Samstag, 31. August 2013

# 124 # Heike Denzau: Die Tote am Deich

Heike Denzau
Die Tote am Deich

Erschienen am: 12.04.2011
Verlag: Emons
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik/Krimi/Thriller
Seiten: 239
Preis: € 9,90
ISBN: 978-3-897-05826-2

Klappentext: Die vierzehnjährige Nele Johannson aus Marne liegt tot am Elbstrand. Ein brisanter Fall für Oberkommissarin Lyn Harms von der Kripo Itzehoe in Schleswig-Holstein, denn das Mädchen war über elf Jahre lang verschwunden, entführt als Zweijährige beim Marner Rosenmontagsumzug. Die fieberhafte Suche nach dem Täter, die Lyn Harms und ihre Kollegen zu ländlichen Schlachthäusern und einsamen Marschhöfen führt, wird zu einem Wettlauf gegen die Zeit, denn da gibt es noch das Mädchen Anna ....

Meine Meinung: Oberkommissarin Gwendolyn Harms ist neu bei der Kripo Itzehoe und wird gleich an ihrem ersten Tag mit einem Mord konfrontiert. Ein Mädchen, so alt wie ihre Tochter Sophie, wurde am Elbstrand bei Hollerwettern aus dem Wasser gezogen. Der Bauer Heinrich Kelting fand das fast 14jährige Mädchen, das erhebliche Stichwunden aufwies. Nach einem DNA-Abgleich stellt sich heraus, dass es sich bei der Toten um die seit mehr als 11 Jahren vermisste Nele Johannson aus Marne handelt.
Lyn und Hendrik Wolff beginnen mit den Ermittlungen, die so gar nicht voran kommen wollen, bis sie auf eine heiße Spur stoßen.

Spannend und fesselnd erzählt Heike Denzau ihre Story. „Die Tote am Deich“ ist ein mitreißender Debütroman der Autorin.
Mit ihren Protagonisten hat sie eine gute Wahl getroffen. Gwendolyn, ist gerade frisch von ihrem Mann getrennt und von Bamberg zurück in ihre alte Heimat gezogen, was ihre beiden Töchter Sophie und Charlotte nicht besonders glücklich macht. So unterschiedlich wie die beiden Mädchen sind, sind auch Lyn (Gwendolyn) und ihr Partner Hendrik Wolff. Hendrik, der Lyn ständig umgarnt, scheint ohnehin der Charmeur zu sein.
In ihrer Dienststelle behauptet sich Lyn vom ersten Tag an und wird somit von allen respektiert. Die Ermittlungsmethoden von Lyn und Hendrik sind alles andere als gesetzlich. Immer wieder schweifen so vom Weg der Legalität ab um an ihr Ziel zu gelangen.
Heike Denzau hat viel Wert darauf gelegt, das Privatleben ihre Protagonisten näher zu beleuchten, was dem Ganzen eine interessante Note gibt.
Der Krimi hebt sich ein wenig ab, er wirkt frisch und teilweise auch amüsant ohne dass die Ernsthaftigkeit des Falls verloren geht.
Die Autorin hat es verstanden, dass dem Leser fast jeder Protagonist als Verdächtiger vorkommt und somit zum Rätseln und Mitermitteln anregt. Die verschiedenen Handlungsstränge haben zudem eine gewisse Spannung aufgebaut, die sich auch bis zum Ende hielt. In dem man auch hinter die Gedanken und Handlungen des Täters schauen konnte, wurde das Ganze schön abgerundet. Auch wenn sich zum Ende hin die Ereignisse regelrecht überschlagen haben, fand ich es dennoch nicht übertrieben.

Die Autorin: Heike Denzau
Heike Denzau wurde 1963 in Itzehoe geboren. Sie lebt mit Ehemann und zwei Töchtern in dem kleinen Störort Wewelsfleth in Schleswig-Holstein. Mehrere Kurzgeschichten wurden in Anthologien veröffentlicht. Beim NordMordAward 2011 belegte sie mit einem Kurzkrimi den 3. Platz.





Meine Bewertung:
Quellen:
Cover: Emons Verlag
Klappentext: Emons Verlag
Autorenporträt: Emons Verlag
Foto: privat Heike Denzau

Freitag, 30. August 2013

# 123 # Volker Klüpfel/Michael Kobr: Schutzpatron


Volker Klüpfel/Michael Kobr
Schutzpatron

Erschienen am: 17.09.2012
Verlag: Piper
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik / Krimi & Thriller
Seiten: 432
Preis € (D) 9,99 | € (A) 10,30 | SFR 14,90
ISBN: 978-3-492-227483-8

Klappentext: Endlich kehrt der prachtvolle Burgschatz mit der Reliquie von St. Magnus, dem Schutzpatron des Allgäus, nach Altusried zurück. Vor Jahrzehnten wurde unter der Burgruine Kalden der sagenhafte Schatz gefunden und ging auf weltweite Ausstellungsreise. Nun muss Kluftinger an einer Arbeitsgruppe teilnehmen, die eigens für die Sicherung der Kostbarkeiten gegründet wurde. Priml! abei hat er doch ganz andere Probleme: Er hat den Mord an einer alten Frau aufzuklären, der zunächst als natürlicher Tod eingestuft wurde. Oder hat das eine gar mit dem anderen zu tun? Kluftingers Nachforschungen werden dadurch erheblich erschwert, dass sein Auto gestohlen wird, was er aus Scham allerdings allen verschweigt – den Kollegen und sogar seiner Frau Erika. Das bringt ihn mehr als einmal in Bedrängnis. Vor allem natürlich, wenn Dr. Langhammer mit von der Partie ist ...

Meine Meinung: Als hätte Kriminalhauptkommissar Kluftinger nicht schon genug mit seiner Ermordeten zu tun, drückt ihn Polizeipräsident Lodenbacher auch noch eine Sonderaufgabe auf. Und zu Hause gibt es auch Probleme. Neuerdings macht ihm seine Erika kleine Eifersuchtsszenen und Markus, sein Sohn, will auch noch diese Japanerin Yumiko heiraten.

Auch im sechsten Fall mit Kommissar Kluftinger geht es – nach seinen Verhältnissen gesehen – wieder heiß her. Zwei Fälle auf einmal sind zu lösen und sein Team hat alle Hände voll zu tun.
Das Autorenduo hat seine Geschichte auf zwei Handlungssträngen aufgebaut. Während Kluftinger versucht den Mordfall aufzuklären, erfährt der Leser, was sich Monate und Wochen vor einem großen Clou abgespielt hat. Die Handlung selbst zog sich seitenweise hin, in dem Alltäglichkeiten in großem Stil ausgeschmückt worden sind. Nebenbei kann der Leser noch einen Sprachkurs auf bayerisch belegen.
Wie schon bei den Vorgängerbüchern habe ich gehofft, dass doch noch etwas Tiefe und vielleicht auch etwas Spannung, denn es handelt sich ja um einen Krimi, aufkommen würde, doch diese blieb aus.
Meine Enttäuschung hielt sich dieses Mal in Grenzen, da ich ja bereits von den flachen Inhalten der letzten Bücher Kenntnis hatte.

Die Autoren: Volker Klüpfel und Michael Kobr
Volker Klüpfel, geboren 1971 in Kempten, aufgewachsen in Altusried, studierte Politologie und Geschichte. Er ist heute Redakteur in der Kultur-/ Journal-Redaktion der Augsburger Allgemeinen und wohnt in Augsburg.

Michael Kobr, geboren 1973 in Kempten, studierte Romanistik und Germanistik, arbeitet heute als Lehrer und wohnt mit seiner Frau und seinen Töchtern im Allgäu.

Meine Bewertung:

Quellen:
Cover: Piper Verlag
Klappentext: Piper Verlag
Kurzbiografie: Piper Verlag
Foto: © Peter von Felbert

Donnerstag, 29. August 2013

# 8 # Zwischenstand Krimi/Thriller Cover Challenge - Monat August 2013

Es wird immer schwieriger, die Vorgaben der Krimi/Thriller Cover-Challenge, die Monika vom  Lesenden Katzenpersonal ins Leben gerufen hat, zu erfüllen. Und es macht auch nach 8 Monaten noch immer Spaß und ich bleib weiterhin dran. Ziel ist es, aus 30 vorgegebenen Buchcovern, mindestens 15 Bücher zu lesen, auf der sich eine der Vorgaben befindet, zu lesen.

Hier sind meine erledigten Vorgaben:

Januar
Nr. 09.… auf dem ein Tier abgebildet ist
Richard Hagen - Ihr unschuldiges Herz
Nr. 25.… auf dem nichts außer Schrift abgebildet wurde 
Michael Robotham - Amnesie

Februar
Nr. 01.… auf dem ein Kreuz zu sehen ist  
Edna Schuchardt - Friesenfeuer 
Nr. 02.… auf dem Wald oder Bäume zu sehen sind  
Andreas Franz - Tödliches Lachen
Nr. 16.… auf dem eine Blume zu sehen ist  
Karin Slaughter - Tote Augen 
Nr. 17.… auf dem Wasser zu sehen ist  
Rachesommer - Andreas Gruber
Nr. 27.… auf dem Lichter zu sehen sind  
Janet Clark - Rachekind 
Nr. 28.… auf dem eine Treppe abgebildet wurde
Andreas Franz - Das Todeskreuz 

März
Nr. 15.… auf dem ein Fahrzeug zu sehen ist
Andreas Franz/Daniel Holbe - Tödlicher Absturz
Nr. 03.… auf dem ein Haus abgebildet ist   
Elisabeth Herrmann - Das Dorf der Mörder
Nr. 10.… auf dem eine weibliche Leiche abgebildet ist
Jan Seghers - Die Braut im Schnee

April
13.… auf dem ein Spielzeug eines Kindes abgebildet ist
Zoe Beck - Das alte Kind 
06.… auf dem Blut zu sehen ist
Nika Lubitsch - Der 7.Tag 
Nr. 30.… auf dem Verkehrswege zu sehen sind (Straßen, Gleise)
Elisabeth Herrmann - Schattengrund 

Mai
04.… auf dem ein Mordwerkzeug abgebildet ist
Andreas Gruber - Todesfrist 
22.… auf dem ein Einrichtungsgegenstand eines Zimmers zu sehen ist
Elisabeth Herrmann - Das Kindermädchen

Juni 
05.… auf dem eine Zahl im Titel steht
Claudia Puhlfürst - Das sechste Herz
26 ... auf dem Schuhe zu sehen sind
Christian Limmer - Saubär 
07.… das schwarz / weiß ist
Simon Beckett - Die Chemie des Todes 

Juli
18... auf dem Schnee zu sehen ist
Sabine Klewe - Die weißen Schatten der Nacht
29 ... auf dem mindestens eine Hand zu sehen ist
Julia Crouch - Hautnah
08 ... das eine goldene Schrift hat
Jilliane Hoffman - Mädchenfänger

August
24... auf dem mindestens ein Getränk abgebildet ist
Christian Gude - Kammerspiel
23... auf dem Geld abgebildet ist
Bernd Franzinger - Goldrausch

24 Vorgaben bereits erledigt. Ich hoffe, dass ich für die übrigen 6 Vorgaben auch noch geeignete Bücher finde.



11.… auf dem eine männliche Leiche abgebildet ist  
12.… auf dem sich jemand maskiert hat  
 
14.… auf dem ein Skelett oder Skelettteile zu sehen ist  


19... auf dem ein Herz abgebildet ist
20.… auf dem nackte Füße zu sehen sind  
21.… auf dem eine Uhr zu sehen ist  



 



 


Mittwoch, 28. August 2013

# 122 # Bernd Franzinger: Goldrausch


Bernd Franzinger
Goldrausch
Tannenbergs zweiter Fall

Erschienen am: 01.02.2004
Verlag: Gmeiner
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik/Krimi/Thriller
Seiten: 339
Preis: € 9,90
ISBN: 978-3-89977-609-6

Klappentext: DER LOCKRUF DES GELDES …  Brand in einer renommierten Softwarefirma! Bei der Brandnachschau finden Feuerwehrleute im Büro des Finanzvorstandes einen stark verkohlten Leichnam, dessen Schädel mit einem schweren Gegenstand brutal zertrümmert wurde. Hauptkommissar Tannenberg nimmt nur widerwillig die Ermittlungen auf, denn sie führen in eine Welt, in der er sich ganz und gar nicht zu Hause fühlt. Während er sich, genervt von einem cleveren Anwalt und überhäuft von privaten Problemen, mit der frustrierenden kriminalistischen Alltagsarbeit herumplagt, werden seine Kollegen vom Virus der Geldgier infiziert. Der Traum vom mühelosen Reichtum wird schließlich so dominant, dass selbst der heimtückische Mord an einem Obdachlosen von den Mitarbeitern des K1 nur als störende Randerscheinung wahrgenommen wird. Doch plötzlich überstürzen sich die Ereignisse …

Meine Meinung: Sie war Vorstandsmitglied der erfolgreichen Softwarefirma FIT.net. Jetzt liegt Susanne Niebergall nur noch tot und verkohlt in ihrem Büro. Zuvor wurde sie brutal niedergeschlagen, der Kopf komplett zerschmettert. Hauptkommissar Tannenberg und sein Team haben die schwere Aufgabe, den wenigen Spuren zu folgen und den Mörder der zuständigen Finanzchefin und Mitgesellschafterin der Firma zu finden.
Erst nach geraumer Zeit, als sich ein weiterer Mord ereignet, gibt es erste Hinweise für einen brauchbaren Ermittlungsansatz.

Zum zweiten Mal ermittelt Hauptkommissar Wolfram Tannenberg in einem spektakulären Mordfall, der ihn in den Bereich der Finanzen, der Aktienwelt und Fonds katapultiert, womit er ja gar nichts am Hut zu haben scheint und sich Null dafür interessiert. Während seine Kollegen sich dem Rausch und der Geldgier hingeben, nachdem sich Kommissar Geiger offensichtlich mit seinem Anlagevermögen bzw. seinem Gewinn größere Anschaffungen erlauben konnte, sieht sich Tannenberg nur noch dieser Euphorie der Kollegen ausgesetzt. Nur Tannenberg und sein junger Kollege Fouquet scheinen dagegen resistent zu sein. Umso schwieriger gestalten sich die Ermittlungen zum Mordfall an Susanne Niebergall. Sämtliche Indizien, die die Mordkommission zusammen getragen hat, führen zu keinem Erfolg. Erst mit dem Tod des Obdachlosen kommt etwas Schwung in die Ermittlungen, die sich bis dato mehr recht als schlecht durch die Handlung zogen. Diese ist mehr geprägt von den Familienleben des Kommissaars Tannenberg. Zwar sind diese nicht unbedingt ermüdend, aber auch nicht für eine Krimihandlung förderlich. Viel zu dominant sind diese Ausschweifungen, wodurch die eigentliche Ermittlungsarbeit mehr ins Hinterrücken gerät. Einzig und allein die Handlungen des Vaters Jakob Tannenberg ließen das Ganze etwas erheitern.
Die Protagonisten sind für Meindafürhalten auch noch etwas zu farblos gestaltet. Mir fehlt ein bisschen die Vorstellungskraft, da nur wenig bzw. oberflächlich auf sie eingegangen wird. Charakterlich sind sie bis auf wenige Ausnahmen nur schwach beschrieben. Viel zu sehr liegt das Augenmerk auf Tannenberg, den ich nach zwei Folgen der Serie immer noch als gefühllos und eisig beschreiben kann und für mich mit Abstand der unsympathischste Kommissar ist, mit dem ich es je zu tun hatte.
Auch bin ich der Meinung, dass der Autor Bernd Franzinger, der zwar einen guten und flüssigen Schreibstil hat, doch etwas mehr die Polizeiarbeit recherchieren sollte. Viel zu viele Fehler haben sich dort eingeschlichen. Was ich auch absolut nervend fand, war, dass der Autor immer und immer wieder vom Leiter der Kaiserlauterer Mordkommission schrieb. Fast jeder neue Absatz, bei dem es um Tannenberg ging, wurde so eröffnet.
Spannungsmäßig hatte ich mir eigentlich mehr versprochen, der Plot plätscherte so dahin und erst im letzten Viertel des Buches kam etwas Lebendigkeit und die fehlende Spannung ins Spiel. Nichtsdestotrotz wurde ich auch hier ganz gut unterhalten.

Der Autor: Bernd Franzinger
Bernd Franzinger lebt bei Kaiserslautern. Mit seinen überaus erfolgreichen »Tannenberg«-Krimis gehört er zu den bekanntesten Autoren der deutschen Krimiszene.




Meine Bewertung:

Reihenfolge der Kommissar Tannenberg-Serie

  • Band 1 - Pilzsaison
  • Band 2 - Goldrausch
  • Band 3 - Ohnmacht
  • Band 4 - Dinotod
  • Band 5 - Wolfsfälle
  • Band 6 - Bombenstimmung
  • Band 7 - Jammerhalde
  • Band 8 - Kindspech
  • Band 9 - Leidenstour
  • Band 10 - Zehnkampf
  • Band 11 - Familiengrab
  • Band 12 - Todesnetz
  • Band 13 - Hexenschuss
Quellen:
Cover: Gmeiner Verlag
Klappentext: Gmeiner Verlag
Autorenporträt: Gmeiner Verlag
Foto: privat Bernd Franzinger

Dienstag, 27. August 2013

# 121 # Bernd Franzinger: Pilzsaison


Bernd Franzinger
Pilzsaison
Tannenbergs erster Fall

Erschienen am: 01.09.2003
Verlag: Gmeiner
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik/Krimi/Thriller
Seiten: 441
Preis: € 11,90
ISBN: 978-3-899-77606-5

Klappentext: Wolfram Tannenberg, frischgebackener Leiter der Kaiserslauterer Mordkommission, wird in seinem ersten Fall gleich mit einem mysteriösen Verbrechen konfrontiert. Im Stadtwald wird eine weibliche Leiche entdeckt, in deren aufgeschlitzter Kehle mehrere Pilze stecken. Der Kommissar kann weder eine Spur zu einem Verdächtigen finden, noch ist auch nur der Ansatz eines möglichen Tatmotivs zu erkennen. Wenige Tage später finden Spaziergänger eine weitere Frauenleiche. Tannenbergs Gegner, offenbar ein Serienmörder, erscheint übermächtig, denn er ist ein geschickter Stratege, ein leidenschaftlicher Spieler, der immer eine Überraschung für seine Häscher bereit hält.

Meine Meinung: Während ihres gemeinsamen frühmorgendlichen Spazierganges entdecken die beiden Männer, der Revierförster Kreilinger und sein Nachbar Erwin Konopka, eine im Stadtwald auf einer roten Sandsteinplatte drapierte Frauenleiche. Doch nur einer der Rentner teilt den Fund mit, da der Andere berechtigte Sorgen haben muss, sich der Polizei erkenntlich zu zeigen. Denn er ist kein unbeschriebenes Blatt und aktenkundig und somit gefundenes Fressen für einen möglichen Tatverdächtigen. Schon bald muss Hauptkommissar Wolfram Tannenberg erkennen, dass seine wenigen Spuren ihn in das Nichts führen, als nur wenige Tage später eine zweite Frauenleiche auftaucht, die ebenfalls die Handschrift des vorherigen Mörders trägt.

„Pilzsaison“ ist das Krimidebüt des Kaiserlauterer Schriftstellers Bernd Franzinger, das er recht gut gemeistert hat. In seinem ersten Ermittlungsfall den der Autor bereits 2003 präsentiert hat, muss der frisch gebackene Hauptkommissar und Leiter der Mordkommission von Kaiserslautern, Wolfram Tannenberg, einen Mordfall aufklären, der allerdings schnell als Serienmord beschrieben wird. Mit dem Fund der Leiche hat Tannenberg und sein Team ein Rätsel zu lösen, das scheinbar unlösbar zu sein scheint. Keinerlei Spuren führen die Ermittler in eine vielversprechende Richtung, die es ihnen ermöglicht einen Tatverdächtigen festzunehmen. Wie in jedem Krimi, so auch hier, führen die wenigen brauchbaren Hinweise zu einem möglichen Verdächtigen, der keiner ist. Erst als die zweite weibliche Leiche gefunden und die Bevölkerung um Mithilfe gebeten wird, gibt es die ersten brauchbaren Anhaltspunkte. Durch die Unterstützung einer Fallanalytikerin (die der Autor fälschlicherweise als Profilerin benannt hat) kommt nicht nur Schwung in die Ermittlungen, sondern auch in Tannenbergs Privatleben.
Tannenberg lernt man eigentlich nur als übellaunig und machtbesessen gegenüber seinen Unterstellten kennen. Die Dialoge finde ich ziemlich spitzfindig, mitunter auch makaber, gerade wenn es um die Toten geht. Die humoristischen Einlagen des Autors wirken mehr gekünstelt als das sie wirklich erheitern. Im Übrigen finde ich die Handlung sehr emotionslos geschrieben. Der Schreibstil allerdings ist flüssig und mitreißend, sodass man das Buch gut in einem Zug lesen kann. Auf jeden Fall ist noch Potential vorhanden, das Bernd Franzinger hoffentlich in seinen vielen anderen Fällen noch genutzt hat, um die wenigen Schwächen abzulegen. Sein erster Fall hat mich jedenfalls gut unterhalten.

Der Autor: Bernd Franzinger
Bernd Franzinger lebt bei Kaiserslautern. Mit seinen überaus erfolgreichen »Tannenberg«-Krimis gehört er zu den bekanntesten Autoren der deutschen Krimiszene.




Meine Bewertung:

Reihenfolge der Kommissar Tannenberg-Serie

  • Band 1 - Pilzsaison
  • Band 2 - Goldrausch
  • Band 3 - Ohnmacht
  • Band 4 - Dinotod
  • Band 5 - Wolfsfälle
  • Band 6 - Bombenstimmung
  • Band 7 - Jammerhalde
  • Band 8 - Kindspech
  • Band 9 - Leidenstour
  • Band 10 - Zehnkampf
  • Band 11 - Familiengrab
  • Band 12 - Todesnetz
  • Band 13 - Hexenschuss


Quellen:
Cover: Gmeiner Verlag
Klappentext: Gmeiner Verlag
Autorenporträt: Gmeiner Verlag
Foto: privat Bernd Franzinger

Montag, 26. August 2013

# 32 # Neues im Bücherregal



Ich habe mir wieder etwas Spannung in mein Bücherregal geholt und hoffe, dass der Ruf, denen die Bücher voraus eilen, auch gerecht werden.
 

(121) Klappentext: Die vierzehnjährige Nele Johannson aus Marne liegt tot am Elbstrand. Ein brisanter Fall für Oberkommissarin Lyn Harms von der Kripo Itzehoe in Schleswig-Holstein, denn das Mädchen war über elf Jahre lang verschwunden, entführt als Zweijährige beim Marner Rosenmontagsumzug. Die fieberhafte Suche nach dem Täter, die Lyn Harms und ihre Kollegen zu ländlichen Schlachthäusern und einsamen Marschhöfen führt, wird zu einem Wettlauf gegen die Zeit, denn da gibt es noch das Mädchen Anna ....


(122) Klappentext: Ein Brandstifter treibt sein Unwesen in der Wewelsflether Kleingartenkolonie. Als in einer der abgebrannten Hütten eine Leiche entdeckt wird, sind Oberkommissarin Lyn Harms und ihre Kollegen von der Kripo Itzehoe gefordert. Wer tötete den Bewohner der Gartenhütte? Und was hat das spurlose Verschwinden des Werftbesitzers Jacobsen damit zu tun? In den Fokus der Polizei gerät eine Gruppe Jugendlicher. Doch die Clique schweigt eisern.

(123) Klappentext: Ein totes Mädchen am See. Ein gefälschter Abschiedsbrief. Der vermeintliche Mörder ist schnell gefasst. Er gesteht – und bringt sich dann in seiner Zelle um. Zuvor jedoch schreibt er mit seinem Blut an die Zellenwand: »Ich war’s nicht.« Als Sara Linton davon erfährt, ist sie außer sich. Die Polizistin Lena Adams muss den geistig behinderten Jungen zu dem falschen Geständnis und in den Selbstmord getrieben haben. Sara Linton will Lena ein für alle Mal aus dem Verkehr ziehen und bittet den GBI-Ermittler Will Trent um Hilfe.

Sonntag, 25. August 2013

# 120 # Matthias P. Gibert: Pechsträhne


Matthias P. Gibert
Pechsträhne
Lenz´elfter Fall

Erschienen am: 01.07.2013
Verlag: Gmeiner
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik/Krimi/Thriller
Seiten: 374
Preis: € 11,99
ISBN: 978-3-8392-1422-0


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Klappentext: KAPITALVERBRECHEN  In einer Villa in Kassel wird die übel zugerichtete Leiche des Bankmanagers Sven Vontobel gefunden, neben ihm sein ebenfalls erschossener Hund. Wegen seiner umstrittenen Wertschöpfungsmethoden war er selbst bei seinen Kollegen unbeliebt. Bald gibt es zwei weitere Tote, ebenfalls Mitarbeiter der Nordhessenbank. Gegen alle Widerstände aus den Reihen der Geldmafia und in einer für sie fremden, abstoßenden Welt fahnden Hauptkommissar Paul Lenz und sein junger Kollege Thilo Hain nach einem Täter, der ihnen immer einen Schritt voraus zu sein scheint.

Meine Meinung: Erst wurde er gefoltert, dann erschossen. Jetzt liegt Sven Vontobel, der erfolgreiche Investmentberater und Abteilungsleiter der Nordhessenbank tot in seiner luxuriösen Villa und hat von seinen angescheffelten Millionen nichts mehr. Mit dem Erscheinen des Juristen und einem Kollegen aus dem Investmentbereich und der damit verbundenen Forderung, sämtliche Datenträger des Opfers heraus zu geben, wird das Interesse von Hauptkommissar Paul Lenz und seinem Partner Oberkommissar Thilo Hain geweckt. Als sie auf dem PC von Vontobel eine bedrohliche Email finden, gehen sie der heißen Spur nach. Zwar ist diese Spur nicht vielversprechend, doch die Fährten laufen in weitere Richtungen. Kurze Zeit später sind zwei weitere Mitarbeiter der Nordhessenbank in einem Unfall verwickelt, der tödlich endet und der sich später als gezielter Anschlag und somit Doppelmord herausstellt. Lenz und Hain, die mit Hochdruck ermitteln, jedoch kaum voran kommen, werden von einem Zeugen, der den mutmaßlichen Unfall beobachtet hat, kontaktiert und mit neuen Erkenntnissen versorgt. Von nun an sollte sich das Blatt schlagartig wenden.

Obwohl es der elfte Fall von Hauptkommissar Paul Lenz und seinem Partner Thilo Hain ist, der zu knacken war, wurde ich das erste Mal mit diesem sympathischen Duo konfrontiert. Und ich bin positiv überrascht, dass nach einer so langen Krimi-Serie der Autor in der Lage ist, noch immer Spannung zu erzeugen, die einen als Leser mitreißt. Zwar war der Beginn der Handlung, abgesehen vom Prolog, etwas verhalten, doch das sollte sich schnell ändern. Die Spannung steigerte sich von Kapitel zu Kapitel und erreichte ihren Höhepunkt mit dem Finale des Buches.
Mit den Kommissaren Lenz und Hain lernt man ein harmonisches Ermittlerduo kennen, die ein lockeres und freundschaftliches Verhältnis zueinander hegen. Ihre Ermittlungen in diesem Fall führen sie in die höchsten und prominentesten Reihen der Bankenszene, die mit skrupellosen Methoden und fadenscheinigen Versprechungen ihren Kunden das Geld aus der Tasche ziehen. Solange diese Kunden flüssig sind, werden sie freundlich und bevorzugt behandelt, doch ist das Geld verloren, werden sie keines Blickes mehr gewürdigt. Die vielen Kunden, die gerade von den Opfern geprellt worden sind, hatten allen Grund, den ominösen Anlageberatern die „Pest“ an´s Bein zu wünschen. Dass sich darunter auch Morddrohungen befanden, liegt fast auf der Hand.
So haben Lenz und Hain und die gesamte Ermittlercrow voll auf zu tun um den vielen Fährten nachzugehen. Oftmals führen diese ins Leere, manchmal hilft ihnen der Zufall wieder ein Stück des Puzzles zusammen setzen zu können. Dabei werden sie mit den verschiedensten Motiven konfrontiert.
Erschreckend ist jedoch festzustellen, dass es noch viele Menschen gibt, die den „Hals“ nicht voll genug bekommen. Geld regiert die Welt, Geld macht angeblich glücklich – doch nicht immer. Die Gier nach dem Geld zeigt zu welchen Risiken und zu welchen Taten die Menschen bereit sind. Dies veranschaulicht der Autor dem Leser in seinem Krimi, der leicht und flüssig geschrieben ist und einen bis zum letzten Satz fesselt.
Mit seiner „Pechsträhne“ hat Matthias P. Gibert einen neuen Fan gefunden und natürlich wird es nicht der letzte Fall gewesen sein, den ich gelesen habe.

Der Autor: Matthias P. Gibert
Matthias P. Gibert, 1960 in Königstein im Taunus geboren, lebt seit vielen Jahren mit seiner Frau in Nordhessen. Nach einer kaufmännischen Ausbildung baute er ein Motorradgeschäft auf. 1993 kam der komplette Ausstieg, anschließend die vollständige Neuorientierung. Seit 1995 entwickelt und leitet er Seminare in allen Bereichen der Betriebswirtschaftslehre und ist seit 2003 zudem mit einem zusammen mit seiner Frau entwickelten Konzept zur Depressionsprävention sehr erfolgreich für mehrere deutsche Unternehmen tätig. Seit 2009 ist er hauptberuflich Autor.

Meine Bewertung:

Reihenfolge der Kommissar Paul Lenz-Serie

  • Band 1 – Nervenflattern
  • Band 2 – Kammerflimmern
  • Band 3 – Zirkusluft
  • Band 4 – Eiszeit
  • Band 5 – Bullenhitze
  • Band 6 – Schmuddelkinder
  • Band 7 – Rechtsdruck
  • Band 8 – Zeitbombe
  • Band 9 – Menschenopfer
  • Band 10 – Höllenqual
  • Band 11 - Pechsträhne

Quellen:
Cover: Gmeiner Verlag
Klappentext: Gmeiner Verlag
Autorenporträt: Gmeiner Verlag
Foto: privatMatthias P. Gibert

An dieser Stelle möchte ich mich herzlich beim



für das bereit gestellte Rezensionsexemplar bedanken

Samstag, 24. August 2013

# 119 # Deana Zinßmeister: Der Hexenschwur


Deana Zinßmeister
Der Hexenschwur

Erschienen am: 15.07.2013
Verlag: Goldmann
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik/Historischer Roman
Seiten: 416
Preis: € 9,99
ISBN: 978-3-442-47641-1

Zur Leseprobe
Online kaufen: beim Verlag/bei Amazon

Klappentext: Im Jahr 1635 erreicht der Dreißigjährige Krieg das Land an der Saar. Der gebürtige Thüringer Johann will mit seiner Frau Franziska und den gemeinsamen Kindern Magdalena und Benjamin quer durchs Reich aufs Eichsfeld fliehen – in ihre alte Heimat, die sie vor siebzehn Jahren verlassen mussten, da Franziska der Hexerei bezichtigt wurde. Auf ihrer Reise müssen sie die Schrecken des Krieges am eigenen Leib erfahren, doch dann gewährt ein schwedischer Tross ihnen Schutz. Besonders ein junger Arzt setzt sich für die Familie ein, und die 17-jährige Magdalena fühlt sich bald zu ihm hingezogen. Arne gehört zwar feindlichen Truppen an – aber er ist auch der Einzige, der ihr helfen kann, ein dunkles Geheimnis ans Licht zu bringen …

Meine Meinung: Immer mehr packt Johann das Heimweh in sein geliebtes Eichsfeld und schmiedet Pläne zur Rückkehr. Ganz zum Entsetzen seiner Familie, Franziska, die sich seit einigen Jahren schon von Johann abgewandt hat, der 17jährigen Tochter Magdalena und dem Sohn Benjamin setzt Johann seine Pläne um. Im Frühjahr 1635 verabschiedet sich, entgegen aller guten Ratschläge bis nach dem Krieg auszuharren, Johann und seine Familie von ihrem Freund Clemens und dessen Frau sowie von Maria, die inzwischen Äbtissin im nahegelegenen Kloster ist und ziehen dem fragwürdigen Abenteuer entgegen. Bereits auf halber Strecke werden sie von einer Horde Soldateska überfallen, dem sie Dank der Hilfe zweier Schweden nur knapp dem Tod entkamen. Der schwerverletzte Johann sowie seine todkranke Frau Franziska, Magdalena und Benjamin finden Unterschlupf in einer Nachhut eines schwedischen Heeres, wo Arne, der Arzt die Kranken besser versorgen kann. Während ihres Aufenthaltes spüren Magdalena und Arne, dass sie sich zueinander hingezogen fühlen, ganz zum Verdruss von Brigitta einer schönen Marketenderin des schwedischen Heeres. Denn auch sie hegt Gefühle für Arne, der sie jedoch aufgrund ihrer Dienste gegenüber den Soldaten, stets zurück gewiesen hat. In ihrer Eifersucht schmiedet sie intrigantische Pläne, die Johanns Familie erneut in Gefahr bringt.

Auch der dritte Band der Hexen-Trilogie ist wie schon seine Vorgänger, wieder absolut spannend erzählt. Inzwischen sind fast 17 Jahre nach den letzten Erlebnissen vergangen. Von den fünf Freunden, die aus verschiedenen Gründen einst aus dem Eichsfeld geflohen sind, sind nur noch Johann, seine Frau Franziska und Clemens auf dem Wellinger Pferdegestüt. Johann und Franziska, die inzwischen Eltern von zwei Kindern sind und auch Clemens, der mit seiner Frau Christel das zweite Kind erwartet, müssen sich von ihrer damaligen Retterin, der Besitzerin des Gestüts, Regina Rehmringer, trennen. Ihr hohes Lebensalter hat ihr viel Freude, Glück aber auch Leid beschieden, doch nun naht ihr Tod. Gerade in dieser Zeit spürt Johann, dass ihn die Sehnsucht nach seiner alten Heimat, seiner Mutter aber auch seiner Schwester fast buchstäblich auffrisst und er den festen Entschluss fasst, nach dem Winter zurück zu kehren.
Deana Zinßmeister erzählt ihre Geschichte in zwei Handlungssträngen, wobei sie sich dieses Mal speziell auf die Geschwister Johann und Karoline konzentriert. Denn auch in Hundshagen, wo Karoline den Hof ihres Vaters weiter bewirtschaftet und inzwischen verheiratet und auch ein Kind hat, ist in Zeiten des Krieges Not eingekehrt. Karoline und ihr Mann Jodokas sind verbittert, denn ihr hübscher Sohn Michael wurde durch ein Wechselbalg ausgetauscht, das von Dämonen beherrscht ist. Zudem liegt auf Karoline ein böser Hexenschwur, der ihr Not, Krankheiten und weitere Bosheiten auferlegt hat.
Die Autorin hat ihre Handlung so aufgebaut, dass sie ständig zwischen den einzelnen Handlungssträngen wechselt und somit die Spannung steigert. Nach jedem Kapitelabschnitt ist man heiß darauf, wie sich die Story fortsetzen wird. Dabei hat Deana Zinßmeister nicht mit historischen Fakten gespart. Wieder einmal spürt man, wie umfangreich ihre Recherchen waren und dass sie sich nicht nur mit Literaturinhalten abgegeben hat. Sie hat die einzelnen Orte, wie z.B. Allendorf besucht und ist auch selbst den damaligen Fluchtweg der fünf Freunde abgelaufen. Und dies widerspiegelt sich in ihrer Schilderungen, denn sie sind so authentisch dargestellt, als würde man selbst dabei sein.
Gespannt ist man vor allem, wie sich das Zusammentreffen von Johann und seiner Schwester Karoline ereignen wird, denn Karoline war Johann nicht immer gut gesonnen. Auch mit Franziska, die keine guten Erinnerungen an Hundshagen hat, denn sie wurde damals von Johanns Vater als Hexe bezichtigt, fiebert und ängstigt man sich mit ihr.
Das junge und hoffnungslose Liebesglück zwischen Magdalena und dem schwedischen Arzt Arne hat die Geschichte in irgendeiner Weise abgerundet, denn mit ihm schloss sich der Kreis.

Die Autorin: Deana Zinßmeister
Deana Zinßmeister widmet sich seit einigen Jahren ganz dem Schreiben historischer Romane. Bei ihren Recherchen wird sie von führenden Fachleuten unterstützt, und für ihren Bestseller »Das Hexenmal« ist sie sogar den Fluchtweg ihrer Protagonisten selbst abgewandert. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern im Saarland.




Meine Bewertung:

Reihenfolge der Hexen-Serie

Quellen:
Cover: Goldmann Verlag
Klappentext: Goldmann Verlag
Kurzbiografie: Goldmann Verlag
Foto: © privat Deana Zinßmeister

An dieser Stelle möchte ich mich
recht herzlich beim

für die Bereitstellung dieses
Rezensionsexemplars bedanken.

Freitag, 23. August 2013

# 31 # Neues im Bücherregal


Drei Krimis vom Gmeiner Verlag haben sich dieses Mal bei mir verirrt. Beide Autoren haben bereits mehrere Bände ihrer erfolgreichen Krimi-Serien präsentiert. Ich bin natürlich sehr gespannt, ob der gute Ruf, der ihnen voraus eilt, auch hält, was er verspricht.

(118) Klappentext: Wolfram Tannenberg, frischgebackener Leiter der Kaiserslauterer Mordkommission, wird in seinem ersten Fall gleich mit einem mysteriösen Verbrechen konfrontiert. Im Stadtwald wird eine weibliche Leiche entdeckt, in deren aufgeschlitzter Kehle mehrere Pilze stecken. Der Kommissar kann weder eine Spur zu einem Verdächtigen finden, noch ist auch nur der Ansatz eines möglichen Tatmotivs zu erkennen. Wenige Tage später finden Spaziergänger eine weitere Frauenleiche. Tannenbergs Gegner, offenbar ein Serienmörder, erscheint übermächtig, denn er ist ein geschickter Stratege, ein leidenschaftlicher Spieler, der immer eine Überraschung für seine Häscher bereit hält.

(119) Klappentext: DER LOCKRUF DES GELDES …  Brand in einer renommierten Softwarefirma! Bei der Brandnachschau finden Feuerwehrleute im Büro des Finanzvorstandes einen stark verkohlten Leichnam, dessen Schädel mit einem schweren Gegenstand brutal zertrümmert wurde. Hauptkommissar Tannenberg nimmt nur widerwillig die Ermittlungen auf, denn sie führen in eine Welt, in der er sich ganz und gar nicht zu Hause fühlt. Während er sich, genervt von einem cleveren Anwalt und überhäuft von privaten Problemen, mit der frustrierenden kriminalistischen Alltagsarbeit herumplagt, werden seine Kollegen vom Virus der Geldgier infiziert. Der Traum vom mühelosen Reichtum wird schließlich so dominant, dass selbst der heimtückische Mord an einem Obdachlosen von den Mitarbeitern des K1 nur als störende Randerscheinung wahrgenommen wird. Doch plötzlich überstürzen sich die Ereignisse 

(120) Klappentext: KAPITALVERBRECHEN  In einer Villa in Kassel wird die übel zugerichtete Leiche des Bankmanagers Sven Vontobel gefunden, neben ihm sein ebenfalls erschossener Hund. Wegen seiner umstrittenen Wertschöpfungsmethoden war er selbst bei seinen Kollegen unbeliebt. Bald gibt es zwei weitere Tote, ebenfalls Mitarbeiter der Nordhessenbank. Gegen alle Widerstände aus den Reihen der Geldmafia und in einer für sie fremden, abstoßenden Welt fahnden Hauptkommissar Paul Lenz und sein junger Kollege Thilo Hain nach einem Täter, der ihnen immer einen Schritt voraus zu sein scheint.

Donnerstag, 22. August 2013

# 118 # Stephan Ludwig: Zorn - Wo kein Licht


Stephan Ludwig
Zorn – Wo kein Licht

Erschienen am: 22.08.2013
Verlag: Fischer
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik/Krimi/Thriller
Seiten: 416
Preis: € 9,99
ISBN: 978-3-596-19636-4

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Klappentext: »Bald wird sich die Dunkelheit über seine Augen senken wie ein Vorhang. Dann wird er allein sein, allein mit den Bildern, diesen grauenvollen Bildern. Und er weiß, wer den Preis dafür zahlen muss …«
Ein Mann springt im Morgengrauen von einer Brücke und erschießt sich im Fall. Ein anderer verschwindet, ein dritter überlebt eine Massenkarambolage und ist seither auf der Flucht. Auf dem Ball der Polizeigewerkschaft kommt es zu einem tödlichen Zwischenfall.
Zorn ist heillos überfordert, denn er muss die Ermittlungen zunächst in allen Fällen allein führen. Sein Kollege Schröder liegt vorübergehend mit Gehirnerschütterung im Krankenhaus – auch er saß in einem der Unfallwagen bei dem Massenzusammenstoß. Zorn kann sein Pech nicht fassen und weiß genau, dass er ohne Schröders ermittlerischen Scharfsinn keine heiße Spur haben wird.
Die Ermittlungen drohen jeden Moment aus dem Ruder zu laufen, da geht eine anonyme Nachricht ein: Alle Fälle hängen auf perfide Weise zusammen. Und Zorn hat bald eine Vermutung, wer hinter all dem stecken könnte, doch weder Schröder noch Staatsanwältin Frieda Borck glauben ihm. Ein fataler Fehler, wie sich bald herausstellen soll …

Meine Meinung: Schröder hat wieder den siebten Sinn, in dem er den vermeintlichen Suizid des Bänkers Meinolf Grünbein näher untersucht. Und tatsächlich, hat sich vor seinem Selbstmord jemand Fremdes in seiner Wohnung aufgehalten. Eindeutige Einbruchspuren belegen seine These. Doch mitten in seinen Ermittlungen gerät Schröder in eine Massenkarambolage, wobei sein neues Auto aber auch er selbst Schaden nimmt. Obwohl er sich anschließend wieder in den Dienst schleppt, bricht er dort zusammen und wird in die Klinik gebracht. Nun muss Zorn selbst den Fall lösen, obendrein liegen auch noch eine Anzeige wegen Körperverletzung auf den Tisch, ein Vermisstenfall und nun auch noch die Massenkarambolage. Völlig überfordert verlangt er von seinen Kollegen, die Autos, die in der Massenkarambolage verwickelt waren, gründlich zu untersuchen. Wenig später stellt sich heraus, dass das Auto des Unfallverursachers manipuliert worden ist und der Fahrer somit die Kontrolle über seinen Wagen verlieren musste. Doch der Fahrer, der ebenfalls verletzt zu sein scheint, ist spurlos verschwunden.

Stephan Ludwig hat mit seinem dritten Fall wieder einen aufregenden und spannenden Thriller präsentiert. Von Beginn an ist die Spannung vorhanden, die sich bis zum Ende hielt. Mit Hauptkommissar Zorn, der der Inbegriff der personifizierten Unlust ist, impulsiv, egoistisch und unüberlegt agiert, aber am liebsten (natürlich nur wenn er alleine ist) die Füße auf den Schreibtisch legt und mit seinem Mitarbeiter Schröder, der das ganze Gegenteil von Zorn ist, der alle Arbeiten seines Chefs verrichtet, beharrlich, leise und konzentriert arbeitet, immer für Zorn da ist, nur das Nötigste von sich gibt, hat der Autor ein ungleiches Paar geschaffen, das man eigentlich nur mögen kann. Dass die Last der Ermittlungen stets und ständig auf Schröder liegt, auch wenn Zorn hin und wieder zutreffende, aber eher unbedachte Äußerungen von sich gibt, liegt auf der Hand. Ohne Schröder ist Zorn nur ein halber Mensch. Trotzdem liegen die Vermutungen der Kommissare bezüglich der Ermittlungen fast immer richtig. So kommen die ungleichen Partner schnell dahinter, dass ihre vielen Einzelfälle in irgendeiner Weise miteinander verbunden sind, nicht zuletzt durch eine anonym eingegangene Mitteilung auf dem Handy. In dem ganzen Ermittlungschaos hat Zorn obendrein noch sein Liebeschaos mit Malina zu klären, auf die er, obwohl er eigentlich Einzelgänger ist, nicht mehr verzichten will. Auch Schröder hat sein Päckchen zu tragen, verbirgt es aber so gut er kann.
Zorn und Schröder, wobei die Betonung auf Schröder liegt, ermitteln gelassen aber mit Hochdruck, bis auch einer von ihnen in die Fänge des mutmaßlichen Täters, der inzwischen einige wichtige Personen entführt hat, gerät.
Rasant und ereignisreich erzählt Stephan Ludwig seine Story, die er auf mehreren Handlungssträngen aufgebaut hat. Aus der Sicht der verschiedenen Protagonisten, ob Täter oder Ermittler erfährt der Leser von ihren Gedanken und Taten.
Alles wirkt lebendig, die Figuren, die Schauplätze, die Ereignisse. Wie in einem Kopfkino spielt sich alles ab. Die Protagonisten sind so klar und detailliert beschrieben, dass man eine genaue Vorstellung von ihnen bekommt. Man erfährt von den Nöten und Sorgen und Beziehungen zueinander und untereinander. Das Schöne daran ist, dass sich die bekannten Figuren auch weiter entwickelt haben, dass man mit ihnen lebt.
Die Dialoge sind gespickt mit Witz, Ironie aber auch mit einer guten Portion Sarkasmus. So macht es Spaß zu lesen und vor allem mitzuermitteln.
Stephan Ludwig hat mich auch mit seinem dritten Thriller wieder voll auf begeistert, auch wenn ich gern mal wissen würde, in welcher Stadt sich alles zuträgt. Entscheidend und worauf ich mich ganz besonders freue, ist der letzte Satz in Ludwigs Danksagung.



Der Autor: Stephan Ludwig
Stephan Ludwig, Jahrgang 1965, arbeitete als Theatertechniker, Musiker und Gaststättenbetreiber. Er lebt in Halle und hat sich als Rundfunkproduzent einen Namen gemacht. Beim Schreiben arbeitet er genau wie im Tonstudio: aus dem Bauch heraus. Krimis zu schreiben ist für ihn ein Glücksfall, dabei stellt er seine Ermittler Zorn und Schröder gerne vor echte Herausforderungen.


Meine Bewertung:

Reihenfolge der Zorn-Serie


Quellen:
Cover: Fischer Taschenbuch Verlag
Klappentext: Fischer Taschenbuch Verlag
Autorenporträt: Fischer Taschenbuch Verlag
Foto: © Claudia Kern


An dieser Stelle möchte ich mich
recht herzlich beim
Verlag: Fischer
für die Bereitstellung dieses
Rezensionsexemplars bedanken.



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