Montag, 30. April 2012

# 67 # Rezension zu "Der Jäger" von Andreas Franz - Band 4 der Julia Durant-Serie


Andreas Franz

Der Jäger

Erschienen am: 01.10.2001
Verlag: Knaur Taschenbuch Verlag
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik / Krimi & Thriller
Seiten: 592
Preis € (D) 9,99 | € (A) 10,30 | SFR 14,90
ISBN: 978-3-426-61741-0

Klappentext: Wieder einmal steht Julia Durant von der Frankfurter Mordkommission vor einem Rätsel: Innerhalb weniger Tage geschehen im Oktober mehrere grausame Morde an Frauen unterschiedlichen Alters. Ausgesprochen mysteriös ist für die Kommissarin, dass keine der Frauen sexuell missbraucht wurde, dafür aber alle Verstümmelungen aufweisen und beim Auffinden vollständig bekleidet sind. Ein Merkmal, das den Beamten besonderes Kopfzerbrechen bereitet ist die seltsame Aufbahrung der Opfer, wobei eine goldene Nadel jeweils eine besondere Rolle spielt. Man dreht sich im Kreis, versucht Gemeinsamkeiten der Opfer herauszufinden, doch wen immer man auch fragt, die Opfer kannten sich ganz offensichtlich nicht. Bis Julia Durants Kollege Hellmer plötzlich bemerkt, dass alle Frauen im Sternzeichen des Skorpions geboren wurden. Man zieht eine Astrologin zu Rate, um von ihr Genaueres über dieses Sternzeichen zu erfahren, womit eigentlich erst jetzt für die Beamten einer der unheimlichsten Fälle beginnt, die sie je zu bearbeiten hatten...
Höchstspannung vom Feinsten von einem der renommiertesten deutschen Thrillerautoren!

Meine Meinung: Julia Durant ist wieder auf der Jagd nach einem Serienmörder und der Autor lässt sie lange mit ihrem Team im Dunkeln tappen. Keiner der Beamten findet auch nur einen Ansatz von einem Hinweis, dass sie auf die richtige Spur des Täters bringen könnte. Jeder scheint verdächtig zu sein und jeder der Verdächtigen besticht mit einem lückenlosen Alibi. Nur der Zufall will es wieder einmal, dass sich eine Verbindung zwischen den Opfern auftut. Schließlich findet Kommissar Hellmer heraus, was die toten Frauen miteinander verbindet.

Andreas Franz hat es dieses Mal sehr gut verstanden, durch seine überraschenden Wendungen, den Plot spannend zu halten und einen guten Spannungsbogen aufzubauen. Mit einem ordentlichen Paukenschlag beginnt Franz seine Story und obwohl sich die Ermittlungen zu Beginn der Handlung noch ins Uferlose und Unendliche bewegen, kommt beim Lesen keine Langeweile auf. Auch die von ihm in seiner Story immer wieder eingebauten und bekannten Klischees sowie seine altbekannten Wortwendungen und Wortspiele stören bei Weitem nicht mehr so wie noch zu Beginn seiner Serie. Man hat sich inzwischen mit Julia Durant und ihren Eigenheiten angefreundet, freut sich über die Entwicklungen im Privatleben von Hellmer und leidet mit den Krankheitssymptomen und den Schicksalsschlägen von Berger, Julias Chef, mit. Völlig nebensächlich, wenn auch immer wieder beschrieben, erscheinen inzwischen die Tages- bzw. Abendabläufe der alleinstehenden Durant. Sicherlich hätte man die Anzahl der Seiten bei Nichterwähnung drastisch reduzieren können, aber es gehört nun mal dazu und man fragt sich inzwischen, wann die Kommissarin an ihrem Leben etwas ändern will.
Etwas utopisch und nicht nachvollziehbar sind für mich immer die große Anzahl der Opfer, die wie immer aus der Frankfurter High Society stammen.
In jeden seiner Romane verarbeitet Franz ein bestimmtes Thema. Dieses Mal hat er sich ausgiebig mit der Astrologie beschäftigt und lässt den Leser an seinem Wissen teilhaben. Dass die Opfer alle im Zeichen des Skorpions geboren worden sind und auch noch der dazu gehörige Aszendent bei allen Opfern stimmig ist, lässt Durant in dem Moment stutzig werden, als ihr einfällt, dass auch sie zu dem Opferkreis gehören könnte. Denn sie ist wie alle Opfer eine im Sternzeichen des Skorpions Geborene.
Die Auflösung des Falls erscheint schließlich ziemlich unspektakulär und für Meindafürhalten zu abrupt.
Der Schreibstil des Autors hat sich im Vergleich zu seinem ersten Werk wesentlich gesteigert. Auch seine Charaktere sind nicht mehr so farblos wie früher. Inzwischen legt er mehr Emotionen in seine Figuren.

Fazit: Der nächste Franz wartet schon. 

Meine Bewertung:

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