Samstag, 16. Juli 2011

Morton Rhue - Boot Camp

Meine persönliche Rezension:

Connor ist gerade einmal 16 Jahre alt, als er nachts von Rebecca und Harry, mit Handschellen angelegt, entführt wird. Rebecca und Harry sind Transporteure und ihre Aufgabe ist es, Jugendliche, die ihren Eltern nicht gehorchen, ins Boot Camp zu bringen. Das Unvorstellbare daran ist, dass die Eltern von Connor viel Geld für seine Umerziehung in diesem Boot Camp bezahlen.
Connor, der nicht auf seine Eltern hören wollte und trotz ihrer Ermahnungen, die Beziehung zu seiner 10 Jahre älteren Lehrerin Sabrina nicht beenden wollte, muss sich von nun an den Regeln dieses Camps unterwerfen. Immer wieder wird Connor gedrillt, geschlagen, gedemütigt und muss sich auch von älteren „Schülern“ all das gefallen lassen, was ihm Schmerzen bereitet. Mit seinen heimlichen Freunden Pauly und Sarah schmiedet er einen Fluchtplan, um aus den Fängen des „Lake Harmony“ zu entkommen. Mit dem Ausbruch aus dem Camp wird Connor durch seine beiden Freunde regelrecht überrannt. Unvorbereitet und aus der Situation heraus gelingt ihnen die Flucht, die zunächst erfolgreich erscheint. Doch kurz vor ihrem Ziel, der kanadischen Grenze, erscheinen die Transporteure Rebecca und Harry, um sie zurück ins Camp zu bringen. Gerade noch glaubten die drei den Beiden mit einem Boot über den Fluss entfliehen zu können, als Rebecca und Harry mit ihrem Verfolgerboot untergehen zu drohen. Kurz entschlossen hilft Connor Pauly und Sarah, in dem er die beiden Freunde am kanadischen Flussufer absetzt, als er dann auch schon zurück fährt und seinen Transporteuren das Leben rettet.
Connor wird zurück ins Camp gebracht und muss sich schlimmen Folterungen unterziehen. Nach einigen Wochen ist sein Wille gebrochen und die Gehirnwäsche zeigt Erfolge. Er denkt jetzt wie die anderen und sagt sich, dass alles was ihm widerfahren ist, er auch verdient hat.

Morton Rhue hat mit seinem Buch „Boot Camp“ ein gesellschaftskritisches Thema aufgegriffen. Die Boot Camps, die offene Umerziehungs-Einrichtungen mit einem streng strukturiertem gruppendynamischen Ansatz haben, existieren vorwiegend in Amerika, aber auch in Hessen soll es solch eine Einrichtung geben.
Der Autor lässt die Story aus der Sicht von Connor, in der Ich-Perspektive, erzählen.
Das Buch fesselt von der ersten bis zur letzten Seite und lässt den Leser voll in das Geschehen eintauchen. In kürzester Zeit habe ich die Geschichte in mich aufgesaugt und nachdenklich werden lassen. Rhue schildert sehr anschaulich die Gepflogenheiten in dem Camp. Man fühlt mit den Protagonisten mit, aber tauschen möchte man niemals.
Es war das erste Buch, das ich von Morton Rhue gelesen habe, aber mit Sicherheit nicht das Letzte. Von mir bekommt es eine klare Kaufempfehlung.

Meine Bewertung: 
Seitenanzahl: 253

Kommentare:

  1. boah, danke für die Rezi, das Buch hört sich wahnsinnig gut an

    LG Kerry

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  2. Gut zu wissen, dass dieses Buch wieder super ist ;)
    Ich hab schon zwei Bücher von ihm gelesen. Einmal den Klassiker "Die Welle/The Wave" wie auch "Ich knall euch ab!/Give a boy a gun". Beide Bücher waren einfach nur WOW. Während das erste Buch bekannt sein dürfte, ist das andere leider eher unbekannter, dreht sich aber ums Thema Amoklauf. Es sind Berichte von den einzelnen Personen. Kann ich dir nur empfehlen! Todd Strasser (alias Morton Rhue... ich find das schlimm, dass er in Deutschland ein Pseudonym hat) greift wirklich immer gesellschaftskritische Themen. Er scheut nicht davor zurück ;)

    Liebe Grüße
    Sky

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  3. Die Welle wollte ich eigentlich auch heute lesen, habe mich aber dann für den Vollstrecker entschieden. Aber morgen ist die Welle fällig.
    "Ich knall euch ab" liegt auch schon auf meinem Bücherstabel und "Ghetto Kidz" und "Asphalt Tribe" habe ich letzte Woche sehr günstig bei ebay ersteigert. Ich freue mich schon auf die Bücher.
    L.G.
    Sabine

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