Donnerstag, 22. August 2013

# 118 # Stephan Ludwig: Zorn - Wo kein Licht


Stephan Ludwig
Zorn – Wo kein Licht

Erschienen am: 22.08.2013
Verlag: Fischer
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik/Krimi/Thriller
Seiten: 416
Preis: € 9,99
ISBN: 978-3-596-19636-4

Zur Leseprobe         
Online bestellbar hier: Amazon/Fischer

Klappentext: »Bald wird sich die Dunkelheit über seine Augen senken wie ein Vorhang. Dann wird er allein sein, allein mit den Bildern, diesen grauenvollen Bildern. Und er weiß, wer den Preis dafür zahlen muss …«
Ein Mann springt im Morgengrauen von einer Brücke und erschießt sich im Fall. Ein anderer verschwindet, ein dritter überlebt eine Massenkarambolage und ist seither auf der Flucht. Auf dem Ball der Polizeigewerkschaft kommt es zu einem tödlichen Zwischenfall.
Zorn ist heillos überfordert, denn er muss die Ermittlungen zunächst in allen Fällen allein führen. Sein Kollege Schröder liegt vorübergehend mit Gehirnerschütterung im Krankenhaus – auch er saß in einem der Unfallwagen bei dem Massenzusammenstoß. Zorn kann sein Pech nicht fassen und weiß genau, dass er ohne Schröders ermittlerischen Scharfsinn keine heiße Spur haben wird.
Die Ermittlungen drohen jeden Moment aus dem Ruder zu laufen, da geht eine anonyme Nachricht ein: Alle Fälle hängen auf perfide Weise zusammen. Und Zorn hat bald eine Vermutung, wer hinter all dem stecken könnte, doch weder Schröder noch Staatsanwältin Frieda Borck glauben ihm. Ein fataler Fehler, wie sich bald herausstellen soll …

Meine Meinung: Schröder hat wieder den siebten Sinn, in dem er den vermeintlichen Suizid des Bänkers Meinolf Grünbein näher untersucht. Und tatsächlich, hat sich vor seinem Selbstmord jemand Fremdes in seiner Wohnung aufgehalten. Eindeutige Einbruchspuren belegen seine These. Doch mitten in seinen Ermittlungen gerät Schröder in eine Massenkarambolage, wobei sein neues Auto aber auch er selbst Schaden nimmt. Obwohl er sich anschließend wieder in den Dienst schleppt, bricht er dort zusammen und wird in die Klinik gebracht. Nun muss Zorn selbst den Fall lösen, obendrein liegen auch noch eine Anzeige wegen Körperverletzung auf den Tisch, ein Vermisstenfall und nun auch noch die Massenkarambolage. Völlig überfordert verlangt er von seinen Kollegen, die Autos, die in der Massenkarambolage verwickelt waren, gründlich zu untersuchen. Wenig später stellt sich heraus, dass das Auto des Unfallverursachers manipuliert worden ist und der Fahrer somit die Kontrolle über seinen Wagen verlieren musste. Doch der Fahrer, der ebenfalls verletzt zu sein scheint, ist spurlos verschwunden.

Stephan Ludwig hat mit seinem dritten Fall wieder einen aufregenden und spannenden Thriller präsentiert. Von Beginn an ist die Spannung vorhanden, die sich bis zum Ende hielt. Mit Hauptkommissar Zorn, der der Inbegriff der personifizierten Unlust ist, impulsiv, egoistisch und unüberlegt agiert, aber am liebsten (natürlich nur wenn er alleine ist) die Füße auf den Schreibtisch legt und mit seinem Mitarbeiter Schröder, der das ganze Gegenteil von Zorn ist, der alle Arbeiten seines Chefs verrichtet, beharrlich, leise und konzentriert arbeitet, immer für Zorn da ist, nur das Nötigste von sich gibt, hat der Autor ein ungleiches Paar geschaffen, das man eigentlich nur mögen kann. Dass die Last der Ermittlungen stets und ständig auf Schröder liegt, auch wenn Zorn hin und wieder zutreffende, aber eher unbedachte Äußerungen von sich gibt, liegt auf der Hand. Ohne Schröder ist Zorn nur ein halber Mensch. Trotzdem liegen die Vermutungen der Kommissare bezüglich der Ermittlungen fast immer richtig. So kommen die ungleichen Partner schnell dahinter, dass ihre vielen Einzelfälle in irgendeiner Weise miteinander verbunden sind, nicht zuletzt durch eine anonym eingegangene Mitteilung auf dem Handy. In dem ganzen Ermittlungschaos hat Zorn obendrein noch sein Liebeschaos mit Malina zu klären, auf die er, obwohl er eigentlich Einzelgänger ist, nicht mehr verzichten will. Auch Schröder hat sein Päckchen zu tragen, verbirgt es aber so gut er kann.
Zorn und Schröder, wobei die Betonung auf Schröder liegt, ermitteln gelassen aber mit Hochdruck, bis auch einer von ihnen in die Fänge des mutmaßlichen Täters, der inzwischen einige wichtige Personen entführt hat, gerät.
Rasant und ereignisreich erzählt Stephan Ludwig seine Story, die er auf mehreren Handlungssträngen aufgebaut hat. Aus der Sicht der verschiedenen Protagonisten, ob Täter oder Ermittler erfährt der Leser von ihren Gedanken und Taten.
Alles wirkt lebendig, die Figuren, die Schauplätze, die Ereignisse. Wie in einem Kopfkino spielt sich alles ab. Die Protagonisten sind so klar und detailliert beschrieben, dass man eine genaue Vorstellung von ihnen bekommt. Man erfährt von den Nöten und Sorgen und Beziehungen zueinander und untereinander. Das Schöne daran ist, dass sich die bekannten Figuren auch weiter entwickelt haben, dass man mit ihnen lebt.
Die Dialoge sind gespickt mit Witz, Ironie aber auch mit einer guten Portion Sarkasmus. So macht es Spaß zu lesen und vor allem mitzuermitteln.
Stephan Ludwig hat mich auch mit seinem dritten Thriller wieder voll auf begeistert, auch wenn ich gern mal wissen würde, in welcher Stadt sich alles zuträgt. Entscheidend und worauf ich mich ganz besonders freue, ist der letzte Satz in Ludwigs Danksagung.



Der Autor: Stephan Ludwig
Stephan Ludwig, Jahrgang 1965, arbeitete als Theatertechniker, Musiker und Gaststättenbetreiber. Er lebt in Halle und hat sich als Rundfunkproduzent einen Namen gemacht. Beim Schreiben arbeitet er genau wie im Tonstudio: aus dem Bauch heraus. Krimis zu schreiben ist für ihn ein Glücksfall, dabei stellt er seine Ermittler Zorn und Schröder gerne vor echte Herausforderungen.


Meine Bewertung:

Reihenfolge der Zorn-Serie


Quellen:
Cover: Fischer Taschenbuch Verlag
Klappentext: Fischer Taschenbuch Verlag
Autorenporträt: Fischer Taschenbuch Verlag
Foto: © Claudia Kern


An dieser Stelle möchte ich mich
recht herzlich beim
Verlag: Fischer
für die Bereitstellung dieses
Rezensionsexemplars bedanken.



Mittwoch, 21. August 2013

# 117 # Zoë Beck: Das zerbrochene Fenster


Zoë Beck
Das zerbrochene Fenster

Erschienen am: 20.07.2012
Verlag: Bastei Lübbe
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik/Krimi/Thriller
Seiten: 368
Preis: € 8,99
ISBN: 978-3-404-16046-4

Klappentext: Dein Ziel ist die Wahrheit. Doch was, wenn sie dich nie wieder ruhig schlafen lässt?
Schneechaos in Schottland. Auf einem Landsitz wird die Witwe des kürzlich verstorbenen Lord Darney gefunden - ermordet. Bei der Polizei meldet sich eine Frau, die behauptet, ihr Freund Sean habe die Tat begangen. Doch die Ermittler finden bald heraus: Sean Butler ist vor sieben Jahren verschwunden, sein Tod soll demnächst offiziell erklärt werden. Wieso behauptet seine Freundin, er sei der Mörder? Als die Polizei sie zu Hause aufsucht, ist die junge Frau spurlos verschwunden...

Meine Meinung: Als Cedric Darney von seiner verhassten Stiefmutter angerufen wird und nichts weiter sagt als Sean, bleibt ihm nichts anderes übrig, um zu ihr zu fahren und nach dem rechten zu sehen. Im Schneechaos angekommen, findet er Lillian Darney nur noch tot im Sessel sitzend vor. Ihr Sohn William spielt derweilen seelenruhig in seinem Zimmer. Cedric Darney wird festgenommen, weil alle Indizien dafür sprechen, dass er den Mord begangen haben muss. Doch dann taucht Philippa Murray auf und behauptet, dass ihr Freund, der seit mittlerweile 7 Jahren verschwunden ist, den Mord begangen hat. Am darauf folgenden Tag ist auch Philippa verschwunden. Unterdessen bittet Cedric seinen alten Freund und Reporter Ben um Hilfe und will, dass er einem Geheimnis auf die Spur kommt.

Zoë Beck, Pseudonym für Henrike Heiland, hat auch mit „Das zerbrochene Fenster“ wieder einen spannenden und facettenreichen Krimi präsentiert. Ihren Plot hat sie auf zwei Handlungssträngen aufgebaut, wobei der eine in der Gegenwart spielt und der andere in der Vergangenheit, zu dem Zeitpunkt als Sean verschwand. Hauptsächlich dreht es sich in der Handlung um den verschwundenen Sean und die Gefühle, die Philippa dabei empfindet. Über einen längeren Zeitraum hat Philippa jeden Gedanken, den sie mit und um Sean fühlte sowie ihre täglichen Begebenheiten in einem Tagebuch verewigt. Anfangs täglich, später nur noch vereinzelt. Obwohl Philippa selbstbewusst und ehrgeizig ist, ist sie nach dem Verschwinden von Sean fast eine gebrochene Frau.
Ein ebensolches Drama macht Cedric Darney durch, der bedingt durch seine Ängste in seiner Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt ist. Zudem wirkt er durch die vielen Medikamente angespannt und nervös. Sein ehemaliger Mitarbeiter und Freund Ben hingegen weiß was er will und ist als Reporter immer an außergewöhnlichen Geschichten und Storys interessiert. Als Cedric ihn wieder einmal um seine Mitarbeit bittet, ahnt Ben bereits, worum es Cedric geht.
Zoë Beck hat mit ihren Protagonisten voll gepunktet. Sie sind einzigartig in ihrem Charakter und sehr detailliert beschrieben. Durch die Hervorhebung ihrer besonderen Stärken aber auch Schwächen bleiben sie unverkennbar. Zudem hat die Autorin viel zu den Familienverhältnissen erzählt, sodass man einen guten Eindruck vom Umfeld des Geschehens hat. Der eigentliche Mordfall gerät zwar etwas ins Hinterrücken, was die Polizei- und Ermittlungsarbeit betrifft, dafür geht Zoë Beck der Ursache des ganzen Dilemmas auf den Grund. Dabei kommt die Autorin ohne großes Blutvergießen und Brutalitäten aus und schafft es trotzdem, einen spannenden und fesselnden Krimi zu erzählen. Die Auflösung des ganzen Falls ist sehr verwirrend und überraschend, schließt aber das Ganze ordentlich ab.

Die Autorin: Henrike Heiland 
Henrike Heiland – alias Zoë Beck, geboren am 12. März 1975, lernte Klavier und
studierte Neuere Englische Literatur in Gießen, Bonn und Durham. Ihre Magisterarbeit befasste sich mit dem Detektivteam in den Romane von Elizabeth George.
Bereits während des Studiums arbeitete sie für Rundfunk und Presse und sammelte Erfahrungen als Schauspieldramaturgin und Opernregieassistentin an verschiedenen Theater- und Opernhäusern. Es folgten diverse Tätigkeiten bei Theater und Film.
Henrike Heiland hat nicht nur Kriminalromane verfasst, sondern auch Kurzkrimis für eine Reihe von Krimi-Anthologien beigesteuert. 2010 wurde ihre Geschichte Draußen (in: München blutrot, hg. von Andreas Izquierdo und Angela Eßer, 2009) für den Friedrich-Glauser-Preis in der Sparte Kurzkrimi nominiert.
Mit dem Roman Von wegen Traummann wagte Henrike Heiland einen Abstecher ins Komödienfach.
Heute lebt sie als Autorin, Synchronredakteurin und Übersetzerin in Berlin; u.a. schreibt sie für Thomas Wörtches CrimeMag bei culturmag.de. Seit 2008 erscheinen ihre Bücher vor allem unter dem Pseudonym Zoë Beck.


Meine Bewertung:

Quellen:
Cover: Verlag Bastei Lübbe
Klappentext: Verlag Bastei Lübbe
Kurzbiografie: Krimi Couch
Foto: © privat Zoë Beck

Dienstag, 20. August 2013

# 116 # Deana Zinßmeister: Der Hexenturm


Deana Zinßmeister
Der Hexenturm

Erschienen am: 15.11.2010
Verlag: Goldmann
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik/Historischer Roman
Seiten: 448
Preis: € 9,99
ISBN: 978-3-442-47248-2

Klappentext: Fünf junge Menschen auf einer gefahrvollen Odyssee in einer Zeit des Misstrauens und des Verrats
Seit ihrer Flucht ins Hessenland sind die fünf jungen Thüringer Johann, Franziska, Katharina, Clemens und Burghard auf der Suche nach einer Bleibe. Sie kommen auf dem Gestüt des Pferdehändlers Rehmringer unter, doch nicht jeder im Dorf ist ihnen wohlgesinnt. Auch in den Nachbarorten herrscht Unfrieden, denn hier überführt der Magier Barnabas als vermeintlicher „Hexenerkenner“ Frauen der Zauberei. An seiner Seite befindet sich eine geheimnisvolle „Kinderhexe“, und gemeinsam hinterlassen sie eine Spur des Grauens. So kommt es, dass bald auch die jungen Thüringer nicht mehr sicher sind …

Meine Meinung: Inzwischen haben sich die fünf jungen Leute Johann, Franziska, Clemens, Katharina und Burghard weiter ins Innere des Reichs aufgemacht, denn auch in Hessen drohte ihnen Gefahr. Immer wieder stießen die Fünf auf ihre Verfolger, die ihnen u.a. nach ihrem Leben trachteten. Burghard musste sich nach wie vor vor Servatius in Acht nehmen, denn seine Rache auf Burghard wegen des verschwundenen Geldes war noch nicht versiegt. Katharina hingegen suchte Schutz vor ihrem Schwager Otto, der sie nach dem Tod seiner Frau, ehelichen wollte. Clemens hingegen musste auf der Hut vor dem Meuchelmörder Adam Hastenteufel sein, den sein Schwager Wilhelm Münzbacher zum Morden von Clemens beauftragte. Casper Bonner war auf der Suche nach seinem Sohn Johann um ihn von der Hexe Franziska zu befreien und diese nach Hundeshagen und anschließend zum Bürgermeister bringen zu können, da sie angeblich Schadenszauber über ihn gebracht hatten.
Wochenlang sind die 5 Freunde unterwegs ohne dass sie eine Bleibe finden konnten. Die Zeit wird immer enger, denn Franziska ist schwanger und der Winter naht. Schließlich führt Clemens sie alle zum Pferdegestüt Rehmringer nach Wellingen im Saarland. Dort dürfen sie vorerst bleiben.

Nahtlos führt Deana Zinßmeister ihre Handlung von „Das Hexenmal“ fort und der Leser wird Zeuge von der Flucht der fünf Freunde. Ohne Probleme findet man in die Handlung ein, auch wenn man den ersten Band nicht gelesen haben sollte. Kurz und informativ schildert die Autorin, was den fünf Menschen in der Vergangenheit widerfahren ist. Doch der Weg nach Wellingen ist nicht ohne Steine. Immer wieder sind sie der Gefahr ausgesetzt ohne zu wissen, wie und wo ihre Flucht überhaupt enden soll. Doch im Gestüt Rehmringer sind die jungen Leute herzlich Willkommen, ganz zum Verdruss des Amtmanns von Baßy, der es auf das Gestüt abgesehen hat. Um es zu bekommen, ist ihm jedes Mittel recht, auch wenn er Menschen dafür opfern muss.
Die Handlung ist spannend aufgebaut und mit vielen Ereignissen und historischen Begebenheiten durchsetzt. Auch hier arbeitet die Autorin wieder mit mehreren Handlungssträngen, sodass man nach jedem neuen Kapitel lechzt. Der ständige Wechsel der Perspektiven steigert die Spannung ins Unermessliche und treibt einen zum Weiterlesen voran. Ihre Protagonisten haben sich weiter entwickelt und sind einem alle ans Herz gewachsen. Mit ihren unterschiedlichen Charakteren wirken sie authentisch und lebensecht. Auch in diesem Buch spürt man wieder, wie umfangreich die Autorin recherchiert haben muss, denn die historischen Fakten sind zuhauf ohne dass es ermüdend wirkt.

Die Autorin: Deana Zinßmeister
Deana Zinßmeister widmet sich seit einigen Jahren ganz dem Schreiben historischer Romane. Bei ihren Recherchen wird sie von führenden Fachleuten unterstützt, und für ihren Bestseller »Das Hexenmal« ist sie sogar den Fluchtweg ihrer Protagonisten selbst abgewandert. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern im Saarland.




Meine Bewertung:

Reihenfolge der Hexen-Serie


Quellen:
Cover: Goldmann Verlag
Klappentext: Goldmann Verlag
Kurzbiografie: Goldmann Verlag
Foto: © privat

Montag, 19. August 2013

# 30 # Neues im Bücherregal

Und wieder gibt es zwei neue Bücher und zwei Bücher, die ich auf dem Tisch der Mängelexemplare gefunden habe.


(114) Klappentext: Fünf junge Menschen auf einer gefahrvollen Odyssee in einer Zeit des Misstrauens und des Verrats
Seit ihrer Flucht ins Hessenland sind die fünf jungen Thüringer Johann, Franziska, Katharina, Clemens und Burghard auf der Suche nach einer Bleibe. Sie kommen auf dem Gestüt des Pferdehändlers Rehmringer unter, doch nicht jeder im Dorf ist ihnen wohlgesinnt. Auch in den Nachbarorten herrscht Unfrieden, denn hier überführt der Magier Barnabas als vermeintlicher „Hexenerkenner“ Frauen der Zauberei. An seiner Seite befindet sich eine geheimnisvolle „Kinderhexe“, und gemeinsam hinterlassen sie eine Spur des Grauens. So kommt es, dass bald auch die jungen Thüringer nicht mehr sicher sind …


(115) Klappentext: Im Jahr 1635 erreicht der Dreißigjährige Krieg das Land an der Saar. Der gebürtige Thüringer Johann will mit seiner Frau Franziska und den gemeinsamen Kindern Magdalena und Benjamin quer durchs Reich aufs Eichsfeld fliehen – in ihre alte Heimat, die sie vor siebzehn Jahren verlassen mussten, da Franziska der Hexerei bezichtigt wurde. Auf ihrer Reise müssen sie die Schrecken des Krieges am eigenen Leib erfahren, doch dann gewährt ein schwedischer Tross ihnen Schutz. Besonders ein junger Arzt setzt sich für die Familie ein, und die 17-jährige Magdalena fühlt sich bald zu ihm hingezogen. Arne gehört zwar feindlichen Truppen an – aber er ist auch der Einzige, der ihr helfen kann, ein dunkles Geheimnis ans Licht zu bringen …

(116) Klappentext: I’D LIKE TO TALK Kriminalhauptkommissar Karl Rünz a. D. als Privatdetektiv mit einem Klienten in seiner Detektei – mehr braucht Christian Gude nicht, um alle Regeln des Genres gegen den Strich zu bürsten und zielsicher die üblichen Erwartungen an leicht verdauliche Krimikost zu unterlaufen. Bei diesem minimalistischen Kabinettstück kann man sich nur auf eins verlassen: Dass man sich auf nichts verlassen kann. Das Urteil im Namen des Volkes: Unterhaltsamer und intelligenter kann man seine Leser nicht verunsichern.

(117) Klappentext: »Bald wird sich die Dunkelheit über seine Augen senken wie ein Vorhang. Dann wird er allein sein, allein mit den Bildern, diesen grauenvollen Bildern. Und er weiß, wer den Preis dafür zahlen muss …«
Ein Mann springt im Morgengrauen von einer Brücke und erschießt sich im Fall. Ein anderer verschwindet, ein dritter überlebt eine Massenkarambolage und ist seither auf der Flucht. Auf dem Ball der Polizeigewerkschaft kommt es zu einem tödlichen Zwischenfall.
Zorn ist heillos überfordert, denn er muss die Ermittlungen zunächst in allen Fällen allein führen. Sein Kollege Schröder liegt vorübergehend mit Gehirnerschütterung im Krankenhaus – auch er saß in einem der Unfallwagen bei dem Massenzusammenstoß. Zorn kann sein Pech nicht fassen und weiß genau, dass er ohne Schröders ermittlerischen Scharfsinn keine heiße Spur haben wird.
Die Ermittlungen drohen jeden Moment aus dem Ruder zu laufen, da geht eine anonyme Nachricht ein: Alle Fälle hängen auf perfide Weise zusammen. Und Zorn hat bald eine Vermutung, wer hinter all dem stecken könnte, doch weder Schröder noch Staatsanwältin Frieda Borck glauben ihm. Ein fataler Fehler, wie sich bald herausstellen soll …

Sonntag, 18. August 2013

# 115 # Deana Zinßmeister: Das Hexenmal


Deana Zinßmeister
Das Hexenmal

Erschienen am: 09.06.2008
Verlag: Goldmann
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik/Historischer Roman
Seiten: 510
Preis: € 8,95
ISBN: 978-3-442-46705-1

Klappentext: Thüringen 1617: Kurz vor dem Dreißigjährigen Krieg vergiftet Missgunst die Herzen der Menschen, und Unschuldige werden der Hexerei bezichtigt. In dieser dunklen Zeit sind fünf junge Menschen vor ihrem Schicksal auf der Flucht: Katharina will der Ehe mit ihrem brutalen Schwager entgehen. Der reiche Erbe Johann flieht mit der Magd Franziska, die als Hexe angeklagt ist. Der Franziskanermönch Burghart will ein neues Leben beginnen. Und Clemens, beinahe Opfer eines Mordkomplotts, sucht Zuflucht im Wald. Doch die Häscher sind ihnen dicht auf den Fersen…

Meine Meinung: Deana Zinßmeister hat in ihrem Buch „Das Hexenmal“ mehrere Handlungsstränge miteinander meisterlich verknüpft. Man lernt die verschiedenen Protagonisten und ihre Schicksale kennen, die einen emotional sehr bewegen.

Als Katharina´s Schwester Silvia im Sterben liegt, will Silvia von ihr das Versprechen abringen, ihren Gatten Otto zu heiraten, damit sie ihre drei Söhne versorgt sieht. Doch Katharina hat andere Pläne mit ihrem Leben und ist entsetzt über Silvias letzten Wunsch, da Silvia ja eigentlichen ihren Lebenstraum kennt, der Ehemann, Familie und Kinder nicht darin vorsieht.
Anna Arnold hingegen, die nach dem Tod ihrer Eltern den Notar Wilhelm Münzbacher geheiratet hat, ist unglücklich. Nur Clemens ihr Bruder kann sie noch etwas erheitern, wobei Clemens sich ständig vor Münzbacher in Acht nehmen muss, da er Böses im Schilde führt. Merkwürdige Dinge, die auf dem reichen Gestüt von Dingelstedt vorgehen, lassen Clemens immer vorsichtiger werden, bis er eines Tages unachtsam ist und Schreckliches geschieht.
Auch Johann hat es nicht einfach mit seinem Vater, der ihn grün und blau geschlagen hat, weil er seinen Wunsch, die Magd Franziska heiraten zu wollen, geäußert hat. Wutentbrannt sieht der reiche Großbauer Bonner in Franziska eine böse Frau und bezichtigt sie der Hexerei.
Burghard, der junge Mönch muss inzwischen sein Leben mit dem weniger frommen Bruder Servatius teilen, der ihn, nachdem sie auf den Magier Barnabas gestoßen sind, verachtet. Während Servatius sich der Geldgier hingibt, versucht der Franziskanermönch Burghard mit Gebeten, Servatius auf den rechten Weg zurück zu bringen. Nachdem Servatius Geld gestohlen worden ist, wird Burghard von Servatius des Diebstahls bezichtigt und von ihm verfolgt.
All diese Schicksale führen sie nach der Wallfahrt auf den Eichsfelder Hülfensberg zusammen und gemeinsam versuchen sie ihren Schicksalen, dem Meuchelmörder, der Heirat, der Hexenverfolgung und der Diebstahlsbezichtigung zu entfliehen.

Spannend und mit viel historischem Hintergrund wird die Geschichte der 5 Protagonisten erzählt, wobei kleine Nebenhandlungen das Ganze abrunden. Man spürt, dass für diesen Roman umfangreich recherchiert worden ist. Viele Zusammenhänge, insbesondere mit der Heiligen Elisabeth, die mir schon aus anderen Büchern bekannt sind, habe ich wie einen Schwamm in mich aufgesogen.
Ihre Charaktere hat sie alle hervorragend beschrieben. Ich bekam eine klare Vorstellung von ihnen. Immer wieder geht Deana Zinßmeister auf die Schicksale der 5 jungen Menschen ein, die alle sehr liebenswert sind. Selbst die Schauplätze wurden mir sehr vertraut, die sich ja in meiner unmittelbaren Heimat befinden.
Mit ihrem mitreißenden Schreibstil und die Neugier, wie es mit den 5 jungen Leuten weiter gehen wird, hat mich die Autorin in ihren Bann gezogen und somit wird das nächste Buch „Der Hexenturm“ nicht lange auf sich warten müssen.

Die Autorin: Deana Zinßmeister
Deana Zinßmeister widmet sich seit einigen Jahren ganz dem Schreiben historischer Romane. Bei ihren Recherchen wird sie von führenden Fachleuten unterstützt, und für ihren Bestseller »Das Hexenmal« ist sie sogar den Fluchtweg ihrer Protagonisten selbst abgewandert. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern im Saarland.




Meine Bewertung:

Reihenfolge der Hexen-Serie
  • Band 1 - Das Hexenmal
  • Band 2 - Der Hexenturm
  • Band 3 - Der Hexenschwur


Quellen:
Cover: Goldmann Verlag
Klappentext: Goldmann Verlag
Kurzbiografie: Goldmann Verlag
Foto: © privat D. Zinßmeister

Samstag, 17. August 2013

# 114 # Christian Gude: Kammerspiel


Christian Gude
Kammerspiel
Rünz´ fünfter Fall

Erschienen am: 01.07.2012
Verlag: Gmeiner
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik/Krimi/Thriller
Seiten: 245
Preis: € 9,90
ISBN: 978-3-8392-1326-1

Klappentext: I’D LIKE TO TALK Kriminalhauptkommissar Karl Rünz a. D. als Privatdetektiv mit einem Klienten in seiner Detektei – mehr braucht Christian Gude nicht, um alle Regeln des Genres gegen den Strich zu bürsten und zielsicher die üblichen Erwartungen an leicht verdauliche Krimikost zu unterlaufen. Bei diesem minimalistischen Kabinettstück kann man sich nur auf eins verlassen: Dass man sich auf nichts verlassen kann. Das Urteil im Namen des Volkes: Unterhaltsamer und intelligenter kann man seine Leser nicht verunsichern.

Meine Meinung: Gerd Walders ist Mitglied der Darmstädter Kameraden, einer Bewegung neonazistischer Anhänger. Vor Monaten bekam er ein neues Herz transplantiert. Die Vorstellung, wo wem das Herz stammen könnte, katapultiert ihn in heftige Depressionen. Der Psychoanalytiker Lakan hat sich Welders angenommen und verspricht sich mit seinem Fall Anerkennung, Prestige und vielleicht mehr. Doch Welders verfällt immer mehr in den Wahn, die Identität seines Organspenders heraus zu finden, bis er eines Tages nicht mehr auftaucht.
Lakan wendet sich an den Privatdetektiv Karl Rünz und bittet ihn, Welders für ihn zu finden.

Es ist das erste Buch, das ich von Christian Gude gelesen habe. Der Stil entspricht nicht der Normalität, hat mich allerdings auch nicht weiter gestört. Ich fand es ganz amüsant, die Geschichte im Dialogstil zu lesen, denn so wurde sich auf das Wesentliche ohne große Ausschmückungen konzentriert.
Die Protagonisten fand ich ebenso interessant, vor allem den Privatdetektiv Karl Rünz, ehemaliger Kriminalhauptkommissar der Mordkommission in Darmstadt. Als pensionierter abgeschobener Rentner fristet er nun sein Leben in seiner Privatdetektei und versucht sich außerdem als Thrillerautor, natürlich unter einem Pseudonym. Zudem wird sein Leben gerade umgekrempelt, denn er befindet sich inmitten seiner Scheidung. Ausgerechnet im größten Stress taucht der Psychoanalytiker auf und verlangt von ihm fast Unmögliches.
Doch Rünz stellt sich der Sache und deckt so manches Geheimnis auf.
Christian Gudes Schreibstil ist locker, frech, spitzfindig und amüsant. Der Dialogstil las sich zu meinem Erstaunen recht flüssig und so fesselte mich das Buch bis zum überraschenden Ende.

Der Autor: Christian Gude
Christian Gude wurde 1965 in Rheine/Westfalen geboren. Er studierte Geografie in Mainz und lebt heute mit seiner Frau und seinem Sohn im südhessischen Darmstadt. Für ein international operierendes Consulting-Unternehmen arbeitet er als Marketingexperte. Seit 2007 schreibt Gude im Gmeiner-Verlag Kriminalromane, in deren Mittelpunkt der Darmstädter Kriminalhauptkommissar Karl Rünz steht. Im fünften Band nun ermittelt der kauzige Misanthrop auf eigene Rechnung – als Privatdetektiv. Die Rünz-Fälle sind anders – sie verbinden präzise Recherche mit satirischem Sprachwitz, Gesellschaftskritik mit absurder Situationskomik und faszinierenden wissenschaftlichen Detailreichtum mit pointierten Dialogen.


Meine Bewertung:
 


Quellen:
Cover: Gmeiner Verlag
Klappentext: Gmeiner Verlag
Autorenporträt: Gmeiner Verlag
Foto: privat Christian Gude

Freitag, 16. August 2013

# 113 # Erica Spindler: Die Angst im Nacken


Erica Spindler
Die Angst im Nacken

Erschienen am: 21.10.2012
Verlag: Mira Taschenbuch Verlag
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik / Krimi & Thriller
Seiten: 464
Preis € (D) 7,99
ISBN: 978-3-86278-471-4

Klappentext: Vor mehr als zwanzig Jahren hat Harlow Anastasia Grail einen wahren Albtraum überlebt. Ein Verrückter hat sie entführt und ihr den kleinen Finger abgeschnitten. Um die traumatische Vergangenheit vergessen zu können, hat Harlow ihren Namen geändert und alle Brücken hinter sich abgebrochen. Nun der Schock: Der Albtraum ist nicht vorbei - der Mann von damals lebt. Aus Angst um ihr Leben beauftragt die junge Autorin Detective Quentin Malone. Schon bald verbindet die beiden eine leidenschaftliche Affäre. Doch kann sie ihm wirklich trauen? Und welche Rolle spielt der attraktive Psychologe Dr. Ben Walker? Ein dramatischer Wettlauf um Leben und Tod beginnt...

Meine Meinung: Als 13jähriges Mädchen wurde Harlow von einem Wahnsinnigen, der mit Harlow´s Kindermädchen gemeinsame Sache machte, entführt. Bevor es zur Lösegeldübergabe kommen konnte, konnte sich Harlow durch eine List befreien und fliehen. Inzwischen hat sich Harlow eine neue Identität zugelegt und heißt jetzt Anna North. Sie ist neben ihrer Tätigkeit als Floristin Schriftstellerin und lebt in New Orleans. Die Entführung blieb ihr Geheimnis, welches sie immerhin 23 Jahre bewahren konnte. Doch durch einen dummen Zufall fliegt ihre Tarnung auf und das Spiel scheint von neuem loszugehen.

„Die Angst im Nacken“ ist eines der frühen Werke von Erica Spindler, in dem der bekannte Detective Quentin Malone wieder präsent ist. Für mich war es schon ein wenig verwirrend, als ich von Detektive Quentin Malone und seiner Tante, Captain O´Shay las. Alles kam mir so bekannt vor. Dass es aber der erste Band der Serie war, wusste ich bis dato nicht. Die Entführung von Harlow alias Anna sollte sich nach 23 Jahren wiederholen, allerdings nicht in Person von Anna, sondern dem kleinen 13jährigen Mädchen Jaye, das Anna inzwischen sehr ans Herz gewachsen ist. Zeitgleich wird New Orleans von einer Mordserie heimgesucht. Der Täter hat es auf Frauen abgesehen, die obendrein Anna auch noch sehr ähnlich sehen. Detective Quentin Malone glaubt anfangs an keine gemeinsame Verbindung, als Anna ihn um Hilfe bittet. Doch schon bald muss er erkennen, dass Anna´s Befürchtungen der Tatsache entsprechen.
Erica Spindler hat ihre Geschichte aus mehreren Perspektiven erzählt und somit Einblick in die Psychen ihrer Protagonisten gegeben. Ihre Protagonisten stechen durch unverwechselbare Charaktere hervor. Ganz besonders viel Wert hat sie auf Detective Quentin Malone gelegt, der überaus charmant, ehrgeizig und als pflichtbewusster Polizist unter dem wachsamen Auge seiner harten Tante, Captain O´Shay, agiert. Anna hingegen wird immer als verängstigt dargestellt, die wiederum durch ihre Nachbarn Bill und Dalton viel Wärme erfährt. Die Handlung als solches ist sehr durchwachsen, mal steigt die Spannung bis ins Unerträgliche, mal schleift sie so dahin. Einige Längen hätten durchaus durch Kürzen des Plots vermieden werden können. Ihren Schlussteil hingegen, hat sie noch einmal schön durchgewirbelt um falsche Fährten zu legen und überraschende Wendungen einzubauen.

Die Autorin: Erica Spindler
Es war eine Sommergrippe, die Erica Spindler dazu veranlasste, ihr erste Romance zu schreiben. Eigentlich wollte sie Malerin werden. Doch als sie im Juni 1982 im Supermarkt eine Riesenpackung Tempos kaufen musste, gab ihr die Kassiererin einen Liebesroman als Werbegeschenk mit. Wieder zu Hause, fing Erica Spindler zu schmökern – und war auf Anhieb begeistert!
In den folgenden sechs Monaten las sie jede Romance, die sie in die Finger bekam. Schließlich entschloss sie sich, selbst einen Lieberoman zu schreiben, und kaum hatte sie damit begonnen, wusste sie, dass sie ihre wahre Berufung gefunden hatte.
Erica und ihr Mann, der als Werbefachmann arbeitet und den sie als witzig, gut aussehend und ein bisschen frech beschreibt, haben sich auf der Kunsthochschule kennen gelernt und sind seitdem ein Paar. Sie haben zwei Söhne – der ältere war fast zehn, als der jüngere geboren wurde.
Die Familie lebt außerhalb von New Orleans im amerikanischen Bundesstaat Louisiana. Ursprünglich stammt Erica aus Illinois. 

Meine Bewertung:
 

Reihenfolge der Detective Quentin Malone-Serie

Band 3 – Spiel mit dem Tod
Band 4 – Tote Stille

Quellen:
Cover: Mira Taschenbuch Verlag
Klappentext: Mira Taschenbuch Verlag
Kurzbiografie: Mira Taschenbuch Verlag
Foto: privat

Donnerstag, 15. August 2013

#112 # Ursula Neeb: Die Hurenkönigin und der Venusorden


Ursula Neeb
Die Hurenkönigin und der Venusorden

Erschienen am: 09.08.2013
Verlag: Ullstein
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik/Historischer Roman
Seiten: 352
Preis: € 8,99
ISBN: 978-3-548-28522-1

Zur Leseprobe:
Online bestellbar hier: beim Verlag

Klappentext: Frankfurt am Main 1512: Die charismatische Alma und ihre verführerische Tochter Irene bescheren dem Frauenhaus am Dempelbrunnen einen Zulauf wie in besten Zeiten. Auch die Hurenkönigin Ursel ist fasziniert von Alma – so sehr, dass sie sich von ihrem langjährigen Geliebten trennt. Doch als man die Leiche eines Ratsherrn findet, verdächtigt man Alma, weil sie einen heftigen Streit mit ihm hatte. Die Hurenkönigin ermittelt und findet heraus, dass mehrere Personen gute Gründe hatten, dem Senator nach dem Leben zu trachten. Als ihr schließlich klar wird, wer den Mord wirklich begangen hat, muss sie um ihr Leben bangen…

Meine Meinung: Es ist Messezeit in Frankfurt und das Hurenhaus der Hurenkönigin Ursel Zimmer ist brechend voll. Doch nicht mit Freiern, sondern mit Huren, die es aus allen Teilen des Landes nach Frankfurt treibt. Auch der reiche Bankier Freiherr von Fukker aus Augsburg wird erwartet. Bürgermeister und Ratsherren sind mehr als aufgeregt, erhoffen sie sich doch mit Fukker gute Geschäfte machen zu können. Um ihn wohl zu stimmen, wurden eigens für ihn die Hurenkönigin und drei der schönsten Huren auf Kosten der Stadt heraus geputzt. Alles läuft wie geschmiert an dem Tag, an dem Fukker erscheint. Gute Geschäfte werden geschlossen, alle sind zufrieden. Besonders aber Fukker, der jede freie Minute mit Irene, der schönen Hure aus Ulm verbringt, bis sich einer der Ratsherren nicht mehr zurück halten kann. Denn auch er, der Patrizier und Ratsherr Claus Uffsteiner hat ein Auge auf die wunderschöne Irene geworfen. Nach einer unschönen Szene zwischen Irene, ihrer Mutter Alma und dem Patrizier wird der Patrizier des Hauses verwiesen und am nächsten Tag nur noch tot aufgefunden.


Ursel Zimmer wird auch in der dritten Folge der Hurenkönigin-Serie von der Autorin Ursula Neeb mit ihren über 50 Jahren noch als schöne und begehrenswerte Frau dargestellt. Obwohl sie bereits seit 14 Jahren dem Gewerbe nicht mehr nachgeht, betreibt die Gildemeisterin das Hurenhaus weiter. Seit sie ihren Bernhard von Wanebach kennt, hat sie das Bedürfnis abgelegt, sich selbst als Hure zu verdingen. Inzwischen hat Ursel, wie einige andere Huren auch, das Bürgerrecht erlangt und wird als gleichwertige Person Frankfurts anerkannt. Besonders der Bürgermeister ist froh, seinen Gästen immer wieder das Etablissement mit ihrer berühmten Hurenkönigin anbieten zu können. Mit dem Besuch des reichen Bankiers Freiherr von Fukker erhoffen sich die Frankfurter Patrizier gute Geschäfte, die ihren krönenden Abschluss im Hurenhaus finden sollen. Doch nach dem bösartigen Zwischenfall zwischen dem Ratsherrn Uffsteiner und der wunderschönen Hure Irene, ändert sich alles schlagartig. Fukker känzelt seine Geschäfte mit den Frankfurtern und verlässt verärgert zusammen mit Irene das Haus. Am nächsten Tag wird der Ratsherr nur noch tot aufgefunden.
Während zunächst Alma Deckinger, die Mutter von Irene, verdächtigt wird, den Patrizier getötet zu haben, schreitet Ursel Zimmer ein und ermittelt, wie immer auf eigene Faust. Anfangs noch etwas bedeckt, doch als sie merkt, dass der ehrgeizige und pflichtbewusste junge Untersuchungsrichter Martin Fauerbach auf der Stelle tritt und zu straucheln beginnt, intensiver. Ihr ist es auch zu verdanken, dass so manches ans Tageslicht kommt, was lieber hätte verborgen bleiben sollen. Dass sich die Hurenkönigin dabei nicht nur Freunde macht, liegt auf der Hand.
Ursula Neeb hat es verstanden, in ihrem Plot eine Menge Spannung einzubauen, die auch zu keinem Zeitpunkt versiegt. Rasant erzählt sie ihre Geschichte und lässt den Leser in das Alltagsleben von Frankfurt Anfang des 16. Jahrhunderts eintauchen. Man spürt, dass die Autorin umfassend zu ihrem Roman recherchiert hat. Auf jeden Fall erhält man einen guten Einblick in die Sitten und Bräuche der damaligen Zeit, der Mode und so manchem mehr.
„Die Hurenkönigin und der Venusorden“ ist wieder ein sehr gelungenes Werk der Autorin, das Lust auf weitere Folgen macht.

Die Autorin: Ursula Neeb
Ursula Neeb hat Geschichte studiert. Aus der eigentlich geplanten Doktorarbeit entstand später ihr erster Roman Die Siechenmagd. Sie arbeitete beim Deutschen Filmmuseum und bei der FAZ. Heute lebt sie als Autorin mit ihren beiden Hunden in Seelenberg im Taunus.

Quellen:
Cover: Verlag Rowohlt
Klappentext: Verlag Rowohlt
Kurzbiografie: Verlag Rowohlt
Foto: © Markus Wild



Meine Bewertung:

Reihenfolge der Hurenkönigin-Serie
Band 2 – Die Hurenkönigin




An dieser Stelle möchte ich mich beim

für die Bereitstellung des
Rezensionsexemplares bedanken.


Mittwoch, 14. August 2013

# 29 # Neues im Bücherregal

Ich hab den Schutzpatron geschenkt bekommen, dabei wollte ich von dem Autorenpaar kein Buch mehr lesen, weil mich die letzten 3 Bände so enttäuscht haben. Naja, gibt es halt noch mal einen Versuch. Aber auf Ursula Neeb´s neuesten historischen Krimi habe ich mich schon lange gefreut.


(111) Klappentext: Vor mehr als zwanzig Jahren hat Harlow Anastasia Grail einen wahren Albtraum überlebt. Ein Verrückter hat sie entführt und ihr den kleinen Finger abgeschnitten. Um die traumatische Vergangenheit vergessen zu können, hat Harlow ihren Namen geändert und alle Brücken hinter sich abgebrochen. Nun der Schock: Der Albtraum ist nicht vorbei - der Mann von damals lebt. Aus Angst um ihr Leben beauftragt die junge Autorin Detective Quentin Malone. Schon bald verbindet die beiden eine leidenschaftliche Affäre. Doch kann sie ihm wirklich trauen? Und welche Rolle spielt der attraktive Psychologe Dr. Ben Walker? Ein dramatischer Wettlauf um Leben und Tod beginnt...

(112) Klappentext: Endlich kehrt der prachtvolle Burgschatz mit der Reliquie von St. Magnus, dem Schutzpatron des Allgäus, nach Altusried zurück. Vor Jahrzehnten wurde unter der Burgruine Kalden der sagenhafte Schatz gefunden und ging auf weltweite Ausstellungsreise. Nun muss Kluftinger an einer Arbeitsgruppe teilnehmen, die eigens für die Sicherung der Kostbarkeiten gegründet wurde. Priml! abei hat er doch ganz andere Probleme: Er hat den Mord an einer alten Frau aufzuklären, der zunächst als natürlicher Tod eingestuft wurde. Oder hat das eine gar mit dem anderen zu tun? Kluftingers Nachforschungen werden dadurch erheblich erschwert, dass sein Auto gestohlen wird, was er aus Scham allerdings allen verschweigt – den Kollegen und sogar seiner Frau Erika. Das bringt ihn mehr als einmal in Bedrängnis. Vor allem natürlich, wenn Dr. Langhammer mit von der Partie ist ...



(113) Klappentext: Frankfurt am Main 1512: Die charismatische Alma und ihre verführerische Tochter Irene bescheren dem Frauenhaus am Dempelbrunnen einen Zulauf wie in besten Zeiten. Auch die Hurenkönigin Ursel ist fasziniert von Alma – so sehr, dass sie sich von ihrem langjährigen Geliebten trennt. Doch als man die Leiche eines Ratsherrn findet, verdächtigt man Alma, weil sie einen heftigen Streit mit ihm hatte. Die Hurenkönigin ermittelt und findet heraus, dass mehrere Personen gute Gründe hatten, dem Senator nach dem Leben zu trachten. Als ihr schließlich klar wird, wer den Mord wirklich begangen hat, muss sie um ihr Leben bangen…
 
 



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