der Frau herauszufinden. Nachdem sich der Ehemann der Toten völlig aufgelöst bei der Polizei meldet, überschlagen sich die weiteren Ereignisse.

Judith Merchant hat mich mit ihrem Krimidebüt „Nibelungenmord“ überzeugt. Sie beginnt ihren Plot mit einem enormen Tempo und hält dieses aber auch bis zum Schluss des Buches durch. Ohne großes Federlesen beginnt sie gleich mit der Handlung, in dem sie den Leser am Mord der Frau teil haben lässt. In mehreren Handlungssträngen lernt man dann die einzelnen Protagonisten kennen, die von der Anzahl her recht überschaubar sind. Als Ermittlerpaar fungiert der sympathische und etwas zerstreute Jan Seidel, der erst vor wenigen Tagen bei seiner Großmutter eingezogen ist. Grund hierfür war die geplatzte Hochzeit mit seiner Verlobten Nicoletta. An Jans Seite steht die großgewachsene und etwas burschikos wirkende Elena Vogt, die im Kommissariat den Ton anzugeben scheint. Neben diesen beiden beruflich wirkenden Ermittlern steht die Hobbydetektivin der deutschen Miss Marple, Edith Herzberger, die 80 jährige Oma von Jan.
Sie ist auch Diejenige, die das Geschehen um Jan herum ziemlich aufmischt. Als ehemalige Buchhändlerin liest sie auch jetzt noch gern Kriminalromane und weiß sich deshalb in schwierigen Situationen zu helfen. Den Einzug von Jan in ihre Wohnung betrachtet sie natürlich als Glücksfall, denn so kommt sie an die neuesten Informationen heran um dann selbst auf Detektivjagd zu gehen.
Bei der Aufklärung des Mordes stellen sich immer wieder neue Hindernisse in die Wege und weitere Verdächtige kommen ins Spiel. Ganz oben auf der Liste scheint die Künstlerin Romina Schleheck zu stehen, die nicht nur die Geliebte von Michael Sippmeyer ist, sondern auch noch enormen Bezug zu dem Schauplatz des Mordes hat. Doch sie ist nicht die Einzige. Judith Merchant führt den Leser noch auf weitere Fährten, bei denen man glaubt, den richtigen Mörder enttarnt zu haben. Schließlich überrascht sie mit der Auflösung des Falls und dem Mörder, der eigentlich gar nicht auf der Liste stand.

Auf der Basis des Nibelungenliedes entstand dieser Krimi, der Bezug zu den Schauplätzen und seinen Protagonisten nimmt. Ich fand dieses Buch spannend und fesselnd und freue mich schon auf die Fortsetzung mit der betagten Oma, die mit beiden Beinen noch im Leben steht, auch wenn ihre Tochter sie lieber im Altenheim sehen würde.

Die Autorin: Judith Merchant
Judith Merchant, geb. 1976, Germanistin und Dozentin für Literatur, lebt mit ihrer Familie in Königswinter am Rhein. 2009 wurde ihre Kurzgeschichte "Monopoly" mit den Friedrich-Glauser-Preis ausgezeichnet, 2011 erhielt sie den renommierten Preis erneut für ihre Geschichte "Annette schreibt eine Ballade". Loreley singt nicht mehr ist nach ihrem Romandebüt Nibelungenmord der zweite Kriminalroman um Jan Seidel und seine Großmutter Edith, die deutsche Miss Marple.


Meine Bewertung:

Kommentare:

  1. Wieder ne tolle Rezi! Das Buch liegt noch ganz unten auf meinem Lesestapel. Jetzt wandert es aber ganz nach oben ... Du hast mich neugierig gemacht.
    LG Isabel

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