Donnerstag, 15. März 2012

# 40 # Rezension zu "Moderholz" von Berndt Schulz

Berndt Schulz

Moderholz
Ein Garten-Krimi aus Frankfurt am Main


Erschienen am: 03.02.2012
Verlag: Sutton
Ausgabeart: Taschenbuch/Broschur
Kategorien: Krimi
Seiten: 192
Preis € (D) 12,00
ISBN: 978-3-86680-954-3

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Klappentext: „Der Mörder ist immer der Gärtner?“ Zumindest liegt der Schluss nahe, als im Frankfurter Bethmannpark eine Leiche in einem Teich treibt. Denn die Gärtner sind allesamt entlassene Strafgefangene … Aber welche Rolle spielt die geheimnisvolle Schönheit aus besten Kreisen?
Max Horner, Kriminalhauptkommissar a.D., Witwer und leidenschaftlicher Kleingärtner, verbringt einen großen Teil seiner Zeit im Bethmannpark. Er liebt die Schönheit des Parks, die besondere Atmosphäre und die Pflanzenvielfalt. Ein Mord in seinem Arkadien, das ohnehin durch den gefräßigen Eichenprozessionsspinner bedroht ist! Das lässt ihm keine Ruhe – und außerdem zeigt er seinen nassforschen jungen Exkollegen nur zu gerne, was ein alter Stöberhund wie er noch draufhat.

Meine Meinung: Ich denke schon, dass man ein Pflanzenliebhaber sein muss um diesen Krimi richtig mögen zu können. Denn er spielt fast ausschließlich in der Pflanzenwelt, ja und der Mord, der ist mehr die Hintergrundgeschichte. Aber was ist passiert?
Berndt Schulz führt seinen Leser gleich zu Beginn der Handlung in die Welt der exotischen Pflanzen und schildert, welche Gewächse im Frankfurter Bethmannpark, Schauplatz des Mordes, zu sehen sind. Recht ausführlich beschreibt er die Emotionen des Kriminalhauptkommissars a.D. Max Horner, die er beim Anblick des Parks und der Pflanzen erlebt.
Horner verbringt ein Großteil seiner Freizeit in diesem Park und so ist es auch nicht außergewöhnlich, dass er die Gärtner und Hilfsgärtner dort alle kennt, denn sie sind alle ehemalige Strafgefangene und befinden sich derzeit in einem Resozialisierungsprogramm. Ihre Aufgabe ist es, den Park in Ordnung zu halten. Leiter des Programms ist der ehrgeizige Gerd Halland. Er will der Bevölkerung zeigen, dass man auch mit Hilfsgärtnern den schönsten Park Deutschlands haben kann.
Ist es das, was ihn unbeliebt gemacht hat oder ist es ein anderer Grund? Denn eines Tages liegt Gerd Halland leblos in dem schönen japisgrünen Teich, umschlungen von Seerosen. In seiner Hand hält er eine Pergamentrolle. Aber was hat das Ganze auf sich?

Berndt Schulz beginnt mit "Moderholz" eine neue Krimiserie, die besonders Gartenliebhaber erfreuen dürfte, denn seine Ausführungen und Ausschweifungen in das Reich der Fauna und Flora begleiten den gesamten Plot. Sehr anschaulich beschreibt der gebürtige Berliner mit Wahlheimat Frankfurt am Main die Welt der Pflanzen und lässt sich zudem ausgiebig über deren Feinde, wie beispielsweise den Eichenprozessionsspinner aus.
Die eigentlichen Mordermittlungen treten dabei schon fast in den Hintergrund und sind für mein Dafürhalten eher nur das angenehme Beiwerk. Auch wenn Max Horner, der Kriminalhauptkommissar a.D. in seiner eigenen Ermittlungswelt tätig wird, kommt eine richtige Spannung nicht auf. Immer wieder wird der Leser mit botanischen Begriffen und Merkmalen des Bethmannparks konfrontiert.
Der Hinweis auf dem Buch-Cover, dass es sich bei "Moderholz" um einen Garten-Krimi handelt, ist schon angebracht, dass es überhaupt als Krimi bezeichnet wird, ist schon mutig. Denn der eigentliche Mord passiert erst, nachdem die Hälfte des Buches gelesen ist und die Ermittlungen bzw. die Hinweise, die zum Mörder führen, passieren eher zufällig.
Seine Figuren lässt der Autor etwas farblos erscheinen. So fällt es einem ziemlich schwer, sich die Personen bildhaft vorstellen zu können, denn es fehlen grundsätzliche Charaktereigenschaften, die den jeweiligen Protagonisten ausmachen. Zudem werden in fast jedem Kapitel neue Figuren eingeführt, die den Plot etwas unübersichtlich erscheinen lassen.
Ein großes Lob geht jedoch an den Sutton-Verlag für das hervorragend gestaltete, in schwarz-rot-weiß gehaltene Cover. Es ist ein echter Hingucker.

Fazit: "Moderholz" ist ein flüssig geschriebener Krimi, dessen Zielgruppe eher Gartenliebhaber sein dürften.


Meine Bewertung: 
 
An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich
für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares
bei

und dem
Sutton-Verlag
bedanken.


Kommentare:

  1. Schöne Rezi und ich kann Dir nur beipflichten. Sah es ganz genauso, gerade was die Figuren angeht und ein wenig mehr Krimihandlung hätte ich mir auch gewünscht.
    LG Isabel

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  2. Ich glaube, ich muss dieses Buch lesen - ich komme ja direkt aus Frankfurt, finde das dann erst recht interessant ;-) Danke für den Tip!

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