Montag, 22. August 2011

Donna W. Cross - Die Päpstin

Im Jahre 814 während eines strengen Winters bringt die ungläubige Gudrun, Frau des Dorfpriesters von Ingelheim, unter erschwerten Bedingungen und viel zu früh, ihr drittes Kind zur Welt. Entsetzt über das Geschlecht des Kindes, missachtet und bestraft der Priester sein Kind wo es nur geht. Doch das kleine Mädchen namens Johanna ist stark, auch wenn ihr Vater sie noch so schlecht behandelt. Als Mädchen ist es ihr leider vergönnt, Lesen und Schreiben zu lernen, doch Johanna ist ein aufgewecktes, schlaues und intelligentes Kind. Ihr Bruder Mathias lehrt ihr heimlich Wort und Schrift und gemeinsam lesen sie in Vaters geistlichem Buch. Als Mathias sich von einer Krankheit nicht mehr erholen konnte und starb, fühlt sich Johanna allein gelassen. Ihr Vater, der Johanna die Schuld an Mathias Tod gibt, setzt nun alle Hoffnung in den mittleren Sohn. Er soll eines Tages Priester werden, doch Johannes ist bei Weitem nicht so schlau und zeigt auch keinerlei Interesse an den geistlichen Schriften und Gebeten. Er tut sich schwer, vor allem mit der lateinischen Sprache und würde viel lieber Soldat werden. Aeskulapius, der eines Tages Gast im Hause des Dorfpriesters war, sah in Johanna das geistige Potential und empfahl sie für die scola in Dorstadt. Doch an ihrer Stelle soll Johannes gehen, da das Mädchen nicht zum Lernen geboren worden ist. Schließlich flieht Johanna aus dem Elternhaus und geht gemeinsam mit Johannes nach Dorstadt. Johanna wird in die Familie des Grafen Gerold aufgenommen, in dem sie sich später verliebt. Schicksalsreiche Jahre begleiten Johanna durch  ihr weiteres Leben, sie studiert und lernt viel und rauft sich nach jedem Tiefschlag wieder auf und im Herzen immer der Gedanke an Gerold.

Donna W. Cross hat mit dem Buch „Die Päpstin“ ein super spannendes Werk geschaffen. In beeindruckender Weise beschreibt sie das damalige Leben und kritisiert die Gesellschaft dieser Zeit, insbesondere die Unterdrückung der Frau. Ihr Schreibstil ist trotz der vielen lateinischen Bezeichnungen flüssig und für die damalige Zeit sehr gut beschrieben. Man kann sich als Leser hervorragend in die Historie hinein versetzen. Man freut und ängstigt sich mit den Beteiligten. Ihre Figuren hat die Autorin alle charakterlich stark dargestellt, speziell die Protagonisten Johanna, mit der man immer wieder mitleiden muss, aber auch Gerold, der liebevolle und verständnisvolle Mann, oder der Papst Sergius, dem seine Gutmütigkeit oftmals zum Verhängnis wird oder Benedikt, der Bruder von Sergius, der seine Stellung für Korruption und Machtmissbrauch ausnutzt.

Fazit: Eine wirklich bewegende Geschichte, die mich auch nach dem Lesen noch lange beschäftigt hat. Auch wenn es schon über 13 Jahre nach Erscheinen des Buches her ist, ist dieses Werk eine klare Kaufempfehlung.

Meine Bewertung:
Seitenanzahl: 566

Kommentare:

  1. Kann ich nur bestätigen. Ist bei mir schon etliche Jahre her, wo ich das gelesen habe, aber schließe mich an: muss man gelesen haben! ;-)
    LG Lene

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  2. Hallo Sabine!

    "Die Päpstin" war mein 1. historisches Buch und obwohl mir dieses Genre nicht wirklich liegt, fand ich diesen Roman toll. :)

    LG von Sabine,
    die heute ein Geburtstagskind daheim hat

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  3. Das ist eines meiner Lieblingsbücher! Auch bei mir war Die Päpstin mein erstes historisches Buch und seitdem bin ich infiziert.

    Auch der Film hat mich überzeugt ;o)

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  4. So viele historische Romane habe ich auch noch nicht gelesen und ich war immer der Meinung, dass die nicht mein Ding sind. So langsam ändert sich aber meine Meinung.
    Sabine

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