Montag, 29. April 2013

# 61 # Beate Maly: Die Hebamme und der Gaukler


Beate Maly
Die Hebamme und der Gaukler

Erschienen am: 10.10.2011
Verlag: Ullstein
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik/Historischer Roman
Seiten: 416
Preis: € 8,99
ISBN: 978-3-548-28335-7

Klappentext: 1683: Um der gnadenlosen Verfolgung der Kirche zu entkommen, muss die junge Hebamme Anna zusammen mit ihrem geliebten Lorenzo aus Wien fliehen. Auf dem gefährlichen Weg über die Alpen treffen die beiden auf den Gaukler Claudio, der sie bis in die Toskana begleitet. Sie ahnt nicht, welches dunkle Geheimnis der junge Mann vor ihr verbirgt.

Meine Meinung: Nachdem Anna, Hannes und Lorenzo die Hebamme Theresa aus dem Wiener Kerker befreit haben, konnten sie nicht länger in Wien bleiben. Noch am selben Tag flüchteten die Vier in Richtung Lorenzos Heimat, der Toskana. Obwohl der Winter schon kurz vor der Tür stand, begaben sie sich auf den beschwerlichen Weg über die Alpen. Selbst unter den widrigsten Bedingungen, bei Schnee und Schneesturm, setzten sie ihre Reise fort. Dennoch mussten sie einmal die Rückkehr antreten, als der Schneesturm allzu kräftig wurde. Bevor sie jedoch das Kloster wieder erreichen konnten, löste sich eine Lawine und mit ihr wurden Anna, Hannes und Theresa verschüttet. Wenngleich Lorenzo das Unglück überlebte, Anna ziemlich verletzt wurde, konnte Theresa nur noch tot geborgen werden, von Hannes jedoch fehlte jede Spur. Allein den Weg über die Alpen fortzusetzen, hätte den sicheren Tod für Anna und Lorenzo bedeutet, sodass ihnen nahegelegt wurde, sich einer Reisegruppe anzuschließen. Mit der bekannten Gauklertruppe unter Claudios Kommando setzten sie im Spätwinter gemeinsam ihre Reise bis Triest fort. Nachdem sie unbeschadet Triest, später dann Venedig, wo sich Anna und Lorenzo ihr Ja-Wort gaben, erreicht hatten, kamen sie schließlich in Montepulciano, Lorenzos Heimat, an.
Obwohl Lorenzo relativ klar war, dass eine herzliche Begrüßung seitens seines Vaters ausfallen würde, wurden sie dennoch aufgenommen. Doch schon noch kurzer Zeit traf das Unglück ein und Lorenzo wurde eines Mordes beschuldigt, den er nicht begangen hatte. Im Kerker sitzend begann Anna, fast aussichtslos, um ihn zu kämpfen.

Beate Maly hat mich erst vor kurzem mit ihrem ersten Roman „Die Hebamme von Wien“ begeistern können und schon hatte ich mich nach der Fortsetzung gesehnt. Genauso rasant wie ihr erster Roman verlief, begann auch „Die Hebamme und der Gaukler“ mich in den Bann zu ziehen. Nahtlos führt die Autorin die Geschichte fort und erzählt in einem äußerst fesselnden Schreibstil die steinige und mit Gefahren lauernde Reise der Gefährten bis Montepulciano. Selbst als Anna und Lorenzo das Ziel erreicht hatten, blieben die Gefahren nicht aus. Beate Maly schafft es bei ihren Schilderungen immer wieder Spannung aufkommen zu lassen. Lediglich die ausführliche Beschreibung der Weine, Weinherstellung und die sonstigen damit verbundenen Aktivitäten hatten mich etwas ermüdet.
Ihre Protagonisten hat die Autorin auch dieses Mal wieder vortrefflich beschrieben. Sie überzeugt nicht nur mit ihren Figuren, sondern auch mit dem historischen Hintergrund, der begleitet war, von Macht, Intrigen, Geld und Gier sowie Korruption und Unterdrückung der niederen Gesellschaftsschichten.
„Die Hebamme und der Gaukler“ ist ein ebenso gelungener Roman wie sein Vorgänger mit einem hohen Unterhaltungswert.

Die Autorin: Beate Maly, geboren in Wien, ist Autorin zahlreicher Kinderbücher, Sachbücher und historischer Romane. Sie ist verheiratet und lebt mit ihrem Mann und drei Kindern in Wien.













Meine Bewertung:




Quellen:
Cover: Ullstein Verlag
Klappentext: Ullstein Verlag
Kurzbiografie: Ullstein Verlag
Foto: © privat

Sonntag, 28. April 2013

# 60 # Tess Gerritsen: Abendruh

Tess Gerritsen
Abendruh

Erschienen am: 26.04.2013
Verlag: Limes
Ausgabeart: Gebundene Ausgabe
Kategorien: Belletristik / Krimi & Thriller
Seiten: 416
Preis € (D) 19,99 | € (A) 20,60
ISBN: 978-3-8090-2578-8

Zur Leseprobe     Beim Verlag/Amazon kaufen

Klappentext: Vor diesem Killer ist man nirgends sicher.
Sie sind die einzigen Überlebenden schrecklicher Familientragödien. Erst wurden ihre Eltern und dann obendrein die Pflegefamilien brutal ermordet. In Abendruh, einem Internat in der Abgeschiedenheit Maines, sollen sie ihre Sicherheit wiedergewinnen und in ein normales Leben zurückfinden. Doch obwohl die Schule hermetisch gesichert ist, kommt es zu höchst beunruhigenden Vorfällen, und drei Jugendliche bangen um ihr Leben. Maura Isles, die eine persönliche Verbindung zu Abenruh hat, ist vor Ort, als die Bedrohung eskaliert.
Der bedrohlichste Fall für Jane Rizzoli und Maura Isles!

Meine Meinung: Sie haben eins gemeinsam, die 13 jährige Claire Wood und die 14 jährigen Jungen Will Jablonski und Teddy Clock. Vor zwei Jahren wurden ihre Familien brutal ermordet und als einzige Überlebende wurden sie zu Waisen. Als wäre das nicht schon schlimm genug, wiederholte sich das Drama und ihre Pflegefamilien wurden ebenfalls vollständig ausgelöscht, bis auf Will, Claire und Teddy. Nun sind sie zum zweiten Mal Waise und finden in dem Schulinternat „Abendruh“ ein neues zu Hause. Obwohl es zwischen den Kindern keine Verbindung zu geben scheint, denn sie kommen aus verschiedenen Bundesstaaten, fordert sie der 16 jährige Julian auf, ihre Vitas zu prüfen um doch Gemeinsamkeiten zu finden.

Es ist inzwischen der 10. Fall von Detective Jane Rizzoli und der Pathologin Dr. Maura Isles. Und trotzdem schafft es die Autorin wieder, ihrem neuesten Werk genauso viel Spannung einzuhauchen, wie bei ihren voran gegangenen Fällen. Im Mittelpunkt des Falles steht zunächst Maura Isles, die ihren, schon fast zum Ziehsohn gewordenen Freund Julian im Internat „Abendruh“ besuchen will um mit ihm zwei unbeschwerte Urlaubswochen zu verbringen. Seit die Beiden vor fast zwei Jahren gemeinsam um ihr Leben kämpfen mussten, verbindet sie eine tiefe Beziehung miteinander.
In Abendruh lernt Maura auch die Kinder Claire und Will kennen und stellt schnell fest, dass es erstaunliche Gemeinsamkeiten mit ihrem letzten Fall in Boston gibt, bei dem der 14 jährige Teddy Clock der einzige Überlebende eines Massakers war. Schnell sind sich Jane und Maura einig, dass auch Teddy am besten in Abendruh aufgehoben ist und so aus der Schusslinie des Mörders, der scheinbar noch immer nach dem Kind sucht, gelangt.
Während Jane Rizzoli und ihre Kollegen auf Hochtouren nach dem Mörder in Boston suchen, der die Pflegefamilie von Teddy bestialisch umgebracht hat, kommt Maura in Abendruh auch auf eine heiße Spur. Nachdem aber der mutmaßliche Mörder durch einen unglücklichen Umstand zu Tode gekommen ist, gilt der Fall als abgeschlossen. Doch das Bauchgefühl von Jane sagt wie immer etwas anderes.

Tess Gerritsen beginnt ihre Story in mehreren Handlungssträngen zu erzählen, um zunächst den Leser auf die Lebenssituationen der drei Kinder einzustimmen. Von da an geht es rasant weiter und man steckt gleich mitten in den Ermittlungen des Mordes an der vermögenden Familie Ackermann aus Boston.
Hinter der Handlung verbirgt sich allerdings ein viel tiefgründigeres Motiv, das wieder einmal Rache und Geldgier heißt. Zudem tauchen Altbekannte wie Sanonse vom Mephisto Club auf und man fragt sich, wie diese Verbindung in den Fall passt.
Mit „Abendruh“ lässt die Autorin den Leser bis zum Schluss mitfiebern und ermitteln und schafft es mit gekonnten, aber auch überraschenden Wendungen, die Spannung zu halten. Der Hintergrund ihrer Handlung ist ausgezeichnet recherchiert, egal ob es sich dabei um medizinische Belange oder um so manches technische Detail handelt. Tess Gerritsen überzeugt auf ganzer Strecke.

Die Autorin: Tess Gerritsen
So gekonnt wie Tess Gerritsen vereint niemand erzählerische Raffinesse mit medizinischer Detailgenauigkeit und psychologischer Glaubwürdigkeit der Figuren. Bevor sie mit dem Schreiben begann, war die Autorin selbst erfolgreiche Ärztin. Der internationale Durchbruch gelang ihr mit Die Chirurgin. Tess Gerritsen lebt mit ihrer Familie in Maine.


Meine Bewertung:


Quellen:
Klappentext: Limes Verlag
Cover: Limes Verlag
Autorenporträt: Limes Verlag
Foto: © Derek Henthorn


An dieser Stelle möchte ich mich
recht herzlich beim
 

 
für die Bereitstellung dieses
Rezensionsexemplars bedanken.

Samstag, 27. April 2013

# 59 # Iny Lorentz: Töchter der Sünde


Iny Lorentz
Töchter der Sünde

Erschienen am: 20.12.2012
Verlag: Knaur
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik/Historischer Roman
Seiten: 784
Preis: € 10,99
ISBN: 978-3-426-63524-7

Klappentext: Die ehemalige Wanderhure Marie lebt glücklich auf Burg Kibitzstein. Ihre Kinder sind erwachsen, die Töchter bereits verheiratet, und nun soll auch ihr Sohn Falko unter die Haube. Doch Falko ist ein Heißsporn, und als er sich bei einem Turnier erbitterte Feinde macht, schickt ihn der Fürstbischof von Würzburg mit seiner Nichte Elisabeth nach Rom. Dort soll das junge Mädchen Vorsteherin in einem Nonnenkloster werden. Zwar kann Falko zunächst der Versuchung widerstehen, die Schöne zu verführen, stürzt sich jedoch in Rom in eine Affäre mit der Tochter seines Todfeindes. Damit gefährdet er die Aufgabe, die dort auf ihn wartet: Er soll den Besuch des deutschen Königs Friedrich III. und seine Kaiserkrönung vorbereiten, und die Widersacher lauern schon …

Meine Meinung: Inzwischen zählt Marie mehr als 60 Jahre. Trudi ist glücklich verheiratet und bereits Mutter eines Sohnes. Auch Maries Ziehtochter Lisa hat ihr Glück gefunden. Wer hätte gedacht, dass ihr Auserwählter ausgerechnet Graf Otto von Henneberg ist, den Trudi damals im Gesicht schwer verletzt hat. Nur die jüngste Tochter Hildegard lebt noch auf der Burg Kibitzstein, während Falko gerade dabei ist, sein Hörner abzustoßen. Seine Hitzigkeit, die teilweise auch recht arrogant erscheint, kommt nicht bei jedem gut an. Und so bereitet es Falko auch kaum Mühe, sich genügend Feinde zu machen, sodass sogar Fürstbischof von Würzburg, Gottfried Schenk zu Limpurg, einschreiten muss, um mal wieder die Kämpfhähne Falko und Bruno von Reckendorf zu entzweien. Während der Fürstbischof Falko nach Rom schickt um nicht nur seine Nichte Elisabeth zu begleiten, muss sich Reckendorf die Zeit zu Hause vertreiben. So wütet in Reckendorf die Rache, die schließlich Marie und ihre Kinder zu spüren bekommen.
Aber auch Falko muss auf seinen Weg nach Rom und während seines dortigen Aufenthaltes viele Gefahren aus dem Weg räumen um sich wiederum selbst in größte Gefahr zu bringen.

Das Autorenpaar Iny Lorentz hat mit ihrem 5.Band der Wanderhuren-Serie „Töchter der Sünde“ das Finale erreicht. Während ich noch zu Beginn ihres Werkes größere Schwierigkeiten hatte, mich in die Handlung einzufinden, hätte ich mir zum Schluss hin gewünscht, dass die Serie nie zu Ende gehen möge. Für mich war dieser Band, neben dem 1. Band „Die Wanderhure“ der stärkste Roman überhaupt. Obwohl Marie nur noch eine Randfigur in der Abschlussfolge war und das Augenmerk hauptsächlich auf Falko, dem einzigen Sohn von Marie lag, zogen mich die Ereignisse ebenso in den Bann, wie alle bisherigen mit Marie und ihrem Gefolge. Falko erlebt auf seiner Reise nach Rom viele Höhen und Tiefen und muss gleich mehrere Schicksalsschläge hinnehmen, was ihn letztendlich aber zu einem Mann reifen lässt.
Daneben haben es wieder einmal Marie und ihre Töchter geschafft, die vielen Feindseligkeiten, die mit ihrer Familie und ihrer Herkunft verknüpft sind, erfolgreich aus dem Weg zu räumen. Ihren Verhandlungsgeschicken ist es zu verdanken, dass die Streitigkeiten zwischen dem Adel und den Kibitzsteinern glimpflich enden.
Die Autoren haben es wieder einmal geschafft, einen historischen Hintergrund in eine fiktive  Geschichte zu verpacken, die auch zwischenmenschliche und emotionale Tiefe besitzt.
Die Zusammenhänge mit König Friedrich III. und seiner Kaiserkrönung in Rom sowie die vielen Nebenhandlungen, die ebenfalls auf historischem Material aufgebaut sind, haben mich mal wieder durchweg begeistert.

Die Autoren: Iny Lorentz
Hinter dem Namen Iny Lorentz verbirgt sich ein Münchner Autorenpaar, dessen erster historischer Roman "Die Kastratin" die Leser auf Anhieb begeisterte. Mit "Die Wanderhure" gelang ihnen der Durchbruch; der Roman erreichte ein Millionenpublikum. Seither folgt Bestseller auf Bestseller. Die Romane von Iny Lorentz wurden in zahlreiche Länder verkauft.




Meine Bewertung:



Die Reihenfolge der Wanderhuren-Reihe:


Quellen:
Cover: Knaur Taschenbuch Verlag
Klappentext: Knaur Taschenbuch Verlag
Kurzbiografie: Knaur Taschenbuch Verlag
Foto: ©FinePic / Helmut Henkensiefken

Mittwoch, 24. April 2013

# 58 # Eva Ehley: Männer schweigen


Eva Ehley
Männer schweigen

Erschienen am: 19.03.2013
Verlag: Fischer
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik/Krimi/Thriller
Seiten: 400
Preis: € 9,99
ISBN: 978-3-596-18929-8

Zur Leseprobe         
Online bestellbar hier: Amazon/Fischer

Klappentext: Sonnenaufgang am Strand von Westerland. Eine rothaarige Frau sitzt reglos in einem Strandkorb. Sie ist jung, sie ist schön, sie ist tot …
Am Westerländer Strand wird eine junge Frau tot aufgefunden. Man hat sie wie ein Kunstwerk in einem Strandkorb drapiert. Als wenige Stunden später der angesehene Sylter Geschäftsmann Hubert Mönchinger seine Frau Marga als vermisst meldet, scheint der Fall bereits geklärt. Dem Foto nach handelt es sich bei der Toten um Marga Mönchinger. Doch als Hubert Mönchinger die Leiche identifizieren soll, stellt sich heraus, dass die Ähnlichkeit zwar groß, die Ermordete aber nicht seine Frau ist.
Marga Mönchinger bleibt verschwunden, und dem Sylter Ermittlerteam um Sven Winterberg, Silja Blanck und Bastian Kreuzer stellt sich die Frage, ob die Ereignisse zusammenhängen. Wer wusste von der Ähnlichkeit der beiden Frauen? Wo ist Marga Mönchinger jetzt? Und ist auch ihr Leben in Gefahr? Unter enormen Zeitdruck suchen die Ermittler nach einem Anhaltspunkt in beiden Fällen. Doch auf das, was sie finden, sind sie nicht im Geringsten vorbereitet …
Der dritte Fall für die Sylter Ermittler Winterberg, Blanck und Kreuzer

Meine Meinung: Wieder einmal hat mich der Verlag von der Inhaltsangabe seines Buches voll überzeugt. In nur wenigen Worten beschreibt er präzise, was sich in Eva Ehleys neuesten Krimi ereignen wird.
Die Kommissare auf Sylt, die seit mehr als einem Jahr keinen Mord mehr aufzuklären hatten, sehen sich nun einem neuen Fall gegenüber. Die unbekannte Tote, bringt die Ermittler mal wieder an den Rand der Verzweiflung. Unter den Vermisstenmeldungen ist nicht eine Person, deren Beschreibung auf die Tote hätte zutreffen können. Der einzige Hoffnungsschimmer, die Identität der Toten schnell festzustellen, ist der Ehemann Hubert Mönchinger, deren rothaarige Frau ebenfalls vermisst wird. Doch Gott sei Dank handelt es sich bei der Toten, obwohl sie große Ähnlichkeit mit Mönchingers Frau besitzt, um eine andere Frau. Noch während die Sylter Polizei damit beschäftigt ist in Erfahrung zu bringen, wer die Tote am Strand ist, ist Fred Hübner, der altbekannte Journalist und Buchautor, den Ermittlern bereits einen Schritt voraus und gibt ihnen wie gewohnt, entscheidende Hinweise. Doch diese führen, wie nicht anders zu erwarten war, wieder einmal dazu, dass er irgendwann als Verdächtiger gilt.
Wenig später wird auch Mönchingers Frau tot aufgefunden und die Riege der Verdächtigen erweitert sich immer weiter.
Eva Ehley hat mit „Männer schweigen“ inzwischen ihren 3. Fall präsentiert. Der Aufbau ihrer Story entspricht dem Muster ihrer beiden Vorgängerbücher; von daher glaubt man sich in gewohnten Terrain zu bewegen. Leider ist kaum etwas Überraschendes dabei und der Verlauf der Story ist absolut vorhersehbar. Obwohl die Autorin mit einem starken Beginn der Handlung aufwarten kann, ist der Mittelteil eher schwach, das Finale hingegen für Meindafürhalten viel zu übertrieben und wie schon erwähnt vorhersehbar. Ihre Figuren wirken bei weitem nicht mehr so authentisch, wie ich es aus ihrem starken Debütroman her kennen gelernt habe. Die Dialoge, insbesondere zwischen den Kommissaren erinnern mich an kalte und belanglose Gespräche. Absolut enttäuscht war ich jedoch von der Darstellung der Kommissarin Silja Blanck, die ich wirklich einmal sympathisch und jetzt nur egoistisch und selbstherrlich fand.
Eva Ehley hat einen angenehmen, aber einfachen Schreibstil. Trotz der kleinen Mängel sorgt ihr Krimi dennoch für unterhaltsame Stunden.

Die Autorin: Eva Ehley
Die gebürtige Berlinerin Eva Ehley wurde spätestens mit ihrer Eheschließung vom Sylt-Fieber infiziert. Seither hat sie viele Sommer auf der Insel verbracht und das wilde Treiben der Reichen und Schönen beobachtet. Eva Ehley hat lange dazu geschwiegen, doch dann gewann ihre kriminelle Phantasie die Oberhand. Seitdem lässt sie regelmäßig auf Sylt morden. 2012 wurde sie für den Agatha-Christie-Krimipreis nominiert.


Meine Bewertung:


Reihenfolge der Sylter Krimi-Serie
Quellen:
Cover: Fischer Verlag
Klappentext: Fischer Verlag
Autorenporträt: Fischer Verlag
Foto: © Eva Ehley


An dieser Stelle möchte ich mich
recht herzlich beim
Verlag: Fischer
für die Bereitstellung dieses
Rezensionsexemplars bedanken.


Dienstag, 23. April 2013

Zu verlosen: Chris Carters neuester Thriller "Totenkünstler"

Nun ist er endlich da, der "Welttag des Buches" und die Bloggeraktion "Blogger schenken Lesefreude" hat mehr als 1.000 Blogger zum Mitmachen animiert. Auch bei mir gibt es einen spannenden Thriller zu gewinnen. Es handelt sich dabei um den neuesten Thriller von Chris Carter - Totenkünstler.
 
Warum ich ausgerechnet dieses Buch verlose, kann ich Euch sagen. Ich habe mir dieses Buch so sehr gewünscht, dass ich nicht nur das Glück hatte, bei der Verlosung über vorablesen.de das Buch zu gewinnen, sondern es lag auch noch in meinem "Osternest". Nun habe ich also irgendwie ein Buch zu viel. Und dieses Buch möchte ich an Eine von Euch verlosen.
 

Wenn ihr Lust auf dieses Buch habt, dann seid ihr bei mir genau richtig. Wer es gewinnen möchte,
  • schreibt mir bitte einen Kommentar unter diesen Post
  • bis spätestens 29.04.2013 , 23.59 Uhr - danach erfolgt die Verlosung
  • gebt bitte euren Blog und Blogadresse an, damit ich im Gewinnfall auch den Gewinner benachrichtigen kann.
  • Der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen. 
Bitte habt auch Verständnis dafür, dass ich das Buch nur innerhalb von Deutschland verschicke.

Wer alles an der Aktion teil nimmt, könnt ihr hier nachlesen. 

An dieser Stelle geht natürlich ein herzlicher Dank an die Organisatoren, die etwas wirklich Tolles auf die Beine gestellt haben.
 

Montag, 22. April 2013

# 57 # Petra Schier: Die Gewürzhändlerin


Petra Schier
Die Gewürzhändlerin

Erschienen am: 01.12.2011
Verlag: Rowohlt
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik/Historischer Roman
Seiten: 544
Preis: € 8,99
ISBN: 978-3-499-25628-8

Klappentext: Von der Eifel an den Rhein: Ein Frauenschicksal im Mittelalter. Luzia verbringt mit ihrer Herrschaft die Wintermonate in Koblenz. Die Bauerntochter ist überwältigt: Das Leben in der Stadt ist so aufregend! Ihr Glück scheint vollkommen, als der Gewürzhändler Martin Wied sie um ihre Mitarbeit bittet: Ingwerwurzeln, Safranfäden, Paradieskörner, Zitronenöl, Muskatnuss - Luzia entdeckt ihre Passion. Ihr Verkaufstalent, ebenso wie ihr hübsches Äußeres, bleibt auch anderen nicht verborgen. Ausgerechnet Siegfried Thal, der Sohn von Martins größtem Konkurrenten, will Luzia zur Frau. Noch bevor Martin ihr seine eigenen Gefühle offenbaren kann, wird er des Mordes angeklagt. Überzeugt von seiner Unschuld, beginnt Luzia nach dem wahren Täter zu suchen …

Meine Meinung: In der Leibmagd der Gräfin Elisabeth, Luzia, schlummern gleich mehrere Talente. Als begeisterte Rechenkünstlerin, die es versteht auch ohne Rechenbrett größere Rechenoperationen meisterhaft zu bewerkstelligen, versteht sie auch ihr Geschick auf dem Markt beim Handeln und Feilschen einzusetzen. Aus diesem Grund lässt Elisabeth sie lieber die Preise aushandeln. Ohne es zu wissen, macht sich dies der Wein- und Gewürzhändler Martin Wied aus einer Not heraus zum Nutzen. Als er gerade auf dem Markt in terminlicher Bedrängnis gerät, bittet er Luzia für einige Stunden auf seinen Stand aufzupassen. Nach ihren ersten Verkäufen stellt sie fest, dass ihr dieses Leben, das Arbeiten mit Gewürzen und das Verkaufen besondere Freude bereitet. Martin setzt in ihr größeres Vertrauen und lässt sie auch die übrigen Markttage am Gewürzstand handeln. Auch später darf Luzia Martin, wenn auch manches Mal nur mit Widerwillen, im Kontor arbeiten. Luzia lernt in dieser Zeit viel über Gewürze und Weine, darf selber Waren bestellen und das Rechnungsbuch führen. Trotzdem lösen Martins Brandwunden in Luzia gewisse Abscheu aus. Obwohl sie allmählich Vertrauen zu ihm erlangt, er sich sogar in sie verliebt, bleibt der Abstand zwischen ihnen bestehen. Dafür offenbaren Andere ein wesentlich größeres Interesse an Luzia, das sie auch offen zeigen. Gleichzeitig fühlt sich Martin seinen Konkurrenten immer größeren Machtkämpfen ausgeliefert. Um ihn auszuschalten ist jedes Mittel recht, sodass sich Martin schon bald einem Mordkomplott gegenüber sieht.

Leider habe ich viel zu spät bemerkt, dass es sich bei dem Buch „Die Gewürzhändlerin“ um einen Fortsetzungsroman handelt. Obwohl ich lieber die Bücher der Reihenfolge entsprechend lese, wirkt das Werk wie ein selbstständiger Roman.
Petra Schier hat es auf jeden Fall verstanden von Beginn an eine Spannung zu erzeugen, die sich bis zum Ende des Buches hielt.
Ihren Roman hat sie auf eine historische Grundlage aufgebaut und den Fortschritt des Handels im Mittelalter des 14. Jahrhunderts aufgezeigt. Gerade in Koblenz, einem wichtigen Handels- und Knotenpunkt der Schifffahrt, begann der Handel zu blühen. Gewürze aus dem Orient oder dem Süden Europas, aber auch Weine und Tücher fanden hier ihren Umschlagplatz. Kaufleute ließen sich nieder um Handel zu betreiben.
Immer wieder trifft der Leser auf historische Persönlichkeiten, die in dieser Zeit gelebt haben.
Die Autorin hat ihren Protagonisten gewisse unverkennbare Charakterzüge eingehaucht, sodass man diese schnell in die Guten und Bösen einteilen konnte. Auch das Begehren zwischen verschiedenen Figuren, unerfüllte Liebeleien, ließen einen immer wieder hoffen und mit fiebern.
Obwohl man bei gewissen Szenen, beispielsweise die mit den heiligen Reliquien, an der Handlung zweifeln ließ, tat das der Spannung und dem Lesefluss keinen Abbruch.
Petra Schier sorgt dafür, dass sich der Leser inmitten der Geschichte befindet und lässt ihn am Markttreiben und vielen anderen Szenen teilhaben.
Das Buch hat mich derart mitgerissen, sodass es mir nicht schwer fallen wird, mich von ihren übrigen Romanen anstecken zu lassen.

Die Autorin: Petra Schier
Petra Schier, Jahrgang 1978, lebt mit ihrem Mann und einem Schäferhund in einer kleinen Gemeinde in der Eifel. Sie studierte Geschichte und Literatur und arbeitet mittlerweile als freie Lektorin und Autorin. Schon in ihren ersten beiden Romanen «Tod im Beginenhaus» und «Mord im Dirnenhaus» löste die Apothekerin Adelina mit Scharfsinn und Dickköpfigkeit Kriminalfälle im mittelalterlichen Köln.Meine Bewertung:



Meine Bewertung:


Quellen:
Cover: Verlag Rowohlt
Klappentext: Verlag Rowohlt
Kurzbiografie: Verlag Rowohlt
Foto: © by Uschi Blech

Sonntag, 21. April 2013

# 13 # Neues im Bücherregal

Neues Lesefutter ist wieder bei mir eingetroffen, auf das ich mich schon sehr freue. Der letzte Band der Wanderhuren-Serie, aber auch der neueste Fall mit Detective Jane Rizzoli und Pathologin Dr. Maura Isles warten darauf, verschlungen zu werden. Nicht weniger freue ich mich auf die beiden anderen Werke, die ebenfalls eine Fortsetzung bereits bekannter Folgen sind.

(58) Klappentext: Die ehemalige Wanderhure Marie lebt glücklich auf Burg Kibitzstein. Ihre Kinder sind erwachsen, die Töchter bereits verheiratet, und nun soll auch ihr Sohn Falko unter die Haube. Doch Falko ist ein Heißsporn, und als er sich bei einem Turnier erbitterte Feinde macht, schickt ihn der Fürstbischof von Würzburg mit seiner Nichte Elisabeth nach Rom. Dort soll das junge Mädchen Vorsteherin in einem Nonnenkloster werden. Zwar kann Falko zunächst der Versuchung widerstehen, die Schöne zu verführen, stürzt sich jedoch in Rom in eine Affäre mit der Tochter seines Todfeindes. Damit gefährdet er die Aufgabe, die dort auf ihn wartet: Er soll den Besuch des deutschen Königs Friedrich III. und seine Kaiserkrönung vorbereiten, und die Widersacher lauern schon …


(59) Klappentext: Am Westerländer Strand wird eine junge Frau tot aufgefunden. Man hat sie wie ein Kunstwerk in einem Strandkorb drapiert. Als wenige Stunden später der angesehene Sylter Geschäftsmann Hubert Mönchinger seine Frau Marga als vermisst meldet, scheint der Fall bereits geklärt. Dem Foto nach handelt es sich bei der Toten um Marga Mönchinger. Doch als Hubert Mönchinger die Leiche identifizieren soll, stellt sich heraus, dass die Ähnlichkeit zwar groß, die Ermordete aber nicht seine Frau ist.
Marga Mönchinger bleibt verschwunden, und dem Sylter Ermittlerteam um Sven Winterberg, Silja Blanck und Bastian Kreuzer stellt sich die Frage, ob die Ereignisse zusammenhängen. Wer wusste von der Ähnlichkeit der beiden Frauen? Wo ist Marga Mönchinger jetzt? Und ist auch ihr Leben in Gefahr? Unter enormen Zeitdruck suchen die Ermittler nach einem Anhaltspunkt in beiden Fällen. Doch auf das, was sie finden, sind sie nicht im Geringsten vorbereitet … Der dritte Fall für die Sylter Ermittler Winterberg, Blanck und Kreuzer 



(60) Klappentext: Vor diesem Killer ist man nirgends sicher ...
Sie sind die einzigen Überlebenden schrecklicher Familientragödien. Erst wurden ihre Eltern und dann obendrein die Pflegefamilien brutal ermordet. In Abendruh, einem Internat in der Abgeschiedenheit Maines, sollen sie ihre Sicherheit wiedergewinnen und in ein normales Leben zurückfinden. Doch obwohl die Schule hermetisch gesichert ist, kommt es zu höchst beunruhigenden Vorfällen, und drei Jugendliche bangen um ihr Leben. Maura Isles, die eine persönliche Verbindung zu Abenruh hat, ist vor Ort, als die Bedrohung eskaliert … Der bedrohlichste Fall für Jane Rizzoli und Maura Isles!


(61) Klappentext: 1683: Um der gnadenlosen Verfolgung der Kirche zu entkommen, muss die junge Hebamme Anna zusammen mit ihrem geliebten Lorenzo aus Wien fliehen. Auf dem gefährlichen Weg über die Alpen treffen die beiden auf den Gaukler Claudio, der sie bis in die Toskana begleitet. Sie ahnt nicht, welches dunkle Geheimnis der junge Mann vor ihr verbirgt.

Samstag, 20. April 2013

# 56 # Elisabeth Herrmann: Schattengrund


Elisabeth Herrmann
Schattengrund

Erschienen am: 12.11.2012
Verlag: cbt
Ausgabeart: Klappenbroschur
Kategorien: Belletristik / Krimi/Thriller
Seiten: 416
Preis € (D) 14,99 | € (A) 15,50
ISBN: 978-3-570-16126-5

Zur Leseprobe          Bei cbt/Amazon kaufen

Klappentext: Schattengrund. Als die 17-jährige Nicola das Haus ihrer verstorbenen Tante erbt, ahnt sie nicht, wie bedeutsam dieser Name für sie wird. Es ist ein einsames Haus in einem abgelegenen Dorf, in dem sie als Kind oft zu Gast war. Ein Haus, in dem die Vergangenheit schlummert. Und ein Haus, das Nicos Eltern auf keinen Fall annehmen wollen. Als die Eltern das Erbe stellvertretend für ihre Tochter ausschlagen, reißt Nico heimlich aus, um Schattengrund wiederzufinden. Und kaum hat sie die Schwelle übertreten, da scheint eine lange verdrängte Wahrheit nach ihr zu greifen. Wie konnte sie das alles bloß vergessen? Die knarrenden Treppen, den staubigen Dachboden – und das Mädchen, mit dem sie hier immer gespielt hat? Fili, ihre allerbeste Freundin. Ihre Seelenschwester. Ihre tote Freundin. Ein grauenhaftes Verbrechen hat die Mädchen damals auseinander gerissen. Aber Nico kann ihren eigenen Erinnerungen nicht trauen. Und der Täter von damals ist noch immer im Dorf.

Meine Meinung: Nur sechs Wochen trennen Nico von ihrer Volljährigkeit. Sechs Wochen, dann könnte sie selbst entscheiden, ob sie das Erbe der Tante Kiana annehmen würde oder nicht. Aus Furcht, das Trauma, das sich vor 12 Jahren ereignet hatte, könnte seinen weiteren Lauf nehmen, entscheiden die Eltern, das Erbe um das Anwesen Schattengrund auszuschlagen. Doch Nico gibt sich damit nicht zufrieden. Sie will wissen, was sie hätte geerbt haben können und beschließt entgegen den Verboten der Eltern nach Schattengrund zu fahren. Ihre Reise in den tief verschneiten Harz, die mehr als 6 Stunden dauerte, wird abrupt beendet, in dem sie der Busfahrer mit der Entschuldigung, die Straßen seien nicht geräumt, vor die Tür setzt. Fest entschlossen, nicht so leicht aufzugeben, setzt Nico ihre Reise per Fuß fort. Nur einem glücklichen Umstand hat sie es zu verdanken, dass sie Leon auf einem völlig abgelegenen Wanderweg, der eigentlich zum Brocken führt, mit seinem Jeep begegnet und sie direkt in Schattengrund absetzt.
Schon am darauffolgenden Tag verspürt Nico den Hass der Dorfbewohner auf sich und beginnt, die Ursache zu ergründen. Leon, den sie am Abend zuvor kennen gelernt hat, hilft ihr so gut es geht. Doch der Hass der Bewohner sitzt tief und so werden Nico und auch Leon mehrfach Opfer eines Mordversuchs.

Auch mit „Schattengrund“ konnte mich Elisabeth Herrmann wieder in ihren Bann ziehen. Ein spannender und fesselnder Thriller von der ersten Seite an. Während die 17jährige Nico versucht, hinter das Rätsel von Schattengrund zu gelangen, versuchen die Dorfbewohner ihr das Leben so schwer wie möglich zu machen. Nur Stück für Stück setzen sich die Puzzle zusammen, die einst vor 12 Jahren ausgelegt worden sind. Damals war Nico mit der gleichaltrigen Fili aus dem Gasthaus des „Schwarzen Hirsch“ befreundet und gemeinsam haben sie viel unternommen. Oftmals saßen sie mit der Tante zusammen, die die schönsten Märchen erzählen konnte. In einem Buch hatte Kiana die Geschichten verewigt und Nico durfte dazu immer ein Bild malen. Dieses Buch sollte schließlich der Schlüssel zu den Ereignissen sein, die sich damals ereignet haben, aus der nur eine der Freundinnen lebend zurück kehren konnte.
Nur wenige Dorfbewohner sehen in Nico nicht die böse Hexe und so erfährt sie von diesen Leuten, was damals geschah. Doch die wahre Geschichte musste Nico allein heraus finden.
Leon, der ihr engster Vertrauter wird, unterstützt sie so gut er kann. Doch wenn es um seine Familie geht, mauert auch er.
Nico, die mitunter allein auf sich gestellt ist, muss sich auch den Anfeindungen der Familie von Fili stellen, denn sie sind nach wie vor der Meinung, dass Nico am Tod von Fili Schuld hat.
Elisabeth Herrmann schildert die Szenen und Schauplätze so realistisch, dass man glauben könnte, man befindet sich mittendrin. Auch ihre Protagonisten sind gut gezeichnet, man spürt, wer Nico gut tut und wer nicht. Trotzdem hat sie es verstanden, Verwirrungen zu stiften, sodass man auch des Öfteren ins Zweifeln geriet. Gerade zum Ende der Handlung hin überschlugen sich die Wendungen und eine Überraschung folgte der Nächsten. Selbst als feststand, was mit Fili geschah und man annahm, wer hinter den Gräueltaten steckte, wendete sich das Blatt noch einige Male.
Schattengrund ist ein packender Thriller, den man nicht so schnell aus der Hand legen kann, da sich die Ereignisse nur so überschlagen. Ihre leichte, lockere, mitunter auch witzige Schreibweise lassen die Seiten nur so durch die Finger rieseln und der erste Gedanke, wenn man das Buch beendet hat, ist, man will mehr davon.
Eigentlich ist es eine Schande, dass ich erst jetzt auf die geniale Autorin gestoßen bin und ich freue mich auf all das, was sie noch geschrieben hat und schreiben wird.

Die Autorin:
Elisabeth Herrmann wurde 1959 in Marburg/Lahn geboren. Sie machte Abitur auf dem Frankfurter Abendgymnasium und arbeitete nach ihrem Studium als Fernsehjournalistin beim RBB, bevor sie mit ihrem Roman "Das Kindermädchen" ihren Durchbruch erlebte. Fast alle ihre Bücher wurden oder werden derzeit verfilmt: Die Reihe um den Berliner Anwalt Vernau mit Jan Josef Liefers vom ZDF, "Zeugin der Toten" mit Anna Loos in der Hauptrolle. Für dieses Buch erhielt sie den Radio-Bremen- Krimipreis und den Deutschen Krimipreis 2012. Elisabeth Herrmann lebt mit ihrer Tochter in Berlin.


Meine Bewertung:

Quellen:
Cover: Verlag cbt
Klappentext: Verlag cbt
Autorenporträt: Verlag cbt
Foto: © Maximilian Lautenschläger

Freitag, 19. April 2013

Welttag des Buches - Blogger schenken Lesefreude

Nun endlich habe ich es auch geschafft, mich bei der großen Bloggeraktion
Blogger schenken Lesefreude - Aktion anzumelden. 

„Blogger schenken Lesefreude – Blog den Welttag des Buches“ ist eine Gemeinschaftsaktion lesebegeisterter Blogger. Alle Teilnehmer werden am Welttag des Buches auf ihrem Blog ein Buch vorstellen und dieses am 23. April verlosen. 

Da ich mich so spät angemeldet habe, zeige ich auch gleich einmal welches Buch es u.a. bei mir zu verlosen gibt. 

 


Mittwoch, 17. April 2013

# 55 # Beate Maly: Die Hebamme von Wien


Beate Maly
Die Hebamme von Wien

Erschienen am: 04.12.2008
Verlag: Ullstein
Ausgabeart: Taschenbuch
Kategorien: Belletristik/Historischer Roman
Seiten: 496
Preis: € 8,95
ISBN: 978-3-548-28004-2

Klappentext: Wien 1683. Die junge Hebamme Anna und ihre Tante Theresa helfen den Frauen der Stadt bei schwierigen Geburten. Dem Prediger Abraham a Santa Clara ist ihre Arbeit verdächtig: Kann es mit rechten Dingen zugehen, dass sie so oft Mutter und Kind retten können? Ist da Hexenwerk im Spiel? Doch ehe er die Hebammen auf den Scheiterhaufen bringen kann, überfallen die Türken die Stadt. Und es gibt einen Mann, der Anna liebt und die beiden Frauen unbedingt retten will.

Meine Meinung: Anna und ihre Tante Theresa sind Hebammen in Wien und in der Ausübung ihres Gewerbes sehr fortschrittlich eingestellt. Da kommt auch mal die Geburtszange zum Einsatz, wenn es keine andere Lösung mehr für die Gebärende gibt. Wenn Pater Abraham davon erfahren würde, würden beide mit Sicherheit auf dem Scheiterhaufen enden, zumal der Pater nicht gut auf Anna und Theresa zu sprechen ist.
Oftmals begeben sich die Frauen am Rande der Legalität und nur mit viel Glück konnten sie bisher Schlimmeres vermeiden. Doch während der türkischen Belagerung des osmanischen Reiches mussten sowohl Anna als auch Theresa mehrfach ihr Leben riskieren, um andere zu retten.

Beate Maly hat mit ihrem Roman „Die Hebamme von Wien“ ein beachtenswertes Werk präsentiert, dass mich während der gesamten Lesephase voll mitgerissen hat. In mehreren Handlungssträngen erzählt die Autorin von den beiden Hebammen, die sich zudem aufopferungsvoll um einen verwaisten Jungen kümmern, dem Beginn und Verlauf der türkischen Belagerung durch das osmanische Reich und von den Freunden Lorenzo und Rudolf. Während Rudolf als Macho des 17. Jahrhunderts, der im Dienste von Graf Starhemberg als Bote tätig ist, dargestellt wird, ist Lorenzo eher der Ruhige und für den Grafen als Jurist unverzichtbar.
Lorenzo, der einst aus Italien geflüchtet ist, als sein Vater ihn verheiraten wollte, lebt seit einiger Zeit in der eher für ihn verhassten Stadt Wien. Viel zu oft denkt er an seine Heimat, der Toskana zurück, in der es warm ist und guten Wein gibt. Wien hingegen ist für ihn nur dunkel und kalt.
Gerade als die Türken die Stadt zu belagern begannen, lernt Lorenzo Anna kennen. In dieser Zeit ereignen sich viele Dinge in ihrem Leben, die sie nachhaltig prägen sollten. Immer wieder begeben sich die Protagonisten unter Einsatz ihres Lebens in Gefahr.
Die Autorin schildert, wie blutig und brutal sich der Krieg gestaltete und welchen Gefahren die Hebammen ausgesetzt waren und erzählt das Leid, das über die Wiener Bevölkerung herein brach.
Bei all dem Krieg, dem Leid und Tod, den vielen Plünderungen gab es auch Menschen, die noch immer Intrigen sponnen, um sich ihrer Feinde zu entledigen.
Beate Maly hat von einem geschichtlichen Ereignis erzählt, dessen historischen Hintergrund sie in eine fiktive Handlung verarbeitet hat. Die Art ihrer Erzählung zeugt von unfangreichen Recherchen und Wissen.
Ihre Protagonisten hat sie alle überzeugend dargestellt. Der Spannungsbogen ihrer Handlung ist durchweg hoch gehalten.


Die Autorin: Beate Maly, geboren in Wien, ist Autorin zahlreicher Kinderbücher, Sachbücher und historische Romane. Sie ist verheiratet und lebt mit ihrem Mann und drei Kindern in Wien.











Meine Bewertung:


Quellen:
Cover: Ullstein Verlag
Klappentext: Ullstein Verlag
Kurzbiografie: Ullstein Verlag
Foto: © privat Beate Maly

Dienstag, 16. April 2013

Lesung mit Sabine Ebert


Endlich war es soweit: Am 09.04.2013 fand ab 20.00 Uhr die Lesung zu Sabine Eberts neuesten Roman "1813 Kriegsfeuer" im Dasdie-live in Erfurt statt. Bereits vorab - und auch nach der Lesung - hat sich die Autorin um ihre Leser gekümmert und die vielen Bücher entweder signiert oder mit einer persönlichen Widmung versehen. Dabei hat sie es sich nicht nehmen lassen, auch das eine oder andere nette Wort zu verlieren oder Fragen zu beantworten. Die Atmosphäre war ziemlich angeheizt und man fieberte ihrem Auftritt regelrecht entgegen.

Sabine Ebert begann ihre Lesung nicht damit, dass sie sich sofort ihrem Buch hin gab, sondern sie teilte ihrem aufmerksamen Publikum zuerst einmal mit, warum sie sich ausgerechnet dem Thema der Völkerschlacht gewidmet hat, obwohl sie ja eigentlich im "Mittelalter" zu Hause war.

Vor ca. 3 Jahren ist der Förderverein Völkerschlachtdenkmal an die Autorin heran getreten und hat
sie gefragt, ob sie sich vorstellen könnte, über die Völkerschlacht ein Buch zu schreiben. Das sie sofort Feuer und Flamme war, hat man spätestens in dem Moment bemerkt, als sie von ihren umfangreichen Recherchen berichtete. Sabine Ebert hat sich sehr ausführlich der Zeit gewidmet, hat sich nicht nur mit den vielen Schlachten und Dokumenten beschäftigt und sich durch mehr als 30.000 historische Seiten gearbeitet, sondern auch mit der Mode in dieser Zeit. Und das trug sie im wahrsten Sinne des Wortes zur Schau. Ihr Outfit, dass sie sich selbst geschneitert hat, entsprach genau der Mode Anfang des 19. Jahrhunderts.

Ihre Lesereise, die sie ausschließlich durch bzw. in die Orte führt, die Schauplatz ihres Romans sind, zeugt auch von einer gewissen Anerkennung des Ereignisses. Noch bevor die Autorin begann einige Passagen aus ihrem Buch vorzulesen, betonte sie noch einmal wie komplex das Thema überhaupt gewesen sei, das es zu verarbeiten galt. Bereits während ihrer Recherchen hatte sie festgestellt, dass sie nicht mit der großen Völkerschlacht im Oktober 1813 beginnen konnte. Ihr Einsteig erfolgte einige Monate früher, im Mai 1813, als es tatsächlich zwischen den Alliierten und den Franzosen zu brodeln begann. In ihrem Roman spielen auch nicht all die wichtigen historischen Persönlichkeiten die Hauptrolle, sondern sie wollte mehr aus Sicht der einfachen Bevölkerung das Geschehen darstellen. Und so bediente sich Sabine Ebert einigen fiktiven Figuren, stellvertretend für die vielen Menschen, die so viel erleiden und entbehren mussten. Aber immerhin sind 90 Prozent ihrer Figuren historisch belegt, viele Dialoge historischer Persönlichkeiten sind in ihrem Werk wörtlich übernommen.

Obwohl ich das Buch schon gelesen hatte, hing ich förmlich an ihren Lippen. Ich hätte noch Stunden ihren Berichten und Recherchen zuhören können, aber irgend wann, war leider mal Schluss. 2 Stunden hat Sabine Ebert ihr Publikum, trotz aller widrigen Lichtverhältnisse, die sie erdulden musste, begeistert.
Das Schöne daran ist ja, dass "1813-Kriegsfeuer" nur der 1.Teil ihres umfangreichen Werkes ist und der 2.Teil in ca. 1 ½  bis 2 Jahren erscheinen soll, wobei Erfurt sehr oft als Schauplatz vorkommen wird. Immerhin befand sich ja Napoleons Privatquartier auf dem Erfurter Petersberg und viele Gefangene von ihm wurden nach Erfurt gebracht. Dass ich dem 2.Teil natürlich sehr entgegen fiebere ist ja wohl klar. Schon der 1.Teil hat mich restlos begeistert. Ein Buch, das ich mit Sicherheit nochmal lesen werde. Meine Rezension zu diesem Buch dazu kann man hier nach lesen.
Natürlich habe ich mir auch noch das aktuelle Buch von Sabine Ebert signieren lassen.

Quellen:
Foto1: FP 

An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Verlag Knaur HCder mich als Gast zu dieser Lesung eingeladen hat.
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